Dienstag den 1. Dezember.
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1 142.
g 1868.
Anzeiger für O
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erhessen.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblatt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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Auf den„Anzeiger“ kann man für den Monat December abonniren.
Hessen. Darmstadt. Wie man hört, hat das großb. Steuer tommissariat in Ossenbach gegen die Redaction der„Main-Zeitung“ einen Preßprozeß wegen verletzter Amts- und Dienstehre erhoben, veranlaßt durch Aufnahme mehrerer Corre- spondenzen über die Veranlagung der Einkommen- steuer zu Neu- Asenburg.
— Den Ständen des Großberzogthums ist ein Gesetzesentwurf, die privatrechtliche Stellung der Erwerbs- und Wirlbschaftsgenossenschaften in den nicht zum Norddeutschen Bunde gehörenden Gebietstheilen betreffend, zur Berathung und Be⸗ schlußnahme vorgelegt worden.
— Nach dem„Fr. J.“ wird mit Jahres- schluß der großg. Staats Telegraph seine Fune⸗ tionen einstellen und es werden krast der mit
Preußen getroffenen Uebereinkunft nur preußische Bundes ⸗Telegraphen-Bureaus
oder norddeutsche (außer den Bahn⸗Telegraphen) im Großherzog⸗ thum bestehen.
so gemindert, daß, Standpunkte aus, lichen Bedeutung ist, indem mit einer größeren Quote betheiligt ist.
— Namens des in der Angelegenheit gebildeten Comite's gerichte ad vokat Ohly, Gewißheit darüber vor, daß Se. der Großherzog den Antrag Mitpredigers Mitzenius vom lichen und Lehrers abgelebnt haben.
Kgl. Hohei
barkeit kundgibt,
öffentlicher Versammlung hiesiger
zu Theil
— Nach einer der Kammer gemachten Mit theilung des Finanzministeriums werden, trotz de enormen Ausgaben für
letzten zwei Jahren, die Steuern für die
Jahre direkten Steuern Ende 1865 waren in Gulden Ueberschüsse
war 2,577,000 Gulden. aufgezehrt, das heißt, sind nach Berlin gekomme
und der Schuldenstand wurde durch Aufnahme
eines neuen Anlebens um eine Million erhöht.
Friedberg. Nachdem nunmehr die vor Behufs der projektirten Erbauung einer Eisenbahn von Fried- derg nach Homburg beendigt sind, hat am ver- eine durch das Homburger Comité veranlaßte Versammlung von Vertrauens- männern aus den bei diesem Bahnprojekt zunächst interessitten Orten auf dem Forsthause Bainhards in weicher die Resultatt der gedachten Vorarbeiten, insbesondere die vorläufig in Auesicht genommene Linie und deren Höhenverhältnisse, zur
einiger Zeit gemeldeten Vorarbeiten
flossenen Sonntag
staltgefunden,
Dem Friedensvertrag zufolge blieb Hessen unbenommen, den Staats⸗Telegraphen be⸗ stehen zu lassen, dessen Einnahmen haben sich aber mindestens vom finanziellen das Eingehen von keiner wesent⸗ Hessen dann bei der entsprechenden Einnahme des norddeutschen Bundes
Mitzenius'schen erklärt Hof es liege nunmehr volle
auf Entfernung des Amte eines Geist⸗ Indem das seither thätig gewesene Comite diesen Sieg des prottstantischen Princips in ehrfurchtsveller Dank⸗ betrachtet dasselbe die ihm in evangelischer Einwohner erthtilten Aufträge als vollzogen und dankt für die ihm aus allen Theilen des Landes gewordene Sympathie und Unterstützung.
Militärzwecke in den nächste Finanzperiode gemindert werden und der in diesem erhobene 25 Prozent Zuschlag zu den in Wegfall kommen können. der Staatskasse 4½ Mill. vorhanden und der effektive Schuldenstand der Staate schulden- Tilgungskasst Diese Ueberschüsse sind
hierauf bezüglichen Antrags wurde beschlossen, auch noch die Nivellirung einer zweiten Linie zu ver⸗ anlassen um allen Wünschen möglichst gerecht zu werden, und wird, nachdem dieß geschehen und inzwischen mehrere als wünschenswerth erachtete statisische und sonstige Erhebungen gemacht sind, das gesammelte Material zu demnächstigen weiteren Schritten in dieser Sache die geeignete Grund- lage bilden.
Gleßen. Nach einer Denkschrift über die projectirte Lenne-Lahnbahn und dem Antrage des hiesigen Gemeinderatbs Buchhändler Ricker hat der Gemeinderath beschlossen, die großh. Regierung zu ersuchen, sich bei der k. preußischen Regierung für die Genehmigung der Bahnrichtung nach Gießen zu verwenden.
Mainz. Am 27. Nov. wurde das bezirks gerichtliche Urtheil in der Anklagesache gegen Bamberger und Genossen publicirt. Es wurde erkannt: gegen Bamberger 2 Monate Gefängniß und 200 fl. Geldbuße, gegen Dietrich, Seeger, Goldschmidt und Blum je 1 Monat Gefängniß und 150 fl. Geldbußt, gegen Schäfer 3 Morate Gefängniß und 150 fl. Geldbuße.
Worms. Die„Wormser Zeitung“ schreibt: Bei der kürzlich dahier stattgehabten amtlichen Anwesenheit des Superintendenten der Provinz Rheinhessen, Herrn Dr. Schmitt aus Mainz, hat, sicherstem Vernehmen nach, der evangtl. Kirchen; vorstand von Worms sich einstimmig für die 1 Nothwendigkeit der baldigen Einführung einer Presbyterial- und Synodal- Verfassung für die protestantische Kirche des Großherzogthums Hessen ausgesprochen, welchem Ausspruche sich die evan ⸗ gelische Geistlichkeit unserer Stadt erfreulicherweise anschloß.
Preußen. Beriin. Im Abgeordneten⸗ hause fand die Berathung über den Antrag der Geschäftsordnungs: Commission statt, betreffend die Mandats- Erlöschung der nordschleswigschen Abgeordneten wegen ihrer Eidesverweigerung. [Mallinckrodt beantragte,
als sie den Eid verweigern, ihr sortdauern zu lassen. wurde der nommen. — Die Abgeordunten für des preußischen lassen, um den Bevölkerung der
Umfang der dänisch sprechenden
n lichen. Texte erläutert.
Ministeriums der
beschließen: dafür Sorge zu tragen,
nommen werde.“
von Graf Bethusy-Hue, v. Bennigsen
Vorlage kamen und Gegenstand der daran ge-] v. Hoverbeck.
knüpften Besprechung waren.
In Folge eines
die nordschleswigschen r Deputirten so lange vom Landtage aus zuschließen, Mandat aber Nach sehr lebhafter Debatte Antrag mit großer Malorität ange
Nordschleswig, Kryger und Ahlmann, haben unter die Mitglieder Landtags eine Karte vertheilen
Elbherzogthümer zu veranschau⸗ Die Karte ist mit— französischem
— Die drei Fractionen, Freiconservative, Nationalliberale und Fortschrittspartei, haben in der letzten Sitzung nachstehenden gemeinsamen Antrag zum Staatshaushalts⸗Etat wegen des auswärtigen Angelegenheiten eingebracht:„Das Haus der Abgeordneten wolle die k. Staatsregierung aufzufordern, daß das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten vom Jahre 1870 ab auf den Etat des Norddeutschen Bunde? über⸗ Unterzeichntt ist der Antrag und
Baden. Das bavische Justizministerkum hat für
wünschenswerth erachtet, daß öffentliche Bekannt⸗ machungen der bürgerlichen Rechtspflege, welche auch in Amerika verbreitet werden sollen, in amerikanischen Blättern eingerückt werden. Als Veröffentlichungen dieser Art werden namentlich Verfügungen in Verschollenheitsverfahren, Vor- ladungen vermißter wie unbekannter Erben und Vermächtnißnehmer ꝛc. bezeichnet und zugleich be⸗ kannt gemacht, daß sich die Redaction der in Newyork erscheinenden, in den Vereinigten Staaten sehr verbreiteten„Nachrichten aus Deutschland und der Schweiz“ zu unentgeltlicher Aufnabme derartiger Veröffentlichungen bereit erklärt hat und daß sich das auswärtige Ministerium der Mühe unterziehen will, fragliche Veröffentlichungen der genannten Redaction zu übermitteln. Oesterreich. Wien. Das Herrenhaus nahm die Schlußparagraphen des Wehrgesetzes und das Einfübrungsgesetz in der Fassung des Unterhauses in zweiter, und sodann das gesammte Wehrgesetz in dritter Lesung an. Bei der Debatte sprachen sich Feldzeugmeister Hauslab, Graf Wicken⸗ burg, Arndts und Ritter von Schmerling für Annahme des Gesetzes aus, letzterer mit dem Bemerken: er halte es für nothwendig, daß die Volksvertretung es laut ausspreche, sie sei von der Friedensidee beseelt, sie wünsche keine Erobe⸗ rungspolitik und schaffe das Heer nur zum Schutze gegen etwaige Angriffe.
Graz. Vom Reichs ⸗Kriegsministerium ist hierher die Anfrage gelangt, welche Vorräthe an Monturen sich in den Magazinen befinden, und ob die bereits gebrauchten sich noch zur Verwen- dung in einem Feldzuge eignen.
Pest. Das kürzlich ausgegebene„Rothbuch“ constatirt in der Einleitung, daß die innere Neu⸗ gestaltung und die Kräftigung der Monarchie ungeachtet mancher eingetretener ernster Ereignisse im Auslande doch von keiner Frage der allge- meinen Politik störend berührt werde.— Die nord⸗ schleswig'sche Frage betreffend, hat die kaiserliche Regierung in dem nicht auf ihren Betrieb ent⸗ standenen Artikel 5 des Prager Friedens keine Veranlassung erblickt, nach irgend einer Seite durch eine bestimmte Initiative einen Druck aus- zuüben; andererseits benutzt die kaiserliche Regie ⸗ rung jeden Anlaß, auf die gegenüberstehenden Ansprüche mäßigend einzuwirken.— In Bezug auf Spanien sagt das Rothbuch: Es sei die Aufgabe der kaiserlichen Regierung, ihre Sympathien für die Wohlfahrt und die Unabhängigkeit des Landes an den Tag zu legen, und sie erwarte nur das Zustandekommen einer definitiven Regierungsform, um die regelmäßigen diplomatischen Beziebungen mit Spanien wieder aufzunehmen. Bezüglich des Orients constatirt das Rothbuch den chronischen Charakter des Kampfes auf Krrta und den ver⸗ eitelten Ausstand der Bulgaren. Dennoch liegen in den Zuständen auf der Halbinsel des Balkan hinreichende Keime zu einer fortdauernden Krisis, welche für den europäischen Frieden gefährlich werden könnte. Der freundnachbarliche Verkehr mit der Regentschaft Serbiens ist nicht gestört. Das österreichisch-ungarische Reich ist der auf richtigste, uneigennützigste Freund Serbiens. Mit weniger Befriedigung blickt das Rothbuch auf die Donaufürstenthümer. Die dort statlfindende Anhäufung von Wassen und das zweideutige
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