„ Krmeilter ne Katharut,
Samstag den 6. Juni.
M 66.
nzeiger für Oberhessen.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Atiedberger Intelligenzblatt.
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Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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Der auf Dienstag den 9. Juni l. J.
Großherzoges nicht abgehalten.. Friedberg am 4. Juni 1868.
Amtlicher Theil.
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fallende Amtstag wird wegen der Feier des Geburtsfestes Sr. Königlichen Hoheit des
Großherzogliches Landgericht Friedberg
Reitz.
Hessen. Darmstadt. Das Bundes- Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 15
preußischen Provinz Hessen-Nassau auf den 14. d. Nachmittags 3 Uhr im Hotel Drexel zu Frank⸗
enthält das Gesetz wegen Abänderung einzelner furt a. M. beschloß und hiefür ein Comite wählte
Bestimmungen der Zollordnung und der Zollstraf— gesetzgebung, vom 18. Mai l. J., und den Ver- trag zwischen dem Norddeutschen Bunde und den Vereinigten Staaten von Amerika, betreffend die Staatsangehörigkeit derjenigen Personen, welche aus dem Gebiete des einen Theils in dasjenige des anderen Theils einwandern, vom 22. Febr. l. J.
— Unterm 1. d. M. sind bei dem Offizier⸗ corps unserer Division verschiedene Beförderungen erfolgt. Zu Majoren wurden ernannt: Haupt- mann v. Lyncker von der Großh. Feldartillerie, Rittmeister v. Westerweller vom 2. Reiterregiment, beide charakterisirt, Hauptmann v. Hessert vom 1. Inf.⸗Regt.(zum 3. Inf.⸗Regt.), Flügeladjutant Sr. K. H. des Großherzogs, v. Küchler(charak- terisirt), Hauptmann à la suite und Adjutant S. G. H. des Prinzen Ludwig, v. Westerweller, Hauptmann v. Hesse im Divisionsstabe(charak⸗ terisirt), Hauptmann à la suite und Adjutant S. G. H. des Prinzen Carl v. Zangen. Zu
Hauptmännern wurden ernannt: die Oberlieutenante
Kritzler vom 2. im 4. Inf.⸗Regt., Lautenschläger vom 2. Jägerbataillon im 1. Inf.⸗Regt., Pfaff vom 1. Jägerbataillon im 4. Inf.⸗Regt., Winter vom 1. Inf.⸗Regt. im 1. Inf.⸗Regt. Ferner wurde der Hauptmann Brentano zum Comman- danten der Pionniercompagnie ernannt und der Hauptmann Beck dem 3. Inf. Regt. zugetheilt. Außerdem ist der Gr. Oberstlieutenant Keim, Commandeur des 1. Infanterie-Regiments, auf sein Nachsuchen in Ruhestand versetzt; der Gr. Oberst und Brigadecommandeur Kehrer und der Major und Bataillonscommandeur Keim wurden bis auf Weitetes von ihren Stellen entbunden, und ihren betr. Truppentheilen aggregirt.
— Die zweite Kammer der Stände wird, dem Vernehmen nach, um Mitte dieses Monats zur Erledigung des Militärbudgets auf einige Tage zusammentreten. Die gemeinschaftlichen Sitzungen der Finanzausschüsse beider Kammern sollen am 10. d. beginnen.
— Das seither in Pfungstadt dislocirte 4. Inf.⸗Regt. ist dahier wieder eingerückt und wurde das 1. Bataillon casernirt, das 2. Bataillon da⸗ gegen in der Stadt einquartiert. Das 2. Jäger- Bataillon ist heute Morgen nach Eberstadt in Cantonnirung abmarschirt.— Die hierher com- mandirten preußischen Offiziere wohnten dieser Tage der Parade bei. Generalmajor v. Wittich sucht hier eine Familienwohnung und scheint dem- nach auf längere Zeit zur Großherzoglichen Division tommandirt zu sein.
Aus Starkenburg. Um sich der beab⸗ sschtigten Steuererhöhung gegenüber über die Lage des Brenngewerbes gegenseitig auszusprechen, hatten ssch auf erfolgte Einladung eirca 30 Brennerei- hesitzer im Strauß'schen Lokale zu Pfungstadt eingefunden, welche nach eingehender, sehr leb— hafter Debatte die Berufung einer größeren Ver-
fu mmlung aus dem Großherzogthum und der
mit der Aufgabe, eine Eingabe an den nord— deutschen Reichstag und an unsere Ständekammer zu entwerfen, welche eine gleichmäßige Besteuerung des Fabrikats an Stelle der des Maischraumes bezwecken soll.
Worms. Nach dem„Schw. M.“ werden der Einladung zum Lutherfeste in Worms mehrere deutsche Fürsten solgen. Von dem Könige von Württemberg und dem Großherzoge von Hessen glaubt man den Besuch bestimmt erwarten zu dürfen, von dem Großherzoge von Baden soll dieß noch zweifelhaft sein.
Preußen. Berlin. Das Generalpostamt veröffentlicht folgende Verfügung: Aus Anlaß einer unlängst durch verschiedene Zeitungen ver⸗ breiteten Nachricht, daß die Verwendung eines aus einem unbrauchbar gewordenen Freicouvert ausgeschnittenen Werihstempels zur Frankirung eines Briefes von einem preußischen Gericht für strafbar erachtet und von dem hiesigen Obertribunal die dagegen eingelegte Nichtigkeitsbeschwerde zurück- gewiesen worden sei, sind sowohl an das General— Postamt, als an verschiedene Oberpost⸗Direktionen Anfragen gerichtet worden, ob eine derartige Ver⸗ wendung ausgeschnittener, noch nicht entwertheter Franco Stempel gegenwärtig noch zulässig sei. Die Postanstalten werden deshalb darauf auf— merksam gemacht, daß es dem Publikum nach wie vor gestattet ist, die aus verdorbenen Couverts ausgeschnittenen, noch nicht entwertheten Franco⸗ Stempel als Freimarken zu benutzen.
— 4. Juni. Der Reichstag wurde heute wieder eröffnet. Tagesordnung: Commissionsbericht über den Entwurf eines Pensionsvorschlags, die Angehörigen der vormaligen schleswig⸗holsteinischen Armee betreffend. Präsident Delbrück erklärt, die Regierungen könnten die Commissionsvorlage nicht annehmen. Ein Amendement Löwe's will die Beschränkung der Pensionsberechtigung auf die Angehörigkeit zum norddeutschen Bunde gestrichen wissen. Nach einer langen Specialdebatte wird die Abstimmung wegen Nichtbeschlußfähigkeit des Hauses auf morgen verschoben.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ theilt mit, daß Graf Bismarck in Folge der mit seinem Berufe verbundenen Anstrengungen an einer solchen Ab- spunnung der Nerven leidet, daß eine längere Muße in stiller Zurückgezogenheit dringend noth— wendig wird.
Baden Vom Oberrbein wird dem „Frankfurter Journal“ geschrieben: Den nächsten Monat werden Abgesandte der böhmischen Nation nach Konstanz kommen, um am 6. Juli d. J. den Todestag des Johannes Huß, welcher am 6. Juli 1415 in Konstanz verbrannt worden ist, auf dem Platze selbst zu feiern. Wir sind sehr begierig, wie die Bürger der Stadt Konstanz diese böhmischen Wallfahrer, die Nachfolger jener Hussiten, empfangen werden, welche unter Ziska gegen Deutsche kannibalisch wütheten, und die
auch heute noch durch haßersüllte Schmähungen gegen die Deutschen, durch die schmachvollsten Judenhetzen und durch ihre Begeisterung für den Feudaladel und das österreichische Concordat sich auszeichnen.
Oesterreich. Wien. Die„N. fr. Pr.“ veröffentlicht den zwischen den beiden Ministerien vereinbarten Wehrgesetzentwurf. Derselbe ordnet die allgemeine Wehrpflicht an. Die Heeres dienst— pflicht beginnt mit dem zwanzigsten Lebensjahr; die Dienstzeit dauert im Heere und in der Marine drei Jahre, in der Reserve sieben, nach vollstreckter Diensipflicht in der Landwehr zwei, und bei un— mittelbarer Einreihung in die Landwehr zwölf Jahre. Nach vollendetem Kriegsmarinedienst ent fällt die Landwehrpflicht und Landsturmwehrpflicht vom 18. bis 40. Lebensjahre. Die Stärke des Kriegsheeres ist für die nächsten zehn Jahre auf 800,000 Mann nebst 200,000 Mann Landwehr festgesetzt.
— 3. Juni. Sitzung des Reichsrathes. Auf der Tagesordnung steht die Debatte über die Finanzvorlagen. Die Berichterstatter der Majorität, Skene, und der Minorität, Banhaus, erläutern zunächst ihre bezüglichen(bereits bekannten) An- träge; sodann beginnt die Debatte. Es sind 16 Redner gegen die Anträge der Majorität und für dieselbe 3 Redner eingeschrieben. Minister Berger constatirte, nachdem Skene die Angriffe der ministeriellen Presse zurückgewiesen, die Unabhängig⸗ keit der Presse, welche gegen die Anträge der Majorität geschrieben. Hierauf erstattete Banhans den Bericht der Minorität des Finanzausschusses, welcher eine zwanzigprozentige Couponbesteuerung beantragt. In der Generaldebatte sprachen für die Majoritätsanträge: Wickhof und Korb, gegen dieselben: Pratobevera, Dürkheim und Lippmann. Die Debatte wird morgen fortgesetzt.
Frankreich. Paris. Die„Liberté“ ver⸗ öffentlicht den Protest des Syndicats der Wechsel— agenten von Paris an den österreichischen Finanz⸗ Minister, in welchem dasselbe die Erklärung abgibt, daß im Falle die Besteuerung der Coupons österreichischer Staatspapiere gesetzliche Genehmigung erhält, alle Werthe des österreichischen Staates von der Pariser Börse ausgeschlossen werden.
Afrika. Hätten die Häuptlinge Theodors dem Befehle dieses gefolgt und einen Angriff auf das englische Lager bei Nacht, anstatt am Tage, versucht, dann wäre Sir R. Napier im Stande gewesen, die Wirksamkeit eines neuen Apparates zur Erzeugung von elektrischem Licht zu erproben, der in großem Maßstabe so gebaut war, daß die Engländer im Schatten blieben, während die Abessinier der ganzen Helle des Magnesiumlichtes auf eine Entfernung von 600 Ellen ausgesetzt gewesen wären und außer der dadurch bewirkten Verwirrung den Engländern eine sichere Zielscheibe geboten hätten.
Gießen. Der Verfertiger der falschen 10 fl. Scheine der Bank für Süddeutschland, Lithograph Nik. Hillerich von Hadamar, der sich fälschlich für einen Schreinergesellen


