Ausgabe 
5.11.1868
 
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Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag

Atiedberger Intelligenzblatt.

Enthält die auntlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Auf denAnzeiger kann man für die Monate November und December abonniren.

Amtlicher Theil.

Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte ist zu publiziren:

Nr. 57. sub 1. Gesetz, den Verkehr mit Petroleum und anderen leicht entzündlichen Mineralölen betr. sub 2. Verordnung, den Verkehr mit Petroleum und anderen leicht entzündlichen Mineralölen betr. sub 3. Bekanntmachung, den zwischen dem deutschen Zoll- und Handelsverein und Spanien abgeschlossenen Handers⸗ und Schifffahrtsvertrag betr.

Friedberg den 2. November 1868.

Großherzogliches Kreisamt Friedberg Ta N

Betreffend: Die Gesetzgebung der nordamerlkanischen Slaaten über die Erbberechtigung der Ausländer. Friedberg am 29. Oktober 1868.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kresses.

Das nachstehend abgedruckte Ausschreiben Großherzoglichen Ministeriums des Innern wollen Sie in geeigneter Weise zur Kenntniß

derjenigen Ihrer Gemeindeangehörigen bringen, welche bei Aenderung der Gesetzgebung des Staates Jowa interessirt sein könnten. a Das Großherzogliche Ministerium des Innern an die Großherzoglichen Kreisämter.

Mit Bezug auf unser Aus schreiben vom 24. Mai 1859, Nr. 13. des Amtsblatts, benachrichtigen wir Sie, daß die Legislatur des Staates Jo wa am 8. April l. J. ein Gesetz angenommen hat, durch welches alle bisherigen Uaterschiede zwischen Fremden und Einheimischen in Bezug auf den Erwerb, den Besitz und die Uebertragung von Grundeigenthum, aufgehoben worden sind.

Da durch dieses Gesetz die Schwierigkeiten, welche sich bei Geltendmachung der Ansprüche außerhalb der Vereinigten Staaten wohnhafter Erben auf das zu Verlassenschaften gehörige Grundeigenthum früher eutgegenstellten, nunmehr als beseitigt anzusehen sind, so dürfte die Kenntniß hiervon für solche Angehörige des Großherzogthums, denen Erbschaften im Staate Jowa anfallen, von Interesse sein, weßhalb wir Ihnen empfehlen, die Angehörigen Ihrer resp. Kreise auf den Inhalt der gegenwärtigen Mittheilung in den Anzeigeblättern aufmerk⸗

sam zu machen.

Darmstadt am 21. September 1868. v.

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Zimmermann.

Hessen. Darmstadt. Dem Vernehmen nach werden die Stände des Großherzogthums bebufs Schließung des dermaligen und alsbaldiger Eröffnung des neuen Landtages gegen Ende d. M. zusammenberufen werden.

Ministerialsekretär 1. Klasse bei dem Mini- sterium des Großherzoglichen Hauses und des Aeußeren Legationsrath Dr. Carl Neidhardt, ist zum vortragenden Rathe bei diesem Ministerium mit dem Titel und Rang eines Geheimen Lega tionsraths, sowie Ministerialsekretär 2. Klasse bei gedachtem Ministerium Carl von Werner zum Ministerialsekretär 1. Klasse ernannt. Die Stadt- gerichtsassessoren und Bezirksstrafrichter v. Herff in Darmstadt und v. Rotsmann in Gießen sind zu Justizräthen ernannt worden.

Vor einigen Tagen fand dahier die Eröff⸗ nung der schon seit mehreren Decennien projek⸗ tirten Verlängerung der Hügelstraße unter Beisein einer ungeheuren Menschenmenge und in Gegen- wart der gemeinräthlichen Kommission und des Stadtgerichts durch Besitzergreifung des Klotz'schen Gartens statt. Man bedurfte nämlich zur Eröff- nung dieser Straße wenige Klafter dieses Gartens, welche der Eigenthümer, ein in Groß-Gerau wohnender Geistlicher, um keinen Preis abgeben wollte und wohl nur deßhalb 100,000 fl. gefor- dert hatte. Eine Offerte von 8000 fl. wurde zurückgewiesen, die Verhandlungen zerschlugen sich, freiwillige Abtretung bis zu demnächstiger Expro⸗ priation wurde nicht zugestanden, und so erschien denn großh. Stadtgericht an betreffender Stelle, und zwar unter Begleitung von Gendarmerie und Arbeitsleuten; nachdem von den Experten eine vollständige Aufnahme erfolgt war, wurde auf Weisung des Gerichtes die den Durchgang ver hindernde Wand beseitigt. Tausende von Menschen hatten sich eingefunden und ein Musikcorps war eigens zu diesem Zwecke aufgestellt.

Bei dem im vorigen Monate dahier statt gehabten landwir!schaftlichen Feste hat sich der ansehnliche Ueberschuß von 4000 fl. ergeben, wo-

durch der landwirthschaftliche Verein in die Lage gekommen ist, den verschiedenen Instituten im Interesse der Landwirthschaft namhafte Beihülfe zu ge währen Trotzdem daß die Frist zur Erhebung der Gewinne bei der landwirthschaftlichen Aus- stellung in aller Kürze zu Ende geht, sind bis jetzt noch beiläufig 50 Gewinne nicht erhoben, unter welchen sich einige werthvolle Nr. 16,300 eine Feuerspritze, Nr. 22,850 eine Häckselmaschine, Nr. 15,986 eine große Terrine u. a. Gegen- stände befinden. Nach Ablauf der bestimmten Frist findet die Versteigerung der nicht in Empfang genommenen Gegenstände statt und fällt der Erlös dem landwirthschaftlichen Fonds anheim.

1 Friedberg. In richtigem Verständniß dessen, was zur Beförderung von Handel und Verkehr, zur Hebung des allgemeinen Wohlstandes wirksam beiträgt, ist man überall emsig bestrebt, das Eisenbahnnetz, das D utschlands Gaue durch- zieht, immer mehr zu vervollständigen. So fanden dieser Tage Versammlungen in Wiesbaden und Frankfurt statt, die eine wegen des Bahnprojektes Mainz⸗Wiesbaden⸗ Betzdorf, die andere zur Be⸗ sprechung des Baues einer Main-Lahn⸗Sieg⸗Bahn. Letztere würde von der Taunusbahn bei Hatters- heim sich abzweigen, über die Höhe nach Jostein, Camberg und Limburg sich ziehen, um von da in der Richtung Altenkirchen Siegburg die Köln- Gießener Bahn zu erreichen. Diese Bestrebungen erinnern uns an ein die Bewohner der Wetterau angehendes Bahnprojekt, für welches, als für eine höchstwichtige Sache, unablässig agitirt werden sollte. Die Vahn von hier nach Hanau ist so⸗ weit gesichert, neueren Nachrichten zufolge soll die Linie Friedberg-Homburg schon in Bälde in An- griff genommen werden; von nicht geringerer Be⸗ deutung aber ist die vielsach schon besprochene Verbindung der Gießen⸗Gelnhauser Bahn mit der Weserbahn durch einen Querstrang etwa von Nidda nach Friedberg. Diese Verbindung wird sich freilich alsbald nach Vollendung der Linie Gießen-Gelnhausen als unabweisbare Nothwen⸗

digkeit herausstellen und erscheint sonach nur als eine Zeitfrage; an den zunächst betheiligten Be⸗ zirken und Gemeinden liegt es aber, dieselben zum Wohle eines großen Theiles der Wetterau und des vorderen Vogelsberges zu einer Frage der nächsten Zeit zu machen.

Preußen. Berlin. Es sind wieder ein⸗ mal einige Gerüchte über Veränderungen im Ministerium im Umlaufe, die möglicherweise mit der weißen und schwarzen Seele zusammenhängen. Einmal heißt es, Graf Bismarck werde das aus- wärtige Portefeuille niederlegen und nur noch Bundeskanzler bleiben; dann heißt es wieder er stehe im Begriffe, ganz seine Demission einzureichen. Offiziöserseits spricht man von seiner Vertretung im Präsidium des Bundesraths durch den sächsischen Minister v. Friesen, falls Graf Bismarck bis dahin noch nicht in Berlin sein sollte.

Die neueste Nummer desKladderadatsch, welche, wie verlautet, wegen eines den Finanz- Minister darstellenden Bildes confiscirt worden war, wurde wieder freigegeben. DieZeidler⸗ sche Correspondenz meldet, daß die Eröffnung des Landtages durch den König in Person statt⸗ finden wird.

Ein Pester Blatt bringt folgende Notiz, die wie dieBank⸗Ztg. bemerkt, mehr pikant als wahrscheinlich ist:Bekanntlich hat das Consor tium Siemundt-Kirchmayer die Domäne Zbirov an Dr. Stroußberg mit einem Gewinne von 1½ͤ Millionen verkauft. Dieser auffällige Luxus des preußischen Käufers ist aber erklärlich, wenn man hört, daß Dr. Stroußberg die Domäne für den König Wilhelm von Preußen gekauft hat.

Wie dieN. Stettiner Ztg. hört, ist es bis jetzt allen Bemühungen der Aerzte nicht ge lungen, die Schlaflosigkeit, an welcher Graf Bis- marck noch fortdauernd leidet, zu beseitigen. Die Bewegungen des Reitens, Fahrens u. s. w., denen sich derselbe auf ärztlichen Rath unterzog, haben bis jetzt nicht vermocht, eine Abstimmung des Nervensystems hervorzurufen.