bei den römischen Unruhen im Herbst 1867 be- theiligt waren, sind zum Tode verurtheilt worden. Donaufürstenthümer. Bukarest. In der Sitzung der Deputirtenkammer entwickelte der neue Ministerpräsident Demeter Ghika das Pro- gramm dee neuen Ministeriums, und erklärte hierbei: wir wollen die Jahrhunderte alte Ver- bindung mit der Pforte mit vollster Loyalität aufrecht halten, wir wollen die strengste Neutra⸗ lität beobachten, sowohl bezüglich unserer allge⸗ meinen Beziehungen zu den Garantie-Mächten, als auch hinsichtlich unserer Beziehungen als gute Nachbarn zu den angrenzenden Staaten. Rußland. Die russische Regierung soll gegenwärtig an einem neuen Organisationsplan der russischen Armee arbeiten und dabei die Ein⸗ führung eines modificirten Milizsystems im Auge haben. Amerika. vom südamerikanischen
Die eingetroffenen Nachrichten Kriegsschauplatze reichen bis zum 24. October. Die Alliirten befanden sich noch immer vor Villeta. 12,000 Brasilianer unter dem Befehl des Generals Argolo marschir⸗ ten durch Chaco, um den Paraguay oberhalb Villeta zu überschreiten und die Armee des Marschalls Lopez in den Flanken anzugreifen; gleichzeitig sollte dann Marschall Caxias den Platz selbst stürmen. Zehn Panzerschiffe haben die Geschütze der Paraguiten forcirt und unterhalten die Verbindung mit der Armte von Chaco.
Newyork. Die revolutionäre Junta von Cuba hat eine Proklamation erlassen, worin sie die Annahme der angebotenen Begnadigung ver⸗ weigert, und den Entschluß ausspricht, für Unab⸗ hängigkeit zu kämpfen.
Friedberg. Der„Rh. Herold“ macht die Mit⸗ theilung, daß am 1. November in einem Garten in Worms ein Sträußchen frisch blühender, lieblich duftender Märzveilchen gepflückt worden ist. Wir sind in der Lage dem hinzuzufügen, daß uns noch am 14. November vier üppig blühende Märzveilchen gebracht wurden, die nach glaubhafter Versicherung an einer sonnigen Stelle im Freien als die dritte Blüthe in diesem Jahre hier gefunden worden waren.
Aus Butzbach wird ein frecher Diebstahl gemeldet,
der mittelst Einbruch verübt wurde. Der Died drang, nachdem er sich mit den ersorderlichen Werkzeugen einen Weg durch eine Badsteinwand gebahnt, in den Laden einer Ellenwaarenhandlung, woselbst er sich mehrere Stücke von verschiedenen Stoffen ancignete und Kassensturz vor⸗ nahm. — Gießen. Nachdem bereits am vorigen Dienstag die Reihe der Winterconcerte eröffnet wurde, sieht uns für nächsten Montag ein noch größerer Kunsigenuß bevor, da es dem Concertverein gelungen ist, das bekannte schwedische Gesangsquartett, welches in letzter Zeit Darm⸗ stadt, Frankfurt und Cassel mit größtem Ersolge besucht hat, auch zu einigen Gesangsvorträgen in hiesiger Stadt zu gewinnen.
Frankfurt. Nach einer Mitheilung der„Allg. Ztg.“ wärt Dombaumeister Denzinger zu Regensburg zu der Leitung des Wiederaufbaues des Doms zu Frankfurt a. M. berufen worden; er werde jedoch noch bis zum Jahr 1870 die Leitung des Baues der Domthürme zu Regensburg fortführen und daselbst seinen Wohnsitz be⸗ halten.
Darmstadt. Die Blätter der Residenz bringen die Mittheilung, daß vor einigen Tagen, dort die Trauung eines unserer Universitätsstadt Gießen entstammenden Bräutigams mit einer dortigen Dame stattfinden sollte. Alle Vorbereitungen waren getroffen, der Geistliche harrte seines Amtes, Küche und Keller hatten das Mögliche ge— leistet, die Hochzeitegäste hofften, allein der Bräutigam er⸗ schien nicht. Eine Nachforschung ergab, daß derselbe kurz vor der enischeidenden Stunde nach der Heimath zurück- gedampft war.
Darmstadt. Aus der Wohnung des viesigen Bayeri⸗ schen Gesandien v. Thüngen wurde dieser Tage, während sich derselbe zur Tafel bei Prinz Alexander besand, eine Partie Silberzeug von nicht unbedeutendem Werthe ge— stohlen.—
Mainz. Durch die Genehmigung des Eisenbahn⸗ projects Biebrich-Gusta vs burg sieht sich der hiesige Handelsplatz empfindlich bedroht, da mit dessen Aus⸗ führung der Schwerpunkt des Verkehrs von dem Ruhr— gebtete nach dem Oberrhein Bayern und Oesterreich mehr noch, wie dies seither der Fall, nach Gustavsburg verlegt wird. Die jüngst ventilirte Frage wegen der direkten Ver⸗ bindung von Wiesbaden mit Mainz dürfte unter diesen Umständen auch wieder in den Hintergrund treten.
Aus Rheinhessen schreibt man: Bei dem dieser Tage in Offenstein stattgehabten Treibjagen wurden 700 Hasen geschossen; vor einigen Tagen fanden Treibjagden in Pfeddersheim und Aslbeim statt, wobei an ersterem Orte 600 und an letzterem 700 Hasen erlegt worden sind. Diese Jagdergebnisse gelangen zum größten Theile nach Frankreich, indem ganze Wagenladungen geschossener Hasen durch Wildprethändler dorthin versender werden, welche das Stück mit 1 fl. 30 kr. bezahlen.
In Magdeburg hat eine Wittwe von 73 Jahren am 24. Novbr. den siebenten Mann, einen angehenden Dreißiger, geheirathet; dazwischen war sie mit einem jungen Manne verlobt, den ein plötzlicher Tod wegraffte.
In Wittenberg spuken die Trichinen wieder. Es sollen dort über 100 Personen in Folge Genusses derselben erkrankt sein.
Landwirthschaftliches.)
Am 28. Nov. wurde im Saale der goldenen Reichs- krone zu Friedberg die Jabresversammlung des unter dem Namen„Friedberger Kränzchen“ bestehenden lanwirth⸗ schaftlichen Vildungs⸗ und Versuchsvereins abgehalten. Der Verein zählt über 30 Mitglieder aus etwa 20 ver⸗ schiedenen Orten der Wetierau und hat sich die schöne Aufgabe gestellt, durch gemeinschaftliche Zusammenkünste, in welchen gemachte Erfahrungen gegenseilig ausgetauscht, Mittheilungen über alle Zweige der Landwirthschaft gemacht, Vorträge gehalten und wichtige Tagesfragen besprochen werden, sowie durch einen landw. Lesecirket und durch gemeinschaftliche Cultur versuche die berufliche Bildung seiner Mitglieder zu fördern; außerdem will er denselben Gelegenheit geben, auch ihre wissenschastliche und gesellschaftliche Bildung zu vervollkommnen. Die Herren Dr. Henkelmann zu Friedberg und Dr. Uloih zu Nauheim wurden als Ehrenmitglieder aufgenommen und ersterer als Vorstand und Herr Oekonom Dietz zu Friedberg als Sccretär und Rechner gewählt. Zur Be⸗ streiiung des Ankaufes von Büchern und Zeitschriften, sowie aller in Vereinsangelegenheilen enistehenden Kosten hal jedes Mitglied einen jährlichen Beilrag von 2 fl. zu entrichten. Die Bibliothek des Lesevereines ist im Lause des Jabres auf 32 Bände vortrefflicher, populärer Schriften gewachsen und schon hierdurch den Miigliedern Gelegen⸗ heit geboten, sich mit den Foctschritten ihres Beruses be⸗
8) Obgleich wir schon in voriger Nr. d. Bl. einen kurzen Bericht über denselben Gegenstand brachten, wollen wir den verehrl. Lesern diesen uns während des Druckes der vor. Nummer zugegangenen Bericht nicht vorenthalten, da er ersteren ergänzt und mehrfach von Interesse sein dürfte. Die Red.
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kannt zu machen und die langen Winterabende nützlich auszufüllen. Die Tagesorbnung der dießjährigen Jahres. Versammlung war: 1. Geschäftliche Angelegenheiten; 2. landwirihschaftliches Foribildungsschulwesen, eingeleitet durch Vortrag von Dr. Henkelmann und 3. Vortrag von Dr. Uloth.
Außer den Mitgliedern hatten sich auf Einladung etwa 8 Lehrer zu der Versammlung eingefunden. Dr. Henkelmann gedachte in seinem einleitenden Vortrage der Ursachen, welche dem Gedeihen der Forlbildungsschulen entgegenstehen und der mit so wenig Erfolg gekrönten Bemühungen der Lehrer und Vereine, solche ins Leben zu rufen. Ein Haupthinderniß fand er in dem Gelbpunkte. Niemand könne einem Lehrer, der täglich 6 Stunden Schule zu halten, dabei hänfig dae Geläute und Uhren⸗ aufziehen zu besorgen, einen Gesangverein zu leiten, Sonntags kirchliche Functionen zu verrichten, wöchentlich so und so viele Aussätze zu corrigiren und sich auf manche Unterrichtsgegenstände vorzubereiten habe, zumuthen, noch 3 bis 4 Abende seiner knapp zugemessenen Zeit einer Fortbildungsschule zu opfern, sür welche ihm gar keine oder nur eine kärgliche Entschädigung werde. Ein so ohne Unterstützung dasiehender Lehrer müsse auch bei dem besten Willen ermalten und die Lust verlieren. Man solle daher statt des vielen erfolglosen Redens einmal anfangen zu handeln und für jede zu gründende Foribildungsschule ein angemessenes Honorar für den Lehrer und die nöthigen Summen für Lehrapparate gewähren und bald würden Fortbildungsschulen aufblühen und gedeihen. Der Lehrer solle in den Fortbildungsschulen naturwissenschaftlichen Unterricht ertheilen; wie sei dieß moͤglich, ohne die nöthig⸗ sien unentbehrlichsten Lehrmittel(Abbildungen der ver⸗ schiedenen Racen unserer Hausthiere, der nützlichen und schädlichen Thiere c., kleine physikalische und chemische Apparate, ein, die wichtigsten Eulturpflanzen, Wiesengräser und Unkräuter umfassendes Herbarium u. s. w.)? Frage man, woher das Geld zu dem Allen nehmen? so sei die Antwort nicht schwer: Es sollen Alle, welche ein Interesse daran haben, daß die rechte allgemeine und berufliche Bildung in den Bauernsiand dringe, ihren Beitrag dazu liefern und dieß seien die Gemeinden, die Eltern der Schüler, die landw. Vereine und der Staat.
Sodann wurde noch die Frage besprochen: Welche Lehrgegenstände sind in den Lehrplan der Fortbildungs⸗ schule aufzunehmen? wobei man sich dahin einigte, daß ein Normal⸗Lehrplan nicht aufgestellt werden könne, weil sich derselbe nach den jedesmaligen Localverhälinissen, der Qualification der Lehrer, der Vorbildung der eintretenden Schüler, der Zahl der Unterrichtsstunden, welche dem Cursus zu Gebote siehen, zu richten habe. Dr. Henkel⸗ mann gab noch eine Uebersicht über die Einrichtung der in Rheinpreußen und in den ösilichen Provinzen des preußischen Staates, sowie der in Würtemberg und in anderen Ländern besiehenden Foribildungsschulen, wobei auch die Frage, ob Zwang oder nicht bei Gründung von Fortbildungsschulen anzuwenden sei, zur Verhandlung kam. Die Herren Lehrer Pabst von Bönstadt und Loos von Södel sprachen sich eben so entschieden für Zwang, als Dr. Henkelmann und Lehrer Rückert gegen denselben aus. Nach Besprechung zweckmäßiger Lehrmittel für den Foribildungsunterricht, wurde die Discussion über diese Frage geschlossen und Herr Dr. Uloih hielt zum Schlusse einen äußerst interessansen und belehrenden Vortrag über das Leben, die Fortpflanzung, Entwicklung und Verliigung der Flachsseide, diesen großen Feind der Kleefelder, und unterstützte seinen Vortrag durch treffliche Zeichnungen und Vorzeigung der Pflanze und ihrer Samen. Es hal wohl tein Theilnehmer diese Versammluvg ohne Befriedigung verlassen und wir können nur wünschen, daß derar tige Versammlungen recht oft wiederkehren!
„Die Palme
2956 gebührt dieses Jahr wieder dem Lahrer hinken⸗ den Boten.“ (Dr. Gihr's S onntagsblatt.)
eng: 2976 Mittwoch den 9. Dezember 1868, Morgens 9 Uhr aufangend, werden regen Ablebens der Cas par Weisels Eheleute zu Steinfurth in deren Be e gleich baare Zahlung öffentlich versteigert: e, 1 Rind, 3 Schweine, 1 Wagen, Pflug und Egge, verschiedenes Küferholz, sowie sämmtlichte Oeconomie⸗ Wirthschafts⸗ und Hausgeräthe. Steinfurb am 3. December 1868. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Nauheim Großherzogliches Ortsgericht Steinfurth Schultheis.
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Jun,
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2050
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2967
7 dereitel


