Ausgabe 
7.7.1868
 
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durch eine frühere günstige Verloosung von Ge⸗ schenken, sowie durch die oft reichen Ehrengaben ist der Capitalstock bis Ende 1867 auf beinahe 11,000 fl. herangewachsen. In Folge hiervon konnte das Beneficium schon seit einigen Jahren auf 35 fl. jährlich festgesetzt werden; außerdem bestimmte der Verein auch dieses Jahr, wie solches schon voriges Jahr vorgesehen war, 200 fl. zur Unterstützung von armen Wittwen und Waisen. Durch letztere Bestimmung konnten der Stiftung zugleich Corporationsrechte verliehen werden. Eine Abänderung der seitherigen Statuten führte zu einer mehrstündigen Diskussion und wurde die Versammlung, welche um 10 Uhr eröffnet worden, nachdem noch verschiedene Anträge erledigt waren, erst gegen 4 Uhr des Nachmittags geschlossen.

Preußen. Berlin. Das preußische Militär⸗Wochenblatt schreibt: Das Kgl. Kriegs ministerium hat sich zur Behebung etwaiger Un⸗ gewisheiten veranlaßt gesehen, darauf aufmerksam zu machen, wie es nach Art. 63 der Verfassung des Norddeutschen Bundes und nach Einführung der Preußischen Militär⸗-Gesetzgebung, namentlich der Bestimmungen über Servis⸗ u. Einquartierungs- wesen, Verabreichung von Naturalverpflegung und Vorspann im ganzen Gebiete des Norddeulschen Bundes(Nr. 10 des Bundesgesetzblattes) bez. im Sinne des F. 5 der Convention mit dem Großh. Hessen vom 7. April v. J. keinem Zweifel unter liegt, daß das gesammte Bundesgebiet, wie in allen übrigen militärischen Beziehungen, so auch in Bezug auf das Marschwesen eine territoriale Einheit bildet, welcher sich in Folge der voran- geführten Convention auch das links des Mains gelegene Gebiet des Großherzogthums Hessen an- schließt. Hieraus ergibt sich von selbst, daß es bei Märschen von Bundestruppen aus dem Gebiete eines Bundesstaates in oder durch dasjenige eines anderen, bez. des genannten Großberzogthums nicht mehr, wie früher, besondere Verhandlungen zwischen den betreffenden Staatsregierungen bedarf, sondern daß es genügt, wenn künftig in Bezug auf derartige Truppenmärsche die betreffenden Militärbehörden der gesammten Bundesarmee mit den betheiligten Civilbehörden im ganzen Bundes gebiet lediglich wegen der zur Ausführung des Marsches selbst erforderlichen Maßnahmen in analoger Weise, wie bisher innerhalb der Preuß. Armee und des Preuß. Staatsgediets geschehen, direkt in Verbindung treten. Die bisher mit ver⸗ schiedenen Staaten des Norddeutschen Bundes bestandenen Etappen ⸗Conventionen sind als durch die Bundes verfassung außer Kraft gesetzt anzusehen.

Dem Stadtgerichtsrath Twesten ist die beantragte Entlassung aus dem Staatsdienste durch königliche Dimissoricle vom 17. Juni d. J. in Gnaden ertheilt worden.

Bayern. Aschaffenburg. Am 14. Juli wird das bei Aschaffenburg zum Andenken an die im Kampfe vom 14. Juli 1866 gefallenen k. k. österreichischen Offiziere und Soldaten errichtete Denkmal mit einer patriotischen Feier der Stadt Aschaffenburg übergeben werden. Unter allen Denkmalen, welche der Krieg von 1866 hervor⸗ gerufen hat, dürfte das dahier errichtete einen hervor⸗ ragenden Rang einnehmen. Etwa 10 Minuten von Aschaffenburg entfernt, auf dem gegen Gold⸗ bach sich hinziehenden Kampfplatze, ragt dasselbe, 50 Fuß hoch, von einem Hügel in reizender Um⸗ gebung weit in die Gegend hinein.

DieHoffmann' sche Corrtspondenz meldet: Der König hat den bayerischerseits ausgearbeiteten Entwurf betreffs Bildung einer ständigen bayerisch⸗ württembergisch»badischen Militär- Commission zur Beaufsichtigung des Defensivsystems Süddeutsch⸗ lands, im Zusammenhange mit der Vertheidigung Gesammtdeutschlands, genehmigt. Desfallsige Ver⸗ handlungen hierüber werden demnächst beginnen.

Württemberg. Stuttgart. Am 4. d. wurde die zweiundneunzigste Jahresfeier der Unabhängigkeits⸗Erklärung der nordamerikanischen Union unter Betheiligung von etwa 500

Theilnehmern in der Liederhalle festlich begangen. Der Consul Klauprecht eröffnete die Feier mit einer Rede, in welcher er die Bedeutung dieses Ereignisses sowohl für Amerika als für die Volks⸗

freiheit der ganzen Welt hervorhob. Weitere Redner waren: Herr Morlock aus Luisiana und Williams aus Indiana. Musik und Gesang fehlten ebenfalls nicht. Der amerikanische Gesandte Bancroft war nicht anwesend, da er zur Audienz beim König nach Friedrichshafen gereist ist.

Baden. Tauberbischofsheim. Den bei Hundheim, Walldürn und Werbach gefallenen badischen Soldaten werden zwei gleiche Denkmäler errichtet, das eine bei Hundheim, das andere bei Werbach. Letzteres ist bereits vollendet und trägt auf dem Sockel die Inschrift:Das dankbare Vaterland den Tapfern, welche in den Gefechten bei Werbach und Walldürn am 24. Juli 1863 den Tod auf dem Felde der Ehre fanden. Auf den beiden Seitenfeldern des pyramidenförmigen Monuments sind die Namen der Gefallenen ein- gehauen. Die Enthüllung des Denkmals in Hund⸗ beim wird am 23., desjenigen in Werbach am 24. Juli, als an den Jahrestagen der Gefechte, statifinden.

Oesterreich. Wien. DieWiener Ztg. veröffenilicht die Ausführungsverordnung zum Ehe gesetz. Durch dieselbe wird die Dispensation von Eheaufgeboten und Ehehindernissen den politischen Behörden zugewiesen, werden die Modalitäten bei Abschließung von Noth-Civilehen bestimmt und die Führung der Civilregister geregelt.

Ueber die gegenwärtige Stellung der öster⸗ reichischen Regierung gegenüber der päpstlichen Allocution gibt ein Preßburtau⸗Artikel, der von sämmtlichen offiziellen und osfiziösen Provinzblättern gebracht wird, einigen Ausschluß. Es wird darin gesagt, die Einmischung des päpstlichen Stuhls in die rein staatlichen Gebiete müsse und werde unter allen Umständen entschieden zurückgewiesen werden. Die römische Curie wird ermahnt, den Gegensatz nicht zu verschärfen, der durch die Allocution aufgestellt worden sei; der Staat werde sich versöhnlich zeigen, wenn die Allocutionein bloßes Wort bleibe. Es wird an die Garantie des Kirchengutes erinnert, welche in der December⸗ verfassung ausgesprochen wurde, sowie an die Mäßigung, welche die Regierung durch die Sen⸗ dung Crivelli's und Meysenbug's bethätigt habe. Von mehreren Seiten wird heute versichert, daß dieenergische Note des Herrn v. Beust, welche die Allocution beantwortet, bereits zwischen Wien und Rom unterwegs ist. Der interimistisch öster⸗ reichische Geschäftsträger v. Ottenfels wird diese Note dem Cardinal Antonelli vorlesen, und von rer Rückäußerung der römischen Curie soll die Forts⸗tzung oder der Abbruch des diplomatischen Verkehrs abhängen.

DasTagblatt meldet, daß der Reichs⸗ triegsminister eine sofortige Beurlaubung von 22 Mann per Compagnie angeordnet habe, wodurch eine ungefähre Reduktion der Armee um 36,000 Mann erzielt wird. Wie dasNeue Fremden blatt erfährt, ist die Antwortsnote des Grafen Beust auf die Allocution des Papstes an das letzte Consistorium am 4. d. abgegangen.

Frankreich. Paris. Im gesetzgebenden Körper erklärte der Finanzminister Magne bei Fortsetzung der Finanzdebatte, die Lage Europas sei feit zwei Jahren exceptionell, was seinen Gegendruck auf die Finanzen äußern müßte. Es gäbe zwei Arten, um den Frieden zu erlangen: entweder allgemeine Entwaffnung oder Herstellung des Gleichgewichts durch allgemeine Bewaffnung. Wenn alle Völker entwaffneten, so dürfe auch Frankreich nicht bewaffnet bleiben. Er stimme sehr dafür, denn es helfe den Finanzen auf. Der Minister weist schließlich die übertriebenen Angriffe gegen das Budget zurück. Ollivier sagt, die Regierung wolle Alles zugleich thun. Sie wolle zugleich Ausgaben für den Frieden und für den Krieg machen. Frankreich sei erdrückt und gezwungen, seine Schulden durch Anlehen zu siquidiren. Schließlich werde die Rentensteuer, die Papiervaluta u. dgl. unausbleiblich sein. Entwaffnen wir zuerst und ganz Europa wird uns nachfolgen!

Serbien. Belgrad. Am 2. Juli procla⸗

mirte die Skuptschina Milan Obrenowitsch IV. unter großem Volksjubel, Kanonendonner und

ö

Olockenläuten, zum Fürsten von Serbien. Derselbe begab sich nach Topischider, wo die Skuptschina und die Vertreter der auswärtigen Mächte ver⸗ sammelt waren. Der Fürst hielt eine Anrede, in welcher er sagte, daß er, obwohl noch jung, hoffe,

sein Volk glücklich machen zu können. Auf den Antrag der Abgeordneten ward eine Regentschaft, bestehend aus dem Kriegsminister Braznavaz, dem früheren Minister des Aeußeren Ristitsch und dem Senator Gavrilowiisch niedergesetzt.

Friedberg. Sehr häufig wird man die Wahrneh⸗ mung machen können, daß Fuhrleute, welche sich kurz vor Eintreffen von Eisenbahnzügen den Barrieren nahen, von dem betreffenden Bahnwärter noch Durchlaß mit ihrem Fuhrwerke und zwar oft in ungestümer Weise verlangen und manchmal auch erzwingen. Wie gefährlich dies unter Umständen sein kann, zeigt nachstehender Fall, durch wel⸗ chen ein Schnellzug der hessischen Ludwigselsenbahn bei Mainz in große Gefahr gerieth. An einer mit Leinwand⸗ ballen beladenen Rolle des Spediteur Nillius brach eine Axe, während sie gerade den Uebergang an dem Mühl⸗ thore passirte. Der in demselben Augenblicke herankom⸗ mende Schnellzug konnte, trotzdem daß die Warnungssig⸗ nale gegeben wurden, nicht mehr zum Stehen gebracht werden und überfuhr die Rolle, die er mitten durchschnitt und völig zertrümmerte, ohne jedoch dabei selbst zu ent⸗ gleisen. Außer einigen Beschädigungen an der Locomotive ist glücklicher Weise kein Unfall zu beklagen; die Passa⸗ giere kamen mit dem Schrecken davon. Dem Fuhrmanne war es noch vor dem Zisammenstoße geglückt, das Pfer d auszuspannen, wodurch dasoselbe ebenfalls vor einer Be⸗ schädigung bewahrt wurde.

Nidda. Am 12. und 13. Juli wird dahier das dritte Turnfest des oberhessischen Gauverbandes abgehalten. Das ausgegebene Programm besagt, daß am Vorabend die eiwa eintreffenden fremden Turner feierlich empfangen werden und das Fest mit Musik und Böllersalven einge⸗ leitet wird. Sonntag den 12. Juli Morgens Böllersalven und Musik, Empfang und Einquartierung der fremden Turner. Um 11 Uhr Verhandlungen des Turntags. Mittags 2 Uhr Festzuz. Nach einer Ansprache auf dem Festplatze beginnt das Festturnen, hierauf Tanzvergnügen und Abends bengalische Beleuchtung des Festplatzes. Der Montag Vormittag ist zu einem Ausflug auf die Alten⸗ burg bestimmt, um 10 Uhr Preisturnen, am Nachmittag wiederholen sich der Festzug und die Unterhaltungen auf dem Fesiplatz wie Tags vorher.

Aus dem Kreise Vilbel. Nach derZeilschrift für Landwirihschaft ist auf Anregung des Herrn Lehrer Rückert von Rodheim(Kr. Vilbel) für die Orte Holz⸗ hausen, Ober⸗Erlenbach, Ober ⸗Eschbach, Rodheim und

Petterweil ein landwirihschaftliches Casino gegründet wor⸗

den, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, seine Mil⸗ glieder über verschiedene Zweige der Landwirthschaft zu belehren, über neue Culluren und Culturpflanzen zu be⸗ richten und den Bezug von Saatgut, Hülfsdüngern ꝛc. zu vermitteln. Zu diesem Zwecke wird es si im Sommer alle Monate, im Winter alle 14 Tage abwechselnd in einem der obengenannten Orte versammeln. Als Vor⸗ sitzender wird der Bürgermeister der Gemeinde, in welcher die Versammlung stattfindet, funziren. Das Secretariat ist dem Lehrer Rückert zu Rodheim übertragen. Darmstadt. DenH. V. entnehmen wit die interessanie Mutheilung, daß ein hiesiger Ingenienr kürz⸗ lich eine Sendung von baarem Gelde aus Indien ohne Werthangabe erhielt, bei ber ein 20⸗Frc. Stück fehlte. Man steilte auf der Post Recherchen an und es ergab sich, daß bei dem Ausleeren des indischen Postbeutels in Lon⸗ don ein 20⸗Fic.⸗Stück herausgefallen war, das dem Adressaten nachträglich zugestellt wurde. Durch die schlechte Verpackung war ds Geld aus dem Packet entkommen. Jedenfalls ist eine Organisation bewundernswerth, bei der es möglich, ein auf dem Weg von Indien nach Darm⸗ stadt verloren gegangenes Geldstück wieder aufzufinden.

Mainz. Es ist schon mehr von der in hiesiger Stadt bestehenden Falschspielerbande die Nede gewesen⸗ DerM. A. schreibt neuerdings hicrauf bezüglich: Ein zugereister Handweiks bursche wurde durch dieselbe gestern Nachmitiag in eine Wirthschaft des Gartenfeldes verlockt und ihm seine in 5 Gulden bestehende Baarschaft im Spiele abgewonnen. Auf eine Anzeige hin wurde einer der Falschspieler durch die Polizei arretirt und unter gro⸗ ßem Zusammenlauf gegen Abend auf das Stabthaus geführt.

Worms. gierungsrath Pfannebecker wurde von dem König von Preußen, welcher bei seiner Anwesenhelt in Worms in dem Hause des Herrn Pfannebecker abge⸗ stiegen war mit dem Kronenorden 3. Classe decorirt. Dekan Keim erhielt das Ritterkreuz des württembergischen Kron⸗ Ordens, Hr. Dr. Eich dasjenige des Friedrichs⸗Ordens. In gleicher Weise wurden die zur Dienstleistung bei dem König von Württemberg commandtrten OH. Hauptmann v. Röder II. und Oberlieutenant Weigand decortrt. Der Verkauf der Tribünenplätze auf dem Festplatz bat circa 4100 fl. ertragen, von den Erinnerungsmedaillen des Prosessors Schnitzspahn wurden 2500 Stück abgesetzt.

Wien. Der Magen des Schützenfestes. Dem Festblatt entnehmen wir über die nicht unwesentliche culinarische Bedentunz des Schützenfestes folgende Notizen: 6000 Eimer Bier, 160,000 Flaschen Schützenwein, 20,000 Flaschen feine Weine, 6000 Flaschen echter Champagner und 400 Flaschen Schaumwein haben die Bestimmung, ihren Inhalt in die Kehlen der Herren Schützenbrüder

laufen zu lassen und Selters eigens für das Fest erbaute

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