ständig auf den Beinen 278,137 Mann mit einer Ausgabe von 8,876,300 Pf. St.; Spanien gibt 4,209,000 Pf. St. aus für 233,426 Mann; Frankreich hält 404,000 Mann unter Waffen und zahlt 14,000,000 Pf. St.; Italien ver- wendet 6,603,444 Pf. St. auf ein 222,321 Mann starkes Heer; der Friedensfuß von Nord- deutschland ist wohl nicht unter 300,000 Mann, und die Kosten gewiß nicht viel unter 8,000,000 Pf. St. Die ungeheuere Aushebung von 800,000 Mann in Rußland kostet dem Staatsschatz 15,250,000 Pf. St., während die englischen Regulären, Milizen und Freiwilligen die Kleinig⸗ keit von 14,569,278 Pf. St. kosten. Diese Summen stellen den jährlichen Preis vor, um welchen wir einen unsicheren Frieden versichern — einen Frieden, der seit fünfzehn Jahren durch drei große Kriege unterbrochen wurde. Die Ge⸗ sammirüstungen einschließlich der Kriegsflotten sind noch bedeutender als die angegebenen Zahlen, nicht weniger als 100 Millionen Pf. St. jährlich. Das Schlimmste an der Sache ist, daß, wenn nun dieser ungeheuere Aufwand gemacht ist, Eu— ropa nicht um einen Pfifferling mehr Bürgschaft für Ruhe hat. Das ist die Ironie der Lage.
Italien. Florenz. Die„Officielle Zei— tung“ meldet vom 25. September:„Die Regie— rung bat, um ihr Versprechen, eine jede Verletzung des römischen Gebietes zu verhindern, aufrecht erhalten zu können, Garibaldi verhaften und auf die Festung Alessandria bringen lassen.
— Die neuesten Nachrichten aus Florenz besagen, daß Zusammenrottungen und Demon- strationen gegen die Verhaftung Garibaldi's statt⸗ gefunden, wobei es zu einem Handgemenge kam, in welchem drei Mann von den Polizeigendarmen verwundet worden. Militärpatrouillen durchzogen während der Nacht die Stadt.
— Garibaldi ist in Alessandria deternirt; die Deputirten von der Linken protestiren gegen seine Verhaftung. Das Land ist ruhig, die am 24. hier stattgehabten Ruhestörungen wurden bald unterdrückt. Das Ministerium ist entschlossen, energisch vorzugehen, um die Ordnung aufrecht zu erhalten und die Verträge zu respectiren.
— Ein Manifest des Maire's ruft die Na- tional⸗Garde zur Erhaltung der Ordnung auf; aus Vorsicht sind einige Wachtposten verstärkt worden. Bis jetzt ist die Stadt ruhig. Die Anzahl der verhafteten Personen beträgt 70. Wenn Garibaldi sich weigert, auf die Expedition nach Rom zu verzichten, so wird die Regierung die Kammern einberufen.
Spanien Nachdem der Aufstand in Spa⸗ nien wieder unterdrückt ist, führt die Reaction
Proletariat constituirt eine Gefahr für die Re— gierung Ihrer Majestät der Königin; ich gebe Ihnen 24 Stunden, meine Herren, um Ihre Fabriken wieder zu öffnen.“ Die Industriellen stellten vor, daß sie fast ruinirt seien, daß für die großen Stoks jeder Absatz fehle und daß sie, zur Fabrikation quand meme gezwungen, zu Grunde gehen müßten Der General Capitain aber er— klärte, daß er auf diese Details nicht eingehen könne.„In 24 Stunden sind die Fabriken im Gange, oder ich ziehe mich in die Citadelle zurück und bombardire die Stadt.“— Allerdings eine originelle Art, die Industrie zu beleben. Amerika. New⸗Nork. Daß die farbige Bevölkerung der Vereinigten Staaten ernstlich da— rauf ausgeht, ihren politischen Einfluß geltend zu machen, ersieht man nicht nur an der Aufstellung einer ganzen Reihe Neger-Candidaten für alle möglichen Aemter, sondern auch an der Ausdeh— nung, die die Negerpresse gewinnt. So erscheint der Elevator in St. Francisko, redigirt von einm Farbigen, in 2300 Exemplaren, der Pacific Appeal ist eine Negerzeitung. Die New-Orleans Tribune in New- Orleans, eine tägliche und Wochen-Zei— tung, hat es mit einem ganzen schwarzen Redac⸗ tionsstabe auf 10,000 Exemplare für beide Aus- gaben gebracht. Der True Kommissioner, ein Negerblatt in Baltimore, wurde vor Kurzem unter— drückt, wird aber wieder erscheinen. Lion's Stan— dard und Weekly Review in New⸗-Nork wird nicht nur redigirt, sondern auch gedruckt von farbigen Kräften. Ebenso eine Reihe anderer Blätter.
Aus Oberhessen, Wetterau, Ende Septbr. Unsere Getreideernte war, von dem herrlichsten Wetter begünstigt, schon Mitte September beendigt und gegen— wärlig begiunt das Kartoffelausmachen. Wenn auch hier und da geklagt wird, daß die erzielten Resultaie nicht ganz in geradem Verhältnisse zu den aufgewendeten Kosten und Mühen stünden, so sind dieß doch nur vereinzelte Stimmen; im Allgemeinen können wir mit den Exträgen zufrieden sein und die dießjährige Ernte, so viel sich bis jetzt, bei dem noch unbedeutenden Ausdrusch übersehen läßt, als eine gute Mittelerute bezeichnen.
Von den Winterfrüchten, welche im Ganzen wenig ius Gebund gaben, wurden 1½ vis höchsteus 1½ Fuder vom Morgen gebunden und vom Fuder im Durchschnitt 2 Malter ausgedroschen, in einzelnen Fällen, namentlich in den Districten, wo der Weizen vom Mehlthau befallen wurde, eiwas weniger, in vielen andern dagegen ½ bis 1½ Malter mehr, so daß einzelne Ortschaften und Höfe mit dem Ausdrusche sehr zufrieden find.
Die Gerste, namentlich die spät gesäte, war im Stroh etwas zurückgeblieben, verspricht aber einen guten Aus- drusch, der Hafer dagegen läßt nichts zu wünschen übrig.
Da wir bei dem sast überall vorhandenen Mangel an alten Vorräthen auf die neue Ernte angewiesen sind und die Nachfrage noch sehr stark sein soll, namentlich von dem friedliebenden Frankreich aus, welches Weizen in unge— heuren Quantiläten aus dem Auslande bezieht und in den Magazinen aufhäuft, und dessen Kriegsmimister neuer⸗
etwas glasig. Dieß Alles, sowie die unausbleiblichen Ver⸗ luste bei längerer Aufbewahrung des Getreibes(durch Eintrocknen und Umschaufeln, Mäuse- und Insektenfraß ꝛc.) wohl erwägend, ziehen es viele unserer Oekonomen vor, jetzt einen schönen Theil ihrer Ernte zu verwerthen und die vielen Dampfdreschmaschinen in unserer Provinz (nahe 40) bieten uns den großen Vortheil, die günstigen Conjunkturen stets benutzen zu können.
Die Futterernte von Wiesen und Klesfeldern ist überall reichlich ausgefallen und wurde meist auch zur rechten Zeit vorgenommen, was wir zum großen Theil den Belehrungen unseres Wanderlehrers und den Anre- gungen in öffentlichen Blättern verdanken. Die nächste Folge dieser reichen Futterernte ist, daß die Viehstände, welche in rorigem Jahre in Folge des großen Futter⸗ mangels eine so bedeutende Verminderung erfuhren, nun überall zu ergänzen und zu erweitern gesucht werden; dasselbe ist auch der Fall in den Gegenden, wo in vorigem Jahre die Ninderpest so furchtbar unter den Viehständen aufgeräumt hat. Die hierdurch entstandene außerordentlich große Nachfrage, sowohl nach Zucht- als nach Schlacht⸗ vieh, rust Preise hervor, wie wir sie noch nicht erlebt haben. So wurde z. B. vor 14 Tagen eine qcwöhnliche, zur Zucht bestimmte Kuh, Landrace, mit 22 Karolin bezahlt und der Centner Lebendgewicht unserer Schlacht⸗ thiere gilt 10 bis 12 Thaler.
Die Kartoffeln versprechen im Ganzen eine gute Ernte, sind oft von außerordentlicher Größe, leider aber zeigen sich wieder Mäuse und richten durch Aushöhlen der Knollen nicht unbeträchtlichen Schaden an.
Einige unserer Oekonomen haben schon ihre Bren⸗ nereien in Thätigkeit gesetzt. Allgemein fürchtet man die mit dem 1. Januar 1868 eingeführt werdende preußische Besteuerung und sieht dem Eingang vieler Brennereien mit Besorgniß entgegen, da man bei dem Mangel an Wiesen bhauptsächlich auf Schlempefütterung angewiesen war.
Die übrigen Hackfeüchte lassen ebenfalls auf reichliche Ernte hoffen und der Reps steht ganz ausgezeichnet schön.
1 Friedberg. Sonntag und Montag Abend werden wir das Vergnügen haben die rühmlichst bekannten Nebel⸗ bilder des Herrn Lamb(früher Forster) im Simon'schen Saale bewundern zu kennen. Wie ausgezeichnet die Bilder sein müssen, geht schon daraus hervor, daß Herr Lamb seit Jatzcen in dem durch Kunstgeuüsse verwöhnten Frankfurt bei jeder Wiederkehr den glänzendsten Erfolg erzielte. Wir wänschen ihm bei seinen Vorstellungen hier den besten Erfolg auch in pecuniärer Beziehung.
Nauheim. In nächster Woche blüht uns und Friedberg ein seliener Kunstgenuß. Frl. Borchardt, Opernsängerin von Berlin, die gegenwärtig hiet weilt, beabsichligt im Simon'schen Sagte in Friedberg unter gütiger Unterstützung dortiger Musikfreunde ein Concert zu arrangiren. Der Sängerin geht ein guter Ruf voraus; sie nat, nach den uns vorliegenden Recensionen zu ur⸗ theilen, mit entschiedenem Glücke an verschiedenen Hof⸗ theatern auf. Wir verfehlen nicht, alle Musikfreunde einstweilen auf dies Concert aufmerksam zu machen.
Mainz. Der sehr bedeutende Bestand des ehemaligen Bundes-Garnisonslazareths an Beiten, Wäsche und Ge⸗ räthen wird am 2. October zur Veräußerung kommen.
Kopenhagen. Der verstorbene Landgraf Wilhelm von Hessen hinterließ außer einer Million Gulden, größtentheils aus Prioriätsobligationen in deulschen Gütern bestebend, noch eine große Sammlung, 500 Stück Schnupf⸗ tabaksdosen, welche von ihm selbst täglich in einer be⸗ summien Reihenfolge benützt wurden; ebenfalls gehört zu den Nachlassenschaften eine große Anzahl von Tuchnadeln, welche in gewisser Reihenfolge von ihm getragen wurden.
dens un dort in einer unerhörten Weise das Regiment, dings auch bedeutende Haferlieferungen ausgeschrieben hat legs and wovon folgende Nachricht aus Barcelona eine ssso dürften die gegenwärtig hohen Fruchtpreise sich wohl. Eine ergötzliche Scene fand kürzlich am Rheincanal 8 robe liefert: General Pezuela, General-Capitain noch eine Zeit lang sorterhalten. Darauf kann man in Duisburg stalt. Ein Schiffer von einem dort lie⸗ n an 8 p f 9 8 8 * de von Catalonien, ließ die Fabrikbesitzer zu sich jedoch nich! mit Sicherheit bauen, denn Concurrenz droht] genden Schiffe, der eine wegen Beleidigung gegen ihn mung ufen und eröffnete ihnen:„Wir haben in di von verschiedenen Seiten von Ungarn und Amerika aus.] erkannte Gefängnißstrafe von vier Wochen abzubüßen hat, unt 80* 7„Wir haben in iesem Dieser Tage wurde sogar hiesigen Bierbrauern ungarische] olle durch einen Polizeidiener verbaftet werden. Als dal be Augenblicke 70,000 erwerblose Arbeiter, dieses] Gerste offerirt; dieselbe war von sehr schönem Kern, aber dieser nun dem Schiffe zuschritt, kletterte der Gesuchte ibn stuben greifen. Leider findet man diese Ventilation überhaupt noch so äußerste J waren, bildete sich ein Verein zur Einführung von Spatzen. Diesmal 15 1 wenig; überall hinkt die Praxis der Theorie nur langsam nach. gelang es, eine große Anzahl lebendig nach Melbourne(Neuholland, agede i Die Statistik wird aber hier auch immer mehr die Nothwendigkeit Victoria-Colonie) zu bringen, welche man sofort in Freiheit setzte. Man — in schrecklicher Weise durch Zahlen beweisen. meldet später, daß sich die Fremdlinge sehr bald einheimisch gemacht haben, 74 Im Gebärhause zu Dublin kamen im Laufe von 4 Jahren unter[und zur Freude der Bewohner auf Straßen und Wägen umherhüpfen. e 7658 Geburten 2944 Todesfälle neugeborener Kinder im Alter von 1—15 Es ist ihnen zu Liebe auch wirklich ein Ausnahme- Gesetz erlassen worden. 1% Tagen vor, diese Zahl wurde während des gleichen Zeitraumes auf 279[ Sonst darf Jeder dort seinem Belieben folgen, aber einen Sperling zu dit vermit 9 als eine Ventilationseinrichtung eingeführt worden war. schießen, kostet harte Strafe. t bels* in, warm und hinreichend feucht müssen wir die Schulluft und er 7 U 1 2 1 8 . n athmende Luft überhaupt machen. Die Ofenheizung ist der Luft- Der aden Auma blatt 22* zung vorzuziehen, da letztere 5 mal soviel trocknet als erstere. Die[s zogen drei Königsberger 10 Wi A re 10 ein · 0 Dar. Heizung ist die Wasserheizung. Inwendig heizbare Oefen Im Gasthaus zu Franc t de ketten 5 1 581 00 dig Ne 175 In e fl in U Luft reinigen.— Um den lästigen, ungesunden Schulstaub so 43 6 t 1 n e möglich los zu werden, müssen die Schulstubenböden geölt oder Fran Wirtin hat sie qu Bier und Wein, Der din ide liel augguic bin nac ler ta 17 arbe angestrichen und mit einem feuchten Lumpen täglich aufge⸗ Was mag denn heut in der Zeitung sein?“„Wo ist denn nur der Beobachters — bn n auch muß die Sitte, den Fußboden mit Sand zu besireuen,[ Mein Wein iss klar— mein Vier moussirt— Da sprach der— ging seinen 9. Die Frankfurter Zeitung ist confiscirt.“ pen Wii Beleg!“ hill! N.„Der ist Beschlagen heut mit Beleg! att 1 a l ee f 11010 Sperlinge nach Australien ebracht. Und als sie tralen zur Stube herein, 5 Der Dritte aber bat heimlich geflucht,— * h v 0 Von Dr Curtiman. g ch Da glänzt' ein Gensdarm im Lampenschein. 80 Frankfurter Journa! er emsig sucht. min, 1 g * Gu Die Farmer in Australien hatten sich schon lange Etwas aus Der erste sorschte hastigen Blicks; Er hat es gelucht— er sucht es noch jezt—— 7 252 Filed ulch, und zwar nichts Anderes als Spatzen, nämlich Den Anzeiger sucht er und find' doch nir.“ Und glaubt sich zur lieben Heimath versetzt. en der a rün f f Ania 381. R i U 1 9 ichste Vertilger der vielen auch dort lästigen und schädlichen e) In Folge der in letzter Zeit häufig vorgekommenen Confiscationen Frankfurter aupen und Insekten. Nachdem kleinere Versuche erfolglos geblieben Zeitungen brachte die„Berl. Montagg-Zig.“ vorstehendes Gedicht.


