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Ertrinken nahe. Da stürzte sich Christian Saalwächter, einer seiner Kameraden, mit eigener Lebensgefahr in die hohe Fluth und brachte es mlt äußerster Anstrengung da⸗ hin, den mit dem Tode Ringenden so lange über dem Wasser zu halten, bis der zur Rettung abgegangene Kahn herbeikam und Beide aus ihrer gefährlichen Lage befreite. In dem Bewußtsein eine schwere Pflicht erfüllt zu haben, möge der muthige Jüngling seinen größten Lohn finden, wir aber wollen diefe edle That zu seiner Ehre nicht ver⸗ schweigen.
Lahnstein. Vor Kurzem wurde von einer Vergiftung berichtet, die in Lahnstein durch Friedrichshaller Bitterwasser vorgekommen sein soll. Wie die inzwischen angestellte Unter— suchung ergeben bat, ist das Friedrichshaller Vitterwasser hierbei vollkommen unschuldig. Es ist außerhalb Friedrichs— hall ein alter Krug, der den Stempel des Friedrichshaller Bitterwassers trug, mit Mutterlauge, welche zum Baden dient, gefüllt worden. Der Krug war schon äußerlich durch sein Fabrikzeichen und am Halse haftendes Pechsiegel als ein alter gebrauchter Krug kenntlich; sodann kann in Friedrichshall schon seit mehreren Jahren gar keine Mutter lauge producirt werden. Der Inhalt des Kruges, welcher in Lahnstein vorkam, scheint Kreuznacher Mutterlauge ge⸗ wesen zu sein.
Edenkoben. Ein erst 17jähriger Schneidergeselle, Namens Flach, hat in der Nähe der Stadt zuerst seine 19jährige Geliebte, die Stieftochter seines Meisters, nach⸗ dem er ihr vorher die Augen verbunden hatte, und dann sich selbst mit einer Pistole erschossen. Als Ursache dteser Handlung wird angegeben, daß der Stiefvater des Mäd⸗ chens dieses zwingen wollte, gegen ihre Neigung, einen Feilenhauer zu heirathen, welcher ihm bleibende Wohnung in dem der Stieftochter gehörigen Häuschen für alle Zu⸗ kunft versprochen hatte.
2˙ Briefsendungen nach Amerika. Der „Staalsanzeiger“ vom 15. Juli bringt eine Bekannt⸗ machung üver die Beförderung der Correspondenz aus Deutschland nach den Vereinigten Staaten von Nord⸗ amerika, der wir Folgendes entnehmen:„Briefe nach Nordamerika werden jeden Sonnabend Vormittag und jeden Sonnabend Abend von Bremen und Hamburg ab unter 1 Loth zu 6½ Sgr. befördert, dagegen kosten die von Köln ab jeden Montag, Dienstag und Freitag über Belgien gehenden Briefe frankirt 12 Sgr., unfrankirt 13 Sgr. Die Correspondenten sind hiernach in den Stand gesetzt, für ibre Correspondenz nach den Vereinigten Staaten in jedem einzelnen Fall den Weg, welchen sie mit Rücksicht
auf die sehr große Verschiedenheit des fremden Portos und den geringen Unterschied in der Zeit der Ueberkunft der Briefe gewählt zu sehen wünschen, auf ben Briefen zu bezeichnen. Vermag der Absender sich so einzurichten, daß seine Briese behufs Erreichung der Schiffe in Bremen oder Hamburg abgelassen werden, und kommt es Hinsichts der Ueberkunft der Briefe nach Amerika überdies auf einen mäßigen Zeitunterschied nicht an, so empfiehlt es sich, daß die Correspondenten dergleichen Briefe mit der allgemeinen Bezeichnung „via Bremen“ auch„via Hamburg“
versehen; der Postbeamte leitet danach die Briese, gemäß der Abgangsstunden der Schiffe, auf Bremen oder auf Hamburg. Fehlt diese Bezeichnung, so wird der schnellste, indeß wegen des fremden Portos auch ungleich kostspieligere Weg über die außerdeutschen Häfen benutzt.
Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.-Agent. Das Hamburger Postdampsschiff„Saxonia“, Capt. Haack“, welches von New-York am 13. Juli abging, ist nach einer ausgezeichnet schnellen Reise von 10 Tagen 9 Stunden wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich be— stimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe bringt 130 Passagiere, 1100 Tons Ladung, 686982 Dollars Contanten und 49 Briuessäcke.
Das Bremer Postdampsschiff„Amerika“, Capitain G. Ernst, trat am 20. Juli wiederum eine Reise via Southampton nach New-Hork an und hatte außer einer starken Brief- und Packelpost 632 Passagiere und 490 Tons Ladung an Bord.
Friedberg. Wir Bewohner der Wetterau haben ein Desinfectionsmittel, d. i. ein Mittel zur Geruchlosmachung der Aborte, Miststätten, übelriechender Pfützen u. s. w, welches uns gar nichts kostet und doch ziemlich wirksam ist, ich meine den Braunkohlenstaub, von dem man wiederholt einige Schippen voll, je nach Umstän⸗ den mehr oder weniger, an jene Orte bringt, bis der Geruch verschwindet. Die Kohle nimmt die mephitischen und der Gesundheit schädlichen, den
Krankheitsstoff verbreitenden Luftarten auf.— Die Abgänge von Kranken desinficire man jedes⸗ mal, nachdem man sie in die Grube geschüttet. Frische Luft und reines Wasser sind zwei Haupt⸗ mittel, womit man der Ansteckung einer gefähr⸗ lichen Krankheit entgegenarbeitet.— Die Desin⸗ fection hilft aber Nichts, wenn man sie nicht aus⸗ führt. Wichtig genug aber ist sie. Drum ermahne ein Nachbar den andern zu ihrer Ausführung.
Pücher-Anzeigen.
3. Die Gedichte von Ed. Mörike sind nunmehr in einer vierten, vervollständigten Auflage erschienen. Diese, besonders in den lyrischen Parlhieen von ächt poelischem Geist durcwehte Sammlung, hat durch die gewinnende Innigkeit und Gemüthlichkeit, wie sie dem schwäbischen Dichter eigenthümlich ist, schon gar mancher dürstenden Seele, reine und lautere Erquickung geboten. Doch ist unser Dichter, wiewohl schon derschiedene seiner Werke in Gedichtesammlungen übergingen, immer noch nicht zu der gebührenden Anerkennung gelangt. 5
Helgi⸗ und Sigrun Lieder übertragen und er⸗ läutert von W. Hahn. Diese Uebersetzung der, durch poetischen Werth wohl am Meisten hervorragenden, Lieder der älteren Edda, hat es möglich gemacht, daß jene alt⸗ ehrwürdige Liedersammlung des Nordens, welche uns das Leben des 5. und 6. Jahrhunderts n. Chr., welchem sie ihre Entstehung verdanken, poetisch vergegenwärligt, nun auch jedem Laien bei aufmerksamer Lectüre verständlich wird, was bei der, sonst alle Anerkennung verdienenden Simrock'schen Uebertragung, insbesondere wegen Beibehal⸗ ung der zahlreichen symbolischen Namen in der Sprache der Edda, leider nicht vollständig erreicht wurde.
Für die Hinterlassenen der verun⸗ glückten Lugauer Bergleute
sind uns weiter folgende Gaben zugekommen: Pfarrer
Buchhold in Ossenheim 1 fl., K. 1 fl., Hdt. 1 fl.,
L. St 1 fl. 45 kr., Frau Dr. Siebert in Nauheim
6 fl., zusammen 11 fl. 45 kr. In Summa bis jetzt ein⸗ gegangen 22 fl 55 kr. Die Red.
Güter ⸗ Verpachtung.
1722 Dtenstag den 30. Inli d. J., Vormittags 10 Uhr,
sollen im Rathhause zu Friedberg die am 22. Februar
1868 leibfällig werdenden Augustine: Schulgüter in den
Gemarkungen Dorbeim und Schwalheim, sodann Nach ⸗
mittags 2 Uhr das in Nieder-Wöllstärter Gemarkung
gelegene Gut anderweit auf 12 Jahre verpachtet werden. Friedberg den 12. Jult 1867.
Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg
32 Der Großberzogliche Beigeordnete Fouc ar.
Güter- Versteigerung.
1723 Montag den 29. Juli d. J., Vormkttags 10 Ubr, sollen im Raihhause zu Friedberg die dem Pospftal, jetzt vereinigten Armenfonde zu Friedberg zufehenden Güter in den„Gemarkungen Assenbeim und Wölfers⸗ heim, welche am 22. Februar 1868 leibfällig werden, anderweit auf weitere 12 Jahre und zwar um Geld⸗ pachte verpachtet werden. Friedberg den 12. Jult 1867. Großherzogliche Bürgermelsterel Friedberg e
Der Gros derzogliche Beigeordnete Foucar.
Versteigerunz zu Salzhausen.
1784 Dienstag den 30. d. M., Morgens um 9 Uhr anfangend, sollen die Matectalien von der abgebrochenen Zimmerei, sowie ein Theil des Holzwerks von dem zum Theil abgebrochenen Gradirbau Nr. 2 zu Salzhausen, bestehend aus:
517 Stück Eichenbauholz, 5“ 257 lang,
598„ Tannenbauholz, 5—30“ lang,
51 Haufen Brennholz,
725 Stück Latten,
525„— Doppeldielen,
118 einfache Dielen,
246 lf. Fuß Holzröhren,
6000 Stück Dachziegel und
70„ Firstziegel,
an Ort und Stelle unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen partienweise versteigert werden.
Nidda den 23. Juli 1867.
Der Großherzogliche Kreis baumeister Amelung.
Barterzeugungstinctur. Bar ee
selbst noch jungen Leuten in kürzester Zeit den stärksten Bartwuchs zu erzielen, empfiehlt à Fl. 36 kr. und 1 fl. Ph. Dan. Kümmich in Friedberg. 1482
NB. Für den ficheren Erfolg garantirt der Erfinder
Leder- Versteigerung. 1790 Mittwoch den 31. d. Mts., Vormitzags 11 Uhr, wird in der Kloslercaserne dahler eine große Quantität Abfälle von Rindsleder, welche sich für Schuhmacher ꝛc eignen, gegen baare Zahlung parihtenweise verfleigert. Die Großh. Bürgermeister der Umgegend werden ersucht, dieses im Interesse ihrer Ortsangehörigen auf geeignete Weise bekannt machen zu lassen. Friedberg den 25. Juli 1867. In Verhinderung des Malers Ra m ff ä d ter, Daupimann.
Bekanntmachung. 1795 Für die hiesige Saline find 100 Achtel Korn d 180 Pfund und 50 Achtel Gerßen 160 Pfund Zellgewicht auf dem Sut missionswege anzukaufen und Lieserungs⸗ anerbietungen verfiegelt und mit der Aufschrift„Fruct lieferung betreffend“, bis zum 30. d. Mie. Morgens 10 Uhr einzureichen. Die Bedingungen find an den gewöhnlichen Wochentagen dahier einzusehen.
Nauheim am 24. Juli 1867. Großberzogliches Sal inenamt Nauheim 5. Schreiber. Wett.
Hofraithe- und Güterversteigerung. 1802 Montag den 5. August d. J., Vor mitta zs 11 Ude, sollen in hiesigem Rathhause auf freiwilligen Antrag des Bürgere und Feilenhauers Phillpp Schuchmann dahter dessen nachbeschriedene Immoblien, als:
Gemarkung Friedberg. Flur. Nr. Klftr.
3. 90. 17. Hofraithe in der Vorstadt zum Garten mit Loosholzderechtigung und einer anerbauten Schlosser⸗ werkstätte.
3. 87. 11.6. Grab garten daselbst,
4. 73. 143. Acker im Ellern,
abzugshalber öffentlich meistbietend versteigert werden. Friedberg am 25. Juli 1867. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg J B. d. V.: Der dienftälteste Gerichtsmann Fouc ar.
12125 Au 2 E L 0 8 Emser Pastillen
30 seit einer Reihe von Jahren unter Leitung der göniglichen Brunnenverwaltung aus den Salzen des Emser Mineralwassers bereitet, bekannt durch ihre vor züglichen Wirkungen gegen Hals und Bruft⸗ leiden, wie gegen Mag ensch wäche find stets vor⸗ rätbig in Friedberg bei Pru, Hofapotheker C. Wahl, in Nauheim bei Herrn Ph. J. Weiß.
Die Pastillen werden nur k in etikettirten Schachteln versand:.
Apotheker Bergmann in Parts, 70 Boulevard Magenta.
Königliche Frunnenperwaltung zu Bad⸗Ems.
Bekanntmachung.
1800 Nächsten Dienssag den 30. d. M., Nachmittags 2 ÜUbr, werden auf den Antrag der Vormünder der Gaffwirth Gottlieb Stamm' schen Kinder dahier:
24 Ohm Aepfelwem mit Faß, und
2„ Essig mit Faß, im Darmstädter Hof bierselbst öffentlich meistbietend versteigert und bel annehmbaren Geboten der Zuschlag sofort ertbeilt. 5 Nauheim am 25. Juli 1867.
Großherzogliche Bürgermeisterei Nauheim RR
der Beigeordnete Fu feet vdt. Schutt.
Bekanntmachung.
1801 Auf freiwilliges Anstehen des Bäckers Konrad Meter dabler wird nächsten Donnerstag den 1. k. M., Nachmittags 5 Uhr, die demselben zustehende in der Friedrlchsstraße dabier delegene Hofraithe, besßehend aus Wohnbaus, Scheuer, Stallung, neuerbautem Back⸗ baus mit Backofen und Hofraum, sowie drei Morgen Ländereien, öffentlich an den Meifbietenden versteigert. Naubeim am 25. Juli 1867.
Großherzogliche Bürgermeistrrel Nauheim ans f
der Beigeordnete Eu ser. vdt. Schutt.
C. 5. Krauß
Thee-Geschäft (Mineing lane) Lon do n.
Niederlage en gros und en détail bei
Ehr. Werner in Friedberg.
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