1 auch,— der Name der Concertgeberin war hier total inbekunnt, die Erscheinung des ihr vorausgegangenen Gemahls nicht dazu angeihan, hinter seiner andern Hälfte 68 eine Künstlerin ersten Rangs zu vermuthen, und auch die 4 von diesem vorgezeigten, in einzelnen Blättern erschienenen
Recensionen vermochten, da man die unsaubere. Ent⸗
stehungsgeschichte der meisten solcher Reclamen hiexorts Vor auch kennt, nicht genügend zu imponiren. Die Weihe der Kunst erhalten zu haben und das Aussuchen eines so kleinen Platzes wie Friedberg hielt man für Widerspruch n sich selbst. Dazu kam, daß der Anfang des Concerts um eine Stunde zu früh angesetzt war, und endlich, daß eine größere Anzahl von Familien an jenem Abend einer zesellschaftlichen Einladung Folge geleistet hatte. Dies di Ursachen, warum nur wenig Billete abgesetzt wurden, und Mancher aus anderm Beweggrund, als um sich einen genußteichen Abend zu erkaufen, seinen Namen in die Subscriptionsliste eingeschrieben halte.
Mann Gleichwohl sollte dieser Abend zur Epoche in den mu-
fikalischen Erlebnissen hiesiger Stadt werden. 5 In richtiger Würdigung ihrer Position wählte die N Concertgeberin zu ihrem Entrée ein s. g. Salonstück. Süße Norma⸗Melodieen sollten sie in der Gunst der Zu— Löse⸗ hörer einschmeicheln. Es gelang. Das mißtrauische, fast 4 95 übel gelaunte Publicum wurde mit einem Male ein 8 freudig staunendes,— der Beweis war geliefert, daß Frau Jau Ritter⸗-Bondy sondveräne Beherrscherin der Technik ist, und hinter den höchß geschraubten Anforderungen der so ehr verwöhnten Neuzeit an den Claviervirtuosen nicht zurückbleibt.
Unmittelbar hieran reihte sich die F-moll Sonate von Beethoven, von Allem, was für Clavier geschrieben, wohl das Bedeutendste. Wer mit diesem Stück vor die Oeffent— ichkeit herantreten will, und besitzt nicht alle Eigenschaften, die Beethoven felbst von den Reproducenten dieses seines 8 Werks voraussetzte, trägt seinen Ruf als Künstler zu u u Grabe. Wer sie aber besitzt, lehrt seinen Zuhörer die 1 ganze Wunderkraft der Tonkunst kennen. Selbst dem⸗ jenigen, dessen Vermögen Musik in sich aufzunehmen mangelhaft organisirt ist, rufen diese Töne wenigstens eine Ahnung von der Göttlichkeit der Kunst hervor. Auch er sann sich nicht erwehren, beim Verhallen der letzten Klänge dieser Sonate seine Beisteuer zu entrichten zu dem Jubel, mit dem die Hörer den Künstler lohnen. So war es auch an jenem Abend. Man sah sich die Begeisterung einander an. Wie Frau Ritter⸗Bondy diese Wirkung
hervorgebracht, das läßt sich nicht sagen, nur empfinden. An der Schwelle des Reichs, in das solche Musik den Menschen einführt, muß die Sprache Abschied nehmen. Wir wollen das Programm der Künstlerin, in welchem die nachfolgenden Pieeen den vorderen ebenbürtig zur Seite standen, nicht weiter besprechen, um nicht allzu viel Raum Ihres Blattes zu beanspruchen.
Möchten die hiesigen Einwohner sich recht zahlreich in dem nächsten Concert, welches Frau Ritter⸗Bondy in Kürze dahier geben und in welchem sie die bekanntere Cis-moll Sonate von Beethoven spielen wird, davon überzeugen, daß wir nicht übertreiben. Kunstverständige, welche hier schon Deeennien leben, versichern, daß Fried— berg noch nichts Aehnliches gehört habe. Fügen wir getrost hinzu, daß noch keine Stadt Besseres, Gediegeneres gehört hat.
Der nstadt in der ärmsten achsens,(dem sogenannten sächsischen ibirien) wurde vor einigen dollständig von n Flammen verzehrt. Ueber 326 Gebäude brannten ei damaligen Trockenheit mit un) Gut tote nieder, und auch nicht das Geringste war versichert. Ein funübersehbares Elend ist über diese unglückliche Stadt bereingebrochen, viele Meuschen sind verbrannt und ver kohlt aus dem Schutte herausgezogen worden, und sämmt— liches Vieh ist zu Grunde gegangen. Ueber i Dritttheil der Bewohner sind
Fabrikort Johanngeorge und ödesten Gegend S Monaten 8 Oe
der lotal
2
zwe
an den Bettelstab gebracht, und nagen im vollsten Sinne des Wortes an dem Hungertuche. Obgleich die allgemeine Mildthätigkeit schon Vieles
gethan hat, so turen nach den neuesten offiziellen Berichten bei der jetzigen kalten, rauhen Jahreszeit(der Schnee liegt dort schon beinahe Fuß hoch) noch über 2000 Obbachlose in den Brandruinen umher, wahre Jammergestalten, von Frost und Kälte durchschüttelt, kaum das Nothwendigste habend, ihre Blöße zu bedecken, ohne Hülfe und ohne Nahrung. Da die Noth dort aufs Hoͤchste gestiegen ist, so wagt der ganz ergebenst Unterzeichnete an die Herzens güte und den Wohlthätigkeitssinn edelmüthiger Menschen zu appel⸗ liren, und bittet deingend um milde Beiträge sowohl an Geld als an alten Kleidungsstücken, Stiefeln, Schuhen, Beltgeräth ꝛc. ꝛc.
Die Expedition des„Anzeiger für Oberhessen“ hat sich
Dringende Bitte!
gütigst bereit erklärt, Gaben aller Art in Empfang zu
nehmen, und da die allerletzten Berichte von Johann⸗ georgenstadt das Elend als über alle Begriffe schildern, so ist schnelle Hülfe doppelte Hülfe. Frankfurt a. M., den 1. November 1867. J. Gerson, Königl. Sächsischer Generalconsul.
Für Johanngeorgenstadt
ist ferner bei uns eingegangen von: H. 30 kr.— Frau Dr. Siebert in Nauheim 2 fl.— Kirchner in Ziegenberg 2 fl. Ungenannt 1 fl.— A. Heck's Winwe 48 kr. J. Preiß in Nauheim 30 kr. Zusammen 6 fl. 48 kr. In Summa bis jetzt eingegangen 34 fl. 3 kr.
An Kleidungsstücken wurden uns weiter zugestellt von: Frau Dr. Siebert in
Nauheim 2 Kopfkissen mit Federn, 2 Kopfkissenüberzüge, 1 Betttuch, 2 Paar graue wollene Socken, 2 Paar wollene
Strümpfe, 2 wollene Palatin, 1 wollene Knabenmütze, Paar Lederschuhe.— W. ein Pack Kleider.— Kirchner Ziegenberg 1 Hemd, 1 Paar Strümpfe, 1 Paar Zeug⸗
tiefel Oberfeldwebel Klöckner 1 Hemd, 2 Paar
pfe, 1 Paar Unterhosen.— C. M. 2 Paar Strümpfe, 2 Nachthauben, 2 Nachtmützen, 2 Paar Handschuhe, 2 Paar Kinderstrümpfe, 1 Jacke, 1 Halstuch, 1 Herrn- und 1 Frauenhemd.
Weitere Gaben werden mit Dank angenommen. Die Expedition des Anzeiger für Oberhessen. 2718 Wohl kein Nahrungsmittel ist dem Gesunden wie
Reconvalescenten zuträglicher, als eine reine, unverfälschte
Chocolade; übertrifft doch eine Tasse guter Chocolade bei weitem die beste Bouillon am Gehalte des positiven Nahrungsstoffe Zur Herstellung billiger Preise findet
elseitig eine Unlermischung der Waare Statt, daß eine garantirt reine Qualität zur Seltenheit ge⸗ worden ist. Um so mehr verdient zur allgemeinen Kennt⸗ niß gebracht zu werden, daß der Dampf ⸗Chocoladen⸗ Fabrik don Franz Stollwerck in Köln a. Rh., welche zu den bedeutendsten des Zollvereins zählt, auf der Pariser Welt-Ausstellung für Reellität, vorzügliche Qualität und Billigkeit ihrer Chocoladen die Preis-Medaille zu⸗ erkannt wurde. Diese Auszeichnung ist um so ehrender, als die ertheilte die einzige Medaille ist, welche in der Branche auf ganz Preußen fällt! Die Fabrik verdankt dem Princip: nut durchaus reine Waare an den Markt zu bringen, ihren verbreiteten Ruf. Jedes größere Geschäft sollte sich zur Pflicht machen, seine Kundschaft mit diesem Producte zu versehen
jedoch so
Edicetalla dun 2318 Forderungen und sonftige Ansprüche an das concurefällige Vermögen des Peter Schnell dabier ind im Termine Donnerstag den 12. Dezember l. J., Morgens 9 Uhr,
bei Meidung Ausschlusses von der Concutsmasse an- zumelden.
Friedberg den 26. September 1867.
1 une; e Friedberg.
2
*
Hofmann,
„Zimmermann, Landgerichts Assessor.
Landge ichts- Assessor.
Lieferung verschiedener Gegenstände. 2703 Mittwoch den N. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, verden auf dem Verwaltungsbureau dahier folgende kleferungen, als: Brod und Petroleum für das dahler zarnisonirende Bataillon auf das 1. Halbjahr 1868, odann 170 Stecken Buchen und 8 Stecken Kiefern⸗ Scheitholz 1. Sorte, für genanntes Bataillon und für vas Milttärhospital dahter auf das Jabt 1868 mittelst Summission vergeben. Die Lieferungsdedingungen llegen zuf dem Verwaltungsbureau zur Einsicht offen. Krledberg den 18. November 1867. Großherzoglicher Verwaltungsrath des 2. Bataillons, 2. Infanterteregimente Hoffmann, Major.
Die Vergebung des Entleerens der Senk⸗
gruben in den Casernen ꝛc. dahier betr. 2728 Donnerstag den 28. d. M., Vormittags 10 Uhr, wird auf dem Verwaltungs büreau dahter das Entleeren „er Senkgruben in den Casernen ꝛc. dahier auf die Zahre 1868, 1869 und 1870 meistbtetend versteigert. zriedberg den 13. November 1867. Kalbfleisch, Oberquartiermeister.
Bekanntmachun
3753 Die Anfuhr des Salzes von der Salin auf den biesigen Bahnhof, sowie in die Nlederlagen zu Ufingen and Ortenberg, soll für das Jabr 1868 an den Mindest⸗ sordernden vergeben werden und ist dazu auf Donner ⸗ dag den 28. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, ein dahier abzuhaltender Termin anberaumt worden.
Nauheim am 22. November 1867.
Groß herzogliches Salinenamt F. Schreiber. Weiß.
Versteigerung eines Schafbocks. 2754 Mutwoch den 27. November, Vormittags 10 Uhr, zoll der, der hlesigen Gemeinde gehörige Schasbock, zur Zucht untauglich geworden, meistbletend auf dem Bureau des Unterzeichneten verslelger“ werden. Rockenberg den 22. November 1867, Großherzogliche Bürgermeisterel Rockenberg Kr 4 mer.
22000
in 12 Lieferungen à 18 kr. S. W.
2756 Von den zahlreichen, überaus günstigen Urtheilen
erkannt, daß dieses Werk vor allen ähnlichen verdient da es einen freien, streng geschichtlichen Standpunkt inne Darstellung eine versöhnliche Richtung bewahrt
führt uns in klarer,
übrig Mit Anfang October erscheint eine zweite Subscription eröffnet. Bestellungen auf das complete
Verlag von Gustav We
furter Tagblatts“ und der„Trier'schen Volkszeitung“ P Nachdem bereits die Zte Lieferung der„Illustrirten Kriegsgeschichte“ vorliegt, ist es allgemein an
handlungen entgegen, in Friedberg die Buchhandlung von
ise in Stuttgart.
Absatz.
N rm 7 illustrirte Krieg 5 immermann's illustrirte Kriegsgeschichte
des Jahres 1866 complet. Complet broschirt 3 fl. 36 kr., elegant in Leinwand gebunden 4 fl. 30 kr.
37 Bogen Text in 4 mit über 100 vorzüglichen Holzschnitten, theils genreartige Episoden, theils Portraits von Generalen u. Staatsmännern, oder große Schlachtentableaux darstellend.
der Presse möge hier nur die Empfehlung des„Frank- latz finden.
Unternehmungen in jeder Weise den Vorzug
In der That sollte dleses treffliche Geschichtswerk in keinem Hause fehlen,
hält und trotz einer kernigen, wabrhaft volksthümlichen 0 Frankfurter Tagblatt.
Diese illustrirte Kriegsgeschichte nimmt unter den zahlreichen Werken, welche die Ereignisse des verhängniß⸗ vollen Jahres 1866 veranlaßten, unstreitig eine hervorragende Stelle ein. fesselnder und leidenschaftsloser Weise Holzschnitte erhöhen den Reiz des ausgezeichneten Werkes. Hund kann der Preis nur ein billiger genannt werden.
Dr. W. Zimmermann vor.... Zahlreiche feine Die Ausstattung läßt nichts zu wünschen Trier'sche Volkszeitung. Auflage in 12 Lieferungen und wird eine neue Werk, sowie auf die neue Auflage nehmen alle Buch⸗
Bindernagel& Schimpff.
das Geschehene
Bekanntmachung.
2757 Die Dienststunden des Königilchen Poßt⸗Amto in Friedderg für den Verkehr mit dem Publicum find:
für das Sommerhalbjahr,(vom 1. April bis 1. October),
auf 7 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags,
für das Winterhalbjahr,(vom 1. October bis 1. April).
auf 8 Ubr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags, für alle Jabreszeiten
auf 2 Uhr Nachmittags bis 8 Uhr Abends festgesetzt worden An den Sonntagen fallen vorerst die Dienststunden von 12 bis 1 Uhr Nachmittags und von 7 bis 8 Uhr Abends aus.
Dieses wird hiermit gebracht. Darmftadt den 19. November 1867.
Der Köntglich n Ober⸗Post⸗Director Vahl.
Vorschußmehl
zur allgemeinen Kenntniß
2015 bel Gebrüder Löb.
Bekanntmachung.
Versteigerung von Holz und Ginstern in der Ober ⸗ försterei Ober⸗Rosbach. 2756 Dienstag den 3. Dezember d. J., von Morgens 9 Uhr an, werden in dem zwischen dem Forst⸗ baus Wlinterstein und der Katsergrube gelegenen Schlag Nr. XIX. des Domanlalwaldes Burgwald an die Meistbietenden öffentlich versteigert: 2 Stecken Prügelholz, 2½ Stecken Stockbolz, 300 Wellen Reiserbolz, Kiefern, 4875 Wellen Birken, Eichen, 701 weiches Reiserbolz, 938 Ge⸗ bund Ginstern. 2 Ober⸗Rosbach den 23. November 1867. Großherzogliche Oderförsteret Ober-Rosbach Bingman n.
Desten Porlland Cement
704 durch den diteclen Bezug zu seyr billigen Prelsen bel Jean Huber.
2622 In Nau beim n n Na den
in der Kurslraße zu vermlethen. Näheres zu erfragen bet der Exped. d. Bl. unter Nr. 2022.


