Ausgabe 
3.3.1868
 
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1868.

Dienstag den 3. März.

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Anzeiger für Oberhessen.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

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criedberger Intelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Hessen. Dormstadt. Das Großberzog liche Regierungsblatt Nr. 12 enthält:

1. Verordnung, die Organisation von Landwehrbehörden detressend. In militärischer Beziehung wird laut 8. 1 das Großberzogthum, welches einen Divisions-Bezirk bildet, in zwei Infanterie-Brigade- Bezirke eingetheilt. Jeder Infanterie⸗Brigade-Bezirk ist in drei Landwehr Bataillons⸗ Bezirke, jeder der letzteren in die ihrer Größe entsprechende Anzahl von Compagnie-Bezirken eingeiheilt. Jeder Infanterie⸗- Brigade entsprechen drei Landwehr- Bataillons ⸗Bezirke, aus welchen erstere der Regel nach ihren Ersatz und ihre Completirungs-⸗Mannschaften erhalten. Für die Reiterei, Artillerie, Pionniere und Train werden die Ergänzungs⸗Mannschaften aus dem ganzen Gebiete des Großberzogthums gestellt.

II. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Großherzoglichen Hauses und des Aeußern, den Bau einer stehenden Brücke über den Rhein bei Düsseldorf betreffend.

III. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Errichtung eines tbeologischen Seminars an Großh. Landes⸗Universität betreffend. Das iheologische Seminar an der Großherzoglichen Ludewigs-Universität zu Gießen hat laut§. 1 seiner Statuten die Bestimmung, das Studium der Theologie Studirenden durch selbstständige Uebungen zu fördern. Indem es die Strebsamen unter ihnen in unmittelbaren wissenschastlichen Verkehr mit ihren Lehrern setzt, soll es sie zu einer gründlicheren und selbst⸗ thätigeren Aneignung theologischer Kenntnisse, dadurch aber auch zu einer tieferen und selbsiständigeren Einsicht in die theologische Wissenschaft führen, als sie auf gewöhnlichem Wege gewonnen wird. Demgemäß hat es einen wissen⸗ schaftlich gelehrten Charakter, während das Predigerseminar zu Friedberg bauptsächlich die praktische Vorbereitung auf das geistliche Amt zur Aufgabe hat. Die Zulassung zum Seminar kann, nach F. 8, nur Derjenige nachsuchen, welcher bereits ein Jahr auf einer deutschen Universität Theo⸗ logie fludirt hat. Das theol. Seminar ist, laut§. 14, ein Uni⸗ vetsitäts⸗Inflitut, welches wie die ganze Universität unmittel⸗ bar unter dem Großherzogl. Ministerium des Junern stcht. Oie vier Abtheilungen des Seminars bilden ein Ganzes, welches von der theologischen Fakultät als solcher geleitet wird. Sie hat namentlich über Aufnahme und Ausschließung der Mitglieder, Vertheilung der Prämien, Anschaffung von Büchern für die Seminar-Bibliothek nach den Vor⸗ schlägen der Dirigenten zu beschließen. Die gemeinschaft⸗ lichen Verhandlungen über das Seminar werden nach der besletzenden Geschäftsoronung unter Vorsitz des Dekans geführt. Die Fakultät ist bezüglich der Verwendung der Gelder der Aussicht der akademischen Administrationo⸗ Commission in gleicher Weise, wie der Direktor des philo⸗ logischen Seminars, unterworfen.

IV. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Erbauung einer Elsenbahn von Darmstadt nach Worms betreffend.

V. Bekanntmachung Großh. Kreidamtse Büdingen, die Aufftellung eines Supplementarvoranschlags für Bedürf⸗ nisse der igraclitischen Religionsgemeinde zu Bindsachsen, im Kreise Büdingen, betreffend.

VI. Uebersich der für das Jahr 1868 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communalbedürfnisse in den Gemeinden des Kreises Darmstadt.

VII. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 1. Februar den Hülfslehrer an dem katholischen Schullehrer⸗Seminar zu Bensheim Köpp zum ordentlichen Lehrer an dieser Anslalt zu trnennen; den von dem Herrn Grafen zu Erbach⸗Erxbach auf die evangtlische Stadipfarrsielle zu Erbach präsentirten zweiten evang. Pfarrer zu Reichelsheim Landmann für diese Stelle, und den von dem Herrn * zu Solms⸗Braunfels auf die evang. Pfarrstelle zu

tllersheim präsentirten Pfarre Canbibalen Kißner aue Brome kirchen, im Kknigreich Preußen, süc diese Stelle zu bestätigen; am 8. Februar dem Schullehrer an der 4. tvangelischen Schule zu Groß ⸗Bieberau Göttmann die

dasige J. evangelische Schulsielle; dem Schulamtes-

Aspiranten Made aus Wersau die 4. evang. Schulstelle zu Langen; tem Schulamts⸗ Aspiranten Ramge aus Ueberau die evang. Schulsielle zu Wackernheim zu über⸗ tragen; den von dem Herrn Grasen zu Erbach⸗Schön⸗ berg auf die 2. evang. Schulstelle zu König präsentirten Schullehrer an der 3. evang. Schule daselbst Kadel für iese Stelle zu bestäͤtigen; den von dem Herrn Fürsten au Isenturg⸗Birstein auf die 22. katholische Schulstelle zu Offenbach präsentirten Schulamts-Aspiranten Müller aus Mainz für diese Stelle zu bestätigen; den von dem 545 Grafen zu Erbach⸗ Schönberg auf die evangelische

chulstelle zu Zell peäsentirten Schulamis⸗Acpyiranten

durch die Besoldung der Welfenlegion von Hietzing

Horst aus Nieder-Gemünden für diese Stelle zu bestätigen; den von dem Herrn Fürsten zu Ysenburg und Büdingen auf die 2. Elementarschulstelle zu Büdingen präsentirten Schulamts- Aspiranten Fink aus Kohden für diese Stelle zu bestätigen; und am 12. Februar dem Schulamts Aspiranten Voltz aus Auerbach die 6. evangelische Schul stelle zu Pfungstadt zu übertragen.

DieHess. Volksbl. haben vernommen, daß bei dem Ministerpräsidenten Freiherrn von Dalwigk eine Petition des Ausschusses des deutschen Handelstags auf Erweiterung der Com petenz des Zollparlaments eingegangen. Gleich lautende Schreiben sollen an die sämmtlichen Ministerpräsidenten der süddeutschen Staaten er gangen sein.

DieHess. Ldsztg. widerspricht der in

Koni in Person geschlossen.

Tagesordnung erledigt, was gleichfalls mit einer eine baldige Bauausführung der schlesischen Gebirgs- bahn beantragenden Petition geschieht.

Nachdem der Geh. Commerzienrath Abraham Oppenheim in Köln den preußischen Freiherrn⸗ titel erhalten, ist jetzt der erste Jude in die preußischen Adelsmatrikel aufgenommen worden, während bisher in Preußen die Ertheilung des Adels von der Annahme der Taufe bei ehemaligen Juden abhängig gemacht wurde.

Der Landtag wurde am 29. d. von dem In der Thronrede spricht sich der König mit Genugthuung darüber aus, daß die wichtigen Aufgaben in wesentlicher

diesen Blättern enthaltenen, demFr. J. ent- nommenen Mittheilung, wonach die auf Erhaltung der niedrigen Portotaxe fürStadtbriefe gerich- teten Bemühungen unsererPostcommission für das Großherzogthum Hessen nunmehr als ge- scheitert zu betrachten und die den Briefen der bezeichneten Art seither noch gewährte Begünstigung von August l. J. an in Wegfall kommen soll. Es seien bis jetzt dieserhalb keinerlei Verhand lungen geführt, vielmehr bestimmte Anweisung getroffen worden, die in Bezug auf Stadtbriefe bestehenden billigen Portosätze vorerst unverändert sortbestehen zu lassen.

Der großherzogliche Geh. Obersteuerrath Ewald ist nach Berlin abgereist, um in Gemein schaft mit dem Geh. Legationsrath Hofmann an den Berathungen des Zollbundesrathes Theil zu nehmen.

Ein hiesiges Blatt gibt den Mehraufwand für die hessische Armeedivision für das laufende Jahr auf 900,000 fl., die Mehr ausgabe für neue militärische Anschaffungen auf ebensoviel, die Matricularbeiträge für die Provinz Oberhessen auf nahezu 200,000 fl., den Gesammt-Mehrauf wand also auf zwei Millionen an.

Auf die von dem Bischof Hrn.». Ketteler in Mainz veröffentlichte Schrist:Die wahren Grundlagen des religiösen Friedens erklären die Herren Prälat Dr. Zimmermann, Superintendenten Dr. Simon in Gießen und Dr. Schmitt in Mainz antworten zu wollen,sobald es ihnen ihre viel fach in Anspruch genommene Zeit ermöglicht.

Preußen. Berlin. DieNordd. Allg. Zig. hält die Nachricht aufrecht, daß Graf Platen in Hietzing, wie das Baseler Telegramm gemeldet, um Zusendung von 100,000 Frs. für die Welfenlegion angegangen worden. Die Neben umstände, sagt genanntes Blatt, mögen andere sein, sie verändern aber nicht das Faktum, wo-

aus juridisch festgestellt sei.

Herrenhaus. Der Gesetzentwurf, den Schluß der Spielbanken betreffend, wurde in der Fassung des Abgeordnetenhausts angenommen, nachdem Graf Eulenburg erklärt, die Verwerfung des Gesetzes würde möglicherweise die Verzögerung der Schließung der Spielbanken über 1872 hinaus verursachen. Graf Eulenburg verlas eine könig liche Botschaft, wonach der Landtag am 29. d. um 2 Uhr geschlossen werden soll.

Abgeordnetenhaus. Die Petition, welche um die Bewilligung einer Unterstützung von 400,000 Thlrn. für die Lehrer in Ostpreußen nachsucht, wird der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen. Eine Petition, die Aufhebung der

Uebereinstimmung der Regierung und der Landes vertretung gelöst worden sind. Er dankte für die Bereitwilligkeit der beiden Häuser des Land- tags, den Mehraufwand zur Aufrechterhaltung der Würde der Krone bewilligt zu haben und erwähnt der Maßregeln wegen Linderung des Nothstandes in Ostpreußen, so wie der Belastung des Provinzialfonds für Hannover und der Ueber- einstimmung mit den Ansichten der Regierung über die mit den ehemaligen Landesherren von Han nover und Nassau abgeschlossenen Ausgleichungs⸗ verträge. Er schließt: Meine Regierung ist in ihren auswärtigen Beziehungen unausgesetzt be strebt gewesen, ihren Einfluß für die Erhaltung und Befestigung des eurepäischen Friedens zu ver⸗ werthen und kann ich mit Genugthuung bekunden, daß diese Bestrebungen, die von Seiten der aus wärtigen Regierungen in freundschaftlicher und wohlwollender Gesinnung getheilt werden, die Bürgschaft des Erfolges in sich tragen. Ich darf daher die Zuversicht aussprechen, daß das fester begründete allgemeine Vertrauen für die Entwickelung der geistigen und materiellen Güter und des Wohlstandes der Nation die gewünschten Früchte tragen werde.

Die kürzlichen Vorgänge auf hamburgischen Auswandererschiffen haben das Bundeskanzleramt veranlaßt, von dem Verfassungsartikel Gebrauch zu machen, welcher die Auswanderung nach außer- deutschen Ländern der Beaussichtigung und Gesetz⸗ gebung des Bundes unterstellt. Es sind Schritte gethan, um der Wiederkehr derartiger Uebelstände entgegenzutreten.

Die Organisation der Landwehr des Norddeutschen Bundes ist mit Ausnahme der mecklenburgischen Regimenter Nr. 89 und 90 und des braunschweigischen Regiments Nr. 92, welche noch keine Landwehr haben, vollendet und besteht aus 92 Provinzial-Landwehrregimentern zu je 2 Bataillonen, also aus 164 Bataillonen, aus 11 Reserve-Bataillonen, 4 Garde- Landwehr⸗ Regimentern zu je 3 Bataillonen, ald 12 Bataillonen und 12 Bataillonen des Königreichs Sagen, zusammen aus 199 Bataille nen.

Fulda. Nach demHess. Morgenbl. ist die Zahlung der Kriegsentschädigungsgelder von 1866 jetzt auch hier angeordnet. Man hofft nun, daß endlich auch die Ansprüche hinsichtlich** Ber- pflegung der Bundesexekutionstruppen von 1850 bis 1852 Anerkennung finden werden. Es sind dieß die Ansprüche, für welche die bessischen Stände so oft aufgetreten waren.

Bayern. München. In der Sitzung

der Abgeordnetenkammer wurde der Gesetzentwurf, die Eheschließung von Angehörigen nicht aner- kannter Religionsgesellschaften betreffend, mit allen

Schuldhaft betreffend, wird durch Uebergang zur

gegen 28 Stimmen und der Antrag auf Erlaß