Ausgabe 
29.10.1867
 
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1867.

Dienstag den 29. October.

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hessen.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Auf denAnzeiger kann man noch für die Monate November und Dezember bei den Poststellen des Großherzog thums mit 22 kr. und bei der Verlags-Expedition mit 20 kr. abonniren.

Hessen. Darmstadt. Wie verlautet wird die zweite Kammer der Stände auf Mitte November wieder einberufen werden.

Dem Berichte der Generalversammlung des Großh. Gewerbevereins entnehmen wir fol gende Data: Der Landesgewerbeverein zählt der malen 26 Localgewerbvereine, und zwar an folgenden Orten: Alsfeld mit 127 Mitgliedern, Alzey 107, Beerfelden 27, Bensheim 105, Bingen 149, Darmstadt 354, Erbach 34, Fried⸗ berg 67, Fürth i. O. 56, Gießen 95, Groß⸗ Gerau 74, Groß⸗Umstadt 40, Guntersblum 56, Hirschhorn 29, Homberg a. O. 20, Mainz 226, Michelstadt 50, Neustadt 52, Offenbach 160, Oppenheim 56, Schlitz 84, Sprendlingen(Rhein hessen) 59, Unterschönmattenwag 23, Westhofen 59, Wöllstein 81, Worms 236. Im Lande zerstreut, ohne einem Lorcalvereine anzugehören, leben 227 Mitglieder. Ein neuer Verein ist in Oberingelheim in der Bildung begriffen Zwei Vereine, zu Biedenkopf und Battenberg, hat der Landesverein durch die Abtretung an Preußen verloren. Im October des vorigen Jahres zählte er 28 Localvereine mit 3053 Mitgliedern, die höchste Anzahl, deren er sich seit seinem Bestand erfreute, die jedoch in Folge der Kriegsereignisse auf 2653 gesunken ist. Die Hauptwirksamkeit des Vereins besteht in der Pflege der Hand- werkerschulen, deren man 56 zählt mit 3000 Schülern. Der Krieg und die Aufhebung der Meisterprüfung hat jedoch die Zahl bedeutend gelichtet, indes soll sie wieder im Zunehmen be griffen sein, was jedoch nicht von allen Orten behauptet werden dürfte. Zwei neue Schulen find vor Kurzem in Lauterbach und Heppenheim eröffnet worden. Ja ersterem Orte besteht seit 10 Jahren eine Weberschule, die durch freiwillige Beiträge und durch einen jährlichen Zuschuß von 600 fl. vom Staate erhalten wird. Die aus- gestellten Arbeiten der Schüler wurden von der Jury bei der Ausstellung in Paris günstig be⸗

urtheilt, erhielten die silberne Medaille und sollen,

einzelne Dinge abgesehen, von keinem Staat über⸗ troffen worden»sein.

a Friedberg, 24. Oct. Nachdem die große Krise des Jahres 1866 vorüber und der Friede wieder in Deutschland eingekehrt war, da hoffte man allgemein, unser Vaterland werde einer gedeihlichen Entwickelung entgegengehen; auch darüber war man einig, daß keine Störung von außen das begonnene Werk hemmen dürfe; aber merkwürdiger Weise wollte Niemand an einen dauernden Frieven glauben; alle möglichen Fragen harrten ja ihrer Lösung, jede einzelne schien hin- reichend, den europäischen Krieg herauf zubeschwören und auf jede glaubte man darum das noli me tangere(rühre mich nicht an) anwenden zu müssen. Aber wir haben nun zuerst gesehen, daß die orientalische Frage durch die Candioten auf die Tagesordnung gesetzt wurde, und daß deren Aufstand Jahre dauerte doch der Weltbrand brach nicht aus. Nicht lange nachher wurde der politische Hori⸗ zont durch die Luxemburger Frage verdunkelt, aber auch da zog der Sturm vorüber und die Diplo⸗ matie, die in so großen Mißcredit gekommen war, errang noch einmal einen für Viele unerwarteten Triumph. Um ja Europa nicht zur Ruhe kommen zu lassen, tauchte denn die Nordschleswig'sche

Frage wieder auf, aber auch sie ging vorüber,

sondern auch die leitenden Gesichtspuncte für

ohne uns in einen Krieg zu stürzen. Da klammerten ferner zu schaffende Einrichtungen deutlich vor⸗

sich die Kriegspropheten an die römische Frage und kündigten an, daß sie wenigstens den all gemeinen Krieg heraufbeschwören werde, aber nach den neuesten Nachrichten haben sie sich auch hierin getäuscht. Was aber können wir daraus lernen? Wir sehen, das Friedensbedürfniß ist in Europa allerwärts so groß, daß sich alle Höfe die größte Mühe geben, die schwebenden Fragen friedlich zu beseitigen. Aber Frankreich? Will es nicht den Krieg? In Frankreich fragt man umgekehrt: will Deutschland nicht den Krieg? Es gibt zwischen Frankreich und Deutsch'and keine Frage als die um das Uebergewicht im Rathe der Großmächte. Wir glauben jedoch nicht, daß es im Interesse der Mächte liegt, dies durch einen Krieg zu ent scheiden; sollte es aber doch noch dazu kommen, so wissen wir, daß wir gerüstet sind; hat doch der Kriegsminister des Norddeutschen Bundes gesagt:Wir werden im Kriegsfall stets 200 000 Mann mehr auf den Beinen haben, als unsere westlichen Nachbarn! Wenn wir auch die national⸗ ökonomischen Nachtheile großer stehenden Heere nicht verkennen, so müssen wir sie doch als trau rige Nothwendigkeit ansehen und anerkennen, daß gerade durch sie der Friede wahrscheinlich gemacht wird, nach dem Sprüchwort:si vis pacem, para bellum!(Wenn du Frieden haben willst, so sei zum Kriege gerüstet.) Dadurch bekommen wir ein Gefühl der Sicherheit, das für Handel und Wandel nur vortheilhaft sein kann und dadurch den angerich⸗ teten Schaden großentheils wieder ausgleicht. Den Pariser Hetzjournalen und den deutschen Kriegs- propheten möchten wir aber rathen:Laßt endlich davon ab, den Teufel an die Wand zu malen!

Preußen. Berlin. Eine von den Reichs. tagsabgeordneten Braun und Michaelis eingebrachte, mit 128 Unterschriften versehene Resolution fordert den Reichstag auf, die Zollvereinsverträge mit den süddeutschen Staaten unter der Bedingung zu genehmigen, daß diese Staaten die Allianz⸗ verträge aufrecht erhalten und daß die Zollverträge sofort außer Kraft treten sollen, sobald die süd⸗ deutschen Staaten von den Allianzverträgen zurück- treten.

25. Oct. In seiner heutigen Sitzung nahm der Reichstag das Bundesconsulatsgesetz an und lehnte sämmtliche dazu gestellte Amendements ab, mit Ausnahme des Lasker'schen, wodurch die Consular- gerichtsbarkeit bezüglich der politischen Verbrechen beschränkt wird.

Am 26. d. wurde die Session des Reichs- tags durch den König mit einer Thronrede ge⸗ schlossen, welcher wir folgende Stellen entnehmen: Erlauchte, edle und geehrte Herren vom Reichs- tage des norddeutschen Bundes! Die Hoffnungen, mit welchen ich Sie bei dem Beginn Ihrer Thätigkeit willkommen hieß, sind im vollsten Maße in Erfüllung gegangen. Derselbe patriotische Ernst, mit welchem, in klarer Erkenntniß der gemein samen Ziele, die Bundesverfassung begründet wurde, hat Ihre Berathungen über die ersten Schritte zum Ausbau derselben geleitet. In einer kurzen, aber an Ergebnissen reichen Session, haben Sie auf den verschiedensten Gebieten der Gesetzgebung Einrichtungen festgestellt, welche nicht blos in sich selbst eine hohe Bedeutung haben,

zeichnen. Für die anstrengende Thätigkeit, deren es zur Erreichung dieser Ergebnisse bedurfte, danke ich Ihnen in meinem und meiner hohen Verbündeten Namen. Der von Ihnen genehmigte Vertrag über die Fortdauer des Zollvereins ist im Verhältniß zu allen süddeutschen Staaten noch nicht gesichert. Die verbündeten Regierungen würden es mit Ihnen beklagen, wenn eine Ein richtung, deren segensreiche Wirkungen allen dazu gehörenden Ländern zugute gekommen sind, sich fortan nicht mehr auf alle diese Länder erstrecken sollte; sie sind sich aber mit Ihnen bewußt, daß die unentbehrlichen Reformen der Verfassung des Zollvereins vorübergehenden Schwierigkeiten nicht geopfert werden dürfen und daß die Gemeinschaft der wirthschaftlichen Interessen die nationale Ver- pflichtung zum gemeinsamen Schutze derselben zur vertragsmäßigen Voraussetzung hat. Der Schiff⸗ fahrtsvertrag mit Italien, welchem Sie Ihre Genehmigung ertheilt haben, wird dazu beitragen, die Beziehungen zu einem Lande zu befestigen, mit welchem uns große gemeinsame Interessen verbinden. So kehren Sie denn, geehrte Herren, zurück in Ihre Heimath mit dem Bewußtsein, unser nationales Werk thatkräftig gefördert zu haben. Ich hoffe, Sie in nicht langer Zeit hier wieder versammelt zu sehen, und zwar in Gemein⸗ schaft mit Abgeordneten aus Süddeutschland zum Zoll⸗Parlament. Der den Zollverein betreffende Passus wurde von lebhaften Bravo's begleitet.

Bayern. München. In der Sitzung der Kammer der Reichsräthe vom 26. d wurde nach längerer Debatte der Zollvereinsvertrag mit allen gegen drei Stimmen genehmigt, jedoch unter der ausdrücklichen Bedingung, daß das bisherige Veto Bayerns auch im neuen Vertrage zugestanden werde.

Zahlreiche Dankadressen an die Abgeord netenkammer und Mahnadressen an die Reich rathskammer wegen Annahme der Zollvereins- verträge sind fast aus allen Städten Bayerns eingelaufen.

Würtemberg. Nach den Mittheilungen desSchwäb. Merk. hat sich der König bei verschiedenen Gelegenheiten über die Verträge mit Preußen dahin ausgesprochen, daß es sein fester Entschluß sei, an den in diesen Verträgen ein⸗ gegangenen Verpflichtungen festzuhalten. Diese Verträge sind nunmehr für nächsten Dienstag für die zweite Kammer auf die Tagesordnung gesetzt.

Oesterreich. Wien. Der Kurfürst von Hessen hat durch seinen Bevollmächtigten das Palais des Fürsten Veriand Windischgrätz um den Preis von 78,000 fl. käuflich erworben.

Frankreich. Paris. Ueber die Reise des Kaisers von Oesterreich erfährt man aus den spaltenlangen Berichten der franzbösischen Zeitungen, daß der Kaiser beim Metreten Frankreichs sein Incognito abgelegt hat. Bei seirer Ankunft im Bahnhof in Straßburg wurde er Namens des Kaisers von Frankreich empfangen, von wo nach eingenom menem Frühstück die Reise nach Nancy fortgesetzt wurde. In Nane traf der Kaiser am 22. d., Mit- tags 12 Uhr, ein. Er wurde im Bahnhofe von dem Bürgermeister der Stadt und dem Stadtratbe, sowie von den Civil- und Militairbehörden

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