Ausgabe 
3.9.1868
 
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4000 Droschkenkutscher drohen mit Ar-

beitseinstellung. Nachdem am vorigen Freitag sie mit großen AnschlägenKein Droschkenmonopol an ihren Wagen durch die Straßen gefahren waren, hielten sie Abends ein Meeting, worin beschlossen wurde, sich vorerst von den Bahnhöfen fern zu halten und von Morgens 2 bis 10½ Uhr zu Hause zu bleiben, nach 6 Tagen die Ar- beit aber ganz einzustellen, wenn die Eisenbahn gesellschaften bis dahin das Privilegiensystem nicht abgeschafft hätten. Die Arbeiten an dem großen Albert Denkmal, dem größten, welches England aufzu weisen haben wird(der Kostenanschlag beträgt 100,000 L.), schreiten rüstig vorwärts; der Unterbau ist nahezu vollendet, und von allen Seiten langen große Marmorblöcke für die ein zelnen Statuen, welche es umgeben sollen, an. Indessen werden wohl noch zwei, vielleicht drei Jahre vergehen, ehe das Riesen-Monument völlig fertig ist.

Türkei. Man spricht in Konstantinopel viel von einer Soiree, welche der Virekönig von Egypten in seinem ali am Bosporus veranstaltet hat und die als epochemachend für die türkische Gesellschaft bezeichnet wird. Es war Bankett, schreibt ein Correspondent, im Palaste und Fest im Harem. Auf der einen Seite saßen die Männer, die Minister und Würdenträger des Reiches, auf der anderen Seite die Frauen dieser Herren. Es wurde exquisite französische Küche aufgetragen und trotz Koran ganz etwas Anderes getrunken als klares Quellwasser. In den Annalen der muselmanischen Gesellschaft ist dieses Fest eiwas Unerhörtes, eine sociale Revo lution. Mit dem alten Orient geht es definitiv auf die Neige

Rußland. Petersburg. Ein kaiserlicher Ukas ertheilt den Soldaten aller Heeresgattungen, welche bis 1. Januar 1868 dreizehn Jahre ge dient, terminlosen Urlaub, und denjenigen, welche zehn Jahre gedient haben, beschränkten Urlaub, ausgenommen den Soldaten des Warschauer Militärbezirks, deren Beurlaubung erst nach den vor dem Kaiser stattfindenden Manövern erfolgt.

Amerika. Newyork. Zur Ergänzung der aus Port- au-Prince gemeldeten Nachrichten über den Fortgang der Revolution wird weiter mitgetheilt, daß Salnave, welcher seine Flucht vorbereite, den preußischen Consul ein- gesperrt und auch das Leben der englischen Consuln bedroht habe. Das britische Kriegeschiff Darowsite habe hierauf Anstalten zum Bom⸗ bardement getroffen.

Die Erwählung des Obristen Sarmiento zum Präsidenten der argentinischen Republik hat zu der Hoffnung Anlaß gegeben, daß in nächster Zeit das Freischulsystem auf dem Gebiete der Conföderation eingeführt werde. Sarmiento hat sich nämlich bei seinen Landsleuten mehr noch durch seine Arbeiten auf dem Felde des Erzie hungswesens, als durch seinen Patriotismus und seine militärischen Fähigkeiten bekannt gemacht.

Im Jahre 1811(einem Jahre nach der Unab hängigkeitserklärung der argentinischen Republik) von spanischen Eltern geboren, widmete er seine Hauptthätigkeit den Studien des Erziehungs wesens, welches er als die unerläßlichste Vorbe dingung jeder republikanischen Institution be trachtete.

Darmstadt. Bezüglich des 6. mittelrheinischen Musik⸗ festes wird der Fr. Ztg. u A. von hier geschrieben:An den Vorstand derVereinigten Gesellschaft! ist ein Ge such ergangen, den Sangesgästen die so comfortablen Ge sellschaftsräume zum Stelldichein und zur Abhaltung eines Festballes einzuräumen. Für den ersten Abend ist Reunion, für den zwelten Festvorstellung im Theater mit nachfolgendem Commerse im Ritsert'schen Saale, für den dritten ein Ball in Aussicht genommen, vorausgesetzt nur, daß die noch ausstehenden Bewilligungen der hierzu angegangenen competenten Stellen keinem Anstand unterliegen. Für den letzten Tag ist für die noch nicht abgereisten Festgäste eine Eisenbahnfahrt nach Auerbach projectirt.

Darmstadt. Seit dem 30. d. ist die Großherzogliche Division zu den Herbstübungen in der Umgegend unserer Stadt concentrirt. Das 2. Infanterie-Regiment rückte am 30. dahier ein und wurde bei den Einwohnern der Residenz einquartiert. Das 1. Jufanterie-Regiment bat in Griesheim und Pfungstadt Cantonnements bezogen. Das 1. Jägerbataillon in Bessungen Die nun beginnenden Brigade-Uebungen werden acht Tage dauern, worauf die Divisions⸗Manöver folgen. Der Bischof von Mainz ist dahier eingetroffen, um die Firmung vorzunehmen. Die katholische Gemeinde war zu seinem Empfange in der katholischen Kirche versammelt.

Mainz. Nach demM. A. soll ein Gouvernements⸗ befehl erschienen sein, der Wachen und Patrouillen anweist, bei Streitigkeiten zwischen Civilisten nur in dem Falle ein⸗ zuschreiten, wenn der Vorfall auf Festungsterrain oder im Bereich einer Wache sich ereignet. Ebenso soll die Ab⸗ lieferung eines Ergriffenen nicht mehr auf die Hauptwache und von da auf die Polizei geschehen. Statt dessen soll der Verhaftete auf der nächsten Wache verbleiben, und von der Verhaftung die Polizei verständigt werden, welcher dann der Arrestant auf der Wache selbst zur weiteren Ab⸗ handlung übergeben wird.

Wiesbaden, Und sie bewegt sich doch! die Erde näm lich. Von der Richtigkeit dieses Satzes, wenn auch nicht in dem Sinne Galiläi's, hätte sich Pastor Knak vor einigen Nächten hier überzeugen können, wo um 2 Uhr 50 Minuten und um 3 Uhr leichte Erdstöße verspärt wurden. Da in letzter Zeit auch in Ungarn ziemlich hestige Erdbeben vorkamen, fängt die Sache an, verdächtig zu werden.

Worms. Wir wir vernehmen sind dieGedenkblätter zur Erinnerung an die Enthüllungsfeier des Luther⸗ Denkmals, mit deren Herausgabe Hr. Dr. Eich vom Vereins⸗Ausschusse beauftragt wurde, schon so weit vorge⸗ rückt, daß das Erscheinen derselben Ende September er⸗ wartet werden darf. Da diese Schrift bedeutend umfsang⸗ reicher wird als man anfangs glaubte, so war eine mäßige Preiserhöhung nothwendig. Das Buch, auf welches bereits an vielen Orten Subseriptionslisten in Umlauf gesetzt find, wird 2526 Bogen stark und ist der Preis nunmehr auf 25 Sgr. oder 1 fl. 30 kr. rheinisch festgesetzt.

Marburg. Nach derH Mrgz. ist in dem Archiv des Kreisgerichts ein sehr interessanter literarischer Fund gemacht worden: nämlich verschiedene seiiher unbekannte Briefe Luther's und Götz's von Berlichingen, sowie auch einige Ablaßbriefe von 1517.

Bremen. Mit dem DampferHermann ist der wegen bedeutender Unterschlagung verfolgte Postsecretär Wetzki aus Hamburg von New⸗Pork zurückgebracht worden und wird hier behufs Auslieferung an die Hamburger Be⸗ hörde in Haft gehalten.

Bremerhaven. Die Schauspielerin Fanny Janauscheck hat sich per DampferWeser nach New Pork eingeschifft. Sie wird eine Gastspielreise durch Amerika und Californien unternehmen.

, Wider den Hervorrus. Die Direction bes Karlsruher Hoftheaters erläßt folgende Bekanntmachung: Um eine empfindliche Störung ber künstlerischen Täuschung und des Fortganges der dramatischen Handlung ferner zu vermeiden, ist es den Mitgliedern des groß herzoglichen Hoftheaters nicht mehr gestattet, einem Hervorruf bei offener Scene Folge zu leisten. Das hochverehrte Publikum wird deshalb ersucht, die Ehre des Hervorruses den Mit⸗ gliedern nur angedeihen zu lassen, sobald der Heupt⸗ oder Zwischenvorhang gefallen ist. Karlsruhe den 20 August 1868.

Landwirthschaftliches.

E. Behandlung der Kartoffeln vor, in und nach der Einerntung. Wenn in jedem Jahre, so ist ge⸗ wiß in diesem Jahre bei dem herrschenden Futtermangel das Abschneiden des Kartoffelkrautes zu empfehlen. Man machte mehrere Versuche und fand: Nach Ansctzung der Samenknollen, also ungefähr Mitte August, wenn das Kraut sich zu gilben anfängt, schneide man dasselbe ab, und verwende es, vermengt mit anderen Futterpflanzen (jedech nicht im Uebermaaß, was leicht Durchfall beim Vieh zur Folge hat) als Viehfutter. Das Abschneiden ist um so rälhlicher, wenn sich Spuren von der Kartoffel⸗ krankheit zeigen; denn sind die Blätter sorgfältig entfernt, an denen sich ja die die Krankheit hervorbringenden Pilse entwickeln, dann fehlen die Kanäle, durch welche die Krankheit auch den Knollen zugeführt wird. Aber selbst abgesehen von Futtermittel und Krankheit ist das Ab⸗ schneiden unbedingt zu empfehlen, da sich nach demselben höhere Erträge von gesunden, früher reifenden Kartoffeln ergeben. Die Natur gibt ja hier wieder durch Gelbwerden, Absterben des Krautes Fingerzeige. Man mache also Ver⸗ suche, aber ausdauernd, einige Jahre lang, und man wird dem beistimmen, was sich bei rheinhessischen Landwirthen allgemein bewährt hat. Anläßlich des Einerntens ver⸗ meide man dasselbe, wenn thunlich, bei nasser Wilterung oder auf sehr feuchtem Boden vorzunehmen. Trockene Kartoffeln in trockene Keller! das ist hier die Losung. Zu diesem Behufe bringe man Holz, Braun- oder Steinkohlen⸗ Asche auf den Kellerboden und auch schichtenweise unter den Kartoffelhaufen. Die Asche zieht die Feuchtigkeit des Kellers und der Kartoffeln an, welch letztere einen Theil ihres Wassergehaltes in Dunstgestalt(s. g. Schwitzen) her⸗ geben müssen. Durch Anwendung der Asche wird auch das Forifaulen im Keller verhindert. Bei Mangel an Asche ist's gut, Bretter, Wellen und dergleichen als Unter⸗ lage zu benützen.

Für die Wetterbeschädigten

im Vogelsberg sind noch folgende Gaben eiugegangen: Bei Professor Diegel von Herrn Pfarrverwaltec Eckhard in Dorheim 1 fl., zur Hälfte für einen besonders bedürftigen alten Mann bestimmt. Bei H.⸗G.⸗Advocat Trapp II. von zwei Ungenannten 1 fl. 40 kr. Zusammen 2 fl. 40 kr. Früherer Beirag 27 fl. 16 kr. Summe 29 fl. 56 kr. Von der Expedition des Anzeigers f. O. sind uns 15 fl. 49 kr. zur Weiterbeförderung übergeben worden. Mithin Gesammibetrag 45 fl. 45 kr.

Indem wir nunmehr unsere Sammlung für geschlossen erklaren, sagen wir allen Gebern herzlichen Dank und versprechen zugleich, daß wir für zweckmäßige Verwendung der Gaben Sorge tragen werden.

Für den Vorstand des Hülfsvereins Baur.

Verloosungen.

Karlsruhe, 31. August. Bei der heutigen Serien. ziehung der badischen fl. 35 Loose wurden nachstehende 50 Serien gezogen: Nr. 4443 3065 3915 8807 433 6232 7319 5886 1948 3921 257 720 696 5967 2317 629 895 4307 4110 3746 6344 225 5707 5415 4194 4027 381 7030 6029 3765 4533 5061 4724 1689 6390 5487 6820 1928 2173 3871 2641 3613 1144 4484 6800 3468 4835 4058 3299 5530.

Lieferung von Stroh.

2027 Donnerstag den 10. September l. J., Vormittags

10 Uhr, wird dabier die Lieferung von 23 Fuder Roggenstroh, in Ausgeboten von 5 Fudern, öffentlich versleigert. Marienschloß den 26. August 1868. Großherzogliche Landeszuchthaus⸗Direetton Knispel.

Güter Verpachtung.

2039 Freitag den 4. September d. J., Vormittags 10 Ubr, sollen in hiesigem Ratbbause die Martinitag d. J. leihfälligen Güterstücke und Wiesen der zweiten Pfarrei Frtedberg, in hiesiger Gemarkung, nochmals öffentlich

meistbletend verpachtet werden. Friedberg den 28. August 1868. Großherzogliche Bürgermetsterei Friedberg Fo uc ar.

850 fl.

2079 Ausleihen bereit. Ilbenstadt am 31. August 1868.

Markgraf, Kirchenrechner.

liegen in der Kirchenkasse zu Wickstadt zum

Aufforderung.

2096 Da in nächster Zeit für die Einwohner Fried⸗ bergs in Folge des Mangels an entsprechenden Casernen⸗ räumen wieder ständige Einquartierung zu erwarten steht, so soll von Seiten des Stadtvorstandes die Beschaffung s. g. Massequartiere versucht werden. Demzufolge fordern wir diejenigen Einwohner hiesiget Stadt, welche nicht in der Lage find, ihre Einquartierung selbst aufzunehmen und deren Unterbringung auf ihre Kosten der Ver- mittelung des Stadtvorstandes überlassen wollen, hier- durch auf, ihre Anmeldung binnen 8 Tagen dei dem Unterzeichneten schriftlich einzureichen. Gleichzeitig und in derselben Frift können diejenigen Quartlergeber, welche gegen entsprechende Vergütung für andere Personen Soldaten in Quartier nehmen wollen, zur Anmeldung unter Angabe der zu leistenden Vergütung sich ebenfalls bel dem Unterzeichneten anmelden. Friedberg den 2. September 1868. Großherzogliche Bürgermelsterei Friedberg Foucar.

Als Setzerlehrling kann ein mitt den erforderlichen Schulkenntnissen ver⸗ sebener junger Mensch in unsere Buchdruckerei eintreten.

Gras- Verstei gerung. 2080 Mittwoch den 9. September d. J., Vormittags 10 Uhr, solu das diesjährige Grummetgras von den hiesigen Gemeindewiesen, circa 200 Morgen haltend, in einzelnen Abtheilungen versteigert werden.

Die Großherzoglichen Bürgermeisteresen der um⸗ liegenden Orte und Städte werden ersucht, dieses im e ihrer Ortsangehörigen gefällig bekannt machen zu lassen.

Inheiden den 30. August 1868.

Großherzogliche S Inheiden o

Aepfel, Birnen- und Zwetschen⸗ Versteigerung.

2089 Mittwoch den 9. September sollen die der Ge⸗ meinde gehörigen Aepfel, etirca 150 Malter, sowie 5 Malter Birnen zu Honig und circa 50 Simmer Zwetschen auf Ort und Stelle abtheilungeweise an den Melstbletenden versteigert werden. Die Zusammenkuuft ist an der alten Lehmgrube, Morgens 9 Uhr. Bemerkt wird noch, daß die Borsdorser⸗, Reinetien- und Matb⸗ apfel baumweise verstelgert werden.

Ostheim am 31. August 1868.

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Großberzogliche Bürgermeisterei Ostheim Wipp ten