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(wahrend der Preis sonst durchschnittlich 10 Sgr. beträgt). Natürlich reicht ein Scheffel Korn manatlich auch nicht aus, sondern es muß zu ⸗ gekauft werden. Der Scheffel Roggen kostet aber 3 Thlr. 5 Sgr.— Da von 4 Sgr. täglichem baaren Gehalt aber nicht nur der Lebensunterhalt, sondern auch jeder Wirtbschaftsbedarf— Licht, Seife ꝛc.,— ferner Kleidung für die Familie (bei mir für 10 Personen), Steuer, Wittwen— pensionsbeitrag ic. beschafft werden muß, so wird es wohl hiernach glaublich erschtinen, wenn ich versichere, daß ich die Meinigen nicht mit Schrot brod und Kartoffeln zu sättigen vermag. Mit mir in gleicher Lage befinden sich aber alle diejenigen meiner Standesgenossen, die eine zahlreiche Familie baben— und der Kindersegen bei den Lehrern ist ja sprüchwörtlich— wenn sie nicht durch einiges Privatvermögen besser situirt sind.— Die geringe Aufbesstrung der Stellen, welche uns in Aussicht gestellt ist, tritt hier im Regierungsbezirk Gumbinnen erst mit dem 1. Oktober in's Leben. Andere Aussicht auf Hülse ist auch nicht vor— handen, und so können wir nur mit sehr schwerem Herzen der Zukunft entgegensehen.“
— Abgeordnetenhaus. In der Fortsetzung der Berathung des Etats der indirekten Steuern wurde der Antrag Vincke's, betreffend die Auf— hebung der Schlacht und Mablsteuer, nach leb⸗ hafter Debatte fast einstinnig angenommen. Der Regierungstommissär Burghard spricht sich dahin aus, daß die Mahl- und Schlachtsteuer nicht aufgehoben werden könne, indem er die Schwierigkeit betont, dieselbe durch eine andere Steuer zu ersetzen. Die Regierung werde den Gemeinden, welche jene Steuer aufbeben wollen, bereitwillig entgegenkommen. Der Minister von der Heydt spricht sich in ähnlichem Sinne aus.
— Regierungspräsident v. Diest ist in Be- gleitung des Grafen v. Solms-Laubach nach dem Westerwalde gereist um an Ort und Stelle über den materiellen Zustand dieser Gegend sich Gewißheit zu verschaffen.
— Die„Kr.-Z.“ bringt folgende gebeimnißvoll klingende Nachricht: Die hannöverschen Emigranten, welche in der Schweiz lebten, haben jetzt unter Führung von Offizieren die Cantone verlassen und sich in einer Stärke von 460 Mann in Straßburg gesammelt. Sie scheinen daselbst, wie wir aus einem uns mitgetheilten Briefe ersehen, von der französischen Regierung mit Wohlwollen aufgenommen zu sein. Es hieß, daß 80 Mann von ihnen nach Hagenau bei Straßburg, 120 Mann nach Weißenburg, eine Anzahl nach Luneville und anderen Orten instradirt worden seien. Diese Mannschaften sollen— wie wir lesen— ihre militärische Organisation in Frankreich behalten und scheinen bestimmt zu sein, den Kern einer neuen Fremden-Legion zu bilden,(7) über deren Verwendung die Zukunft Aufschluß geben wird.
Frankfurt. Das„Fr. J.“ berichtet: In der letzten Sitzung des Abgeordnetenhauses hat
einer unserer Deputirten, Dr. Ebner, bei Gele- genheit der Debatte über den Etat der direkten Steuern Veranlassung genommen, für die durch die Steuer-Ueberbürdung gefährdeten Interessen unserer Stadt einzutreten, indem derselbe als den Grundfehler der Steuerveranlagung die Aufstellung falscher Normen bezeichnete, und zur Beseitigung dieser Mißstände an das Gerechtigkeitsgefühl des Hauses und der Regierung appellirte.
— Bei dem hiesigen Hülfscomite für Ostpreußen sind bis zum 27. d. 17,695 fl. 12 kr. eingegangen.
Baden. Karlsruhe. Die erste Kammer nahm das Contingentsgesetz in der Fassung der zweiten Kammer mit allen gegen eine Stimme an. Das Gesetz über die Verantwortlichseit der Minister wird nach den Commissionsanträgen mit allen gegen 3 Stimmen, das Preßgesetz einstimmig angenommen.
Oesterreich. Wien. Wie die„Oesterr. Corr.“ meldet, sollen unter Vorsitz des Reichs- kriegsministers nächste Woche Berathungen über Reformen in der Armecorganisation beginnen. Zu Mitgliedern der Commission sind ernannt die Feldmarschall-Lieutenants: Ramming, Hartung, Saint-Quentin, Gablenz, Philippovich, Maroici und Moring.
— Die„Wiener Abendpost“ veröffentlicht ein Rundschreiben des Ministers des Innern, worin derselbe die politische Bedeutung der Beamten— beeidigung bespricht und dabei ein unverbrüchliches Festhalten an der Verfassung von den Beamten nachdrücklichst fordert. Auf Staatsdiener, welche die Eidesleistung auf die Verfassung mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren könnten, sei kein Zwang auszuüben. Die Länderchefs sind angewiesen, derartige Fälle der Regierung witzutheilen, worauf weitere Verfügung erfolgt. Diejenigen Organe bingegen, welche den Eid leisten, mögen diese Sache nicht als eine Formalität, sondern als einen politischen Akt von vollwichtigster Bedeutung betrachten. Der Minister fordert von den Beamten zunächst Treue gegen den Kaiser und unbedingte Achtung vor der Verfassung. Untreue oder Feind⸗ seligkeit gegen die Verfassung wird als schwerste Verletzung der Amtspflicht angesehen. Es genügt auch nicht bloße Passivität gegenüber der Ver— fassung, sondern es ist Pflicht der Regierungs- organt, im constitutionellen Geiste zu arbeiten. Schließlich fordert der Minister die Beamten auf, an der Verwaltungsreform selbstthätig mitzuwirken.
Schweiz. Am 25. d. starb zu Bern nach kurzem Krankenlager Dr. Karl Hagen, Professor der Geschichte an dortiger Universität, im besten Mannesalter. Der Verstorbene, ein geborner Badener, war Mitgtied des Frankfurter Parlaments, und lebte in der Schweiz seit 1858. Die Universität Bern hat durch seinen Tod einen großen Verlust erlitten.
Frankreich Paris. Im Senate erregte die Rede eines bekannten Diplomaten Baron Brenier einiges Aufsehen. Baron Brenier
erklärte sich für die allgemeine Wehrpflicht. Im Verlauf seiner Rede zeichnete er das Bild Bismark's
als das eines kühnen Ministers.„Glücklich das Land“, sagte er unter Anderem,„das einen solchen Mann besitzt und das patriotisch genug ist, ihn zu unterstützen. Wenn der durch Menschen und Waffen herbeizuführende Einfluß uns gefehlt hat, um die Erfüllung der letzten Ereignisse zu ver— hindern, so müssen wir ihn herstellen, um neue Versuche aufzuhalten. Wir müssen bewaffnen, um auf die beständige Drohung, die in Preußen liegt, zu antworten. Man muß wissen, daß wir diese Politik nicht weiter gehen lassen. Gebiets. vergrößerungen sind uns gleichgültig, wenn sie unser Gebiet nicht berühren.“
— Die Wochenschau des„Moniteur“ erklärt, daß in der allgemeinen Haltung der Mächte ver— söhnliche Neigungen als friedliche Symptome sich kundgeben. Je mehr die Regierungen und Völker nachdenken, lernen sie, sich gegen übertriebene Gelüste zu waffnen, und sehen ein, daß der Friede bei dem gegenwärtigen Zustand der Civilisation nicht sowohl allein ihr Interesse als auch ihre Pflicht ist.
Großbritannien. London. Bei dem wieder aufgenommenen Verhör gegen die bei der Explosion in Clerkenwell Betheiligten trat unter allgemeinem Aufsehen der Angeklagte Patrick Mullancy als Kronzeuge oder Angeber auf und erzählte, wie das Complott geschmiedet worden sei, und daß Barett, den er unter dem Namen Jackson gekannt, Abends nach der That sich ihm gegenüber zu derselben bekannt habe. Die Ver— handlungen sind noch nicht beendet.
Im Kreise Nidda hat die Volkszählung eine Ab⸗ nahme dee Bevölkerung ergeben, indem nur 32.696 Personen gegenüber 33,118 Personen in 1864 gezählt wurden; die Verminderung beträgt daher über 400 Köpfe. Haushaltungen waren 7141, bewohnte Gebäude 6207 und
ohnräume 6908 vorhanden, in welchen sich 32,320 In⸗ länder und 376 Ausländer bewegten. Von den größeren Gemeinden haben sich Echzell mit jetzt 1550 Einwohnern um 88, Hungen mit 1137 um 34, Nidda mit 1704 um 55 Einwohner vermindert, zugenommen haben dagesen von diesen nur Gedern mit 1828 Einwohner um 33 Einwohner.
Mainz. In der Assisensitzung vom 29. d. wurde Grüll von den Geschworenen des Raubmordes an dem 74jährigen Adam Volz J. in Eich für schuldig erklärt und von dem Gerichtshofe zum Tode verurtheilt.
Berlin, Ein hiesiger Industrieller hatte im Jahre 1866 für die Armee 1000 Flaschen Cognak geschenkt. Nicht sehr lange später meldete sich bei izm ein Mann, der ihm eine große Partie von Cognakflaschen zum Kauf anbot, in denen der Kaufmann auf den ersten Blick Flaschen aus seiner eignen Handlung erkannte. Die Folge davon war, daß er den Verkäuser anhielt und der Polizei übergab. Weitere Nachforschungen, die nun angestrebt wurden, führten zu folgendem Resultat: Es stellte sich heraus, daß zwar sämmtliche 1000 Flaschen hier zur Weiterbesörderung nach dem Kriegsschauplaßy in Böhmen auf die Eisenbahn gegeben, daß am Bestimmungsorie aber nur 200 Flaschen angekommen waren. Als der Unter⸗ schlagung verdächtig ist ein damals durch die Mobil⸗ machung eingezogener niederer Militärbeamter zur Unter⸗ suchung gezogen.
Der Nord. Ostsee⸗ Canal.
Von Dr. Curtman.
Die Halbinsel, welche die beiden deutschen Meere, die Nord- und die Ostsee von einander trennt, hat von jeher die Schiffenden in eine gewisse Abhängigkeit von den Uferstaaten des Sundes, Dänemark und Schweden gebracht. Seit der Erfindung weit tragender Geschütze konnte nämlich kein Fahrzeug den Sund passiren, ohne in die Schußweite der dänischen Festung Helsingör zu kommen, da man dem schwedischen Ufer aus anderen Ursachen sich zu nähern nicht wobl im Stande war. Des- halb dachte man schon im 16. Jahrhundert an einen Canal, welcher durch Holstein gehend den Weg wenigstens bedeutend abgekürzt hätte. Vor der Sundabgabe hätte dieser Weg allerdings darum nicht geschützt, weil auch dieser Canal durch dänisches Gebiet geführt haͤtte. Wirklich haben die Dänen einen Canal durch und entlang des Flusses Eider geführt(die Eider mündet in die Nordsee), welcher aber bei Weitem nicht für größere Schiffe genügt, auch nicht wohl brauchbar für dieselben gemacht werden kann. Seit nun durch den dänischen Krieg im Jahr 1864 die Herzogthümer Holstein und Schleswig für Deutschland gewonnen worden und nunmehr preußisches Besitzthum geworden sind, ist es natürlich, daß man die alte Idee eines für alle Gattungen von Fahrzeugen passirbaren Canals zwischen den beiden Meeren wieder aufgenommen hat und daß Preußen dieselbt auch im Interesse seiner Flotte betreibt. Natürlich muß aber nun auch
der Canal nicht blos die Zwecke der Handelsschifffahrt, sondern auch des Seekriegs erfüllen und Preußen durch denselben zu dem Range einer Seemacht verholfen werden. Preußen hat auch wirklich einen vollkommen sachkundigen Mann, Oberbaurath Lentze, hingesandt, und nach genommener Einsicht einen Plan ausarbeiten lassen. Lentze hat die Linie Eckernförde an der Ostser nach St. Margarethen an der Nordsee gewählt, und zwar soll dieser Canal ohne alle Schleußen ausgeführt werden. Dagegen geben Andere einem schon früher entworfenen Plane(1849 von den Gebrüdern Christensen) den Vorzug schon wegen seiner größeren Woyhlseilheit, hauptsächlich aber wegen der durch geringere Befestigungen zu erreichenden Sicherheit seiner Endpunkte: Kiel und Brunsbüttel. Auch die größere Entfernung auf dem letzteren Wege und der Aufenthalt durch die Schleußen wird mehr als ausgeglichen durch die Gunst der vorherrschenden Winde.
Den größesten Vorzug besitzt die Kieler Bucht vor der von Eckern⸗ förde in militärischer Beziehung. Der Canal bildet nämlich für die Verthei⸗ digung der norddeutschen Küsten die Basis. Er vermittelt für die preußische resp. deutsche Flotte die Verbindung zwischen Nord- und Ostsee; er ist ein Hafen, wie kein zweiter in der Welt existiren würde; denn er öffnet sich nach zwei Meeren. Er setzt unsere Flotte in den Stand, in wenigen Stunden ihre ganze Macht auf die Nordsee oder auf die Ostsee zu werfen, wodurch Blokaden unmöglich gemacht sind und der Feind verhindert wird, mit getheilten Streitkräften heranzukommen. Von Kiel aus bedroht der Canal Dänemark, von der andern Seite schützt er die Mündungen der großen deutschen Ströme, er erspart also auch Preußen die Anlegung
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