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Hamburg. Die erste Plenar-Versammlung des Juristentages wurde am Vormittag des 27. d. im großen Saale des Conventgartens durch Justiz: ministerialrath Dr. Kalb aus München eröffnet, als Vorstand der ständigen Deputation.
Bayern. München. Anderweiten Angaben gegenüber wird von unterrichteter Seite versichert, die behufs Untersuchung der Ansprüche Preußens und Bayerns auf die hier befindliche sogenannte Düsseldorfer Gallerie niedergesetzte Commission sei einstimmig der Ansicht, daß sich für die Ansprüche Preußens auf die betreffenden Gemälde kaum durchschlagende Rechtsgründe auffinden lassen.
— Der König von Bayern hat dem Staats— minister Fürsten Hohenlohe mit einem schmeichel, haften, seine Leistungen in der Politik anerkennen- den Handschreiben das Großkreuz des Verdienst— ordens der Bayerischen Krone verliehen.
Baden. Von der Tauber wird gemeldet: General Moltke, der sich jüngst mit preußischen Generalstabsoffizieren zum Zwecke von Studien im Taubergrunde aufgehalten, hat, wie man jetzt erfährt, den baldigsten Bau einer Eisenbahn von Frankfurt mainaufwärts über Miltenberg und Tauberbischofsheim nach Würzburg als eine stra— tegische Nothwendigkeit bezeichnet.
Oesterreich. Wien. In der„Neuen Tyroler Stimme“ lesen wir:„An Herrn Professor Wildauer! Sie sprachen in Ihrer Rede beim Schützenfeste zu Wien am 1. August:„„Voll⸗ kommen sicher der Zustimmung der ungeheuren Majorität meiner Landsleute, gebe ich die Er— klärung: Wir Tyroler Schützen stellen alle Güter unseres Lebens getrost, hoffnungsvoll, freudig in die Hand der Grundgesetze des Reiches.““ Die gefertigten Gemeindevorstehungen erklären dagegen, daß sie alle Lebensgüter nie und nimmer unter die Hand der vom heiligen Vater der Christenheit mit dem Merkmale der Verwerfung bezeichneten Grundgesetze stellen werden.“
— Der Präsident des österreichischen Abgeord⸗ netenhauses, Dr. v. Kaiserfeld, hat beim Schlusse der landwirthschaftlichen Ausstellung in Marein (Steiermark) über die Gefahren gesprochen, welchen jetzt die neue Verfassung ausgesetzt sei. Diese Verfassung sei die einzige Garantie für den Fort⸗ bestand der habsburg⸗lothringischen Monarchie, und wenn die Freunde der Verfassung im Kampfe für dieselbe unterliegen sollten, so werde das Ende des Kampfes auch das Ende Oesterreichs sein.
— Von der moldauischen Gränze wird der „N. fr. Pr.“ von großen Waffentransporten ge— meldet, deren Ziel Rumänien ist. Unsere Districte befinden sich seit der zweiten Hälfte des August in einem Zustande, welcher zur Genüge beweist, daß der Herd der drientalischen Verwicklungen nach Rumänien verlegt worden ist. Das ganze Pruth-Ufer von Radomitz(russische Gränzstation Lipkanh) bis auf den nächst Jassy gelegenen Skuleni wimmelt von Waffentransporten, die be— stimmt sind, theils nach Bukarest, theils in die hiesigen bulgarischen Colonien versendet zu werden.
— Die„Neue freie Presse“ meldet: Das Justizministerium hat Angesichts der sich mehren⸗ den ehegerichtlichen Conflikte das Oberlandesgericht angzewiesen die in den schwebenden Ehescheidungs⸗ Prozessen benöthigten Acten von den geistlichen Ehegerichten, sobald diese den an sie gerichteten Aufforderungen nicht entsprechen, mittelst Execution herbeizufshaffen.
— Das Ministerium des Innern hat ein die neut politische Organisation betreffendes Circular- schreiben an die Statthalter erlassen. Das Mini⸗ sterium betont darin die Nothwendigkeit, Beamte, welche den verfassungsfeindlichen Parteien Vorschub leisten, ihres Dienstes zu entheben.
— Das„Neue Fremdenblatt“ spricht von dem hier verbreiteten, aber für unbegründet er⸗ klärten Gerücht, der König von Sachsen beabsichtige abzudanken und sagt, die Veranlassung zu diesem Gerüchte solle in angeblich bevorstehenden wesent⸗ lichen Vränderungen des Verhältnisses zwischen Preußen und Sachsen zu suchen sein, welche namentlich auf eine Erweiterung der zwischen beiden Staaten bestehenden Militär⸗Convention abzielten.
Troppau. Dem Landtage wurde am 22. August vom Abgeordneten Dr. Preißler und Genossen nachstehender dringlicher Antrag ein- gebracht:„Der hohe Landtag wolle beschließen: 1) Sowohl dem Reichs- als auch dem west⸗ österreichischen Ministerium den Dank auszusprechen für seine erfolgreichen Bemühungen um die Ver⸗ fassung und die Grundgesetze. 2) Der schlesische Landtag spricht sein volles Vertrauen den Männern der Regierung aus und hofft, daß dieselben Alles aufbieten werden, um der Verfassung und den Staatsgrundgesetzen rückhaltlose Anerkennung aller— wärts zu verschaffen. 3) Der Landtag spricht es als seine Ueberzeugung aus, daß nur durch ener— gische und schleunige Durchführung und Befestigung der Staatsgrundgesetze separatistischen Bestrebungen clericaler, feudaler und nationaler Parteien wirk— sam entgegengetreten werden könne. 4) Dieser Beschluß sei dem hohen Ministerium zur Kenntniß zu bringen.“ Der Antrag wird angenommen.
— Auch die Landtage in Innsbruck und Lemberg(Tirol und Gallizien) sind eröffnet. Von dem Tiroler Landtag läßt sich nach der ersten Sitzung kaum etwas sagen. Die Linke zählte 23 Mitglieder, in der Rechten zeigten sich noch große Lücken; Greuter und andere Häupter fehlten noch.— In Lemberg fielen dagegen als— bald Bemerkungen, die wie Protestationen gegen die neue Ordnung der Dinge klangen, und ein Dr. Smolka stellte einen Antrag auf Aufhebung des Beschlusses vom 2 Febr. 1867, wonach die Wahlen in den Reichsrath vorgenommen wurden, und auf Aufforderung an die in den Reichsrath gewählten Delegirten, ihr Mandat niederzulegen. Doch wird der Antrag wohl kaum durchgehen.
Frankreich. Paris. Der„Monde“ macht der Regierung sehr eindringliche Vorstellungen über die Gefahren, welcher dieser aus der zu— nehmenden Aufklärung in den Departements er- wachsen. Dies habe man deutlich bei der Wahl im Jura- Departement gesehen, das mit zu den bestunterrichteten gehöre....„Wenn dies De— partement auf der Unterrichtskarte etwas weniger weiß wäre“, sagt das katholische Blatt wörtlich, „und etwas mehr an dem Aberglauben binge, dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist, so würden schwerlich die Dinge so schlecht gehen.“
— Der Appellhof hat das erstinstanzliche Er⸗ kenntniß, welches Rochefort auf Grund der ersten Confiscation der„Lanterne“ zu 1 Jahr Gefäng- niß und 10,000 Francs Geldbuße verurtheilte, in seiner Sitzung bestätigt.
Großbritannien. London. Ein Citp⸗ artikel der„Times“ über das neue französisch— atlantische Kabel spricht die Zuversicht aus, daß zwischen den englischen Compagnien und der neuen Gesellschaft Harmonie herrschen und keine Eifer sucht eintreten werde. Eine unabhängige Linie vom Festlande Europas nach Nordamerika sei eine Nothwendigkeit gewesen und werde eine gute Ver⸗ waltung die fernere Legung rivalisirender Kabel verhindern. Für das Gelingen des neuen Unter⸗ nehmens seien die besten Aussichten vorhanden. Dem Correspondenten der Londoner „Morning⸗Post“ in Rom zusolge, erwartet man dort zuversichtlich den Abzug der französischen Brigade in allernächster Zeit. General Dumont mache gar kein Geheimniß aus der Sache, und wenn nicht eine neue Bewegung störend dazwischen⸗ fahren sollte, so werde der Rest der Franzosen in 4—6 Wochen eingeschifft sein.
Italien. Man schreibt der„Corr. Havas“ aus Rom unterm 23. August: Die Woche ist fruchtbar an kriegerischen Aufregungen gewesen. Der Papst läßt seine Kanonen, wenigstens so viele als möglich, in gezogene umwandeln. Diese Operation wird im Arsenal vorgenommen, welches im Vatikan selbst sich befindet, so daß die geist⸗ lichen Waffen und die weltlichen Waffen thatsächlich neben einander geschmiedet werden.
— Aus Bologna schreibt man der„Italie“, daß daselbst die päpstlichen Deserteure seit vier Wochen zahlreicher als je über Ancona eintreffen. Es kommen deren jeden Tag an.
Florenz. Garibaldi hat auf die Stellung als Deputirter des italien. Parlaments verzichtet.
Amerika. Die Nachrichten der westindischen Post über den Aufstand in Hayti lauten im Ganzen günstig für Salnave, der in Port- au- Prince sitzt, während seine aufständischen Gegner anscheinend wenig Thatkraft entwickeln. Die letzte That Salnave's war, Erhebung einer Zwangs- anleihe von 200,000 Piastern, wie er vorgab, bestimmt, das Leben der Einwohner zu schützen. Dabei wurden Solche, welche die Zahlung ver— weigerten, mit dem Tode bedroht.
Gießen. Bei dem Abmarsche des hiesigen Jäger⸗ bataillons ereignete sich der Unfall, daß der bier stationirte kögigl. preußische Etappencommissär, Major von Randow, durch den Sturz seines Pferdes auf dem Seltersweg einen Beinbruch und sonstige schwere Contusionen erlitt. Rasch erfolgte ärztliche Hülfe läßt auf einen günstigen Ver⸗ lauf hoffen.
Homburg v. d. H. Fuhrmann Seidenberger von Mainz, welcher Waarenkisten dortiger Schuhmacher und anderer Geschäftsleute zum hiesigen Markt zu bringen pflegt, wurde in der Sonntagsnacht vergangener Woche zwischen Bommersheim und Homburg v. d. Höhe von zwei Männern angefallen. Von den beiden Strolchen wurde ihm das Lederzeug der Pferde theilweise zerschuitten und ihm auch ein Schlag auf den Kopf versetzt. Der junge Mann vertheidigte sich indessen herzhaft und verwundete dabei einen seiner Angreifer mit einem Messer an der Hand, der Andere verlor im Handgemenge seine Mütze. worauf beide dann entflohen. Die Mütze und die ver⸗ wundete Hand führten zur Entdeckung der Uebelthäter, und es zeigte sich, daß es zwei Backsteinmacher waren. Der Polizei gelang es alsbald die Thäter zu entdecken und hinter Schloß und Riegel zu bringen.
Frankfurt. Der Herbstpferdemarkt ist zu Ende. Sein Resultat ist im Durchschnitt befriedigend zu nennen. Von den 632 zum Verkauf gebrachten Arbeitspferden blieben nur etwa 70 unverkauft; in besseren Wagenpferden wurden etwa 120 abgesetzt, während das Geschäft in Neitpferden kaum nennenswerth ist. Die Hälfte der zu Markte gebrachten Pferde fand Abnehmer, und mancher Händler, welcher vorzügliche Waare hatte, verkaufte aus. Neben dem effectiven Handel gegen Baar fand ein nicht unerheblicher Tauschhandel zwischen nord- und süddeutschen Händlern statt. a
Darmstadt. Vor einigen Tagen entsprang einem in der Stadt einquartierten Infanteristen beim Reinigen des Gewehrs die Zündnadel aus der Spirale und fuhr einem in der Nähe beschästigten Jungen in den Arm. Hätte die Nadel, welche mit beirächklicher Kraft(10 Pfd.) hinaussährt, die Brust getroffen, so hätte leicht der Tod des Verletzten herbeigeführt werden können. 8
Darmstadt. Unter Vorsitz des Herrn Obersteuerraths Fabricius fand am 20. d. auf dem Raihhause dahier die diesjährige Generalversammlung des Hülfsvereins unseres Landes für die Krankenpflege und Unterstützung der Solcaten im Felde statt und wurde dabei ein gedruckter Rechenschaftobericht über die vielseitige und erfolgreiche Thätigkeit des Vereins im Jahre 1867 zur Vertheilung gebracht.
Darmstadt. Am 8., 9. und 10. September wird in unserer Residenz die Wanderve sammlung deutscher Bienenwirthe abgehalten werden. Man glaubt auf eine Betheiligung von 600— 700 Personen, theilweise aus dem entfernten Ausland(Italien, Frankreich und Schweiz) rechnen zu dürfen. Die geselligen Vereinigungen und das Essen finden nicht, wie im Programm angegeben ist, um Trauben, sondern im Ritsert'schen Saale statt, da die Localiläten im Trauben an das russische Gesolge vermiethet sind.— Die Vorbereitungen für das landwirthschaftliche Fest sind ebenfalls im rüstigen Vorwärteschreiten begriffen. Der Architect Harres hat mit anerkennenswerther Liberalität den Bau der Festhalle mit Verzicht auf jede Entschädigung übernommen. Die Maschinenausstellung findet im Blumen⸗ thal'schen Hofe, die Productenausstellung in der Festhalle, die Viehausstellung auf der Niederwiese stait.
Worms. Den Ausschußmiigliedern des Lutherdenk⸗ malvereins wurde am Abend des 26. d. von den Bürgern und Bewohnern der hiesigen Stadt ein Fackelzug mit circa 250 Fackeln gebracht unter den Klängen der hiesigen Regimentsmusik. 8 85
Köln. Dieser Tage sind höchst wahrscheinlich zwel jener englischen Schwindler, welche seit einiger Zeit in Banquier⸗ und Geschäftshäusern des Continentes ihr Un⸗ wesen trieben, hier unschädlich gemacht worden. Es präsentirten nämlich kürzlich zwei Engländer im A. Schaff⸗ hausen'schen Bankverein einen Shalk(Wechsel), auf 200 L.⸗Sterling lautend, und entfernten sich nach der Empfang⸗ nahme der Summe. Der Dolmeischer des Bankvereins erklärte sofort dem Director, Herrn V. Wendelstadt, daß ihm das Benehmen der Engländer sonderbar vorge⸗ kommen sei, worauf sich das Papier alsbald als ein ge⸗ fälschtes herausstellie. Sosort angestellte Recherchen waren von Erfolgz es gelang, der sauberen Herren habhaft zu werben.
„, Ein englisches Blatt zählt die reichsten Leute der
Erde auf. An der Spitze steht weder ein König, noch
ein Kaiser, auch Niemand aus Europa, sendern ein Bürger der neuen Welt, ein Gewerbsmann in Nordamerika, dessen jährliche Renten 49 Millionen Francs betragen; dann solgt ein russischer Bojar. Der Dritte ist ein Eng⸗
länder, der in Ostindien begütert ist. Rothschild, den man gewöhnlich für den Crösus der Menschheit hält, kommt erst in der elften Reihe.
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