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nicht eingegangen, ja man scheint sogar gesonnen, die Schließung herbeizuführen und den Betriebs- fond unter die Actionäre zu vertheilen.
Wiesbaden. Die von Geheimrath Wohlers der Spielbank gemachte Proposition ist bis jetzt nicht angenommen worden. Verbleibt es bei dieser Sachlage, so wird am 15. Mai l. J. die Spielbank geschlossen werden und die Gesellschaft tritt in Liquidation. Es wird dann der Betriebs- fonds und der Erlös der Mobilien unter die Aktionäre vertheilt werden und damit sind deren Ansprüche erledigt.
Homburg. Geheimrath Wohlers ist auch dahier angekommen und hat mit den Direktoren der Bank bereits eine Unterredung gehabt. Wie verlautet, sind die Bedingungen dieselben, wie solche der Wiesbadener Gesellschaft gestellt wurden, doch will die Regierung verzichten auf den An— theil von 40 Prozent des Reingewinns, sobald die Gesellschaft sich verpflichtet, die 800,000 Thlr. für einen Kurfond aufzubringen.
Bayern. München. Der König hat den bisherigen Regierungs⸗Director Unterfrankens von Hoermann zum Staatsrath im ordentlichen Dienst und Minister des Innern ernannt.
Oesterreich. Wien. Im Abgeordneten⸗ hause verlangten bei der Debatte über die Or⸗ ganisation der politischen Verwaltungsbehörden die Polen ein eigenes polnisches Ministerium. Der Minister Giskra erklärte diese Forderung als unvereinbar mit den Staatsgrundgesetzen.
— Abgeordnetenhaus. Die vom Herrenhaus am Schulgesetz beschlossenen Aenderungen wurden, sowie das Schulgesetz selbst in dritter Lesung in der Fassung des Herrenhauses angenommen.
Schweiz. In Genf ist ein bedenklicher Arbeiterkonflikt ausgebrochen. Zu wiederholten Malen stellten einzelne Gewerke und Fabriken die Arbeit ein, um die Arbeitgeber zur Annahme trotzig gestellter Forderungen zu zwingen. Die Versuche, eine Berständigung zwischen Meistern und Arbeitern herbeizuführen, haben nach Nach⸗ richten vom 31. v. Mts. keinen Erfolg gehabt. Uhrmacher, Bijouteriearbeiter und Spieldosen⸗ arbeiter haben die Arbeit eingestellt.
— Wie aus guter Quelle mitgetheilt wird, ist auf der Brennerbahn der Haupt⸗Tunnel sammt dem Berge, durch welchen er führt, seit einiger Zeit in einer beständigen Senkung begriffen, so daß die Sohle des Tunnels bereits 12 Fuß tiefer liegt als früher. Auf der Bahn sind tägliche Arbeiten nöthig, um sie im Betriebe zu halten.
Frankreich. Paris. Nach einer Depesche aus Grenoble wurde dort am Abend des 30. März die Ruhe durch eine Bande von 2—300 jungen Leuten gestört, welche unter Absingung der Marseillaise die Straßen durchzogen. Sie hielten vor der Präfektur, der Wohnung des Bischoss und dem Jesuiten⸗Collegium, zerstreuten sich aber dann, ohne Excesse zu begehen.
Großbritannien. London. Der be⸗ kanntlich in Paris lebende alte Herzog Karl von Braunschweig hat unlängst einen Protest erlassen, dafür aber, wie es scheint, keinen andern Weg der Verbreitung gefunden, als den Inseratentheil der„Times“. Dieses interessante Aktenstück lautet: Wir Karl, von Gottes Gnaden Herzog von Braunschweig, Lüneburg ꝛc., erklären hiermit, daß ein Decret des ehemaligen deutschen Bundestages Uns mit Gewalt und ohne irgend welche gesetz⸗ liche Berechtigung Unserer erblichen Besitzungen und Unseres Privatvermögens beraubt hat, unter
dem Vorwande, daß Wir in Frankreich Truppen anwerben ließen, um wieder Besitz zu ergreifen von Unserem besagten Herzogthume(obwohl Wir niemals abgedankt, noch auch abzudanken die Ab⸗ sicht hatten), wie von Unserem Privatvermögen. Preußen hat jetzt den deutschen Bund durch die⸗ selben Mittel, welche der Bund gegen Uns ange⸗ wandt hat, nämlich durch Gewalt, aufgelöst und gestürzt. Preußen hat sich desgleichen des König⸗ reichs Hannover bemächtigt, welches einen Theil Unserer erblichen Besitzungen bildet. Wir haben noch nicht protestirt. Der deutsche Bund hatte Uns dem Könige von Hannover überantwortet, indem er ihn zum Vormunde über Unsere Rechte und Unser Privatvermögen ernannte. Der König von Hannover thut jetzt genau dasselbe, wofür er vor den französischen Gerichten vergebens ver sucht hatte Uns incompetent erklären zu lassen, d. h. er hat Truppen geworben, um Hannover wieder zu erobern. Der König von Hannover befindet sich im Besitze Unseres in Deutschland befindlichen Privatvermögens, von dem er seit 40 Jahren nicht einmal die Interessen bezahlt hat. Deshalb erneuern Wir hiermit Unsere früheren Proteste gegen diese bedauernswerthe und unge— rechte Sachlage, wie Wir auch früher nie unter⸗ lassen haben, dagegen beim deutschen Bunde, wie bei allen europäischen Großmächten zu protestiren, und Wir behalten Uns besonders Unsere Rechte als Haupt des königlichen Hauses der Welfen auf alle Unsere souveränen Besitzungen, sowie auf Unser in Deutschland befindliches Privatvermögen vor, deren Wir durch Gewalt, aber nicht auf gesetzlichem Wege beraubt worden sind. Zu Ur- kund dessen haben Wir gegenwärtigen Protest eigenhändig unterzeichnet und mit dem großen Staatssiegel untersiegelt. Zu Paris am 18. März im Jahre des Herrn 1868 und im 53. Jahre Unserer Regierung. Gez. Karl Dux.
Frankfurt. Der zweite Pferdemarkttag zog erheblich viel Käufer aus der Umgegend zur Stadt und wurden viel Geschäfte in Arbeitspferden gemacht. Auch in feineren Pferden ging das Geschäft gut; dasselbe würde sich gewiß noch besser gestaltel haben, wenn das Vertrauen zum Bestand der Dinge wiebergekehrt sein würde. Die Umsätze sind trotzdem ziemlich erheblich zu nennen und war am zweiten Tage die Nachfrage nach Wagenpferden stärker als am ersten. Die Preise für Arbeitspferde sind diesmal nicht hoch zu nennen, während jedoch für feinere Pferde ziemlich hohe Preise gefordert wurden.
Frankfurt. Der Gewinner des ersten Preises bei der Pferdemarkt-Verloosung hat zu seinem Glück auch Pech gehabt. Derselbe hat sich nämlich nach der Gewinn- ziehung dem Comité mit trübem Gesicht vorgestellt und erklärt, daß er zwar das betreffende Loos gekauft, solches jedoch einem Mädchen auf der Altengasse geschenkt habe. Der Vater des Gewinners, welcher bei der Verloosung anwesend und sich wie ein anderer Pferde-Gewinner dem Publikum zeigen mußte, fiel wie aus den Wolken, als er dies vernahm.
Worms. Hauptmann Beck hat, wie die W. Z. mit⸗ theilt, zur Dekoration des Fesiplatzes und zur Herstellung einer Festhalle für die Feier der Enthüllung des Luther⸗ Denkmals einen Plan entworfen, der durch Schönheit und Großartigkeit aufs Angenehmste überrascht.— Der hiesige Gemeinderath hat zu den Kosten der Einweihung des Lutherdenkmals einen Beitrag von 4000 fl. aus städtischen Mitteln verwilligt. Nach dem Ueberschlag sachkundiger Personen dürften die gesammten Kosten der Feier leicht das fünffache betragen.
Aus New⸗ Vork wird unter dem 3. März ge⸗ schrieben, daß der Winter dort noch mit nie gekannter Ausdauer berrschte, immer neue Schneemassen und darauf folgende empfindliche Kälte mit sich bringend. Am 1. und 2. März wüthete in New⸗York und außerdem weit und breit im Osten und Norden ein Schneesturm, der vorübergehend allen Verkehr zum Stocken brachte. In den Straßen von New⸗Pork zogen sich andern Tags lange Schnecwälle zur Seite der Fahrbahnen hin.
„„ Das deutsche Hospital in London. Das
deutsche Hospital, welches sich den Ruf bewahrt, eines ber besteingerichteten Englands zu sein, feierte bieser Tage seln 23 jähriges Bestehen, wie üblich, durch ein großes Bankett, zu dem sich 170 Gäste, in überwiegender Anzahl Deutsche, eingefunden hatten. Den Schwerpunkt besselben bildete dessen rein geschäftlicher Theil, sozusagen die Budgetvorlage, welcher Aufgabe sich der Vorsitzende, Herzog von Cambridge, mit gutem Tacte entledigte. Leider theilt die vortreffliche Anstalt das Schicksal vieler großen Staaten, sie hat näm⸗ lich im letzten Jahre mehr ausgegeben als eingenommen, ist mit einem Deficit von 600 Pfund Sterling und mit einer Schuldenlast von über 2000 Pfund Sterling be⸗ haftet und besitzt nicht, wie andere Wohlthätigkeits-Institute, einen festen Fond, von bessen Zinsen sie das Erforderliche bestreiten könnte. Nach wie vor bleibt das Londoner deuische Hospital auf gelegentliche milde Beiträge angewiesen. Im Laufe des Abends wurden nicht weniger als 3700 Pfd. Sterl. theils gezeichnet, theils angemeldet, darunter 300 Pfd. Sterl. vom Kaiser von Oesterresch, dem unzählige Hurrahs gebracht wurden. Der König von Preußen steuert jährlich 200 Pfund Sterling, die Königin von England 100 Pfb. Sterling bei, und es wäre von ganzem Herzen zu wünschen, daß durch allgemeine warme Betheiligung das Fortbestehen dieser Anstalt gesichert werde, die Tausenden von kranken Landsleuten in jedem Jahre Obdach und Hülse gewährt und in jeder Beziehung als Muster genannt zu werden verdient.(Seit ihrer Gründung sind in ihr nicht weniger denn 16 152 Kranke verpflegt und 203 119 mit ärztlichem Rathe und Arzneien unterstützt worden.)
Schiffs nachrichten. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.
Das Bremer Postdampfschiff„Union“ Capt. Santen, wesches am 14. März von Bremen abging, ist nach einer ausgezeichnet schnellen glücklichen Reise von 10 Tagen wohlbehalten in New-York angekommen.
Das Hamburger Postdampfschiff„Cimbria“ Capitän Haack, welches am 18. März von Hamburg via Sout⸗ hampton abging, ist nach einer ausgezeichnet schnellen glücklichen Reise von 10 Tagen 8 Stunden wohlbehalten in New⸗York angekommen.
Verloosungen.
Karlsruhe, 31. März. Bei der heute stattgehabten Prämienverloosung der badischen fl. 35 Loose fielen auf folgende Loose die beigesetzten Gewinne: Nr. 42,457 fl. 40,000; Nr. 41,127 fl. 10,000; Nr. 147,996 fl. 4000; Nr. 309,896, 27,534, 379,530, 95,424 und 324,747 je à fl. 2000; Nr. 104,091, 180,092, 349,038, 6240, 76,400, 114,751, 22,287, 155,805, 104,058, 324,744, 144,575 und 19,751 je à fl. 1000. Die Heimzahlung erfolgt planmäßig am 1. October a. o.
Wien, 1. April. Bei der heute stattgehabten Aus⸗ loosung der fl 100 Creditloose von 1858 wurden folgende 17 Serien à 100 Stück Loose gezogen: Serie 724, 1044, 1213, 1305, 1716, 1729, 2008, 2434, 2782, 2942, 3213, 3276, 3381, 3472, 3602, 3876 und 4185 und fielen bei der sogleich forigesetzten Prämienziehung auf folgende Loose die beigesetzten hohen Gewinne: Serie 2782 Nr. 80 200 000 fl., Serie 3381 Nr. 20 40 000 fl., Serie 3213 Nr. 45 20 000 fl. Die Heimzahlung erfolgt planmüßig am 1. October d. J.
Zur Nachricht und Warnung.
2913 So sehr die Concurrenz im Sinne des Wortes dem Consumenten zu Gute kommt, ebenso verabscheuens⸗ werth ist dieselbe, wenn sie durch Nachahmung den Käufer zu täuschen sucht.— Ungeachtet allen gesetzlichen Schutzes werden die Stollwerck schen Brust⸗Bonbons in ihrer äußern Verpackung vielseitig auf das täuschendste nach⸗ geahmt, ja sogar die Firma des Fabrikanten hierzu miß⸗ braucht! Bei dem industriellen Wettkampfe aller Länder in Paris, wo alle nur denkbaren Hausmittel als: Brust⸗ syrups, Pastillen, Pectorinen, Pasten, Elixire, Extracte ꝛc. 2c. vertreten waren, wurde seitens der internationalen Jury nur den Stollwerck schen Brust⸗Bonbons die Preis⸗ Medaille zuerkannt, ein Beweis, daß die Composition des Königl. Geb. Hofraths und Universitäts e Professors Dr. Har leß noch von keiner Seite erreicht ist!
Möge daher der Leibende sich beim Kaufe von der Richtigkeit der Packung, der vollständigen Firma und dem Vorhandensein des Hof⸗Lieferanten⸗Siegels des Fabrikanten überzeugen.
798 Nach mißlungenem Güteversuche ist über das Vermögen des Ackermanus Philtpp Gruner von Niederissigheim der förmliche Concurs erkannt worden. Es werden deshalb sämmtliche Gläubiger des Ge⸗ nannten aufgefordert, ihre Ansprüche den 5. Mai d. J., Vormittags 9 Uhr, bei unteczeichneter Gerichtsstelle, Schloßsftraße Nr. 26,
mit dem erforderlichen Beweis versehen, anzumelden
und zu begründen. Die Aus bleibe aden werven von der Masse ausgeschlossen und mangelhafte Anmeldungen zurückgewiesen.
Das Präcluflo⸗Decret wird nur durch Anschlag im Gerichtslocal publicirt. 5
Hanau am 27. März 1868.
Königliches Antsgericht Abtheilung II. Ko st er. vdt. Franckenberg.
Schaafpferch-Versteigerung. 807 Montag den 6. April d. J., Vormittags 11 Uhr, werden in hiesigem Rathhause 5 bis 10 Schaaspferche öffentlich meistbietend veisteigert Friedbera den 3. April 1868.
Großherzogliche Bürgermetsterei Friedberg Fouc ar.
Das Neneste in
Halsbinden
742 und Shlips ꝛc. in schöner Auswahl, sowie Fontards,
seivene Umknüpftücher und schwarze seldene Halslücher bei K. Friedrich neven der Poft.
Bindernagel& Schimpff in Friedberg empfehlen als vorzüglich:
Schwarze Kaiser-Tinte
J. Scholz in Mainz.
Diese, aus Pflanzenstoffen bereitete Tinte ist frei von Säure, fließt sebr gut aus der Feder, die sir nie⸗
mals angreift, schreibt sich dunkelviolet, wird aber nach kurzer Zelt für immer tief schwarz.
Die Copirtinte ist unübertroffen, Abzüge davon lassen sich noch nach 8 Tagen nehmen. a eee
Das Fläschchen 8 und 14 kr.
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