Ausgabe 
4.1.1868
 
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seit langer Zeit gestritten baden. Die Ereignisse mehr zu entwickeln, welcher Wrnsch gleichzeitig] Scheine der Darmstäbler Sa..

des vergangenen Jahres haben nur Einen Weg übrig gelassen, dieses Ziel zu erreichen. Dreißig Milltenen Deutsche sind im Nordbund geeinigt, ein Drittheil des Groß herzogthums gehört bereits diesem Bunde an. Die Erweiterung des Nord- bundes zum großen freien Reich durch Zutritt der süddeutschen Staaten muß deshalb unser Ziel fein. Nur dann kann die Wohlfahrt einer Nation ungestört sich entwickeln, wenn die staatliche Existenz sest begründet ist. Eine Fortdauer der Zerreißung Deutschlands durch die unglückselige Mainlinie bedroht immerwährend beide. Unzer⸗ trennbar verschlungen ist unsere politische und volkswirthschastliche Zukunft; es ist unmöglich, beide getrennt zu fördern, nur verbunden können sie uns gewähren, was wir mit Recht als großes Volk an geistigem und materiellem Glück zu sordern berechtigt sind.

Preußen. Berlin. Den Zeitungsbe⸗ hauptungen gegenüber hebt dieNordd. Allg. Ztg. hervor, daß der neue Plan zur Mobilmachung des norddeutschen Bundesheeres selbstverständlich nur durch die milltärische Neugestaltung des Nordbundes geboten sei und mit der curopäischen Situation, welche übrigens keineswegs beunruhigend, nicht im Entferntesten im Zusammenhange stehe.

ucber das Resultat, welches die am 3. Dezember in Berlin vollzogene Volkszaͤhlung ge- habt, werden folgende Mittheilungen gemacht: Berlin zäblt gegenwärtig 702,500 Seelen. Darunter befinden sich 390 Diplomaten und circa 16,000 dem Militärstande angehörige Einwohner. Die Strombevölkerung zählt cirta 2000 Seelen. Die Einwohnerzahl Berlins hat seit der letzten Volkszählung fast um 70,000 Seelen sich vermehrt.

Der Staatsanzeiger enthält das Gesetz vom 23. December 1867, betreffend die Abhülfe des in den Regierungsbezirken Königsberg und Gumbinnen herrschenden Nothstandes. Es werden den Regierungshauptkassen zu Gumbinnen und Königsberg dadurch 1 Million Thaler behufs Gewährung von Darlehen zugewiesen.

Bezüglich des Nothstandes in Ostpreußen laufen nach wie vor fortdauernd die traurigsten Nachrichten ein. Nach authentischen Berichten erliegen daselbst täglich viele Menschen dem Hunger und Schaaren bis zum Tode ermatteter Armen schleppen sich von einem Hofe zum andern, um Nahrung bittend. Selbstverständlich kann die bisher geleistete materielle Hülfe, die theilweise von Außen und erst spät kommt, bei der Fülle des dringenden Elends, das augenblickliche und umfassende Abhülfe fordert, nicht ausreichend sein. Es treten deßhalb aller Orten Unterstützungscomités zusammen und fordern auf das Nachd rücklichste zur schnellsten Hülseleistung auf.

Bei dem Neujahrsempfang begrüßte Feld⸗ marschall Wrangel den König als Bundesseldherrn. Der König sprach darauf sein Vertrauen in die Tüchtigkeit der Arme aus und seine feste Zuversicht in ihre friedlicht Weiterentwickelung.

Frankfurt. Wie dieNordd. Allg. Zig. meldet, ist apf Grund der von Frankfurt erfolgter Präsentation dreier Candidaten der in erster Linie präsentirte Dr. Mu m m zum ersten Bürgermeister der Stadt Frankfurt ernannt worden.

Wiesbaden. Der Oberpräsident v. Möller

u Kassel erläßt in einer Beilage zumIntelligenz latt für Nassau eine Bekanntmachung, wonach das bisherige Kreisamt zu Biedenkopf mit dem 1. Januar 1868 eingeht und an dessen Stelle das Landrathsamt für den Kreise Biedenkopf (Hinterlandkreis) tritt.

Frankreich. Paris. Am Nachmittag des 31. Dezember wurde der preußische Gesandte Graf v. d. Goltz in den Tutlerien empfangen, um sein Beglaubigungsschreiben als Gesandter des nordteuischen Bundes zu überreichen. Der Graf sagte bei dieser Gelegenheit: Durch die Berfassung des Bund es berusen, den letzteren in seinen internationalen Beziehungen zu vertreten, ist es des Königs lebhafter Wunsch, die Beziehungen des guten Einvernehmens und des gegenseitigen Vertrauens zwischen Frankreich und den verbün⸗ deten Staaten aufrecht zu erhalten und mehr und

den Gefühlen entspräche, die der König für die Person des Kaisers hegt. In diesem Geiste be fiehlt mir mein Monarch, die Funktionen zu er füllen, wit denen Se. Majestät mich jetzt beauf tragt hat. Der Kailser antwortete hierauf: Indem Sie mir die neuen Funktionen notificiren, mit denen Sie als Vertreter des norddeutschen Bundes betraut sind, haben Sie mir gleichzeitig mich auf's neue der Freundschaft Ihres Königs versichert. Ich danke Ihnen dafür und ergreife meinerseits diese Gelegenheit, um das zwischen unseren beider seltigen Regierungen herrschende gute Einvernehmen zu konstatiren und Sie zu ersuchen, bei Ihrem König der Dolmetscher dieser meiner Gefühle auf richtiger Freundschaft zu sein. Nachdem ich Ge⸗ legenheit gehabt, die hohen Verdlenste, welche Sie auszeichnen, würdigen zu können, zweifle ich nicht, daß Sie in gleicher Weise wie früher bemüht sein werden, zwischen beiden Ländern das freundschaftliche Einvernehmen zu erhalten, welches ein Pfand für ihre Prosperität und eine Garantie für den Frieden Europas sind

Gesetzgebender Körper. Bei Art. 5 des Militärorganisationsgesetzes entspinnt sich eine lange Debatte über die militärische Brauchbarkeit der Nationalgarde. Thiers stellt auf, daß die Nationalgarde nur auf dem Papier bewaffnet sei. Besser wäre es, Das, was dieselbe kosten solle, für die aktive Armee zu verwenden, denn der Krieg, den man aufnehmen müsse, werde in erster Linie ein Angriffskrieg sein. Niel spricht sich für Beibehaltung der Nationalgarden aus. Die festen Plätze erforderten allein 350,000 Mann. Ob man sie wohl der Armee entzichen solle? Nein. Das sei der Entstehungsgrund für die Nationalgarden. Nun müsse man aber heutzutage schlagfertiger sein, als jemals. Die National- garden steien weniger kostspielig.

Die Rede des Kaisers bei dem Empfang des diplomatischen Corps konstatirt die guten Be- ziehungen mit den auewartigen Mächten und drückt die Hoffnung einer baldigen Lösung der schwe⸗ benden Fragen aus. Nach der Rede richtete der Kaiser einige desondere Worte an den Fürsten Metternich und einen huldvollen Gruß an den Grafen v. d. Goltz. Der kaiserliche Prinz und der Prinz Napoleon wohnten dem Empfange bei.

Großbritannien. London. Die Polizei hat die Weisung erhalten, über Verhaftungen und Neuigkeiten, welche die Fenier detreffen, vorläufig Stillschweigen zu beobachten. Aus Cork wird berichtet, daß acht Bewaffnete in der Gewehr⸗ fabrik von Alport erschienen und 60 Revolver nebst 2000 Patronen ertrotzten. Zwei dieser Individuen hielten Wache, dis die Waffen fort- geschleppt waren. Die Thäter blieben unentdeckt.

Italien. Florenz. Bei Gelegenheit des Jahreswechsels empfing der König Deputationen des Senats, der Kammer, des Ministeriums, des Magistrats, der Municipalität und der Armee. In Erwiderung auf die Glückwünsche der Kammer drückte der König sein Vertrauen auf die Zukunft aus. Die Lage Italiens habe sich in letzter Zeit verbessert. Der König hofft, daß die Kammer sich so verhalten würde, daß es möglich sei, zu regieren und die Reformen auszuführen, die das Land seit lange erwarte.

Herr v. Usedom ist am 31. Dezember als Vertreter des norddꝛutschen Bundes empfangen worden.

Friedberg. Der Locomolivführer des am 2. Januar, Nachmi tags 1 Uhr, von hier in der Richtung nach Gießen abgegangenen Zuges, ein geborner Friedberger Namens Rausch, hatie zwischen Nauheem und Nieder⸗Weisel das Mißgeschick von der Locomotive zu stürzen und zwar so unglücklich, daß ihm ein Beln abgefahren wurde. Der⸗ selbe ist alsbald in die Klink nach Gießen verbracht worden. Ueber sein Befinden konnten wir Näheres nicht erfahren.

Mainz. Wie man demM. A. miitheilt, sollen salsche hessische Fünfguldenscheine in Cours gebracht worden und bereits eine namhasie Zahl in der Umgegend von Malnz ausgegeben worden sein. Doch sell man sie, bei eini er Aufmecksamkeit, leicht von den ächten unterscheiden löunen. DerRh. Kourter? betichtet über denselben Ge senstand aus Wiesbaden: Es ist zwei bis jetzt leider

noch unecrminelt gebliebenen Judividuen gelungen, salsche

Adbentilgungskasse, nmlich 1. Jul 1865, in Die Falsistkale uc ontelangt,

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10% 35 und 1⸗Guldenscheine 4. ben namheften Beträgen hier zu verausga 5 siud kaum von den Aechten, was ben* zu unterscheiden, dagegen fühlt sich das Pap.* hat an vielen Stellen Flickn und sieht schmutz aus. Auch fehlt der Trockenstempel.

Mainz. Wie derMainzer Anzeiger vom 31. Det. miitheilt, gelang es der Polizei in Wiesbaden an der Spielbank den Versertiger und Verausgaber falscher bessischer 5 fl.⸗Rentenscheine in einem badischen Papiermüller zu enidecken und zu arretiren.

Kassel. Die Wesiphälische Eisenbahn traf am 29. Dez. wieder ein Unglücksfall Einem früh gegen 2 Uhr von Paderborn nach Warburg abgelassenen Extragüterzuge folgte alsbald ein fahrplanmäßiger Güterzug. Von dem Extrazuge lösten sich nachdem er auf der bedeutenden Steigung vor der Station Altenbeken angekommen, wahr⸗ scheinlich in Folge Zerreißens ciner Zugketie oder eines Zughekens, ctwa dreißig Güterwagen ab, rannten mit

tasender Schnelligkeit zurück, das Gefälle hinunter, auf die Maschine des nachfolgenden Zuges, welcher sich in dem Augenblicke auf einem Viaduct von 180 Fuß Höhe defand. Durch den enoimen Stoß, welchen die zurück⸗ rollenden Wagen auf den nachfolgenden Zug ausübten, wurde der Verkehrwagen dieses Zuges vom Ecleise ab⸗ gehoben und über die Brüstung des Viaductes in dle Tiese geschluudert. Die in demselben befindlichen deiden Zugbeamten, ein Zugführer und ein Bremser, waren

augenblicklich todt; außerdem wurden noch mehrere Wagen gänzlich zertrümmert und der Verkehr einen halben Tag un erbrochen.

Buchen als Blitzableiter. Ein natürlicher

Blipableiter sind die Buchen. Diese bei uns noch wenig bekannte Thaisache hat sich, nach der Beobachtung wilder Völter so sehr bewährt, daß die Indianer bei ausbrechen⸗ dem Gewitter sich unter das Laubdach einer Buche flüchten.

% Nitto⸗Glycerin. Eine der schrecklichsten Kata strophen, die seit langen Jahren in Hubson County passirte, hat sich am 29. v. M. in South Bergen an der neuen im Baue begriffenen Newark⸗ und Newyork⸗Eisenbahn ereignet. Durch das Explodiren einer Kanne Nitro⸗ Glycerin wurden acht Meuschen gelödtet, drei oder vier gefährlich verwundet und viel Eigenthum zerstört. Die Eisenbahn⸗Gesellschaft benützt zum Sprengen von Fels⸗

blöcken bei Bergen Hill Nitro⸗ Glycerin. Um die an⸗ gegebene Zeit ging der mit Beaussichtigung dieser Operatlon beiraule Thomas 81 1 Gesellschaft chörige Schlosserwerkstätte, um eine Kanne Nitro⸗Glycerin, die naß geworden war, zu trocknen. Dies ging ihm jedoch nicht schnell genug von statten und er nahm daher unglaublich, aber wahr Schüreisen, steckte es in's Feuer, bis es glüdend rotb wa ind dann in die Kanne Nitro⸗Glycerin. Die Folge ist leicht denkbar. Ein Knall und das Unglück war geschehen. So viel man

bestimmt weiß, waren sechs Männer und zwei Knaben in dem Hause oder in unmittelbarer Nähe desselben, die Alle in kleine Stücke zerrissen wurden. Ihre zerfetzten Glieder wurden in alle Richtungen geschleudert. Das Haus wurde vollständig zerstört und das Dach, auf dem zwei Zimmer⸗ leute beschäftigt waren, eine beträchtliche Strecke in die Luft geschleudert. Ein in der Näye stehendes, der Eisen⸗ babhn⸗Gesellschaft gehörendes Wohnhaus ist sehr arg be⸗ schädigt worden und der einzigen darin befindlichen Person ein Bein vollständig vom Körper gerissen. Der Material⸗ waaren⸗Laden auf der anderen Seite wurde ebenfalls be⸗ deutend keschädigt und alle Fensterscheiben im Umkreise einer halben Meile zerbrochen.

Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Cr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.

Das Hamburger PostdampfschiffCimbria, Capt. Trautmann, von der Linie der Hamburg Amerikanischen Packetfabrt⸗Actien⸗Gesellschaft, welches am 7. December von Hamburg via Southampton abging, ist nach einer schnellen glücklichen Reise von 12 Tagen wohlbehalten in New⸗ Vork angekommen.

Das Bremer PostdampfschiffHermann, Capt. H. Wenke des Norddeutschen Lloyo, welches am 7. Dec. von Bremen abging, ist nach einer glüchlichen Reise von 12 Tagen wehlbehalten in New⸗Vork angekommen.

Das Bremer Postdampfschiff des Norddeutschen Lloyd Weser, Capt. G. Wenke, welches am 13. December New⸗-Nork verließ, ist nach einer schnellen glücklichen Reise von 11 Tagen wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daseldst die für England und Frankreich bestimmien Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Bremen fortgesetzt.

Dasselbe bringt 76 Passagiere und volle Ladung

Das Hamburger PosidampfschiffBorussia, Capt. Franzen von der Lie der Hamburg Amerikagischen Packelsahrt⸗Actien⸗Gesellschaft, welches von New Vork am 14. December abging, ist nach einer schnellen glücklichen Reiie von 12 Tagen 13 Stunden woblbebalten in Cowes angelangt, und dat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise noch Hamburg sortgesetzt.

Dasselde bringt 61 Passagiere, 1000 Tous Ladung, 21250 Dollars Contanten und 43 Briefsäcke

Schiffsnachrichten. Mitgetheilt von Che. Hecht in Friedberg, Spec. Agent. Angekommen in New Pork: Am 5. Decemter Segelschiff Stella den Bremen, am 6. Dec. Sezelschiff Lord Brougham von Hamburg, am