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— Die„Presse“ theilt mit, daß der Cultus- nuister dem Reichs rath ein interconfessionelles Gesetz, doit ein Gesetz über die Volksschulen vorlegen werde.
— Der„Karlsr. Ztg.“ wird geschrieben: Die blerreichische Regierung hat, den Wünschen der postlichen Kurie entsprechend, jetzt die Punkte semulirt, in welchen sie eine Reviston des Con- tt dats in Anspruch nehmen müsse und in An- syuch nehme. Der Inhalt des bezüglichen Akten- sius schließt sich, wie verlautet, eng an die A schauungen an, welchen das Abgeordnetenhaus de Reicheraths in der letzten Session wiederholt ehen bestimmten Ausdruck gegeben. An einen Efolg der Verhandlungen scheint die Regierung seost nicht zu glauben. Sie will aber gleichwohl di Beruhigung haben, daß sie Nichts unversucht gassen, eine Vereinbarung zu Stande zu bringen, un eventuell mit um so größerem Nachdruck ein; srrig vorgehen zu können.
Frankreich. Paris. In Folge der Lrurtheilung mehrerer Zeitungs-Redactlonen gen der über die Sitzungen des gesetzgebenden
Grpers erstatteten Berichte haben die Redacteure dr unabhängigen Blätter mit Stimmeneinhelligkeit im Beschluß gefaßt, von nun an bis auf Weiteres joer Besprechung der Debatten des gesetzgebenden Grpers zu entsagen. Weiter soll eine neue Zu- smmenkunft derselben Journalisten mit den Mit- tiedern von der Kammer- Opposition stattfinden, in über die Art und Weise zu berathen, in nlcher bei der Diskussion des Preßgesetzes die ist angewendeten Bestimmungen über die Bericht— cdattung der Sitzungen des gesetzgebenden Körpers me praktische Aenderung erfahren könnten.
— Bei der Debatte über das Preßgesetz im gsetzgebenden Körper sagte Thiere: Die Preß- niheit sei unter den am meisten nothwendigen treiheiten die unentbehrlichste, obne welche keine ute Regierung bestehen könne Die Freiheit der wesse sei gewissermaßen die Freiheit der Gedanken, talche ein unveräußerliches Recht der Menschen 5. Die Presse sei für die Gedanken ein mäch- iges und furchtbares Instrument, man müsse sie nher auch reguliren, denn es gäbe gewisse Gegen⸗ fände, deren Besprechung in der Presse unzulässig , wie z. B. die Grundlagen des Bestehens der nenschlichen Gesellschaft, das Privatleben der ndividuen und in constitutionellen Staaten der urch die Verantwortlichkeit des Ministeriums fedeckte Souverain. Außerhalb dieser Grenzen nüsse aber Alles, die Hanvlungen der Behörden mmentlich, ebenso die sie repräsentirenden Per- bnen, der Besprechung Seitens der Presse unter- jigen werden dürfen. Der Redner bezeichnet es is unmöglich, genau festzustellen, was eigentlich an Preßvergehen sei. Trotz der im vorliegenden Besetzentwurf enthaltenen Verbesserungen lege der- übe der Regierung eine zu große Gewalt in die bände, man müsse die Freiheit der Presst gegen liese sicher stellen und die günstige Gelegenheit ierzu nicht entgehen lassen.— Jules Favre er · närte sich bei Fortsetzung der Diskussion über us Preßgesetz vom 31. v. M. für den Entwurf, As den Widerruf der Herrschaft des Truckes, welche die Wohlfahrt des Staates in Gefahr sebracht und Frankreich im Jahre 1866 die Rolle iner Macht dritten Ranges spielen ließ. Granler e Cassagnac bekämpft den Entwurf als gefahr⸗ mingend für die Regierung, wie für die Presse selbst.
Großbritannien. London. Ein englisches Zlatt sagt aus Anlaß der Accreditirung des Srafen Berustorff als Vertreter des norddeutschen Zundes, daß die Consolidirung Deutschlands die Pefahr einer Friedensstörung vermindere und das scherste Hinderniß für die Vergrößerungspläne anderer Mächte sei, denn Deutschland denke nicht varan, seine Gränzen zu erweitern.
Italien. Eine römische Correspondenz des gournal des Debats berichtet, daß mehrere Re- zimenter der in Civita⸗Vecchia concentrirten fran- zösischen Truppen in kleineren Abtheilungen nach verschiedenen Lekalitäten der nördlichen päpstlichen Staaten verlegt worden. Angeblich ist dies nur uus Gesundheitsrücksichten geschehen. Die Truppen vollen, derselben Correspondenz zufolge, sehr un⸗
F. Friedberg. Cs gibt wohl weit und breit im Lande keinen Weg, der bei nasser Witterung, wie ber gegenwärtigen, so schwierig und schmierig zu palsiren ist, als der von dem früheren Nauheimer Chaussechause durch die Hohle nach Schwalheim führende, und der zugleich so vlel und so oft begangen wird, als gerade der genannte. Die Bewohner Schwalheim's sind darauf bin jewiesen, man kann sagen ihre fämmtlichen Bedürfnisse in unserer Stadt zu holen, anderseits ist einer ächten und rechten Friedberger Kehle bekanntlich eine angeborene Süßwasser⸗ scheu eigen, und es kann und darf deßhalb bei sehr vielen Familien das Sauerwasser nicht über Nacht im Hause sehlen. Dadurch gestaltet sich denn der tagtägliche Verkehr zwischen Friedberg und Schwalhelm, selbst bei der un günstigsten Witterung, zu einem lebhafteren als mit irgend einem andern Orte der Nachbarschaf!;— trotzdem aber be⸗ findet sich der fragliche Weg in einem unbeschreiblich schlechten, beispiellos schmutzigen Zustande. Einsender di'ses, den sein Beruf diesen schlüpfrigsten Pfad der Wel⸗ terau öfters zu wandeln zwingt, kann deßhalb nicht unter- lassen, die einschlägigen Staats und Gemeindebehörden gerade auf die augenblickliche Beschaffenheit desselben auf⸗ merksam zu machen. Der größte Theil der Fuß jänger zieht es gegenwärtig vor, auf einem großen Umwege nach Friedberg zu gelangen, indem er den nach Nauheim, also nach entgegengesetzter Richtung führenden Weg, welcher erst in der Nähe der Gradirbäue in die Staatostraße mündet, benutzt und dann auf dieser zurück nach Fried⸗ berg wandert, was ungefähr zweimal so weit sein wird als der Weg durch die Hoble. Es dürfte aber gewiß im größten Interesse der Gemeinde Schwalheim liegen, durch einen zu jeder Jahreszeit gangbaren Weg in kürzester Strecke mit Friedberg verbunden zu sein. Wir machen nur auf außergewöhnliche Ereignisse aufmerksam, wie Feuerausbruch oder andere Unglücksfälle, dann plötzliche Eckrankungen u. dgl., wo schnellste Hülfe gefordert wird und von entscheidender Bedeutung sein kann. Die Ge— meinde Schwalheim soll, wie sich Einsender sagen ließ, in der Lage sein, die Mittel zur Herstellung und Erhaltung eines chaussirten Weges aufbringen zu können, und deßhald glaubte man, auf die dringende Nothwendigkeit der bal— digsten Anlage eines solchen öffentlich aufmerksam machen und den Gemeindevorstand von Schwalheim zu näherer Etwägung dieser Angelegenheit anregen zu müssen. Die an den Hohlweg grenzenden Grundbesitzer, denen alljähr⸗ lich in einer Breite von 6 bis 10 Fuß die Aussaat zer⸗ treten wird, würden die Anlage eines Weges ganz be⸗ sonders freudig begrüßen können, weßhalb wir auf deren kräftigste Unterstützung zur baldigen Aueführung der an⸗ gereglen Weganlage zählen zu dürsen glauben. Hoffen wir, daß diese Zeilen nicht ohne Ersolg bleiben werden. (Leider konnte dieser Artikel seines spaͤten Eintreffens wegen in voriger Nummer nicht mehr Platz finden. Die Red.)
Mainz. Wir haben bereits berichtet, daß der Dieb und Raubmörder Johann Grüll, Schlossergeselle aus Gernsheim, am 29. Januar vor den Schranken des Schwurgerichts sland und wollen heute noch eine nähere Mittheilung über die unter lebhafter Betheiligung des Publikums statigehabte Verhandlung geben. Die An⸗ klage lautete auf ausgezeichneten und noch auf einfachen Diebstahl von verschiedenen Gegenständen und baarem Gelde, namentlich eines Betrags von 1300 fl., sowie hauptsächlich auf Raubmord, verübt an dem 74jäyrigen Ackersmann Adam Holz I. in Eich, welcher von dem Angeklagten mit einer Doppelflinte in seinem Bett am 26. August v. J. erschlagen wurde. Der Ermordete, ein etwas mißtrauischer, griesgrämiger Alter, hatte fich früher, um seine Geldvorräthe recht sicher zu stellen, das Schloß an seinem Pulte verändern lassen, was Johann Grüll als Schlossergeselle im Auftrage seines Meisters that. Hier⸗ bei hatte er Gelegenheit zu bemerken, daß der Erwähnte flüssiges Geld besaß, was ihn, von Castel aus, wo er spätet arbeitete, bewog einen Diebftahl auszuführen, ohne daß etwas an den Tag kam. Zum zweitenmale brauchte er das Jahr darauf Geld und begab sich wiederholt nach Eich, um sich daselbst mit seinem Nachschlüssel unbemerkt seinen Säckel zu füllen. Heimlich schlich er sich in die Wohnung, zündete ein Licht an, und schon hatte er seinen Raub in der Tasche, da erwachte das unglückliche Opfer und ruft:„Ei Hannes, was ihust denn Du da?“ Grüll war erkannt und in seiner Verlegenheit greift er zu der au ber Wand hängenden Flinte und erschlägt den armen Alten in seinem Bette. Er ist seiner That vollständig geständig und wurde zum Tode verurtheilt.
Mainz. Der„Rheinhess. Beobachter“ schreibt: Ein seit Jahren sorigesetzter und nun entdeckter Die bstahl im CEödecker'schen Waarengeschäfte zu Mainz macht großes Aussehen. Zwei Ladenmaädchen, welche das Ver⸗ rauen des Hauses zu gewinnen wußten, find die Diebinnen, natütlich unterstützt von so und so viel Helfersbelfern. Mehrere Karrenlacungen Waaren aller Art blo zu den theuersten sind bereits zusammengebracht. Wir legen kein Gewicht darauf, deun es finden sich Verbrecher überall, allein es muß doch bemerkt werden, daß die beiden Diebinnen sich den Anschein größter Frömmigkeit gaben und seldst den Kirchgang zum Fortschleppen benutzten.
Mannheim. Oer dießjähtige Frühjahrs⸗Haupt⸗ Pferdemarkt dahier findet, statt wie sonst im Mai, am 22., 23. und 24. März d. J. stalt, da dag Pferde⸗ markt⸗Comus den bezüglichen wiederholten Vorstellungen der Käufer und Verkäufer Rechnung trug, deren beider— seitiges Interesse die frühere Abhaltung dieses Marktes verlangt.
Werloos ungen.
zufrieden sein und nach Frankreich zurückverlangen.
Wien, 1. Febr. Bei der heutigen Serienziehun über österr. Ip. Loose von 1860 wurden folgende 60
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Serien gezogen: Nr. 18932 9391 8538 8693 10359 17191 16568 1126 7996 16212 18258 15980 17172 17470 7262 2863 13362 9421 4146 2263 4034 44 15262 14225 3102 11179 3917 19125 18939 18576
14763 1476 19767 18386 1892 19745 510 1784, 17156 15868 17637 5249 15962 8401 1019 14799 12111 5044 17868 19457 14505 3963 9703 11016
3155 5755 17198 19840 12222 1824.
Wiesbaden, 1. Febr. Bei der beule begonnenen Ziehung der Nassauer 25 Gulden⸗Loose sind auf folgende Nummern die beigesetzten Prämien gefallen: N. 102,464 3000 fl., Nr. 63,091 1000 fl., Nr. 40,673 400 fl., Nr. 72.814 200 fl., Nr. 62,843 100 fl., Nr. 15, 178, 44,125, 47,763, 91,656, 93.195, 96,511 je 55 fl.(Schluß der Ziehung nächsten Montag.)
Te legraphischer Bericht.
Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.
Das Bremer Posidampfschiff„New⸗Vorke, Capt. Dreyer von der Linie des Norddeutschen Lloyd, welches am 11. Januar von Bremen abging, ist nach einer glück⸗ lichen Reise von 14 Tagen wohlbehalten in New- Vork angekommen.
Schiffsnachrichten. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.-Agent. Angekommen in New⸗PYork Am 11. Jan. Segelschiff Leibnitz von Hamburg, am
15. Jan. Segßelschiffe Shakespeare von Hamburg, Char⸗ lotte von Antwerpen, Ocean von Bremen.
Abgehend nach New⸗ York:
Am 5. Februar Dampfer Cimbria von Hamburg, am 8. Febr. Dampfer Bremen von Bremen, am 11. Febr. Dampfer Atalanta von Havre, am 12. Febr. Dampfer City of Baltimore von Liverpool, am 13. Febr. Dampfer Napoléon III. von Havre.
Wegen Frachten und Passagen obige Spec.⸗Agentur zu wenden.
beliebe man sich an
Für die Vothleidenden in Ostpreußen
sind weiter eingegangen Zehnte Liste:
1) Bei Herrn Mayer Hirsch: Von A. Maaß weitere Gabe für seine ostpreußischen Brüder 1 fl. 10.— 2) Bei Herrn Diakonus Meyer: Von Frau Assessor Schmidt 1 fl.— 3) Bei Herrn Prosessor Dr. Diegel: Von Frl. Sitta Engel 1 fl., durch Herrn Pfarrer Kalbhenn in Petterweil von 76 Gebern aus der dortigen Gemeinde 45 fl. 27, zusammen 46 fl. 27 kr.— 4) Bei Director Steinberger: Aus der Schule zu Bauernheim 3 fl., gesammelt durch Herrn Lehrer Bullmann, und von ihm selbst 1 fl., zusammen 4 fl. In Summa: 52 fl. 37. Im Ganzen bis jetzt eingegangen:
960 fl. 22 kr.
Herzlichen Dank für alle bisherigen Gaben. Zusendungen werden steis willkommen sein.
Friedberg den 3. Februar 1868.
Im Auftrag des Hülfsvereins⸗Vorstandes Steinberger.
Weitete
Bei der Unterzeichneten gingen zu den in voriger Nummer bescheinigten Gaben ferner ein: Ungenannt 18, C. H. 4 fl., aus Wölfersheim durch Freu Pfarrer Frieb⸗ rich und H. Ullrich IV. daselbst von 29 dortigen Ein ⸗ wohnern gesammelt 8 fl. 45, Hr. Markus 5 fl., aus Bönstadt durch Fr. Heimburg, Lehrer Pabst, Bür⸗ germeister Geibel und Pfarret Möbius daseldst ven 46 dortigen Einwohnern gesammelt 29 fl. 39, aus Dor⸗ heim durch Bürgermeister Reuß daselbst von 48 dortigen Einwohnern gesammelt 22 fl. 33. Zusammen 70 fl. 18. In Summa dis jetzt bei uns eingegangen:
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die freundlichen Geber und Einsender der zahlreichen Beilräͤge von Außen wollen entschuldigen, wenn wir die uns zukommenden, meist umfangreichen Listen der gütigen Geber nicht vollständig zum Abdruck bringen können, weil der Raum des Blattes dieß nicht zuläßt, besondere Bei⸗ lagen aber uns nahmhaste Kosten verursachen würden.
Mit herzlichstem Dank bittet um weitete Gaden
Die Expedition des Unzeiger für Oderhessen.
Bei dem Unterzeichneten sind weiter adgegeden worden: Von Herrn C. H. ein großer Pack Kleider, von Herrn Kaufmann Fertsch 2 Päcke Kleider, von Herrn Dr. Stein⸗ bäußer 1 desgl., von Herrn Baruch Grödel 1 desgl., von Frau K. Müller 1 Pack Kleider, 1 Gulden und* Meste Bohnen, von Herrn Wengeroth 1 Paar Stiesel und 1 Gulden, von Herren Trapp und Münch 1 Pack Sago, von Herrn W. 1 Mest Erdsen, von K. M. 1 Gulden, Ergebnisse von Wahrscheinlichkeitsderechnungen und Welten im Hotel Trapp 2 fl. 42, Beiträge eines kleinen Kreises im Hotel 7 fl. 57, freiwillige Hinweisung des Betrags einer halben Schicht von dem großeren Theil der Knapp⸗ schaft der Friedberger Bergbau ⸗Gesellschaft im Ganzen 24 fl. 47, von Chr. B. 14, von Herrn Damm sen. und jun. 2 fl. Im Ganzen an Baarbeträgen 40 fl. 40, welche inogesammt zum Ankauf von Erbsen und Vohnen verwandt und nebst obigen eingegangenen Kleidungs⸗ siücken und einer Zusendung von Herrn Pfarrer Friedrich in Wölfersheim, bestehend in 666 Pfund Erbsen und 94 Pfund Linsen, nach Gumbinnen abgesandt wurden.
Zur Entgegennahme weiterer Beitrage ist der Unier⸗ zeichnete slels bereit.
Friedberg im Februar 1868.
nnn Verwalter der Friedberger Bergbau Gesellschaft.


