eines Gesetzes, wodurch gemeinsame Religions- übung und Ordnung der nicht anerkannten Re⸗ ligionsgenossenschaften gewährleistet werden soll, mit 59 gegen 53 Stimmen angenommen.
— Die Abgeordnetenkammer hat den Antrag, eine allgemeine obligatorische Civilehe einzuführen, mit 74 gegen 52 Stimmen abgelehnt.
— Nach eingetroffenen Depeschen aus Nizza ist König Ludwig J. von Bayern am Morgen des 29. Februar gestorben.
Baden. Karlsruhe. Man spricht davon, die Regierung beabsichtige, das hiesige Cadetten⸗ baus aufzuheben. Die jungen Leute, welche den Militärdienst als Beruf wählen, würden ihre Ausbildung hierauf in preußischen Kriegsschulen zu nebmen haben.
Oesterreich. Wien. Die„N. Fr. Pr.“ meldet: Das Ministerium beräth einen combinirten, eine dreijährige Zeitperiode umfassenden Finanz- plan, welcher zunächst auf entsprechende Erhöhung der Couponssteuer, neben mäßiger Steuer auf die erwerbenden Capitalien und eine geringe Ver- mehrung der schwebenden Schuld hinzielt. Eine Vermehrung der Staatsnoten und Salinenscheine wird nicht beabsichtigt.
— Das Reichskriegsbudget, 69,192,942 fl. betragend, wurde von der Reichsdelegation en bloc angenommen, nachdem mit Zustimmung der Re⸗— gierung 3 Millionen abgestrichen waren. Die Delegation nahm mehrere Resolutionen an, welche Ersparungen in der Armeereorganisation bezwecken sollen, darunter auch den Wunsch nach Aufhebung der Militärjurisdiction in bürgerlichen Angelegen- heiten.
— Nach Angabe Wiener Blätter beabsichtigt die Regierung den projektirten Verkauf der Staats- güter auszuführen und darauf bezügliche Vor- schläge beim Abgeordnetenhaus einzubringen. Der Kauspreis soll 15 Millionen betragen.
Frankreich. Paris. Die„France“ widerspricht die beunruhigenden Börsengerüchte, welche über die Beziehungen Frankreichs zu Ruß⸗ land im Umlauf waren und von der Absendung einer französischen Note nach Petersburg wissen wollten. Genanntes Blatt sagt: die Cours- bewegungen seien viel eher aus den Platzverhält⸗ nissen als aus der politischen Situation hervor- gegangen.
— Ein Befehl des Kriegsministers setzt die Los⸗ kaufssumme vom Militärdienst auf 2500 Fres. fest.
— Paris hatte in den ersten Tagen der vorigen Woche ein etwas beunruhigendes Aus- sehen. Außer sehr stürmischen Scenen im gesetz ⸗ gebenden Körper fanden auf den Straßen zahl- reiche Massenversammlungen statt, welche Hochs auf bie Opposition und Verwünschungen gegen die Majorität der Kammer erschallen ließen. Eine große Demonstration fand am 25. ds. in den Thamps Elysées statt. Es kam nämlich ein aus drei Wagen bestehender Zug, dem ein Musikcorps vorherschritt, die Champs Elysées heruntir. Auf dem ersteren Wagen befanden sich Männer, Frauen und Kinder, Alles in Waffen, und darüber stand: „La loi militaire“(das Militärgesetz); auf dem zweiten Wagen befand sich eine ungeheure Zeitung mit vz Titel„L Empire“(das Kaiserreich), auf welcher aber nichts zu lesen war; ein großes Banner schwebte darüber mit der Inschrift:„Loi de la Presse“(das Preßgesetz); der dritte Wagen endlich war ganz leer; keine Menschenstele war dartuf zu sahen, eine Fahne trug die Inschrift: „Droit de Réunion“(Versammlungsrecht). Die drei Wagen, die von ungefähr 20—30 Leuten zu Pferde, die alle mit Trauerfloren geschmückt waren(es sollen Studenten gewesen sein) und von dmen einer anne Standarte mit der Inschrift „La France libre“(das freie Frankreich) trug, beglätet waren, gelangten aber nur bis zur Mitte der Champs Elpsées. Dort wurden sie von einem Polizel⸗Commissär, der sich an der Spitze zahlreicher Agenten befand, angehalten. Derselbe nahm die Embleme weg und geleitete den ganzen Zug nach sekner Amtswohnung. Auch in andern Si itheilen versuchte man ähnliche Demonstra⸗ tionen und hier und da kam es zwischen Polizei ⸗ Agenten und Blousenmännern zu ernstlichem Hand⸗
gemenge, welches mit mehreren Verhaftungen endigte.
— Die Nachricht der„Patrie“, daß Prinz Napoleon eine Reise nach Norddeutschland an⸗ trete, wird von der„Liberté“ noch mit der näheren Bezeichnung gegeben, daß der Prinz mit einer Mission nach Berlin betraut sei. Auch das „Journal de Paris“ spricht von dieser Reise und fügt bei, die„hochgestellte Persönlichkeit“ werde sich in einer überaus friedfertigen und zur Be- festigung der Freundschaftsbande zwischen Frankreich und Preußen bestimmten Mission nach Berlin begeben. Dasselbe besagt das„Journ. de Debats“.
Afrika. Laut zuverlässigen Mittheilungen sind in Algerien infolge des Nothstardes 80,000 Menschen gestorben. Ein französischer General schreibt, daß er bei seiner Reise durch die Provinz Oran gezwungen war, die Vorhänge seines Wagens zu schließen, um nicht den beständigen Anblick der Unglücklichen zu haben, die zu beiden Seiten des Weges vor Erschöpfung den Geist aufgaben.
Gießen. Ein gefährlicher Hochstabler, Namens Lyndhurst, welcher au verschiedenen Orten Deutschlands zahlreiche Betrügereien verübte und amtliche Urkunden, Pässe, Wechsel täuschend ähnlich nachzumachen verstand, ist vor einigen Tagen in Kassel, wo er ein ergiebiges Feld seiner Thätigkeit zu finden hoffte, von der Polizei verhaftet und am 23. Februar unter Gensdarmeriebegleitung hierher, dem frühern Schauplatz seines Wirkens, gebracht worden.
Frankfurt. Die durch den Frankfurter landwirth⸗ schafilichen Verein angeregte Gründung einer Zuckerfabrik in hiesiger Gegend gewinnt immer mehr Freunde und Anhänger. Die von dem Vereine niedergesetzte Com⸗ mission hat zur Förderung dieser Sache schon mehrfache Sitzungen gehalten. Um einen richtigen Ueberschlag darüber zu belommen, wie viel Rüben die Oeconomen, kleine Landwirthe, überhaupt einzelne Gemeinden zu ziehen gewillt sind, sollen dieselben mittelst Circular aufgefordert werden, sich darüber zu erklären.— In dem abgelaufenen Monat ließ sich in dem Immobilien⸗Geschäfte kein Leben verspüren, dagegen zeigte sich auf dem Fiscalamt durch die abgehaltenen Licitationen große Lebendigkeit. Sechs Liegenschaften wurden feil geboten. Dieselben waren mit 178 193 fl. belastet, verkauft davon wurden drei im Gesammtwerthe von 65 953 fl. 22 kr. Was die Conkurse anlangt, so zeigt sich gegen den Monat Januar eine geringe Abnahme, im Februar fanden deren vier statt.— Die hiesige Gesellschaft der Vogelfreunde hat die zweite allgemeine Vögel⸗Ausstellung in hiesiger Stadt nunmehr auf die Tage des 21. bis 25. März definitiv fesigesetzt. Die Ausstellung findet in der ehemaligen Florabude auf dem großen Bleichgarten statt. Zur Ausstellung sind Tauben, Hühner, Kanarien⸗ und sonstige Ziervögel, überhaupt alle Vogelarten, welche sich zur Fortpflanzung und Züchtung im Zimmer oder Haus eignen, zulässig. Die Ausstellung ist mit einer Prämirung und Verloosung verbunden, für letztere sind Loose 2 30 kr. in Aussicht genommen.
Darmstadt. Am 27. Februar erschoß sich in seiner Wohnung der hiesige Bankier M. Ein schon länger an⸗ dauerndes und wie es schien unheilbares Kopfleiten scheint den Verlebten, der sich der allgemeinsten Achtunz erfreute, zu diesem verzweifelten Entschluß getrieben zu haben.
Mainz. Zwischen Laubenheim und Weisenau sprang gestern Abend, als der von Ludwigshafen kommende Zug gegen halb sechs Uhr herankam, ein anständig gekleideter Mann, welcher sich längere Zeit auf der Chaussee umher⸗ getrieben und den Zug erwartet hatte, bei dessen Ankunft auf das Schienengeleis und legte sich platt darüber hin. Die heranbrausende Locomotive zermalmte den Unglück⸗ lichen der Ert, daß bei der Ankunft im Mainzer Bahn⸗ hof noch Körpertheile an den Rädern der Maschine hingen. Näheres über die Persönlichkeit dieses Selbstmörders ist bis jetzt nicht bekannt.
Mainz. Zur Gasfrage schreibt der„M. A.“ In der Gasfrage ist von einer neuen Erscheinung zu berichten. An dem Gebäude des Gasapparat⸗ und Gußwerks (H. Krause) dier sind seit einigen Tagen zwei Laternen angebracht. In der einen wird gewöhnliches flädtisches Pächtergas, in der anderen eine neue Art Gas, Oelgas, gebrannt. Die viel kleinere Flamme des letzteren ent⸗ wickelt eine stärkere Leuchtkraft als die große Flamme des Steinkohlengases. Während von dem Pächtergas 5 Cubik⸗ fuß in der Stunde verbrannt werden, ist zur Herstellung ganz derselben Leuchikraft, in ebenfalls einer Stunde nur 1 Cubiksuß Oelgas erforderlich. Auch bezüglich des Kosten⸗ punktes soll sich die Sache erheblich günstiger als die Pächter⸗ gas beleuchtung stellen.
Aus Wolfskehlen wird mitgetheilt, daß sich dort kürzlich drei frühere Kameraden in einem Gasthause zu⸗ fällig beim Frühschoppen zusammen fanden, die zusammen 255 Jahre zählen. Der Aelteste ist 92, der Zweite 81, der Dritte 79 Jahre alt. Sie waren lustig und heiterer Dinge. Möge sie Gott noch lange am Leben erhalten.
Wiener Blätter erzählen von einem großen Ungliick, das sich unlängst in Siebenbürgen zugetragen haben soll. Eine lustige Hochzeitsgesellschaft näherte sich dem Dorfe
und hatte, um sich anzumelden, zwei Reiter worausgeschickt. Bis zu ihrer Rückkehr fing sie an, auf dem Eise eines
nahen Flusses zu tanzen. Als die Boten zurückkamen fanden sie keine Spur mehr von ber ganzen Gesellschaft, das schwache Eis war unter der Last eingebrochen, und; zwischen den Schollen, unter denen die Unglücklichen das kalte Wassergrab gefunden, schwammen nur einige weibliche Kleidungsstäcke herum.
„, Markt für Heirathslustige. Die in Neun⸗ kirchen(Preußen) erscheinende„Saar- und Blies⸗Zeitung“, zugleich amtliches Kreisblatt für die Kreise Ottweiler und Saarbrücken, enthält in einer ihrer letzten Nummern fol⸗ gendes Inserat:„Wiebelskirchen. Wir machen hiermit bekannt, daß unser Casino bei Herrn Peter Thowe wieber eröffnet ist, und ersuchen alle Mädchen aus Wiebelskirchen, welche heirathen wollen, sich am nächsten Mittwoch und Donnerstag, Abends von 7 bis 9 Uhr, in dem Casino sehen zu lassen, wo auch mehrere Herren, welche gern heirathen wollen, zugegen sein werden. Wir machen aber auch bekannt, daß die Mädchen, welche die schönsten sein wollen, den Branntwein aber aus Biergläsern trinken und womöglich jeden Abend betrunken sind, nicht zu erscheinen brauchen; denn solche Mädchen haben bei Keinem aus unserer Gesellschaft Anspruch zu machen. Der Vorstand.“
4 Zwillinge. Im Pyräus gebar kürzlich, wie der„Triester Zig.“ geschrieben wird, eine 65jährige rüsuige Frau Zwillinge, einen Knaben und ein Mädchen, die beide noch am Leben sind. Der glückliche Vater ist ein Greis von über 70 Jahren.
Das Jahr 1868 ist ein Säkularjahr für eine ungewöhnlich große Anzahl welthistori⸗ scher Begebenheiten. Achtzehn Jahrhunderte sind nämlich verflossen seit mit Nero's Tode(68) das Geschlecht des Augustus ausstarb und mit der Erhebung Galba's auf den Kaiserthron die Prätorianer-Herrschaft begann. Gerade dreizehn Jahrhunderte sind es her, daß Albion, König der Longobarden, in Italien einrückte(568) und dort das longobardische Reich gründete. Elf Jahrhunderte verrannen seit Karl der Große den Thron bestieg, und gerade ein Jahrtausend, seit im oströmischen Reiche durch Basilius I. ein neues Kaisergeschlecht zum Throne gelangle. Vor 750 Jahren ward zu Jerusalem der später so mächlige Tempelherren-Orden gestiftet, und vor 600 Jahren legte Konradin von Hohenstaufen, der Urenkel Friedrich Barba⸗ rossa's, sein Haupt auf den Henkerblock. Ein halbes Jahrtausend verrann seit Hongwu, ein Chinese von niederer Herkunft, der mongolischen Zwingherrschaft über China ein Ende machte; 350 Jahre sind verflossen seit Ulrich Zwingli als Resormator auftrat; 300 Jahre seit Egmont hingerichtet wurde, Don Karlos starb und Maria Stuart vor dem aufständischen Adel aus Schottland floh; 250 Jahre selt in Prag der dreißigjährige Krieg seinen Anfang nahm; 200 Jahre seit Portugal von Spanien als unab⸗ hängig anerkannt wurde und Ludwig XIV. den Aachener Frieden abschloß; 150 Jahre seit Oesterreich durch den Frieden von Passarowitz Temeswar gewann und seit Karl XII. von Schweden vor Friedrichshall seinen Tod fand; 100 Jahre seit Korsika an Frankreich kam, und 50 Jahre endlich seit der europäische Monarchen⸗ und Minister⸗ Kongreß in Aachen sich versammelte. N. Fr. Pr.
Nachstehende Warnung erhalten wir direkt von New⸗ Dork mit dem Ersuchen um Aufnahme in unser Blatt:
Oculscht Gesellschast der Stadt Newyork. Warnung!
5 Wir baben schon früher in unsern Jahresberichten auf die große Sterblichkeit hingewiesen, welche häuftg auf den hier von Hamburz und Antwerpen ankommenden Segel⸗ schiffen sich ereignelen. Wir hatten gehofft, daß die Eigen⸗ thümer dieser Schiffe dadurch veranlaßt werden würden, künftig dieselben mit gutem Wasser, Proviant und Mebi⸗ camenten in solchen Quantitäten zu versehen, daß selbßt auf verzögerten Reisen kein Mangel an denselben entstehen könnte. Wir glaubten, daß eine Hindeutung von unserer Seite auf verschiedene andere bestehende Uebel, z. B. die Abwesenheit eines erfahrenen Arztes, die Ueberfüllung der vorhandenen Räume, die schlechte Ventilation und die ungenügende Reinigung derselben, hinreichen würden, die⸗ selden zu beseitigen. Wir haben uns leider in diesen Er⸗ wartungen getäuscht. Die Ankunft im vorigen Sommer
des von A. Strauß& Co. in Antwerpen expedirten
Schiffes„Giuseppe Baccarich“ mit 18 Todesfällen, sowle die des vor einigen Wochen eingetroffenen, von R. M. Sloman in Hamburg beförderten Schiffes„Leibnitz“ mit 105 Tobesfällen, der Zustand, in welchem die Ueber⸗ lebenden hier ankamen, und die Berichte, welche dieselben über ihre Leiden und Entbehrung während der Reise er⸗ statteten, haben uns die Ueberzeugung aufgezwungen, daß es vergeblich ist, an die Menschlichkeit dieser beiden Firmen zu appelliren. Uns bleibt nur ein Mittel übrig, um, soweit es in unsern Kräften liegt, für die Zukunft solche Leiden und Verluste von Menschenleben zu verhindern, und ergreifen wir dasselbe hiermit, indem wir die deut⸗ schen Auswanderer ernstlich warnen, für ihre Reise nach den Veretnigten Staaten sich den Schiffen des Herrn R. M. Sloman in Hamburg anzuvertrauen. Es ist höchst wahrscheinlich, daß diese Leute künftig ihre Schiffe durch Mäkler und Agenten anempfehlen lassen, ohne daß ihre Namen dabei genannt werden. Soviel hier bekannt ist, controlirt R. M. Sloman alle von Hamburg nach hier abgehenden Segelschiffe, und empfehlen wir deßhalb Auswanderern, so lange dies der Fall ist, nicht mit Segel⸗ schiffen von Hamburg aus zu reisen, und wenn sie über Aniwerpen gehen wollen, alle Segelschiffe und Dampfer zu vermeiden, mit welchen A. Strauß& Co. irgend etwas
auf obersöt Siah! wald bol Nitderwa Obersötf Crone Oemelnde Oissch( oberförf sötster e dem Ger (1500, berg(500 Oberförf sörer B Gemeldet (Jö), A. Lorch haust Oberförft. peymach wald zu E Ransel(30 (150), Be Odersdif sörftertiwt dem Ger Diethard! Naflätlen aus dem Gelskopf


