Ausgabe 
5.12.1868
 
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Neu eintretenden Abonnenten auf denAnzeiger für 1869, welche jetzt schon ihre Bestellungen machen wollen, liefern wir das Blatt für den Monat Dezember d. J. gratis.

Samstag den 5. Dezember.

144.

1868.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblalt.

Anzeiger für Oberhessen.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Hessen. Darmstadt. Dem Vernehmen nach soll sich der Großherzog vor wenigen Tagen einer Deputation des hiesigen Gemeinderathes gegenüber in sehr bestimmter Weise gegen die Ausführung des von der hessischen Ludwigsbahn Gesellschaft vorgelegten Bahnhofsprojects ausge- sprochen haben.

Friedberg. Nach einer Mittheilung der M. Ztg. haben wir am dritten Weihnachts- feiertage, Sonntag den 27. December, dahier eine Versammlung des deutschen Fortschrittsvereins zu erwarten.

Aus Oberhessen schreibt dieM. Ztg.: Die oberhessische Eisenbahn ist erst von Gießen bis nach Angersbach genehmigt. Die schwierigere Strecke von Angerebach bis Fulda steht noch nicht fest, indem die Richtung über Großenlüder oder über Schlitz sich streitet. Wir sind entschie⸗ den für letztere Richtung, welche ein sehr fleißiges Städtchen für frühere Unbilden der kurhessischen Regierung entschädigt und zugleich den Verkehr des Fuldathales theilweise gewinnt.

Preußen. Berlin. DieProv.⸗Corr. bezeichnet die rumänische Thronrede, sowie den Ministerwechsel in Rumänien als geeignet, die allgemeine Friedenszuversicht noch zu verstärken.

Bei der Berathung des Etats des Ministe- riums des Innern im Abgeordnetenhause erklärte der Minister: Die Regierung gedenke allmälich eine selbstständige provinzielle Vermögensverwal⸗ tung unter einer aufs Nothwendigste beschränkten Aussicht Seitens des Staates durchweg einzuführen. Ferner sollen auch für die Kreise Ausschüsse mit besonderen Befugnissen eingeführt werden. Die Kreisordnung werde demnächst vorgelegt werden und nach deren Genehmigung solle die provinzialt und ländliche Gemeindeordnung folgen.

Die wegen Beschlagnahme des Vermögens des Königs Gtorg niedergesetzte Commission des Abgeordnetenhauses beschloß, die Verfassungs mäßigkeit der behufs Beschlagnahme seines Ver⸗

mögens erlassenen königlichen Verordnung auf Grund des Artikels 63 der Verfassung anzuer⸗ kennen und den Gesetzentwurf anzunehmen. Eine Resolution auf Annullirung des mit dem König Beorg abgeschlossenen Vertrages wurde abgelehnt. Graf Bismarck ist am 2. Dez. Nachmittag um 3 Uhr hier angekommen und wurde im Bahnhofe von seinen Söhnen und dem Legations- rath v. Keudell empfangen.

Kassel. Seitens der Staatsregierung wird für den König das Patronatsrecht bei Besetzung der katholischen Pfarreien des vormaligen Kur- fürstenthums beansprucht. Bisher besetzte der ka- tholische Bischof zu Fulda alle Pfarreien ohne Ausnahme und der König, vordem der Kurfürst, genehmigte lediglich diese Besetzungen. Wie der Bischof sich diesen Ansprüchen gegenüber verhalten wird, ist noch nicht bekannt.

Am 5. Dec steht vor hiesigem Appellations- gericht öffentlicher Verhandlungstermin in der Klagsache des Prinzen Wilhelm gegen seinen Vater, den Kurfürsten.

Lübeck. Der Senat verlieh Emanuel Geibel das Ehrenbürgerrecht.

Baden. Freiburg(Britisgau). In der Angelegenheit der Wiederbesetzung des erzbischöf.

wird, eine Wendung vollzogen, welche eine Ver ständigung mit der Regierung in sichere Aus- sicht stellt.

Oesterreich. Das ungarische Ministerium ist endlich auch mit dem Eingeständniß eines Deficits herausgerückt. Dasselbe soll über 8 Mill. betragen, würde sich aber noch um einige Millionen erhöhen, wenn der Plan, die ungarische Landwehr (Honved) sogleich in größerem Maßstabe, als das Wehrgesetz annimmt, aufzustellen und aus- zurüsten, verwirklicht würde.

Wien. Minister Dr. Berger hat sich ver- mittelst einer Note in den officiösen Blättern gegen die Folgerungen zu vertheidigen gesucht, die man aus seiner Rede im Herrenhause über den Unter- schied des Prügelns und Krummschließens als militärgerichtlicher Strafe oder als Disciplinar- mittels gezogen hat. Die allgemeine Entrüstung, welche durch die Vermuthung hervorgerufen wurde, daß auch in Zukunft die k. k. Armee unter dem Stock stehen solle, hat jedoch das Ministerium Giskra zu der Erklärung btwogen, es verbürge sich dafür, daß mit der Publication des Wehr gesetzts die Stockprügel nicht nur als Strafe in Folge militärgerichtlichen Urtheils, sondern auch als Zwangsmittel der Disciplin definitiv abge⸗ schafft sein werden.

Pest. Die österreichische Delegation nahm das Budget des Kriegsministeriums größtentheils nach den Anträgen des Budgetausschusses an. Fürst Czartoryski sprach Namens der polnischen Landsleute für die Bewilligung der Regierungs- vorlage, indem er die Nothwendigkeit der Schlag- fertigkeit des Heeres bei etwaigen europäischen Verwickelungen betonte.

Das berühmte 1250 von einem Hirten Wielicz entdeckte Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau scheint durch Wasserstürze zerstört werden zu sollen. Bis jetzt ist es wenigstens noch nicht gelungen, das seit einigen Tagen mit steigender Gewalt empordringende Wasser zu bewältigen. Den österreichischen Finanzen würde dadurch ein Ausfall von 6 Millionen erwachsen und Tausen⸗ den eine unersetzliche Arbeitsquelle enzogen werden.

Frankreich. Paris. Die demokratischen Blätter warnen ihre Partei vor Ungesetzlichkeiten für den 2. und 3. Dezember. Man würde da⸗ durch nur willkommenen Anlaß zum Einschreiten geben.Möge die Demokratie friedlich und gesetzlich ihre Eroberungen verfolgen. Ihr Triumph ist unausbleiblich sagt derSiecle.

Der Berichterstatter desGaulois in Madrid ist von General Prim ermächtigt, auf das Entschiedenste in Abrede zu stellen, daß er, der General, irgendwelche Verbindung mit irgend welchem Mitgliede der Familie Bourbon unter- halte; die Unterstellung vollends, daß er auf einen Staatsstreich sinne, weist Prim mit tiefster Ent- rüstung zurück: nicht um zu unterdrücken, sondern um zu befreien, sei er zur Macht gelangt.

Die Regicrung hatte für den 2. Dezbr. außerordentliche Naßnahmen getroffen, um etwaige Demonstrationsversuche zu verhindern. Es scheint jedoch zu solchen nicht gekommen zu sein.

Die Königin von Mohely, die in diesem Sommer so viel Aufsehen in Paris machte, hat sich, den neuesten Nachrichten zufolge, nach einem

lichen Stuhles hat sich, wie als verbürgt gemeldet

mehrwöchentlichen Aufenthalt in Cairo, wo der

Vicekönig von Aegypten ihr einen Palast zur Verfügung gestellt hatte, in Suez eingeschifft, um sich in ihre madagaskarischen Staaten zurückzu- begeben. Die Madagassen sollen schon seit August Vorbereitungen zu ihrem Empfang machen.

Die Adventpredigten haben ihren Anfang genommen und versammelt namentlich der Pater Hyacinth in der Metropolitankirche ein ungemein zahlreiches Publikum.

Vom 15. Dezember ab erscheint hier eine neue Turner-Zeitung unter dem Titel:Moniteur de la gymnastique. Dem Vernehmen nach wird der bekannte Gymnastiker Eugene Paz das neue Blatt redigiren.

Belgien. Brüssel. Die Aerzte berath- schlagen über die Möglichkeit einer Ueberführung des kranken Kronprinzen in ein warmes Klima.

Schweden. Die in Stockholm statt⸗ gehabten Ruhestörungen, welche ein militärisches Einschreiten zur Folge hatten, entbehrten jedes politischen und socialen Hintergrunds. Es waren wegen der bevorstehenden Enthüllung der Statue Karl's XII. neben der Statue Tribünen und re servitte Plätze errichtet worden. Der Pöbel war darüber aufgebracht und versuchte in der Nacht dieselben niederzureißen. Der Tumult nahm all- mählich eine solche Aus dehnung an, daß das Einschreiten der Militärgewalt nöthig ward.

Großbritannien. London. Disraeli veröffentlicht ein Circular an die Conservativen beider Häuser, worin er erklärt, daß die Minister ihrer Ehre und Politik schuldig seien, nicht einen einzigen Tag länger als nöthig im Amte zu ver- bleiben, da dieselben nicht über das Vertrauen des neuen Hauses verfügen könnten. Die Minister seien jedoch überzeugt, daß die Politik Gladstone's betreffs der Kirche im Principe unrecht und wahr- scheinlich undurchführbar sei, und auch im ent- 1 Falle von verderblicher Wirkung sein müßte

DerDaily Telegraph meldet, Gladstone sei bereits zur Königin befohlen; die Demission des Cabinets Disraeli sei definitiv angenommen.

Spanien. Madrid. Ein Circular des Ministers Sagasta beschuldigt die Reaction, die vorhandenen revolutionären Tendenzen zu über⸗ treiben, um die liberalen Ideen zu discreditiren, und ermahnt die Gouverneure in den Provinzen, die Ordnung überall und um jeden Preis aufrecht zu erhalten.

Italien. Florenz. Wie versichert wird, hat das Ministerium des Aeußern eine Note an die Regierungen von Frankreich, England, Preußen und Oesterreich gerichtet, um zu erklären, daß die am 25. November angenommene Tagesordnung die Bedeutung habe, gegen die provocirende Politik der päpstlichen Regierung zu protestiren.

Die Deputirtenkammer genehmigte mit 184 gegen 42 Stimmen den Gesetzentwurf, durch welchen allen Italienern derjenigen Provinzen, welche noch nicht Bestandtheile des Königreichs Italien bilden, die in letzterem geltenden bürger lichen und staatsbürgerlichen Rechte gewährt werden.

Madame Rossini hat eingewilligt, daß der Leichnam ihres Mannes nach Italien über führt werde.

Rom. Gaetano und drei Genossen, welche

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