Straßenjugend veranstaltet hätte. Hier legte sich jedoch
A A l 10 und die Polizei in's Mittel, und gab dem Klempner den Voter 1 guten Rath lieber auf diese Speculation zu verzichten, den
dieser auch befolgte.
% Auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege. Ju der Kreuzzeitung findet sich solgendes Inserat: Christliche Männer werden ersucht, einem der bewährtesten Königsefreunde sein Haus von der Subhastation durch Ueber⸗ nahme einer Hypothek von nuc 5000 Thalern zu reiten.
„ Geschichtliches Curiosum. Auf der Ver— sammlung zu Nürnberg faßten die Deputirten des fränkischen Kreises unterm 14. Februar 1650 folgenden merkwürdigen Beschluß:„Um die durch den Krieg gänzlich herabgelommene Vevölkerung des Landes wieder zu heben und die waffenfähige Mannschaft zu recrutiren, damit man dem drohenden Erbseinde des christlichen Namens, den in Ungarn eingefallenen Türken stattlich gewachsen sein möge, sollen hinfüro alle Jünglinge und Jungfrauen unter 60 Jabren von der Aufnahme in den geistl. Stand ausge— schlossen sein, welche nicht in Klöstern dc. befindlich, sei den Priestern erlaubt, sich gleich zu verheirathen; jedem Manne sei gestattet, zwei Weiber zu ehelichen, dabei soll kdoch derselbe ernstlich erinnert, auch auf den Kanzeln öfters öffentlich ermahnt werden, sich dergestalten hierinnen zu verhalten und vorzusehen, daß er sich nöthiger und ge— bührender Discretion und Vorsorge befleiße, damit er als ein ehrlicher Mann, der sich zwei Weiber zu nehmen getraut, beiden Ehefrauen nicht allein nothwendig Un⸗ gemach und Unwillen verhüte.“
Der„Bohemia“ schreibt man:„Erlauben Ste mir eines Vorfalles, der sich in der Further Restauration zu⸗ trug und eine allgemeine Entrüstung bervorgerusen hat, zu erwähnen. Eine russische Familie kommt am 1. Juli von Prag an, anscheinend um in ein böymisches Bad zu reisen, und speist in der Restauration. Es fällt auf, daß ein junges hübsches Mädches stets in respectabler Ent— fernung von der Herrschaft ftand und sich nicht zu setzen getraute. Die Herrschaft speist, sammelt die Ueberreste der verschiedenen Speisen, von der Suppe angefangen, auf einem größeren Teller, thut noch den obligaten grünen Salat dazu und das Mädchen wird gerusen, um sich ihr
det geseuert. 1 Sthörden worden.
Die Norgtn⸗ dttrttätt der
daft, wonach Mittagessen abzuholen, für das sie sich russisch bedankt. 00 gelegten Bescheiden zieht sie sich in ihren Winkel zurück, und mit cen dil dem Rücken zu ihrer Herrschaft gewendet, sucht sie stehend
3* mit ihren Fingern die Brocken Fleisch aus der Brühe heraus und beißt mit den Zähnen ihre Leckerbissen ab. Als ihr Fremde Platz zum Sitzen machen, ja, sie förm⸗ lich drängen, sich niederzulassen und der Restaurateur ihr die bei civilisirten Völkern üblichen Tischzeugersordernisse, eine Gabel und ein Messer bringt, weist sie Alles mit einem scheuen Blick auf die Herischaft zurück und verbleibt
stehend in ihrem Winkel. Als darauf unter den zahl⸗ reichen Gästen ein Gemurmel und eine öffentliche Unzu⸗ friedenheit herrscht, erhebt sich die russische Familie, ihr folgt mit banger Ahnung und gepäckbeladen das Dienst⸗ mädchen und Alle verlassen die Restauration.
„ Kossuth über die Reformen des Schul- wesens in Ungarn. In einem Schreiben an Jul. Schwarz sagt Kossuth unter Andern: Das Bild welches Ihre Forschungen von den Zuständen enlworfen, ist in der That schrecklich. Bon 17,000 Gemeinden be— sitzen 5000 Dörfer keine Schule; in 15,000 Gemeinden genießt das weibliche Geschlecht keinen Untecricht. In der Reihe unserer einheimischen Bräute, die doch von der Vor— sehung zu den ersten und wirksamsten Erziehern der Generationen bestimmt sind, können unter 100 keine 85 ihren Namen schreiben! Von 100 Rekruten sind 78, in Siebenbürgen gar 90 des Schreibens unkundig! Und alles das nach enem fast 1000 jiährigen Staatsleben, im 19. Jahrhundert des Christenthums, zur selben Zeit, wo im eisigen Norden, hoch in Norwegen, wo das Landvolk nicht allein in Dörfern, sondern in zerstreuten Hütten wohnt, und die Kinder meilenweit wandern müssen, um des Unterrichts der herumreisenden Schulmeister theil— haftig zu werden, kaum im ganzen Lande ein Mensch zu finden ist, der nicht lesen und schreiben könnte! Das Bild, das Sie auf den Grund mühsam gesammelter Daten zeigen, ist ja mehr als schrecklich! Ein entsetzliches Sünden— register ist es, welches die regierende Macht und die Aristokratie, die aus dem Verfügen über die Geschicke der Nation Jahrhunderte hindurch ein Monopol machte, mit furchtbarer Schuld belastet. Das ist ein Sündenregister, welches die in ihre Rechte wieder eingesetzte Demokratie aus dem Buche des Schicksals streichen muß, wenn nicht die unerbittliche Logik der Weltgeschichte an uns jene Drohung soll in Erfüllung gehen lassen:„Die Sänden der Väter werden heimgesucht an den Kindern bis in's vierte Glied.“ Is ich fürchte, noch weiter, für immer, denn das Unterrichtswesen, welches Allen von großer Wichtigkeit ist, ist für Ungarn eine Lebensfrage. Wir sind verloren, wenn wir nicht eilen, für unsere Nation im ethnographischen System der mittleren und unteren Donau die Rolle des primus inter pares in Bezug auf Kultur zu sichern, oder wenn wir uns gar von anderen Völkern überflügeln lassen. Die allgemeine Bildung aber, deren Grundlage die Reform des Schulwesens bildet, wächst nicht, wie ein Pilz, in einer Nacht in die Höhe. Und die Welt rührt sich; wir haben keine Zeit zu verlieren.
Landwirthschaftliches.
Ueber den Werth der großen Nessel. So seht die große Nessel als Unkraut verachtet ist, so sehr
werden ihr folgende Eigenschasten nachgerühmt. Der Futterwerth dieses Gewächses kommt sowohl nach der Analyse als nach den damit angestellten Versuchen dem des Klee's gleich. Werden Hühner im Winter mit zer⸗ kleinerten und gekochten Nesselblättern oder mit Beigabe von etwas Samen gefüttert und in einem warmen Stall gehalten, so legen sie den ganzen Winter hindurch. Daß der Samen ein dem Federvieh gedeihliches Futter sein müsse, beweist dies, daß man im Herbste und im Frühjahr sowohl Hühner als auch Feberwild in der Nähe von Nesselstauden eifrig scharren und den Samen begierig auf⸗ nehmen sieht. Dadurch läßt sich auch erklären, warum die Nesseln, deren jede einzelne Staude Tausende von Samenkörnern trägt, an Orten, wo größere Massen dieser Pflanze vorkommen, sich nicht so bedeutend vermehren, wie dies der Fall sein müßte, weun der Samen von diesen Thieren nicht verzehrt werden würde. Einen ganz vor⸗ züglichen Einfluß übt dieser Samen auf die Pferde, wes⸗ halb ihn die Dänen, deren Rosse, wie bekannt, sehr statt⸗ lich aussehen, sorgfällig sammeln, trocknen und zerreiben. Von diesem Nesselstaube mengen sie Morgens und Abends eine Hand voll unter den Hafer. Die Pferde werden da⸗ durch fleischig und sett, und ihr Haar erlangt einen auf⸗ fallend schönen Seidenglanz. Wir wendeten dieses Mittel blos dreimal in der Woche an und erlangten eine vor⸗ zügliche Wirkung. In der Hauswirthschaft erwelst sich die Nessel gleichfalls als ein nützliches Gewächs. Kocht man hartes Fleisch mit Nesselblätlern, so wird es weich. Fische und Krebse lassen sich in Nesselblättern gut versenden. Die zarten Triebe liefern ein vorzügliches Surrogat des Spinats, auch werden sie in den sogenannten Kräuter⸗ suppen genossen. In Frankreich sollen Nesseln, welche unter Treibtöpfen geschickt behandelt werden, ein genieß⸗ bares Surrogat für Spargeln geben. Professor Ritter von Perger erwähnt in einem Aufsatze über die Nessel, daß er den Veweis gewonnen habe, wie ein junger Mann seiner Bekanntschaft, welcher stark an Bluthusten litt, durch längeren Gebrauch des frischen Nesselsaftes geheilt wurde. Der größte Werth dieser Pflanze besteht aber in den Ge⸗ spinnfasern, welche decen Stengel liefert. Abhänge, welche der Erdabschwemmung ausgesetzt sind, werden mit Nesseln angebaut, um jeden Schaden abzuwenden, weil sich die Wurzeln dieser Pflanzen derart in einander verfilzen, daß eine Abschwemmung nicht möglich ist.
Friedberg. Der als Komponist und Orgelvirtuos rühmlichst bekannte Mufikdirektor Dr. Volkmar aus Homberg bei Kassel will mit Nächstem ein Orgelkonzert in hiesiger Stadtkirche geben, welche Nachricht gewiß alle Freunde eines gediegenen Kunstgenusses mit Vergnügen vernehmen werden.—
Tb.
Edictalladung.
1855 Peter Windecker, Sohn des vormaligen Bürgers Bonaventura Windecker in Friedberg, ist seit langer Zeit abwesend, ohne daß über Leben und Aufenthalt desselben sichere Kunde ander gelangte. Seit Ausgang der 1820er Jabre wird ein ibm aus dem Nach- lasse eines Anverwandten, Johannes Windecker zu Nie. der⸗Florstadt, zugefallenes kleines Erbthell dahler cura⸗ torisch verwaltet, welches bis daher auf ungefähr 36 bis 40 fl. angewachsen ist. Da Peter Windecker, wäre er elwa noch am Leben, fetzt üder 90 Jahre alt sein
dur 88. würde, mithin der Zeitpunkt eingetreten ist, wo die Cu⸗ 1 ratel aufzuheben und das Vermögen an den dazu Be⸗ 15 rechtigten definitiv auszuantworten ift, so ergeht an ge⸗
dachten Peter Windecker, bezw. dessen dahter unbekannten Erben hiermit die Aufforderung, im Termine Mittwoch den 11. November l. J., Vormittags 10 Ubr, sogewiß dahler zu erscheimen und sich über ihre Ansprüche auf gedachtes Vermögen gehörig auszuweisen— gegenfalls nach Ablauf dieses Termins dasselbe als bonum vacans dem Großherzogl. Staatefiscus überwlesen werden wird. Zriedberg den 1. August 1868.
Groß herzogliches Landgericht Friedberg Rei tz
— Roggen ⸗
Oeffentliche Aufforderung.
1854 Die Witiwe des blesigen Bürgers und Kamin- segers Gottlieb Schäfer, Susanne, geb. Dorn, hat heute mit der Mebrzabl ihrer bekannten Gläubiger ein Arrangement abgeschlossen, was unter dem Anfügen hiermit zur öffentlicher Kenntniß gebracht wird, daß alle eiwalgen weiteren Gläubiger sogewiß innerhalb 14 Tagen
J 2 kräftige i lan ker Trichne 546 Schwan
„ auch an ban diesem Arrangement, von dessen Besfimmungen sie sich „ nachgewicsel. durch die ihnen hiermit gestattete Elnsicht der bezüglichen u Achzer b Acten überzeugen dürfen, beitreten oder gegründete Ein⸗ , un Unrel wendungen dagegen vorschützen können, widrigensalls * Töstunz ohne Rüchsicht darauf das gedachte Arrangement gericht⸗ 1 0 1 Ine lich bestätigt und in Vollzug gesetzt werden soll. Neat, Nauheim den 31. Jult 1868.
2 aten, Großberzogliches Landgericht Nauhelm
„ reine, ulrich, Suppes,
92 Laudrichter. Landgerichts ⸗Assessor.
45 Weiße leinene Caschentücher, * 270 gefickt und glatt, Manschetten mit 0 Kragen, Herrenkragen, Vorhemden, 7 sowie Hosenträger bei
— K. Friedrich neben der Poft.
—
Hofraithe⸗Versteigerung. 1856 Freitag den 7. d. M., Vormittags 11 Uhr, wird die dem Gastwirth Georg Fleischhauer bier zu⸗ stehende Hofrauhe:
P. M. B. 172—25,3 Rth.] an der Edle der Burg- und „ 1298— 2,7„ Parküraße, mit Kegelbahn — 172—12,8„ und Trirkhalle,
in welcher eine frequente Wirthschaft betrieden wird, auf
hiesigem Rathhause nochmals versteigert und bel an⸗
nehmbarem Gebete der Zuschlag nunmehr ertheilt.
Nauheim den 3. August 2868.
Groß berzogliches Ortsgericht Nauheim E. d.;
Der dienstältefse Gerichtsmann Geberinger.
Bekanntmachung.
1857 Montag den 10. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, werden auf hiestgem Rathhause die dem Johann Karl Dürholz dier zustehenden Immobllien:
P. M. B. 960— 21 Rth.] Hofrtaithe on der Allee(Villa — 957—2,4„ zum Paradies genannt), s 5 858—12.0„ Garten dabel,
oͤffentlich an den Meistötetenden zwangsweise versteigert. Naubelm den 3. August 1868.
In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Nauheim Groß herzogliches Ortsgericht
Oer dienstälteste Gerichte mann Geberinger.
Bekanntmachung.
1848 Freitag den 7. August l. J., Vormittags 10 Ubr, wird auf freiwilligen Antrag in der Behausung der Frau Adam Kehr's Witwe das derselben zuflehende Vieh als: 7 Stick Rindvieh, 3 Schwelne, sowie eine Parthie Hübner und Gänse öffentlich meistbietend versteigert. Friedberg den 3. August 1868. In Auftrag Großberzogliches Ortsgericht Frledberg Foucar.
Es wird ein braver Bursche . Wee 150 Pferdewartung gesucht. Wo?
Bekanntmachung.
1824 Da ich mein seit 41 Jahren geführtes Ellenwaaren⸗ Geschaft meinem Sobne Georg Eichelmann, welcher dasselbe bis daher für mich betrieben, vom 1. Sep⸗ tember d. J. ansangend überlassen werde, so ersuche hier⸗ durch böflichst alle diejenigen Kunden, welche Zahlungen an mich zu leisten haben, selbige bis zum 15 September d. J. an mich zu entrichten. Nach Ablauf dieser Zahlungs ⸗ frift werde die noch feblenden Rückstände einem Einnehmer zum eincassiren übertragen.
Gleichzeitig bitte ich, das mir seither erwiesene Zua⸗ trauen auch fernerhin meinem Sohne schenken zu wollen.
Steinfurth den 30. Juli 1868.
Jacob Eichelmann.
Kelterschrauben,
1687 vorräthig und nach Maas bei bester Ausführung zn billigen Preisen, liefert die Maschinenfabrik von
KAleytt& Bech
5 8 in Darmstadt.
Die Dr. Steffan'sche Augenheilanstalt zu Frankfurt am Main
90(Krügerstraße 8. und Sachsenhausen, Dreikönigs⸗ straße) auf's Bequemste eingerichtet, aimmt jederzelt Augenkranke auf. Unbemittelte zu ermäßigtem Preise und unentgeldlich.
Eine Chaise
1803 steht zu verkaufen. Wo? sagt die Expedition dieses Blattes.
Fruchtpreise. Per Malter.
Friedberg, 4. August. Waizen 12 fl.— kr.; Kort 8 fl. 50 tr.; Gerste 7 fl. 15 kr.; Hafer 5 fl. 15 kr.
Frankfurt, 4. August. Waizen 12 fl. 45 kr. Kor! 10 fl.— kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 10 fl. 10 kr.
Grünberg, 1. August. Waizen 12 fl. 37 tr.; Korn 9 fl. 10 fr.; Gerste 7 fl. 30 kr.; Hafer 5 fl. 40 kr. Molter— fl.— kr.; Erbsen— fl.— kr.; Wicken— — kr.; Saamen 13 fl. 50 kr.; Kartoffeln— fl.— kr.
Mainz, 31. Juli. Waizen 13 fl. 38 kr.; Korn 8 fl. 49 tr.; Gerste 7 fl. 40 kr.; Hafer 6 fl. 24 er.; Kartoffeln 2 fl. 56 kr.; Roßgenstroh por 100 Gebund
eier.


