Ausgabe 
28.3.1867
 
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stellt den zukünftigen Reichstag in Betreff seines Budgetrechts in eine viel größere Macht, als das preußische Abgeordnetenhaus jemals besessen. Schöne Pharagraphen hat das Abgeordnetenhaus, aber der Reichstag hat dafür eine reale Macht, und wenn die gegenwärtigen Verhandlungen zu keinem genügenden Resultate führen sollten, so würde wahrlich nicht der Verfassungsentwurf, sondern nur der Reichstag selbst die Schuld daran haben. Abg. Waldeck: Was der Vorredner uns gesagt, sind Vögel auf dem Dache. Die Ministerverant wortlichkeit gibt er auf. Ich aber sage: behalte, was du hast und laß dich nicht locken von dem Vogel auf dem Dach. kein Ersatz. Das Skimmenverhältniß, wie es hier vorliegt, erinnert, wie so vieles andere, an den alten Bund. Wir wollen aber auf ein her zustellendes neues Kleid diesen alten Flecken nicht setzen. Ohne Ministerverantwortlichkeit keine Ver⸗ fassung; das Volk hat die Ministerverantwortlich keit, es darf sie nicht aufgeben. Auch die Rechte des Volkes sind von Gottes Gnaden. Abg. Wagener: Einer starken Centralgewalt gegenüber ist die Ministerverantwortlichkeit wirkungslos, und gegenüber einer schwachen Centralgewalt, meine Herren, haben sie ganz andere und wirkungsvollere Mittel. Man muß den Verfassungsentwurf nehmen, wie er ist: als einen Compromiß zwischen den vorhandenen berechtigten Elementen und Faktoren. Vereinigen wir uns endlich in den Thatsachen und geben wir unsere Theorien auf; besteigen wir endlich die Vollblutstute Germania und hören wir auf, auf unserem alten Steckenpferde zu reiten. Abg. Dr. Minkwitz(Dresden): Das Princip des Entwurfs ist der Cäsarismus und man kann nur sagen, daß der Vorsitzende der Bundes commissäre sein Vorbild noch übertroffen habe. Ich stehe auf dem Boden des berechtigten Parti- kularismus; ich bin ein guter Sachse und ein guter Deutscher, aber Preußen zweiter Classe wollen wir nicht werden. Nur dann, wenn die von uns gestellten Amendements angenommen werden, könnten wir die uns sonst drohenden Gefahren als be seitigt betrachten. Abg. v. Watzdorf(Weimer): Nach allen meinen Erfahrungen kann ich nur sagen, daß wir alle Ursache haben, mit dem uns vor gelegten Verfassungsentwurfe zufrieden zu sein. Wir machen da einen Fortschritt, den man vor einem Jahre noch für unmöglich gehalten hätte. Es wird aber auch die Zeit kommen, wo man auch von partikularistischer Seite die eingetretene Wendung segnen und erkennen wird, daß nun mehr Ziele erreicht werden, die in einem kleinen Gemeinwesen niemals erreicht werden können. Die materielle Einigung kann man nicht hoch genug anschlagen. Redner spricht sich dann über ein zelne Amendements im ablehnenden Sinne aus und empfiehlt schließlich nochmals, den Entwurf in seiner Wesenheit so anzunehmen, wie er vor gelegt worden. Abg. Schulze: Absolutismus oder Constitutionaltsmus, das ist die einfache

Die sechste Großwacht ist

Frage, um die es sich jetzt handelt. Früher wollte man die Ministerverantwortlichkeit beseitigen, weil sie gefährlich sei, jetzt sagt man: sie sei, etwas Unbedeutendes, Wirkungsloses. Ist sie das denn aber wirklich? Wie manche Ministerveränderung hat mit Rücksicht auf den Verfassungsartikel über die Ministerverantwortlichkeit bei uns stattgefunden! und auch die Indemnitätsforderung war nur eine Anerkennung unseres Rechts. Halten wir fest an den bestehenden Freiheiten und Rechten, die dem Volke eben so von Gott auferlegt sind, wie den Fürsten ihr Recht. Wird das preußzsche Ver fassungsrecht beschnitten, so würde dieß auch eine Schmälerung der Rechte aller Einzelverfassungen sein. Gegen die Umtriebe des Auslandes schützt uns die Freiheit am besten. Abg. Dr. Braun (Wiesbaden): Ein französischer Schriftsteller sagt: Die Bajonette sind für Vieles sehr vortreffliche Dinge, aber sich darauf setzen, kann man nicht. Das antworte ich dem Abg. Wagener. Redner spricht hauptsächlich aus praktischen Gründen, gegen die Amendements in Betreff der Minister⸗ verantwortlichkeit, des Reichsministeriums und des Oberhauses. Abg. Miquel ist entschieden für ein verantwortliches Reichsministerium, durch dessen Einsetzung die Kleinstaaten eher gewinnen als verlieren könnten. Auch mit Rücksicht auf Süd⸗ deutschland, sowie im wohlverstandenen conservativen Interesse Preußens selbst sei die Maßregel un erläßlich. Der Schluß der Discussion wird beantragt und angenommen. Es folgen noch einige Wahlprüfungen, worauf das Haus sich vertagt.

Frankfurt. DerStaatsanzeiger theilt eine lange Reihe von Ordens verleihungen (darunter auch an Frauen) mit, alsAnerkennung der während des vorjährigen Feldzuges um die Pflege verwundeter oder erkrankter Krieger erwor⸗ benen Verdienste. Einige dieser Decorationen sind auch auf Frankfurt gefallen. Die Doctoren Passavant, Spieß und Flesch haben den rothen Adlerorden 4. Classe, die Doctoren H. Schmidt und Kirchheim die gleiche Classe des Kronenordens erhalten. Die gleiche Decoration ist Dr. Rönig in Hanau, die 3. Classe des Kronenordens dem Dr. Pagenstecher in Wiesbaden zu Theil gewor⸗ den. Dem Letzteren ist gleichzeitig von Seiten

des Kaisers von Rußland in Anerkennung seiner ärztlichen Thätigkeit zur Heilung eines Augen leidens der Großfürstin Helene der Stanislaus Orden 2. Classe verliehen worden.

Am 25. d. M. hat der seitherige Civil Administrator für Nassau, Homburg und Frankfurt, Frhr. v. Patow, unsere Stadt verlassen und sich nach Berlin begeben. Tags vorher hatte der Senat in corpore ihm einen Abschiedsbesuch gemacht.

Wie Berliner Blätter melden, würde die Publikation der Stadtverfassung für Frank- furt a. M. baldigst erfolgen. Danach berufe der König den ersten Bürgermeister aus drei in Vorschlag zu bringenden Candidaten. Der zweite

Bürgermeister werde unter Vorbehalt der könig⸗

lichen Bestätigung gewählt. Die übrigen Stadt behörden sollen ohne Vorbehalt gewählt werden. Wiesbaden. DasFrkft. Journ. meldet: Seit einigen Tagen geht hier das Gerücht von einer Verlegung des evangelischen Lehrer seminars von Usingen. Wir bezweifeln zwar, daß dem Gerüchte auch nur irgend welche That⸗ sachen zu Grunde liegen, jedenfalls aber ist die Sache so wichtig, daß sie in Erwägung gezogen zu werden verdient und von Seiten der Behörden und der Lehrer ber sorgsamsten Prüfung bedarf. Das Cultusmimsterium hat nach dein Rh. K. den Antrag des Schulvorstandes der höheren Bürgerschule: dieser Anstalt in ihrem jetzigen Bestand das Recht zur Ertheilung von zum einjährigen Militärdienst berechtigenden Entlassungszeugnissen zu gewähren, genehmigt. Sachsen. Die sächsische Ober Postverwaltung wird am 1. Juli d. J. an Preußen übergehen. Bayern. Würzburg. Dr. med. Eisen⸗ mann, durch seine politische Wirksamkeit in den dreißiger Jahren und namentlich auch als Abge⸗

außer Deutschland bekannt, ist am 23. d. M. zu Würzburg in seinem 72. Lebensjahre gestorben. Frankreich. Paris. Nach einem Schrei⸗ ben des Ministers Rouher an das Syndicat der Pariser Börse schwebe der kalserliche Prinz keineswegs in Lebensgefahr, derartige Nachrichten seien übertrieben. Den Berichten Pariser Blätter nach hatte sich wiederholt ein Ahsceß am Schenkel gebildet, wodurch die Constitution des Prinzen sehr geschwächt wurde. Die Operation soll sich

Prinz für die Folge ein wenig hinkend bleibe.

Großbritannien. London. An Bord derDeutschland, die gestern von Newyork aus in Southampton eintraf, befindet sich unter der Obhut eines österreichischen Polizelbeamten der s. Z. vielgenannte Wechselfälscher Adolph Schwarz, der nach längeren Verhandlungen von den Ver einigten Staaten schließlich an die österreichische Regierung ausgeliefert worden ist.

Das deutsche Hospital in London feierte gestern den 22. Jahrestag seines Bestehens und diese festliche Gelegenheit vereinigte die Freunde und Gönner des wohlthätigen Instituts bei einem Banket in der London Tavern.

Amerika. Mexiko. Die französischen Trappen sind nun sämmtlich zur Rückkehr nach Frankreich eingeschifft. Marschall Bazaine hat vor seiner Abreise aus Mexico eine Proclamation an die Mexicaner erlassen, an deren Schluß er sagt:Alle unsere Anstrengungen haben bezweckt, den inneren Frieden herzustellen. Seid versichert, ich erkläre es Euch im Augenblick, wo ich Euch verlasse, unsere Mission hat nie einen anderen Zweck gehabt, und es ist nie in den Interessen Frankreichs gewesen, Euch irgend eine Regierungs⸗ form aufzuzwingen, die Euren Gesinnungen ent⸗

gegen ist.

und die Schwäche des Geistes wahrnehmen konnten,

Dorf endlich keine Käufer mehr, verarmt.

50000 fl., die Hälfte, Vermögensverminderung

hältnissen wie die erörterten, etwas Thatsächliches,

sondern zuweilen für eine ganze Generation, wenn nicht für mehrere etwas

Bleibendes. Schlimmer, viel schlimmer wird das

Gläubiger ängstlich werden, auf Zahlung dringen.

Kapital Kündigungen geben Wegen.

Schilderungen der Verhältnisse eines zu Grunde seinen, erhielten wir folgende Antwort: Sie die Sache beim wahren Namen nennen und B immer Durst haben, das sechste Gebot sündigen, daß G und II und Gerichten liegen, daß 1 und K und Nauheim Zeit und Geld vergeuden mit Wechselreiterei, Zeit⸗ oder eigentlich dabei: Müßiggang ist aller Laster Anfang, hilft Gott allezeit.

Der Mann hat Recht! Eins tröstet uns indessen noch: Des

sondern nur noch Verkäufer. Der Preis eines Morgen Landes sinkt von 500 fl. auf 250 fl. Wer 100 Morgen besitzt, verliert von seinem früheren Vermögen, von daß er nur noch 25000 fl. hat. ist keine Rechnungs⸗Manipulation, sie ist, bei Ver⸗

N Veranlassung zu desperaten Mitteln und Leichtsinn und Verderben bilden das Ende in trauriger Weise⸗ Als wir unsern Freund, den Bauersmann, fragten, ob unsere

Es ist Alles richtig, nur hätten

daß der C und D und die prozeßsüchtig bei Advocaten an der Kaffeemühle zu Homburg oder sonstige Schwindeleien treiben, Vor⸗Zeitverkäufen ꝛc. Ich bleibe d'rum bet' und arbeit dann

dann gibt es im Das Dorf] von A bis K; noch So wird die Hoffnung bessern böse Sitten!

Eine solche

nichts Vorübergehendes, in sinkenden, Unglück noch, wenn die

Pfändungen, Klagen, Volkswohlfahrt.

gehenden Dorfes richtig sagen sollen, deß A und

E und die F. gegen[ Badeanstalten ꝛc.

verbrauch Berlins rep a.

erlassen worden,

Land⸗

manns Klage geht für die Einwohnerliste

Lücken büß er.

Der tägliche Wasserverbrauch in Berlin Kopf auf Kubikfuß berechnet. von 600,000 Köpfen einschließlich des Verbrauchs in den

seines heimathlichen Dorfes nur

ist Alles nicht verloren, nicht alles von A bis Z.

nicht zu Schanden werden. Gute Beispiele ver⸗

f Junge fleißige Landwirthe mögen sich in Orten ankaufen, worin die Geländepreise auffallend einige Orte genannt werden.

gesunken. Auch in der Wetterau können Der Einzug junger und gesunder Kräfte

landfeilen Dörfern liegt nicht nur im Interesse der Ein⸗ ziehenden, sondern auch im allgemeinen Interesse der Sittlichkeit und der P.

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wird pro

Fabriken,

120 Millionen Quart aus. Um ein anschau⸗

liches Bild von diesem Quantum zu gewinnen, denke man sich einen Wasserlauf von 6 Fuß Tiefe und 40 Fuß Breite. einer Länge von ½ Meile oder 4000 Schritten den täglichen Wasser⸗

Dieser würde in

räsentiren.

Vom Vorstande des deutschen Schützenbundes ist ein Schreiben in welchem der Wunsch ausgesprochen wird, die Schützen im Norden

und Süden möchten sich wieder zu fröhlichen Festen vereinigen und im wechselseitigen Verkehre zur Ausgleichung widerstreitender Ansichten beitragen.

ordneter des Parlaments im Jahre 1848 in und

nicht anders haben machen lassen, als daß der

Das macht bei einer Bevölkerung

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