dem Zollverein und der Schweiz bisher entgegen⸗ stellten, durch das vom Zollverein ausgesprochene Verlangen hervorgerufen wurden, die Bestimmungen zum Schutz gegen Nachdruck in den Vertrag mit aufzunehmen, wie sie z. B. Frankreich gegenüber in Kraft sind.
Belgien. Brüssel. Die letzten Nach⸗ richten über den Zustand der Kaiserin Char- lotte von Mexiko lauten im Ganzen besser als die früheren, natürlich kann dieses„besser“ nur auf den Körperzustand der unglücklichen Kaiserin an⸗ gewendet werden. Seit den letzten Tobanfällen, welche schon sehr abgeschwächt waren, hat sich kein solcher Anfall mehr eingestellt, der Wahnsinn ist ruhig, still, und hat daher nicht mehr jene zerstörende Wirkung auf den Körper, wie früher. Lichte Augenblicke hat die Kaiserin gar keine. Einen großen Theil des Tages bringt sie in der Hauskapelle zu, und sie verläßt diese nur, um wieder in ihr Zimmer zurückzukehren; aber auch dieses Zimmer ist kapellenartig eingerichtet und mit Heiligenbildern ausgeschmückt.
Holland. Die Luxemburger wehren sich tapfer ihrer Haut gegen die französischen Freundschaftsbezeugungen. Es erscheinen drei bis vier Blätter in dem Städtchen, von ihnen ist nur eins, der neue„Avenir“, entschieden französisch gesinnt, die übrigen stehen zu Deutschland, am energischsten der„Courrier du Grand⸗Duche“. Dieser hat sogar, um nicht täglich in französischer Sprache erscheinen zu müssen, eine deutsche Aus⸗ gabe veranstaltet, die„Luxemburger Zeitung“, was natürlich nicht geringes Aufsehen gemacht hat, weil er es noch obendrein mit der Bemerkung motivirt, daß Deutsch die Landessprache sei.
Italien. Nachrichten von Florenz vom 29. April melden Näheres über die ganz außer⸗ ordentliche Weise, wie dort der Kronprinz von Preußen gefeiert wird. Am 28. Abends wurde dem Prinzen eine ganz unglaubliche Huldigung gebracht. Die Menschenmenge blieb bis nach Mitternacht vor seiner Wohnung im Albago della Poce stehen. Die Linke, die Gegner Frank- reichs, die Garibaldianer und die Mazzinisten drängen zu einer preußischen Politik.
Großbritannien. London. Im Unter⸗ hause erklärte am 4. d. Disraeli: er habe am Freitag der Königin angerathen, das Parlament aufzulösen, und, im Falle sie eine Auflösung für unzeitgemäß erachte, ihr die Entlassung des Ministeriums angeboten. Die Königin sei auf beides nicht eingegangen. Die Regierung könne Gladstone's Resolutionen nicht acceptiren sie werde jedoch die Debatten darüber fortsetzen lassen, Gladstone möge aber den angekündigten Antrag bezüglich der Priorität der irischen Debatte zurückziehen. Gladstone thut dies, erklärt aber, er werde seine Resolutionen aufrecht erhalten, indem er dabei die verfassungswidrige Fortführung des Amtes Seitens des Ministerinms tadelt. Ebenso tadelnd sprach sich auch Bright aus. Diesem Tadel gegenüber fordert Disraeli die Opposition auf, ein Mißtrauensvotum gegen die Regierung einzubringen. Die Fortsetzung der Debatte wird am Donnerstag stattfinden.
Nußland. Von der russischen Gränze kommen wieder Alarmnachrichten über das allmälige Vorrücken der in den südwestlichen Provinzen des Zarenreiches stationirten Truppen gegen die Moldau hin. In Kamientec am Dniestr sollen bereits 15,000 Mann concentrirt sein. Daselbst sei auch ein großes Militärlazareth errichtet, für welches man die ärztlichen Apparate und Medicamente aus Wien bezogen habe.
Frankfurt. Kürzlich erschien bei einem hiesigen Graveur ein Individuum, welches sich für einen preuß. Polizei⸗ Hauptmann ausgab, ber die Polizei in Homburg zu organistren habe und bestellte sich einen Stempel; die Sache fiel dadurch auf, daß der angebliche Haupimann zur Uniform eine Pelzmütze trug und überhaupt sich ver⸗ dächtig beirug, weßhalb man sich nach dem Herrn Ernst v. Herfort, Aeutenant a. D., der sich auch anderweit noch als„Geheimsecretär“ im Ministerium des Innern vor⸗ stellte, auf der Polizei erkundigte, wo man von einem solchen Polizeihauptmann nichts wußte. Der Polizei gelang es, das betreffende Individuum denselben Tag
noch festzunehmen. Die Untersuchung ergab, daß der Verhaftete Johann Jakob Ramspeck beißt, aus Alsfeld gebürtig ist und im Jahr 1861 zu Nordhausen wegen Diebstahls zu 3 Jahren Zuchthaus verurtheilt und von Leipzig aus wegen Betrugs verfolgt wird. Das Polizei⸗ gericht verurtheilte ihn wegen Führung eines unberechtigten Namens und Titels und wegen unbefugten Tragens elner Uniform zu 50 fl. Geldbuße, event. 10 Tage Ge⸗ fängniß. Da derselbe kein Geld zum Bezahlen hatte, so trat er seine Gefängnißstrafe sofort an, nach deren Ueber⸗ stehung er polizeilich nach Leipzig transportürt wird.
Frankfurt. Am 3. d. ereignete sich im Weserbahn⸗ hof ein Eisenbahnunfall dadurch, daß der Zug, welcher von der Main⸗Neckar⸗Bahn über die Curve Güterwagen zu befördern hatte, in mit Kartoffeln geladene Güterwägen der Weserbahn hineinfuhr und dieselben zer trümmerte.
Mainz. Die Leiche des seit Ostersonntag Abend ver⸗ schwundenen diesigen Banquiers Max Mayer ist am 2. d. bei Gaulsheim(Bingen) aufgefunden und den Findern die Prämie von 1000 fl. ausgezahlt worden. Es fanden sich an derselben noch alle Werthgegenstände vor, und auch die polizeiliche Recognition hat jede Annahme einer gewaltsamen Todesart ausgeschlossen. Die Leiche ist bereits hier eingetroffen.
Mainz. In der Sitzung des Assisenhofes vom 1. d. wurde der der Ermordung eines preußischen Artlllerie⸗ Sergeanten beschuldigte Makler Spann vou Hechtsheim nach zweitägiger Verhandlung freigesprochen. Die Ge⸗ schwornen stellten ihr Verdikl dahin, daß Spann zwar der schweren Körperverletzung des in Folge dessen sehr bald darauf in Mainz, wo die That in der dortigen Holz⸗ thorkaserne verübt wurde, verstorbenen preuß. Sergeanten Krug schuldig sei, dabei aber in Folge schwerer Trunken⸗ heit sich in einem unzurechnungssähigen Zustande befun⸗ den habe.
Herrieden. Die ebenso interessanten als wichtigen Wetterberichte des praktischen Arztes, Herrn Dr. Heiden⸗ schreider in Herrieden, enthalten regelmäßig die Ausdrücke: Luftberg, Luftthal, Luftwelle. Da viele unserer geehrten Leser diese Ausdrücke nicht genau verstehen, so geben wir hier die von dem gelehrten Herrn Verfasser selbst ertheilte Auskunft.„Ein Luftberg befindet sich in derjenigen Gegend der Erde, über welche die höchste Luftsäule hinzieht. Diese übt nun auch den größten Druck auf die Queccksilber⸗ säule aus und hat den höchsten Barometerstand zur Folge. Ein Luftthal bietet die entgegengesetzten Verhälinisse, der Luftberg und das Luftihal zusammen geben eine Luftwelle. Letziece bedecken in der Regel eine große Fläche Landes, so daß sich selten mehr als zwei Luflwellen zugleich über Europa bewegen. Im Bereiche des Luftthales herrscht gewöhnlich der feuchte Antipassat, und in dem des trockenen Luftberges der trockene Passat.“
Darmstadt. Prozeß Keller.(Fortsetzung.) Ein überaus wichtiger Zeuge ist der von dem Ange⸗ klagten des ungesetzlichen Einflusses auf sein Geständ⸗ niß beschuldigte Assessor Becker von Großgerau. Der⸗ selbe stellt jede derartige Beeinflussung in Abrede. Keller habe ein vollständig freies Geständniß abgelegt unter Thränen und in großer Bewegung. Er habe von jeher mit dem Angeklagten Mitleid gehabt und ihm deß⸗ halb seine Lage zu erleichtern gesucht. An der Zurech⸗ nungsfähigkeit K's. habe er nie gezweifelt, und erst auf die zur Motirirung der gestandenen Vergehen geihane Aeußerung, es packe ihn, wenn er des Nachts an einem Friedhofe oder an einer Kirche vorbeigehe, daß er hinein müsse, und wenn er heute frei werde, müsse er es doch wieder thun, habe er es für seine Pflicht gehalten, den Kreisarzt zuzuziehen. Ob Keller gerade materialistische oder sortschrittliche Bücher gelesen habe, wisse er nicht. Der Angeklagte vermag auf die direkte Frage des Zeugen, ob er die Unwahrheit sage, nicht zu antworten, und als Actuariatsgehülfe Wendel von Großgerau die Angaben des Assessor Becker in allen Punkten betätigt, ist er fichtlich bewegt und weint, hält jedoch an seinen jetzigen Aussagen fest. Es wird hierauf eine Reihe von Büttelborner Ein⸗ wohnern vernommen, theils über die Auffindung der gestohlenen Sachen, theils über die Persönlichkeit Keller's. Er versucht den Meisten persöͤnliche Molive unterzuschieben, weßhalb sie gegen ihn aussagen, obgleich Alle betonen, daß man den Angeklagten für einen ehrlichen Mann gehalten habe, der indessen nicht geeignet gewesen sei, sich Freunde zu erwerben, weil er sich gerne geringschätzend gegen seine Mitbürger betragen habe. Es wird dabei bestätigt, daß sich Keller Nachts viel auswärts herum⸗ getrieben habe, auch daß er öfters Nachts geschossen habe, um die Leute glauben zu machen, er wolle seine Feinde abhalten, ihm die gestohlenen Sachen ins Haus zu tragen. Als einen Hauptwidersacher bezeichnet der Angeklagte den Pfarrer Staudinger von Büttelborn, dem er vorwirft, er habe im Jahre 1866 in einer Predigt die Soldaten zum Treubruch verleiten wollen, eine Angabe, die jedoch von keinem der Pfarrkinder St's, bestätigt wird, Staudinger selbst entwirft allerdings keine günstige Schilderung von Keller, den er als Lügner und Renommist bezeichnet, welchem jeder sittliche Halt fehle. Zeuge Dr. Münch behandelte K's. Frau und fand, daß der Angeklagte sich gegen dieselbe nichts zu Schulden habe kommen lassen, vielmehr sich stets auf das Angelegentlichste für ihr Wohl⸗ ergehen besorgt gezeigt habe. Auch er hat an K's. Zu⸗ rechnungsfähigkeit nie gezweifelt. Brigadier Bauer habe sich nach seiner Ansicht aus Melancholie über den Tod seiner Fran, an welche er, als sie schon verstorben war, noch Briefe richtete, entleibt. Die Kinder Keller's, welche
nichts, nur der Sohn hat einmal ein solches in der Scheuer gefunden und verbrannt; drei Mägde wissen nichts von gebrauchter Sympathie, eine von ihnen hat einmal eine Bibel in der Scheuer gefunben, Keller verbot ihr etwas davon zu sagen. Forstwart Massing sagt, der Angeklagte wäre Gottesleugner gewesen; Christoph Hirsch will den Angeklagten gerade nicht als Lügner hinstellen, hat ihm jedoch nichts geglaubt. Von andern Zeugen wird K., trotz dieser Fehler, als ein gutmüthiger und reeller Mann geschildert, so habe er dem Diakonissenhaus Kraut umsonst geliefert, einem Zeugen gab er sogar ein Golbstück für die Anstalt, jedoch unter der Bedingung. daß sein Name nicht genannt werde. Ph. Gölzenleuchtek, Nachtwächter in Büttelboen, hat den Angeklagten einmal Nachts an der Kirche getrossen und den Morgen darauf erfahren, daß in die Kirche eingebrochen worden. Georg Barthel erklärt Keller für einen großen Lügner, der alle Welt schlecht gemacht habe. Die Ehefrau bes in Amerika abwesenden Peter Reis V. erzählt mit großer Zungen⸗ sertigkeit, daß ihr Keller stets nachgestellt habe, ihm sei nichts heilig, seine ganze Freude sei gewesen, die Leute zu chikaniren. Der Juculpat erklärt natürlich auch diese An⸗ gaben für unwahr. Bürgermeister Sensfelder von Büttel⸗ born bestätigt, daß Keller vor 9— 10 Jahren am Typhus heftig erkrankt gewesen auch stark an Hämorrholden gelitten habe. Die Reis gelte für eine böse Zunge, sonst sei ihm nichts Nachtheiliges bekannt. Lehrer Rommelshausen von Büttelborn bestätigt, daß Keller in religisser Beziehung sehr frei gewesen sei, sich auch durch unvorsichtige Gespräche viele Feinde zugezogen habe. Ph. Leiß, Brenner bei Keller, bestätigt, daß der junge Keller ein Buch verbrannt habe, welches gefunden worden. Daß der Angeklagte Sympathie getrieben, kann er nicht glauben, da sich der⸗ selbe stets darüber lustig gemacht habe. Sein Dienstherr habe nach von ihm gehörten Aeußerungen an nichts geglaubt, als an ein höheres Wesen. Friedrich Vehre sagt von dem Mitangeklagten Helfmann aus, daß derselbe häufig wegen seines geringen Verstandes aufgezogen worden. Christoph Gerig VI. deponirt, daß Keller im Jahre 1866 Zigeuner mit Bier regalirt habe, weil, wie er gesagt, solche in Bamberg früher ihm Dienste geleistet hätten, wofür er dankbar sei. Die Frau des Bäckers Daum von hier berichtet, daß Wendel Helfmann fünf Tage in ihrem Hause war als Lehrling, dabei immer geweint habe, was sie Heimweh zugeschrieben habe. Der Angeklagte gibt eben⸗ falls Heimweh als Grund der Thränen an. Nachtwächter Sensfelder aus Büiltelborn bestätigt, daß Keller oft Nachts nach Hause gekommen sei; bei den Kirchendiebstählen habe er nicht an benselben gedacht. Die Nachtwächter von Goddelau behaupten bezüglich des dortigen Kirchendlebstahls erst in der Nacht um 2 Uhr Lärm in der Gegend der Kirche gehört zu haben. Partikulier Kast von hier hat den Angeklagten am nämlichen Tage(22. Oktober 1805, als in der Kirche eingebrochen wurde) betrunken gesehen, und zwar zu Erfelden ewa 7 Uhr Abends. Bürgermeister Leber von Griesheim bezeugt, baß der Angeklagte Helf⸗ mann in früher Jugend körperlich fast ein Krüppel gewesen sei, das habe sich später gebessert, geistig seien jedoch in der Schule keine Resultate erzielt worden.(Hier wird die öffentliche Verhandlung abgebrochen und bei ver⸗ schlossenen Thüren über das Verbrechen gegen die Sittlich⸗ leit inquirirt.)(Schluß folgt.)
f Schiffs nachrichten. Mitgetheilt von Ch r. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.
Das Hamburg⸗New⸗Yorker Post⸗Dampsschiff„Ham⸗ monia,“ Capitän Meier, am 21. April von New⸗Herk abgegangen, ist nach einer ausgezeichnet schnellen Reise von 9 Tagen 9 Stunden am 1. d. M., 11 Uhr Morgens in Cowes angekommen, und hat, nachdem es baselbst bie Verein. Staaten⸗Post, sowie die für Southampton und Havre bestimmten Passagiere gelandet, um 1 Uhr die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe überbringt 199 Passagiere; 63 Briefsäcke; 900 Tons Ladung und 280,750 Dollar Contanten.
Das Hamburger Post⸗Dampfschiff„Bavaria,“ Capt. Meyer, ging, expedirt von Herrn August Bolten, William Miller's Tachf., am 2. Mai von Hamburg nach New⸗ Pork ab. Außer einer starken Brief⸗ und Packetpost hatte dasselbe 29 Passagiere in der Cajüte und war das Zwi⸗ schendeck mit Passagieren voll besetzt.
Verloos ungen.
Wien 1. Mai. Bei der heutigen Zlehung der 1860er Loose fielen folgende Haupttreffer auf Nr. 2 Serie 17848 300,000 fl., Nr. 6 Serie 3155 50.000 fl., Nr. 4 Serie 11179 25,000 fl., Nr. 5 Serie 15576 10,000 fl., Nr. 15 Serie 1476 10,000 fl.
Eingesandt.
Die übergroße Zahl der Maikäfer, wodurch wir gegenwärtig belästigt sind, mahnt dringend an die Verlilgung dieser sehr schädlichen Käfer. Wir bitten alle Besitzer von Feldern und Gärten, gemeinsam auf die Vernichtung hinzuwirken. Am besten sammelt man sie in der Frühe; sie dienen— wenn nicht in zu großer Anzahl — als Futter für Hühner, oder, nach erfolgtem Verstampfen, als ganz ausgezeichnetes Dungmiltel. Man hat aber die
ganze Flugzeit hindurch das Sammeln sortzusetzen, denn gerade die weiblichen Maikäfer müssen gelödtet werben, indem diese länger leben, als die männlichen, und am meisten schaden, weil jeder befruchtete weibliche Maikäfer
hierauf vernommen werden, wissen von den Büchern
30 und mehr Engerlinge erzeugt.
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