Ausgabe 
1.8.1868
 
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Battenberg. Am vorigen Sonntag ist das nur ½ Stunde von Lier entfernte Dorf Laisa ein Raub der Flammen geworden. Gegen 80 Oauser nebst der ent⸗ sprechenden Anzahl Scheuern und Stallungen, dabei ein Theil der eingebrachten Ernte sind im Verlauf von 5 Stunden, von Mittags 2 bis 7 Uhr, verbrinnt; vie Vieh ist umgekommen, der meiste Hausrat, darunter auch der vorhandene Geldvorrath, ist fort. Bei der schauder⸗ haften Schnelligkeit, mit der der Brand um sich griff, konnte nur wenig gerettet werden. Die wenige geborgene Habe und das gerellete Vieh, die jammernden Weiber und Kinder bedecken die umliegenden Aecker und Wiesen. Das Dorf war ohnehin schon arm, jetzt ist es der Noth ganz hingegeben.

Babenhausen. Der Vorzug eines Blitzableiters hat sich dahier glänzend bewährt. Eine clektrische Wolke ent⸗ lud sich kürzlich über dem hiesigen Schloß, der Strahl wurde aber durch den Blitzableiter unschädlich in die Erde abgeleitet. Es war ein Schlag, als ob eine Anzahl Be lagerungskanonen gleichzeitig gelöst würden; die sichtbaren Flammengarben gewährten ein prächtiges Schauspiel.

, Amerikanischer Humbug oder Wahrheit? Die Hitze in New⸗Pork stellt denn doch unsere europäische Temperatur, die uns im gegenwärtigen Sommer nicht verwöhnt hat, noch gewallig in Schatten. DerCourier des Etats Unis entwirft folgende Schilderung:Man muß bis zu dem Feuer- und Schwefelregen, welcher Sodom zerflörte, zurückgehen, um ein Beispiel einer so glühenden Temperatur zu finden, wie die ist, welche die unglücklichen Bewohner von New Pork jitzt verkohlt. Es ist sogar gewiß, daß die Hitze stärker ist, als sie in Sodom war, denn Lots Frau wurde in Salz verwandelt und zerschmolz nicht; jetzt würde nach Verlauf von zwei Se⸗ cunden keine Spur von ihr übrig bleiben, die Sonne würde sie sieden. Die Thermometer sind nie einer ähn⸗ lichen Probe unterworfen gewesen; auch faßt die Mehrzahl derselben den Entschluß, zu zerspringen, und die anderen verirren sich; wir haben daher nicht einmal den Trost, genau zu wissen, bei wie viel Grad wir geröstet werden. An einem einzigen Tage sind mehr als hundert Pferde in den Straßen von New Pork todt niedergestürzt. Die Menschen werden ebensowenig verschont; gegen dreißig wurden an demselben Tage von dem Sonnenstich getroffen und davon starben sechs auf dem Platze. Die Temperatur in der Nacht ist fast ebenso unerträglich, wie am Tage, und man erzählt von zwei Personen, Bernard Coopes und Jehn Murphy, ron denen der eine um Mitternacht, der andere eine halbe Stunde später vor Hitze starb. Gestern starben von 1 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends 26 Per⸗ sonen vor Hitze. Aus Brookiyn werden für dieselbe Periode nur 4 Todesfälle gemeldet. Wayrscheinlich wurden dabei mehrere vergessen.

2 Sonnenflecke und Erdmagnetismus. Bei dem erhöhten Interesse, das die Erforschung der Sonnen⸗ flecke gegenwärtig in der Wissenschaft behauptet, ist es wichtig, alle Beziehungen derselben zu uns bekannten Er⸗ scheinungen zu beachten. Eine solche Beziehung scheint nun zwischen den Sonnenflecken und dem Erdmagnetiomus zu beslehen. Sie wurde zueist i. J. 1852 von dem englischen Obersten Sabine ausgesprochen auf Grund sorgfälniger eigener Messungen und der Untersuchungen von Schwabe in Dessau. Dieser halte aus Beobachtungen in den Jahren 1828 bis 1848 im Erscheinen der Sonnen⸗ flecke elfjährige Schwankungen gesunden, so daß nach eiwa 5 Jahren einmal sehr viel und dann nach weiteren 5 Jahren sehr wenig Sonnenflecke gesehen wurden. Dasselbe Schwanken in denselben Perioden hatte Sabine in der Stärke des Erdmagnelismus beobachtet. Er machte auf diese merkwürdige Uebereinstimmung aufmerksam und stützte die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenhanges zwischen Sonnenflecken und Erdmagnetismus durch die längst be⸗ kannte Beobachtung, daß im Winter zur Zeit der Sonnen- nähe der Erdmagnetismus am stärksten ist. In den Jahren 1859 1865 hat nun Secchi in Rom ebenfalls gleich⸗ zeige Beobachtungen der Sonnenflecke und des Erd⸗ magnetismus angestellt, und aus ihnen dieselbe Ueber⸗ einstimmung zwischen dem häufigeren Erscheinen deer Sonnenflecke und der Größe der täglichen Schwankungen der Magnetnadel nachgewiesen. Ein solcher Einfluß der Sonne auf den Erdmagnetismus, daß mit der Zahl der Flecke auch die Größe der magnctischen Schwankungen zunimmt, scheint nach diesen übereinstimmenden Be⸗ obach:ungen vorhanden zu sein. Eine. Erklärung für diesen Zusammenheng, den auch schon Dumboldt vermuthet, kann jedoch vom gegenwärtigen Standpunkt der Wissenschaft aus nicht gegeben werden.

Ein sonderbares Testament hat ein vor Kurzem in Abbey Hall, Cumberland, verstorbener Here ven eiwas excentrischen Ideen hinterlassen. Die Zeit hate seine Erbitterung gegen die Silloth-Eisenbahn, die über einen Theil seines Grundbesitzes hinwegsührte, nicht zu be⸗ sänftigen vermocht, davon legte auch das Testament Zeugniß ab. Einem Advokaten, der die Anlage der Eisenbahn zur Zeit bekämpft hatte, hinterläßt er nahzu 1000 Pf. Sterl. als Zeichen seiner Anerkennung; mit dem Rest des Ver- mögens ist ein Bekannter von ihm kein Mitglied der Familie bedacht, doch unter der Bedingung, daß er nie mit ben Direktoren der Eisenbahn ein Wort wechsle, nie auf ihr reise, noch auch Vieh oder andere Güter mit ihr verschicke. Vernachlässigt er dieses, dann geht die Erbschaft an die Familie des Verstorbenen über. Aber auch die Direktoren der Silloth⸗Eisenbahn hat Herr Poung⸗ husband dies ist der Name des sonderbaren Erblassers nicht leer ausgehen lassen. Er vermachte ihnen je/ Penny.

Von Karl Gutzkow ist kaum nach Beendigung seines geschichtlichen RomansHohenschwangau bei Cotta bereits ein neues Buch unter dem Titel:Vom Baum der Erkenutniß im Erscheinen. Außerdem hat er eine Reihe größerer Aufsätze verfaßt, die bei Hallberger in Stuttgart gesammelt herausgegeben werden sollen.

Gemütbliches aus Alexandrien. In Alexandrien nimmt die öffentliche Unsicherheit zu. Vor einigen Tagen wurde bei einem der sogenannten Cafés chantants eine förmliche Schlacht geliefert und nicht weniger als 50 Revolverschüsse abgefeuert. Drei Personen blieben todt, mehrere wurden verwundet. Die Consulats-Behörden cheinen die Sache sehr leicht zu nehmen.

Es ist gegenwärtig im Werke, in London ein so⸗ genanntesTeelolaller-⸗Hospital zu errichten, d. h. ein Hospital, in welchem Krankheiten ohne Anwendung von Medieinen oder Alkoholen curirt werden sollen. Eine Deputation des Comite's desTemperance-Hygiene⸗ Hospilals machte am 11. Juni dem Erzbischof Manning ihre Aufwartung, um ihn zu bitten, diesem Systeme Behuf's dessen probeweiser Einführung in den Hospilälern der Londoner Armenhäuser seine Unterstützung zu leihen. Es wurde hervorgehoben, daß das bygienische System sich bis jetzt überall, wo es eingeführt, namentlich in Amerika, als sehr praktisch und heilsam erwiesen habe. Der Erz vischof erkannte die Wohlthätigkeit des Systems an und versprach der Deputation, seinen ganzen Einfluß Behus's baldiger Anwendung und Einfährung desselben aufbieten zu wollen.

Schroffer Schicksalswechsel. Kürzlich kehrte ein Schweizer aus dem Canton Luzern in seine Heimath zurück, nachdem er mehr als zehn Jahre in Amerika ge wesen und sich ein großes Vermögen erworben hatte. Er wohnte auf kurze Zeit bet seiner verheiratheten Schwester, welche ein allerliebstes Mädchen von drei Jahren besaß. Eben hatte er sein mitgebrachtes Geld gegen Staats- papiere umgewechselt und diese zum Zählen auf den Tisch gelegt, da ging er in den Hof, und als er zurückkehrte, sah er nur noch ein Häuschen rauchender Asche von seinem Geide. Das Kind hatte ihn kurz zuvor mit dastehenden Zündhölzchen seine Pfeife anzünden sehen und ihm nach⸗ ahmend den Geldhaufen in Brand gesetzt. Der Mann schmetterte das unglückliche Wesen mit einem einzigen Fausischlage todt zu Boden und sitzt nun als Mörder im Gefängniß.

Eine Heldenthat der Königsberger Feuerwehr.

Aus Königsberg, vom 8. Juli, wird von derKönigsberger Hartung'schen Zeitung brichtet:

Ein trauriges Ereigniß aus vergangener Nacht beschästigt heute die hiesigen Einwohner und gibt ihnen Stoff zu mannigfachen Erzählungen. Etwa um halb zwei Uhr stand nämlich plötzlich das große Gebäude Tragheimer Kirchenstraße Nr. 1, dem Particulier Görke gehörig, in hellen Flammen. Gegen zwanzig Familien, welche in diesem Haust wohnten, eilten unter Jammer und Wehklagen auf die Straße, während die schnell herbeige kommene Feuerwehr ihre Thätigkeit zu entwickeln begann. Da erscholl der Ruf, es seien oben in der brennenden Dach⸗Etage noch mehrere Personen, denen die Rettung durch die brennende Treppe und fürchterlichen Rauch unmöglich gemacht werde, und in der That erblickte man einen Arm aus einem etwa 9 Zell im Durchmesser haltenden Loche in der Mauer, der nach Rettung zu winken schien. Von keiner Seite war ein Zugang mög- lich, obgleich der brave und unerschrockene Brand- dirtetor in eigener Person, von den Besten seiner Getreuen begleitet, kein Mittel unversucht ließ, zu dem Unglücklichen zu gelangen.

Hier war keine Sccunde Zeit zu verlieren; er ergreift eine Leiter und will den Rettungs- versuch selbst wagen, woran ihn indeß drei seiner heldenmüthigen Feuermänner verhindern, während Feuermann Stenzel, ohne sich zu befinnen, das kühne Werk beginnt. Mit großer Sicherheit und Präcision steigt er mit einer Leiter an der Vorder fronte des vierstöckigen Hauses in die Höhe nach der Oeffnung zu, wo noch immer der Menschen' arm sich bewegt; er hat den obersten Stock er reicht und ist etwa nur noch eine halbe Leiter länge von dem Unglücklichen entsernt, als er zu seinem Schrecken gewahrt, daß er die Leiter nicht nochmals anlegen könne, da an dem Dache kein Gegenstand ist, an welchem dieselbe eingehakt werden kann. Ein schnelles Verständigen mit den ihm gefolgten Kameraden ließ ihn nun ein Werk ausführen, das an Kühnheit und Unerschrockenheit alles bis jetzt Geschehene überstieg. Die Leiter wurde von den beiden Männern gehalten, während

Stenzel sie besteigt, und da er immer noch etwa

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vier Fuß von der beschriebenen Oeffnung entfernt war, sich auf die beiden spitzigen Leiterbéume stellt und so in dieser grausenerregenden Stellung mit seiner Axt die Oeffnung in der Mauer zu erweitern beginnt. Doch die leckenden Flammen zischen immer näher, der Unglückliche im Inneren brüllt nach Rettung und Stenzel verdoppelt seine Kräfte. Er reicht seine Axt demselben durch das

Loch und ruft ihm zu, mitzuhelfen, wäbrend er sich eine andere Axt reichen läßt und rüstig das Loch erweitert. Und alles dies auf den beiden Enden der Leiter stehend, ohne jede andere Haltung oder Stütze.

f Das Publikum wagt keinen Laut, es hält ein Jeder den Athem inne, während die Auf regung dicke Schweißtropfen von den Gesichtern rinnen läßt. Da erschallt erst ein leiser allge meiner Ruf, er wird stärker, Alles drängt näher, um eine kaum geahnte Möglichkeit von dem braven Feuermann möglich gemacht zu sehen: ein Freuden schrei und ein endloser Jubel verkündete, daß der Unglückliche aus dem erweiterten Loche mit hundertfacher Lebensgefahr herausgezogen und von seinen Rettern heruntergetragen wurde. Leider sollte es den unsäglichen Mühen der Feuerwehr nicht gelingen, die noch oben befindlichen beiden anderen Menschen aus den Flammen zu retten. Der Sohn des Hauseigenthümers Görke, sowie ein Soldat vom ersten Infanterieregiment fanden den Tod, der Erstere durch Ersticken, der andere in den Flammen. Der Gerettete war gleichfalls ein Soldat vom ersten Regiment.

Königsberg kann auf eine solche Feuerwehr in der That stolz sein. Es gelang der letzteren auch, das im höchsten Grade gefährliche Feuer nur auf dicses eine brennende Gebäude zu beschränken. Ueber die Enistehung ist noch nichts mit Sicher⸗ heit zu sagen.

Hübner's Statistische Tafel.

O Es ist eine schöne Sache um die Stattstik. Sie macht keine Voraussetzungen, sie spekulirt nicht; sie beob⸗ achtet, sie zählt und vergleicht, und die gefundenen Re⸗ sultate zeichnet sie auf, einfach und schmucklos. Sie bringt Thatsachen, unumstößliche Thatsachen, über die sich Jeder beliebig seinen Vers machen kann, und an deren Hand die verschiedensten Verhältnisse klar gelegt und die Gesetze, wonach sie sich ordnen, erkannt und festgestellt werden. Eine ungleich schönere Sache aber ist es noch um das Bemühen, die Resultate der Stalistik für Jedermann klar, übersichtlich, in knappster Form und doch ausreichend, und zwar für wenige Kreuzer zugänglich zu machen. Davon überzeugt man sich deim Anblick derStatisti⸗ schen Tafel aller Länder der Erde von Otto Hübner. 17. verbesserte und vermehrte Aufl. Frankfurt, Boselli'sche Buchhandlung, 18 kr. An die Wand geklebt und mit einem Blick überschaubar, gibt sie Ausschluß über tausend Dinge, die zu wissen uns interessant und nöthig sind und worüber wir uns sonst durch mühsames, überdies oft vergebliches Nachschlagen in dickteibigen Bänden der entsprechenden Lehrbücher(und die sind auch nicht immer bei der Hand) Rath suchen. Die Hübner'sche Tafel enthält Größe, Regierungsform, Staats⸗ oberhaupt, Bevölkerung, Ausgaben, Schulden, Papiergeld und Banknotenumlauf, stehendes Heer, Kriegs- und Han⸗ delsslotte, Em- und Ausfuhr, Zolleinnahmen, Haupter⸗ zeugnisse, Münze und deren Silderwerth, Gewicht, Ellen⸗ maaß, Hohlmaaß für Wein und Getreide, Eisenbahnen, Telegraphen, Haupistädte und die wichugsten Orte(mit Einwohnerzahl) aller Länder der Erde. Es ist z. B. die Rede von den Militär- und Marinelasten in den einzelnen Staaten. Die Tafel gibt darüber prompte Auskunft. Auf jede Familie betragen sie nämlich durchschnittlich; in Oesterreich 8 Thlr., Preußen 12, Grosbrittennen 7, Frank⸗ reich 15, Holland 9, Belgien 10, Rußland, Italien , Spanien 10 Thaler. Für Geschäftsleute, Gelehrte, Zeilungsleser, für jeden Gebildeten ist die statistische Tafel kaum entbehrlich.

Aus den Anzeigen ist ersichtlich, daß der Opernsänger und Komponist Hr. Vincent, Sonntag Abend Liedervor⸗ träge halten wird. Die Herren Kreisarzt Diehl und Großherzogl. Assessor Königer von Butzbach geben dem Sänger die besten Zeugnisse. Letzterer sagt folgendes: Der so genußreiche Abend, den mir der Sänger und Komponist) Herr Vincent durch schönen und gediegenen Liedervortrag bereitet hat, wird mir eine sehr angenehme Erinnerung gewähren, und empfehle ich allen Freunden des Gesanges, die Gelegenheit, einen so bedeutenden Künstler zu hören, nicht unbenützt vorüber gehen zu lassen.

Butzbach, 30. Juli 1868. E. Königer.

) Komponisi der populären Lieders Sängers Traum, die deuische Mutter, Ungarlied. Sein ueuestes Lied der Tag zu Worms ist bei Bindernagel und Schimpff für m9 kr. zu haben.