Ausgabe 
28.9.1867
 
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1867. Damstag den 28. September. M115.

Anzeiger für Oberhessen.

Enthält die amtlichen Exlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Zntelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

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Einladung zum Abonnement.

Auf den wöchentlich dreimal, Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinenden

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Anzeiger für Oberhessen

kann man für die Monate Oktober, November und Dezember in hiesiger Stadt bei der unterzeichneten Expedition für 30 kr. und bei allen

Postanstalten innerhalb des Großherzogthums für 33 kr. abonniren. Der Anzeiger bringt die kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze

Uebersicht der interessantesten und wichtigsten Tagesbegebenheiten, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsätze,

landwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, geschäftliche Nachrichten, Markt- und Coursberichte, Verloosungen von Staatspapieren

und locale Notizen, außerdem wöchentlich einmal in dem beigegebenen Unterhaltungsblatt interessante Novellen und Erzählungen,

Gedichte, Anekdoten, Bilderräthsel, Räthsel, Rechenaufgaben ic.

Bei der großen Verbreitung unseres Blattes werden amtliche Bekanntmachungen und Versteigerungs-Anzeigen ꝛc., sowie geschäftliche

Annoncen und Empfehlungen aller Art stets von dem besten Erfolge begleitet sein. Die einspaltige Petit-Zeile oder deren Raum wird mit

3 kr. berechnet; bei größeren Aufträgen oder ständigen Annoncen gewähren wir einen entsprechenden Rabatt⸗

Zum geneigten Abonnement, sowie zur Benutzung desAnzeiger für Ober hessen zu Veröffentlichungen aller Art ladet ein Friedberg. Die Expedition.

Amtlicher Theil.

Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publiziren:

Nr. 37 sub 1. Bekanntmachung, die zwischen dem Großberzogthum Hessen und dem Königreich Preußen abgeschlossene Militärconvention betreffend

Nr. 38. Bekanntmachung, den zwischen der Großh. Hessischen und der Königlich Preußischen Staatsregierung wegen des Posiwesens abgeschlossenen Vertrag. Friedberg den 26. September 1867. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Ter A pip. Be f: Die Verse. krgters Friebri* 18 15 3 Betreffend: Die Versetzung des Großh. Oberförsters Friedrich Klump von der Oberförsterei Trais a. L. in die Friedberg den 26. September 1867

Oberförsterei Butzbach, Forsts Friedberg. Bekanntmachung. Wir bringen zur öffentlichen Kenntniß, daß der Großherzogliche Oberförster Klump von der Oberförsterei Trais a. L. in gleicher

Eigenschaft in die Oberförsterel Butzbach durch Allerhöchstes Decret vom 10. J. M versetzt worden ist. Großherzogliches Kreisamt Friedberg 15 Ter a pp.*

Hessen. Darmstadt. Ueber den Stand Vorsichtsmaßregeln gegen die Cholera betreffend, folgen, um die dortige Militär- Akademie zu be⸗ der Cholera berichtet dieDarmst. Ztg. vom das Publikum, daß, da die in der Bekannt-(suchen. Auch verlautet, daß der König von 25. ds.: In Fehlheim waren bis zum 21. machung Gr. Kreisamts Darmstadt vom 28. v. Preußen als Bundes-Oberfeldherr von dem ihm September 41 Personen erkrankt und 23 gestor⸗ M. enthaltene dringende Mahnung an Desinffci- durch die Militär-Convention zugestandenen Rechte ben. In Gernsheim erkrankten vom 18. bis rung der Abtritte und Abtrittsgruben von einem Gebrauch machen und einige hessische Officiere zur 22. September 26 Personen und starben 2, da- großen Theile der biesigen Einwohner ganz un- Dienstleistung in preußischen Regimentern, sowie runter einer an- Choleratyphoide. Die Krankheit be achtet gelassen worden, diese Desinficirung nun- umgekehrt, einige preußische Officiere zur Dienst⸗ hat übrigens entschieden an Bösartigkeit abge⸗ mehr unter polizeilicher Controle, auf Koͤsten der leistung in hessischen Regimentern eommandiren nommen; mit Ausnahme der einen tödtlichen Er⸗ Residenzbewohner durch besonders dazu beauftragte wolle b 1 krankung überschritten sämmtliche Erkrankungen Personen alsbald vorgenommen werde. Da mit dem 1. October die Militär- nicht die Höhe einer gelinden Cholerine, und Einige Officiere der großherz. Artillerie Convention in Kraft tritt, so werden dann die scheint danach die ganze Epidemie ihrem vollstän- sind dieser Tage nach Berlin abgereist, um an hessischen Truppen einen neuen Fahneneid ableisten, digen Erlöschen rasch entgegen zu gehen. der dortigen Artillerieschule einen mehrmonatlichen in welchem des Königs von Preußen als Bundes- e Das Großh. Kreisamt Darmstadt benach- Cursus durchzumachen. Denselben wird dem- Oberfeldherrn Erwähnung geschieht. richtigt durch ein besonderesPolizei⸗Reglement, nächst auch eine Anzahl Infanterie-Officiere nach- Der Kronprinz Thronfolger von Rußland

f immers befinde; sehr genaue Versuche(Pettenkofer's) baben dargethan, Ueber tems Schulfinden. Luft, besonders 91 aan e Theil unserer Stubenluft verdorben ist, es (Von J. Wahl.) 3 ee untersuchte die Luft seines Arbeitszimmers. Als er hinein⸗ Niemand kann von der Luft leben. Aber auch Niemand kann trat, waren unter 10 000 Theilen Luft 4 Theile Kohlensäure, wie es in ohne sie leben! und Niemand kann gesund bleiben, wenn er in verdor⸗ freier Luft ist. Als er sich 4 Stunden allein darin aufgehalten, fand er 2 9 leben muß. Wissenschaft und Erfahrung in Gemein- 1⅜ Theile, als sein Gehülfe kurze Zeit bei ihm gewesen, wieder 3 und schaft beweisen, daß der schädliche Einfluß, den die Luft hier und d/ Theile mehr darin. s übt, sich auf die Gegenwart e Luftarten 1 Gase, 80487 110 3 Vorlesungssaale Liebig's welcher 46 000. Inhalt hat, ver- sphärische Luft durchdringen, zurückführen läßt, insbesondere auf die Menge sammeln sich im Winter öfters 200 Zuhörer. Die Vorlesungen dauern von Kohlensäure, die jeder Mensch beständig ausathmet. Selbstverständlich von7 Uhr. Liebig fand an einem Tage: um 6 Uhr 11,8, um muß sich dieselbe mit der Zeit und nach der Anzahl der in einem be- Uhr 23,3, um 7 Uhr 32,2 Theile Kohlensäure in 10 00⁰ Theilen wohnten Raume sich aufhaltenden Menschen vermehren. Auf unsere Schu- Luft. Gegen das Ende hin ward den Anwesenden die Luft meist drückend. len sinden diese Verhältnisse, wie einleuchtet, Anwendung und auch in sie In einem Zimmer einer Münchener Schule, das mit 3 Fenstern versehen sind Forscher der Natur gedrungen und haben uns dankenswerthe in war und in dem 70 Schülerinnen von 9- 10 Jahren er hohem Grade zu berücksichtigende Aufschlüsse gegeben. Es ist an der Zeit, den, fand man nach 2 Stunden bei 15 R. 72 Theile Rezi a daß alle Lehrer, Eltern, Schulvorsteher und Behörden von jenen, für's mal soviel als in freier Luft! Bei 20 Theilen erkennt al Wohl der Menschheit so einflußreichen Fesistellungen Notiz nehmen. Luft schon für übelriechend und verdorben! Mit aller Genauig ei* Die Kohlensaure ist ein Gift für die Lunge. Bei 5 bis 10 Prozent[Dr. Max Oertel in 17 verschiedenen Localitäten zu r Zeiten Ver⸗ in der Atmosphäre erregt sie Schwindel und Betäubung und hinterläßt suche über diesen Gegenstand angestellt, in seiner ran in dann bei schneller Rettung aus der Gefahr Kopfweh und Denksaulheit, Krankenhäusern, Gefängnissen, Casernen und e In nicht ü während bei längerer Einwirkung Blödsinn und bei 20 Prozent der Tod füllten Privatwohnungen fand er die beste Luft mit 0,8 Kohlensäure per erfolgt. Man sei nicht der Meinung, daß die Kohlensäure, obwohl sie] mille, die schlechteste mit 9,4 per wille in Schulen und sieht sich hiernach mal so schwer als die gewöhnliche Luft ist, sich nur am Boden des veranlaßt, bezüglich der Schulen zu bemerken:Ich glaube, es wäre am