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N28.
nzeiger für Oberhessen.
Friedberger Intelligenzblatt.
Amtlicher Theil.
Betreffend: Die Anlage G e 0 ostücke in d lage von Gewannen und Gewannenwegen und Zusammenlegung der Grundstücke in der Friedberg den 29. Februar 1868.
Gemarkung Friedberg. rann n ih unn
Nachdem von Seiten des Gemeinderaths zu Friedberg der Antrag auf Fortsetzung der Zusammenlegung von Grundstücken, Anlage und Regulirung von Gewannen und Gewannenwegen in den noch übrigen Districten der Gemarkung Friedberg, also dem Reste der Flur VII., die ganzen Fluren VIII. bis XIV. einschließlich— 1903 Morgen und 136 Klafter enthaltend, mit einem Steuerkapital von 8479 fl. 22 ke.
E gestellt worden und hiernach eine Abstimmung der Betheiligten nach Maasgabe des Art. 1— 13 des Gesetzes vom 24. December 1857, die Zusammenlegung der Gründstücke, Theilbarkeit der Parzellen und Feldweg-Aulagen betreffend nöthig geworden ist, so wird dies hiermit unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die summarische Beschreibung der beabsichtigten Zusammenlegung, Regulirung der Ge— wannen⸗Wege ꝛc., Anlagen in den genannten Fluren mit Angabe der Besitzer der Gründstücke, wie auch ein vorläufiger Plan über die Regulirung des Großgalgenfeldes links der Chaussee, welches zu nach st bearbeitet werden soll(über jedes andere Feld wird vor der Ausführung der Anlagen ein gleicher Plan den Grundbesitzern zur Einsicht vorgelegt, sobald die Reihe daran kommt), vom 5. März l. J. an bis zum 4. April J. J. auf dem Nathhause dahier zur Einsicht der Interessenten offen liegen und werden dieselben zugleich zur Abstimmung in dem
Donnerstag den 5. März.
1 Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag. Donnerstag und Samstag. 1
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hierzu auf
Dienstag den 7. April l. J., von Vormittags 9—12 Uhr,
auf dem hiesigen Rathhause anberaumten Termin unter dem Bemerken
eingeladen, daß diejenigen Grundbesitzer, welche weder in Selbst—
person noch durch gehörig Bevollmächtigte abstimmen, als gegen die beabsichtigte Zusammenlegung, Regultrung von Gewannen und
Gewannwege⸗Anlagen stimmend angesehen werden müssen.
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Einladung.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg
Trapp.
Die Mitglieder der landwirthschaftlichen Section Friedberg und sonstige Freunde der Landwirthschaft werden auf a 5 Samstag den 7. März d. J., Mittags 1½ Uhr, zu einer landwirthschaftlichen Besprechung auf das Rathhaus zu Friedberg ergebenst eingeladen.
Gegenstände der Besprechung sind:
1) Ist die Düngung von wollenen Lumpen, Malzkeimen und Abfallen von Hasenpelzen in hiesiger Gegend im Gebrauch und bejahenden Falls, zu welcher Fruchtsorte und in welcher Weise geschieht die
Anwendung am vortheilhaftesten?
2 Woher kommt es, daß man den Anbau des Incarnat- und des schwedischen Klees nur so vereinzelt findet 3) Welches ist die beste Behandlungsweise der Saatkartoffeln, und
4) Wie ist die Aufzucht der Kälber zu betreiben, wenn sie in ihrem Wachsthume nicht gestört werden sollen?
Hert Dr. Henkelmann wird anknüpfend an Frage 3 Mit⸗ theilungen über den Kartoffelbau machen und Herr Eduard Bier au einen landwirthschaftlichen Vortrag halten.
Nieder⸗Woöllstadt den 3. März 1868.
sind zur Saat ganze Kartoffeln oder geschnittene Theile von den S1 0 11 dicksten Kartoffeln zu verwenden 7 Hessen. Darmstadt. Durch Rescript führung nach Partenstein oder Gemünden durch- und weitergehenden Verkehre förderlich
vom 15. 9. M. hat Gr Ministerium der Justiz, im Einvernehmen mit Gr. Ministerium des Innern, die Gerichte angewiesen, zukünftig in allen Fällen von Brandausbrüchen an Gebäuden sofort ein- luschreiten und die nöthige Untersuchung einzuleiten, insbesondere für Aufnahme des objektiven That- pestandes zu sorgen. Fragliche Einrichtung hatte auch in früherer Zeit bestanden und wurde deren Wiedereinführung von der großen Mehrzahl der Gerichte aus dem Grunde befürwortet, weil die pätere Einleitung einer gerichtlichen Untersuchung erfahrungsgemäß häufig keinen Erfolg mehr hatte. R. Friedberg. Die oberhessische Eisen⸗ dahnfrage ist gegenwärtig der Gegenstand leb dafter Besprechung, sowohl in der Presse als in gesellschaftlichen Kreisen und sind es insbesondere die verschiedenen Meinungen über Zweckmäßigkeit und Rentabilität der in Frage kommenden Linien, welche neben den Erörterungen über den abge- schlossenen Staatsvertrag wegen der projektirten Bahnbauten zum Ausdruck gelangen. Hierher gehört auch die Befürchtung, daß die gleichzeitig u Aussicht genommene Linie Friedberg⸗Hanau der projektirten Wetterauer Bahn(Gießen Helnhausen) nachtheilig sei, und nach dem Wir erstreben, welches der Bau dieser Strecke vis jetzt schon gefunden hat, scheint selbst in maß- zebenden Kreisen eine gewisse Abneigung vor- juherrschen. Und doch möchten derlei Befürchtungen sicher- lch sehr irrige sein, denn— die Wetterauer Bahn, wenn die bei ihrer Projektirung voraus-
1 sesetzte und gewiß auch nicht ausbleibende Weiter
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Bewohnern von Nutzen sein. ständigung unseres Bahnnetzes und insbesondere
zum Anschluß an die bayerischen Bahnen statt— findet, wird bestehen und rentiren, auch wenn eine Verbindung von Friedberg nach Hanau ihr Concurrenz macht; so lange ihr diese Wetter- führung aber fehlt, wird sie voraussichtlich auf den lokalen Verkehr beschränkt bleiben, und darin kann eine Friedberg Hanauer Bahn ihr keine Concurrenz bereiten. Streben wir darum, nicht eine Linie durch die andere auszuschließen, sondern vielmehr darnach, daß beide gebaut werden, denn beide werden unserer Provinz und ihren Und zur Vervoll⸗
zur Erhöhung des Werthes der profektirten Wetterauer Bahn erstrebe man eine weitere Ver—
bindung derselben mit der Haupt-Verkehrs Ader
unserer Provinz— mit der Main- Weser Bahn — durch Erbauung einer Zweigbahn von Fried- berg nach Nidda u. weiter nach Schotten. Eine solche Zweigbahn würde zweifelsohne für sich allein, nur durch ihren Anschluß an die Main-
sein, und selbst die vielfach bekämpfte Linie Fried⸗ berg Hanau wird in dieser Beziehung ihre Be⸗ rechtigung bebaupten und zur Geltung gelangen; sie wird, was nicht ausbleiben kann, nach Ueber- brückung des Mains bei Hanau und der Ver- bindung Hanaus mit Offenbach, für jenen ganzen Landestheil längs des Maines hinauf dis zur Tauber den kürzesten Weg für die Steinkohle von der Ruhr vermitteln und— die Steinkohle ist ein Pionier, der sich den Weg nicht versperren läßt, im Gegentheil— ohne dieselbe hätten wir keine Eisenbahnen!
* Friedberg. Auf das von Gießen ausgehende, in fast allen Tagesblättern unseres Landes erschienene Inserat, das den mit dem Hause von Erlanger abgeschlossenen Staats- vertrag wegen der projektirten Bahnbauten be- kämpft und die Losung Selbstbau ausgibt, er- widert Gemeinderath Ferder in Gießen durch den dortigen Anzeiger in folgender Weise:
„Wenn man, ohne Sachkenner zu sein, das
Weser⸗Bahn, in Bezug auf den lokalen Verkehr Gießener Inserat unter Aufschrift: Oberhessische
gewiß eben so viel, und für das Land im Ganzen sicherlich nicht weniger Werth haben, als die zu Gunsten der Residenz mit Staatsgarantie projektirte sogenannte Odenwold—
Eisenbahnen— An die Landesvertreter— liest, so sollte man denken, nur allein der Fabrikant desselben sei erleuchtet und er sei ein besserer Finanzmann als die, welche Seitens unserer
bahn und hätte gleich dieser, den Vorzug, daß Staatsregierung den Vertrag über die Erbauung sie nur den lokalen Interessen dienend, den Ver- der Oberhessischen Eisenbahnen mit dem Hause kehr nicht ins Ausland leiten würde.. Erlanger und Söhne abgeschlossen haben.
Diesen Vorzug, der auch der in Starkenburg Geht man aber, wenn auch nur wenig unter- projcttirten Riedbahn zu Gute kommt, kann man richtet, in die Sache selbst ein, so kann man in unsern oberhessischen Eisenbahnprojekten freilichfder That nicht begreisen, welche Motive der ein- nicht nachrühmen; dagegen werden sie alle dem seitigen Voreingenommenhelt und auf—


