Ausgabe 
8.2.1868
 
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Preußen. Berlin. Abgeordneten⸗ baus. Bei der Debatte über den hannöver'schen Provinzialfond erwiederte Graf Bismarck auf die Angriffe des Abgeordneten Brauchitsch: Die Regierung werde die conservativen Principien nicht verlassen. Wenn sie von der conservativen Partei nicht unterstützt werde, so werde er zur Bildung eines Coalitlonsministeriums schreiten. Die Regierung fürchte den Conflict nicht. Schließ- lich wird das Amendement v. Kardorf bei nament- licher Abstimmung mit 197 gegen 192 Stimmen angenommen. Dasselbe gebt dahin, dem provinzial- ständischen Nerbande Hannovers 500,000 Thlr. aus den Einnahmen des Provinzialfonds eigen thümlich zu überweisen und diese Summe fortan auf das Etatsordinarium zu setzen. Die Ab stimmung über das ganze Gesetz wird der Ge schäftsordnung gemäß vertagt.

Aus Ostpreußen entnimmt dieH. Ldztg. einem Privatbriefe folgende Mittheilungen: Kau kehmen(bei Tilsit, Reg.-Bezirk Gumbinnen), 1. Febr. Es ist hier wohl eine recht traurige Zeit, die wir durchzumachen haben; denn das Elend, das hier herrscht, ist zu groß, und wenn auch noch so viel gesammelt wird, so ist dies immer noch wie ein Tropfen Wasser im Meer. Dabei hegt man die Befürchtung, daß die Winter- saat von den Schnecken, Würmern verzehrt und ausgefault ist und daher neues Flend für das künftige Jabr bevorsteht. Ich hatte neulich eine Aufforderung nach Heinrichswalde(Sitz des Land ratbamtes) zum vaterländischen Frauenverein, war auch mit einigen Damen von hier hingefahren; dort wurde ich nun für das Kirchspiel Kaukehmen zum ersten Varstand gewählt, was ich auch der Sache wegen annahm. Aber dies gibt nun sehr viel zu thun und macht Kopfzerbrechen, wie Alles am besten einzurichten sei. Es wird bier in Kaukehmen(vielleicht 900 Einwohner) für 30 Kinder gekocht und außerdem in den anderen 8 Schulen, die zum Kirsespiel gehören, dort durchschnittlich für 15, dazu müssen wir aber, wenn wir à Kind Sgr. rechnen, monatlich 402 Thlr. baben, und wenigstens müssen wir dies 4 Monate durchführen können, wenn nicht so Mancher dem Hunger erliegen soll. Was bier zusammen gelegt wird, ist nicht von Bedeutung, denn von der ungeheueren Theuerung hat ja Jeder zu leiden, also nicht viel übrig. Der Typhus fängt auch hier schon an zu herrschen, selbst in Tilsit sind mehrere daran gestorben. Der Bürger- und Bauernfreund hat hier schon 2000 Thlr. bergeschickt; dafür wird aber Flachs zum Spinnen vertheilt, dafür die armen Leute anstatt 1 Sgr. fürs Stück Sgr. bekommen und zwar Marken, wofür sie billiger Brod, Erbsen, Reis, Schmalz ꝛc. bekommen können, was die Herren haben kommen lassen. Ach ja, es wird Einem wieder anders um's Herz, wenn wir diese traurige Zeit erst hinter uns haben. Seit drei Tagen ist hier ein furchtbarer Sturm mit Regen und 2 Grad Wärme,

das Wasser steht sehr hoch. Neulich war der Vater schon mal 2 Tage auf der Dammwache, und dann hatten wir wieder 16 Grad Kälte, nun fürchtet er sehr, daß es wieder sehr kalt werden kann. Ich fürchte mich auch diesmal mehr wie je vor dem Alleinbleiben, da hier die frechsten Einbrüche geschehen.

Baden. Karleruhe. Dem überaus glänzenden Leichenconduet des Staatsministers Math wohnte der Großherzog in Person und zu Fuß unter den Hauptleidtragenden an. Die Verkaufsläden waren geschlossen.

Freiburg. Dem Vorstand des neu zu grün denden katholischen Studentenvereins wurde vom Seuat der Universität eröffget, daß auf das gestellte Gesuch um Genehmigung der Statuten des akademischen Vereins zur Unterstützung der päpstlichen Armee nicht eingegangen werden könne.

Oesterreich. Wien. Ein an die Dele gationen vertheilte Darlegung über die Politik der österreichischen Regierung, welche zur Erklärung der imRothbuche enthaltenen Aktenstücke dient, sagt über die deutschen Angelegenheiten: Oester reich hegt seit dem Prager Frieden Preußen und Italien gegenüber dieselben friedliebenden und freundschaftlichen Gesinnungen, die es den anderen Mächten gegenüber bethätigt. Wenngleich der Verlust der Stellung in Deutschland für Oester reich nicht das Ende der Sympathien für seine vormaligen Bundesgenossen bedeutete, so konnte doch die kaiserliche Regierung in dem Streite wegen Luxemburgs nicht Partei für Preußen er greisen, wollte aber ebensowenig aus einem Kriege zwischen Frankreich und Preußen Vortheil ziehen, und sie sorgte daher dafür, daß bei dem Kaiser Napoleon und den französischen Staatsmännern der Glaube an eine Mitwirkung Oesterreichs im Kampfe gegen Preußen nicht aufkommen konnte. Die parteilose und neutrale Haltung Oesterreichs mußte wesentlich zur Erhaltung des Friedens bei tragen. Ueber die Verhältnisse zwischen Preußen und den süddeutschen Staaten wird bemerkt: Die kaiserliche Regierung ließ sich, ohne von dem Standpunkte des Prager Friedens zurückzutreten, durch die in Folge der preußisch-süddeutschen Allianzverträge geschaffene neue Lage der That sachen von der Fortsetzung ihrer friedlichen Be mühungen weder abhalten, noch glaubte sie auf Grund ihres formellen Rechtes bestimmte Proteste entgegenstellen zu sollen. Schließlich ist die Thatsache nicht zu übergehen, daß unter dem Eindrucke der Gefahr eines europäischen Krieges in Berlin und Muͤnchen mancher ernste Blick nach Oesterreich gewendet wurde. Die bezüglich eines neuen Bundesverhältnisses erfolgten Andeutungen lauteten zu unbestimmt und zu einseitig im In- teresse des einen Theiles, als daß Oesterreich ihnen die seit dem Untergange des deutschen Bundes übernommenen Rechte und Pflichten sowie die eingetauschte Freihelt der Bewegung hätte opfern können. Ueber die Beziehungen zu Italien und

Oesterreich entschiedenen Werth auf gute freund⸗ schaftliche Beziehungen zu Italien legte, ebenso entgegenkommend war letzteres. Dem Papst wurden die offensten Erklärungen über die Un⸗ möglichkeit eines materiellen Beistandes von Oester⸗ reich gegeben.

Frankreich. Paris. desMoniteur meldet, bei Uebergabe seiner ueuen Beglaubigungsschreiben an den König von Preußen habe dieser dem französischen Botschafter Herrn Venedetti gesagt:

Die Rundschau

er fühle sich glücklich, in diesem Schritt der fran

zösischen Regierung ein sicheres Pfand der guten Beziehungen zwischen den beiderseitigen Regierungen zu erblicken, wodurch gleichzeitig auch die ange⸗ nehme Erinnerung an den freundlichen Empfang, welchen der Kaiser und die Kaiserin ihm in Paris haben zu Theil werden lassen, auf's Neue wach gerufen werde. DemConstitutionnel wird in einem Briefe aus Bukarest gemeldet, daß drei aus je 450 Bewaffneten bestehende Banden an verschiedenen Punkten der Fürstenthümer sich gesammelt haben. Dieselben scheinen von Fremden geleitet zu werden und bereiten sich vor, in Bul garien einzufallen, die türkischen Dörfer daselbst in Brand zu stecken und die Räuberscenen des vorigen Jahres zu wiederholen. Die rumaͤnische Regierung trifft Vorbereitungen, die Banden zu entwaffnen und durch alle ihr zu Gebote stehenden Mittel eine Unternebmung zu verhindern, welche sie mit einer großen Verantwortlichkeit beladen würde.

Rußland. Petersburg. Ein offizibser Artikel imPetersb. Journal weist die gegen- tbeiligen Insinuationen der ausländischen Presse über die politischen Beziebungen zwischen Rußland und Preußen zurück, indem sie den Werth des freundschaftlichen Verhältnisses zwischen diesen Regierungen betont, welches in vielen Keisen die Feuerprobe bestanden und Glück und Unglück überlebt hat. Genanntes Blatt bemerkt dabei, daß diese Beziehungen des guten Einvernehmens zwischen zwei großen Staaten das beste Pfand für die Erhaltung des europäischen Friedens seien.

Bis zum 30. Jan hatten die Moskauer zwischen 30 und 280 Kälte(Reaumur), am 31. drehte sich der Wind und das Thermometer zeigte nur noch 150, was doch zu ertragen ist. Ver⸗ gangenen Sonntag war die Kälte am ärgsten, in der Stadt 340, im Kremel dagegen, der hoch gelegen ist, 360. Mehrere Schildwachen sind erfroren.

Gambach. Vor einigen Tagen verunglückte in un⸗ serer Nähe ein wandernder Künstler, indem dessen Wl⸗ geichen an einer abschüssigen Stelle des Weges ins Laufen gerieth und von dem Pserde nicht aufgehalten werden konnte. Der Mann sprang aus dem Wagen, um zu hemmen, stürzte jedoch dabei einen Rain hinunter und das Fuhrwerk ihm nach. Die darin befindliche Frau nebst Kindern wurden erheblich verletzt, der Mann war alsbald eine Leiche.

Die Krupp'sche Gußstahlfabrik.

Mitgetheilt von J. Wahl.

kleinert Trausporte zur besorgen 15 Bureaus.

150 Waggons den Verkehr vermitteln.

Außerdem stehen 60 Pferde für Disposition. Den telegraphischen Depeschendienst Zwei Gasometer speisen 9000 Gasflammen in

die römische Frage sagt das Aktenstück: Ebenso wie

Gelegenheit der

Neben der Anwendung zu Geschützen findet neuerdings der Guß⸗ stahl mit bestem Erfolge Anwendung beim Brückenbau.

Mit der Anwendung gezogener Geschütze seit 1849 ist die Be⸗ deutung des Gußstahls von einschneidender Wichtigkeit für die Krieg- führung geworden. Mit gezogenen Sechspfündern wird geschossen auf geschlossene Truppenkörper bei 2000 und auf größere Objekte bei 5000 Schritt Entfernung. Gegenwärtig sind in der Krupp'schen Fabrik 2370 Geschütze bestellt, die nach allen Ländern gehen. Zum Probiren der Geschütze werden in der Fabrik monatlich 30 40 Centner Schießpulver verbraucht. Im Jahre 1863 wurden 250 000 Centner, 1864 500 000 Centner und 1866 bereits 1 Million Centner Gußstahl in der Krupp'schen Fabrik erzeugt.

Der Werth der bisher abgelieferten Geschütze beläuft sich auf 7 Millionen Thlr. Die Großartigkeit der Krupp'schen Fabrik, zu welcher übrigens auch die dem Verkehr günstige Lage der Stadt Essen viel bei getragen, erkennen wir schon hieraus, doch wollen wir der besseren Vor- stellung derselben noch etwas nachhelfen.

Der Flächeninhalt der Krupp'schen Fabrik beléuft sich auf 920 Morgen.(Die Festung Posen bat einen Flächeninhalt von 1270 Morgen.) Die Fabrikgebäude bedecken 240 Morgen. Für den inneren Verkehr der

Fabrik bestehen 2⅛ Meilen Eisenbahn, auf welcher 6 Locomotiven mit

der Fabrik, welche an trüben Tagen 200 000 Cubikfuß Gas consumirt, während z. B. der Gesammtverbrauch Posens an solchen Tagen sich nur auf 160 000 Cubikfuß beläuft. Die Fabrik enthält u. A.- ein chemisches Laboratorium, ein photographisches Atelier; für den Polizeidienst ist ein eigenes Polizei-, und für Feuersicherheitsdienst ein eigenes Pompier⸗Corps in Funktion. Die Zahl der Arbeiter beläuft sich auf 10 000, die der Arbeiter in den Bergwerken, an den Hochöfen 1c. auf 1200. Der Arbeits lohn der Arbeiter beträgt in 14 Tagen 120 000 Thlr., während eines Jahree 3 100 000 Thlr. Zur Krankenkasse der Fabrik zahlt jeder Arbeiter einen halben bis einen Silbergroschen pro Thaler, und Krupp so viel, wie die gesammten Arbeiter. Verunglücken solche bei der Arbeit, so er⸗ halten sie während der Kurzeit den vollen Lohn. Mit 25 Jahren Dienst⸗ zeit erhalten sie Penstonsberechtigung. Mit den Fabrikanlagen stehen in Verbindung: Arbeiterwohnungen, ein Lazareth, eine Bäckerei u. s. w. für den Bedarf der Arbeiter. Für den Betrieb sind im Gange 160 Dampf- maschinen mit 6000 Pferdekraft; eine große Dampfmaschine hat allein 1000 Pferdekraft. 130 Dampfkessel setzen jene Maschinen in Bewegung. An Kohlen werden unter diesen Kesseln täglich 13 500 Scheffel verbraucht; der Bedarf an Steinkohlen und Coaks in der Fabrik beläuft sich auf 22 500 Scheffel. Der Verbrauch an Wasser betragt 200 000 Cubikfuß in 24 Stunden. Der höchste Schornstein der Fabrik hat 240 Fuß Höhe

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