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swochen, daß auch in dem übrigen Süddeutschland von Coburg besagen die neuesten Nachrichten,
af den Eintritt in den Nordbund hingewirkt
erde.
— Prinz und Prinzessin Ludwig werden b einigen Tagen zum Besuch der Ausstellung nich Paris reisen.
S. Gießen. Unsere Befürchtungen über den pwachen Besuch der biesigen Hochschule haben h auf das Traurigste bestätigt. Die Zahl der Eiudirenden beträgt nur 305(im vorigen Som⸗ tersemester gerade 400,) so daß Marburg, wel- des 312 Immatrikulirte aufweist, den Sieg über Cießen errungen hat. Ein so niedriger Stand der Universität ist seit 1823, von wo an genaue berichte vorliegen, erst dreimal da gewesen, zu— ltzt im Wintersemester 1836— 37, wo sich die studentenzahl auf nur 290 belief. Im Jahre 847 wies das Verzeichniß 570 Studenten auf, e höchste Zahl seit dem Bestehen der Universität, ber von da an ging es jählings herunter. Wie ich die Studirenden auf die einzelnen Fächer ver- geilen, wird das demnächst erscheinende akademische dreßbuch nachweisen.
Preußen. Berlin. lllgemeine Zeitung“ bestätigt, daß vertrauliche Zesprechungen mit Dänemark behufs einer Ver— ändigung über die Rückgabe nordschleswig'scher Districte eingeleitet sind. Bedingungen wären: lebernahme eines Antheils von den Staatsschulden er Herzogthümer und Garantie des nationalen Schutzes der abzutretenden deutschen Bevölkerun— en. Die Behauptungen einiger Zeitungen: Däne— nark habe eine Circularnote erlassen des Inhalts, s wolle Angesichts solcher Bedingungen lieber duf die Rückgabe verzichten, erklärt die„Nord- „eutsche Allgemeine Zeitung“ als erdichtet.
— Der König wird am 4. Juni, in Be⸗ zleitung der Generale von Moltke, von Treskow ind von der Golz, sich nach Paris begeben und im 14. Juni wieder zurückkehren, indem der zussische Kaiser am 15. Juni hier eintrifft.— Der großherzogl. hessische Gesandte dahier, Geh Zegationsrath Hofmann, bat den rothen Adlerorden erster Classe vom König erhalten.
Hannover. Eine Anzahl ehemaliger han- aover'scher Ossiziere sind des Landes verwiesen worden.
Sachsen. Dresden. Am 27. haben uns die letzten preußischen Truppen verlassen und haben jetzt nur noch Leipzig, Bautzen und Königstein Besatzung.
Weimar. Das Gerücht von der beabsich- nigten Aufhebung der Universität Jena wird hier und in Gotha als ein vollständig unbegründetes bezeichnet.
Aus Thüringen. Die Rinder pest scheint im Verschwinden zu sein. Im Eisenachischen sind überhaupt nur zwei Fälle vorgekommen, im Mei- ningischen wurden nur einzelne Orte hart betroffen. Für den Verwaltungsbezirk Salzungen wird amt⸗ lich die Seuche als im Erlöschen bezeichnet. Auch
Die„Norddeutsche
daß die Seuche dem Erlöschen nahe sei.
Oesterreich. Wien. Die Befestigung Wien's, welche die Regierung ernstlich in Angriff nimmt, macht hier viel böses Blut. Gemeinde— rath und Reichsrath werden sicherlich Alles auf— bieten, um den gefürchteten Schlag, welcher die Interessen unseres Gemeinwesens auf's Ernstlichste gefährdet, abzuwenden. Die unabhängige Presse polemisirt in Artikeln von Fachmännern mit Be— rusung auf militärische Autoritäten gegen die ganze Idee als eine durchaus veraltete, deren Ausführung die Lebensadern der materiellen Ent— wicklung Wien's unterbindet und das Staats- budget mit einer Ausgabe von nicht weniger als 300 Millionen Gulden belastet. 5
Die„Wiener Abendpost“ meldet: Die Krönung des Kaisers als König von Ungarn werde, wenn nicht unvorhergesesehene Hindernisse eintreten, am 8. Juni stattfinden.
Frankreich. Paris. Dem hier verwei— lenden belgischen Königspaare hat die Stadt Paris am 24. ds. ein großes Festdiner gegeben, von dessen Beschreibung die Spalten aller Blätter ge— füllt sind. Dem Diner folgte ein großes Concert. — Zu Ehren des demnächst erwarteten Kaisers von Rußland wird während dessen Anwesen— heit eine große Galavorstellung in der Oper ge— geben werden. Es wird im Hintergrund des Saales eine prachtvolle Loge eingerichtet, in wel— cher auf siebzehn nebeneinander stehenden Sesseln die gekrönten Häspter und ihre Verwandten Platz nehmen werden.— Dem„Etendard“ zufolge ist nun auch Rußland, und zwar unter dem 10. Mai, dem Genfer Vertrag zum Schutze der Verwundeten beigetreten. Dieser Vertrag ist dem— nach jetzt von allen europäischen Mächten unter— zeichnet.— Für den Empfang des Kaisers von Rußland werden große Vorbereitungen getroffen, und obgleich derselbe erst in acht Tagen erwartet wird, fängt man jetzt schon an, den Nordbahnhof zu decoriren. Ob und wann der König von Preußen kommt, darüber herrscht hier noch im- mer eine auffallende Ungewißheit. Dagegen ist gewiß, daß der Sultan Ende Juni hierherkommt.
Amerika. Die neuesten Depeschen aus New⸗Nork melden, daß Queretano eingenommen und Kaiser Maximilian gefangen sei.
Aus der Wetterau. Die starken Nachtfröste vom 22. vis 25. d. Mts. haben auch bei uns nicht un⸗ bedeutenden Schaden gebracht, indem vielfach die zarten Gemüsepflanzen, welche eben erst der Erde entkeimt waren, zu Grunde gingen. Hier und da sind auch die Kartoffeln erfroren, und sahen wer gestern Landleute mit abermaliger Ausstellung des Feldes beschäftigt.
„Friedberg. Am 28. d. Abends 6 Uhr traf der Bischof von Mainz in Ockstadt ein und wurde unter Böllersalven festlich empfangen.
* Friedberg. Ein der hiesigen Garnison angehöriger Soldat, welcher in kriegs gerichtlicher Untersuchung gestan⸗ den haben soll, ist bei Bruchenbrücken in der Wetter todt aufgefunden worden. Es darf wohl angenommen werden, daß er dort freiwillig feinen Tod gesucht und gefunden hat.
B. Gießen. Die neue Synagoge geht ihrer Vollendung entgegen, und ist nunmehr die Feier der Einweihung auf künftigen Freitag den 31. d. M. fest⸗ gesetzt. Es ist mit der Errichtung dieses Gotteshauses einem wesentlichen Bedürfnisse der hiesigen ifraelitischen
Religionsgemeinde abgeholfen, indem dieselbe bisher genzihigt war ihren Gottesdienst, gewiß auf dürftige Weise, in einem Bethause abzuhalten. Was die Aus⸗
führung der Synagoge betrifft, so läßt dieselbe nichts zu wünschen übrig, und wird die geschmackvolle und in jeder Beziehung dem israelitischen Cultus entsprechende Arbeit auch von Kunstkennern lobend gerühmt. In unmittel⸗ barer Nähe der erst vor einigen Jahren erstandenen neuen Anlage stehend, dürfte auch das freundliche Aeußere der Synagoge nicht unerwähnt bleiben, und die vergoldeten Spitzen und Kuppeln, in denen sich der jungen Frühlings⸗ sonne Strahlen spiegelu, gewähren dem Beschauer ein gar liebliches Bild. Mit Recht dürfen wir wohl dieses Gebäude als eine Zierde unserer Stadt bezeichnen.
Ein vier Jahre altes Kind, welches heiter und ver— Ignügt mit seinen Gespielen sich ergötzte, fiel in einen Brunnen und ertrank. Wie man vernimmt soll ein Brett an dem Deckel des Brunnens gefehlt haben und durch die Oeffnung das Kind in denselben gefallen sein. Wiederum eine Warnung an Eltern ihre Kinder beim Spielen außer dem Hause nie außer Acht zu lassen, oder ihnen nur da das Spielen zu gestatten, wo dieselben wirklich außer Gefahr sind.
S. Gießen. Die schon früher in diesem Blatte aus⸗ gesprochene Ansicht über die vermeintliche Quelle bei Hattenrod scheint sich bestätigt zu haben. Das Ein⸗ strömen der äußeren Luft hat inzwischen mehrmals mit Ausströmen von atmosphärischer Lust abgewechselt, so daß die Abhängigkeit der ganzen Erscheinung von den herrschenden Winden unverkennbar zu Tage tritt. Auch über die deßhalb von hiesigem Kreisamt eingeschlagenen Schritte ist in der Folge nichts mehr verlautet, was noch mehr dazu beiträgt die Aehnlichkeit des vorliegenden Falles mit der jüngst in Polen vorgefallenen Petroleumsgeschich tte darzuthun, oder um klarer zu reden, daß die ganze Sache Wind ist. Die Bevölkerung der umliegenden Orte hat indeß ihre süße Hoffnung auf das endliche Hervorbrechen des Strudels noch nicht aufgegeben; ihre Meinung hat sich nur, wie es scheint durch die Ueberredungskunst eines Witzbold's dahin geändert, daß nicht eine gewöhnliche Heilquelle, sondern eine Fichtennadelquelle zum Vorschein kommen werde.
Frankfuct. Der dieswöchentliche Viehmarkt war in Folge aus Süddeutschland eingetroffener Zufuhren besser befahren, die Preise gingen deshalb erheblich zurück. Ochsen kosteten ca. 34 fl. pr. Centner, Kühe 30—31 fl., Kälber 28 fl., Hämmel 27—28 fl. In letzterer Vieh⸗ gatlung herrscht sehr starke Zufuhr.— Drei Pracht⸗ exemplare von Ochsen wurden zu je 80 Carolin nach aus⸗ wärts verkauft.
Mainz. Ein hiesiger Hausbesitzer hat ein Stellver⸗ miethungsvüreau um ein möglichst häßliches Dienstmädchen angegangen. Er will damit bewirken, daß dasselbe nicht durch die im Hause befindlichen Offiziersbursche in seiner Arbeit aufgehalten würde.(Ob's was nützt?)
2 Der Professor der Naturgeschichte, Claas Mülder, an der Universität Gröningen, ist in Folge des Genusses von Fleisch eines von der Rinderpest befallenen Ochsen gestorben.
Telegraphischer Bericht.
Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent
Das Hamburger Postdampfschiff Allemania. Capt. Meier trat am 25. Mai 1867 wiederum eine Reise via Southampton nach New⸗Nork an und hatte außer einer flarken Brief- und Paketpost 450 Tone Ladung. 101 Passa⸗ giere in der Cajüte und 610 im Zwischerdeck au Bord.
Das Hamburger Postdampfschff Germania, Capt. Schwensen, welches am 11. Mat von Hamburg vis Soutbampton nach New Jork abging, ist nach einer sebhr schaellen Reise von 10 Tagen wohlbehalten in New⸗Nork angekommen.
1334 Nachdem Johannes Diel IV. von Ober- Wöllstadt durch Verfügung Großberzoglichen Hofgerichts der Provinz Oberbessen vom 10. l. M. wegen VBer⸗ schwendung unter Curatel gestellt worden ist, wird dieses unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß gültige Rechtogeschäste nur mit den für ihn besiellten Curatoren— Phillipp Adam Roskoni von Ober⸗Wöllstadt und Georg Adam Dtel dahler— abgeschlossen werden können.
Forderungen an Johannes Diel IV. find in dem
ermine N Dienstag am 25. Juni l. J., Morgens 9 Uhr, dei Meldung der Nichtberüchsichtigung bei Ordnung der Bermögens⸗Verhältnisse daher anzumelden. zrledberg am 21. Mal 1867. Groß herzogliches Landgericht Friedberg Neltz, Hofmann, Landrichter. Landgerichts ⸗Assessor.
Edictalladung
Versteigerung von Kirschen. 1324. Am nächsten Samstag den 1. k. M., Vormittage 11 Uhr, wird in dem Wirthsbause zu Marienborn die diesiährige Kuschen⸗Erndte auf dem Steinchen und Georgenwäldchen bel Himbach versteigert.
Meecholz am 27. Mal 1867. Gräflich Jsendorgisches Rentkammer⸗Seeretariat
Krö ber.
Edietalladung.
1329 Nachdem Großherzogliches Pofgericht der Provinz Oberhessen mil Au hebung des früher abgeschlossenen Arrangements uder das Vermögen des Adolph Walther zu Lindheim den förmlichen Concursproceb erkannt hat, so werden alle Diejenigen, welche an dessen Vermögen Anspräüche zu erbeden beobsichtigen, aufge— fordert, solche im Liquidationstermin Montag den 8. Juli d J.,
Vormittags 9 Übr, dahier bet Vermeidung des stillschweigend erfolgenden Ausschlusses von der Concursmasse anzumelden und etwatge Vorzugsrechte geltend zu machen.
Nicht erscheinende und nicht durch geboͤrig Bevoll⸗ mächtigte vertretene Gläubiger werden so angeseden, als treten fie den in diesem Termin gefaßt werdenden Beschlüssen der Mehrheit rer erscheinenden Gläubiger bet.
Altenstadt den 22. Mai 1867.
Groß herzogliches Landgericht Altenstadt Dr. Stammler,
a p, Landrichter. Landgerichts ⸗Assessor.
Beachtenswerth! 201 Unterzeichneter besitzt ein vortreffliches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie gegen Schwäcbezustände der Harnblase und Geschlechtsorgane. Auch finden dlese Kranken Aufnahme lu des Unterzeichneten Hellanstalt. Speclalarzt Dr. Kirchhoffer in Kappel bei St. Gallen.(Schweiz.)
Oeffentliche Aufforderung. 1333 Eva Katharine Becker, Tochter des Johann Georg Becker von Ober⸗Rosdach und dessen zweiten Ebefrau Eva Elisabetba, einer geb. Rahn, tst seit dielen Jahren unbekannt wo? abwesend.
Auf Antrag ergebt an die Eva Katharine Becker decen Teftaments- oder deibeserden die Aufforderung so gewiß innerhalb 3 Monaten, vom ersten Erscheinen diefer Edictalladung in den öffentlichen Blättern ge⸗ rechnet, das seither curgtorisch verwaltete Vermögen im Betrage von 30 fl. 21 kr daher in Empfang zu nehmen, widrigenfalls dasseibe den sich legitimirenden nächsten Settenverwandten, vorerst gegen Caution, nach zuückgelegtem 90. Ledensjahre der am 13. November 1787 geborenen Eva Katharine Becker aber ohne solche uderantwortet werden wird. Friedberg den 23. Mat 1867.
Großberzogliches Landgericht Friedberg
Reitz, Hofmann. Landrichter. Landgerichts⸗Assessor.
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