Ausgabe 
26.11.1867
 
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berechtigt ist jeder sächsische Staatsangehörige mit 25 Jahren, wählbar mit 30 Jahren. Stimm⸗ recht auf dem Lande hat jeder ansässige Grund stückbesitzer und Jeder, der 2 Thaler an Grund steuer oder an direkter Personalabgabe, oder an beiden zusammen jährlich entrichtet. Wählbar macht ein Census von 10 Thlrn.(die Steuer einheit= 9 Pfennige.)

Bayern. Würzburg. Das Urtheil in

dem Brodvergiftungsprozesse ist verkündet.

Bäckermeister Sauer wurde grober Fahrlässigkeit in der Aufbewahrung von Arsenik und des Ver⸗ kaufs vergifteten Brodes schuldig erkannt, zu sechs Monaten Gefängnißstrafe, auf einer Festung zu erstehen, ferner zu einer Geldbuße von 150 fl. und zu sämmtlichen Kosten verurtheilt. Derselbe wird appelliren.

Baden. Karlsruhe. Die Kammer der Abgeordneten nahm nach viertägiger Debatte das dem preußischen nachgebildete Wehrgesetz im Wesentlichen nach den Commissionsvorschlägen mit allen gegen 2 Stimmen an.

In Baden sind die Frauenzimmer jetzt förmlich in den Staatsdienst eingereiht, und es wird ihre Anstellung nun auch im Regierungs- blatte, wie bei den Männern mitgetheilt.

Freiburg. DieBreisg. Ztg. schreibt: Am 18. d. begann der Unterricht in der neuen Mädchenschule Adelhausen. Derselbe fand ungestört in der bisherigen Weise statt. Sämmt⸗ liche Lehrfrauen waren thätig, ebensowenig fand eine Renitenz von Seiten der Eltern der Schul- kinder statt, welche vollzählig erschienen. Auch nahm der Religionsunterricht seinen ungestörten Fortgang.

Frankreich. Paris. DieEpoque will wissen, daß der amerikanische Gesandte, General Dia von seiner Regierung Befehl erhalten habe, gegen den Ausschluß der amerikanischen Republik von der Conferenz über die römische Frage zu reclamiren. Der Ansicht des Kabinets von Washington zufolge ist die Frage nicht bloß eine europäische, sondern eine universelle. Herr von Moustier soll den Schritt des amerikanischen Ge sandten günstig aufgenommen haben.

Die Liquidation der Ausstellung, schreibt derFigaro, ist noch nicht geschlossen; aber man kann gewiß sein, daß sich ein Ueberschuß von un⸗ gefähr 3 Mill. ergeben wird. Diese 3 Millionen werden zu gleichen Theilen zwischen dem Staat, der Stadt Paris und der Compagnie zu verthei⸗ len sein, da die letztere 12 Millionen eingeschossen hatte, so ergibt sich etwas mehr als SpCt. Die Eisenbahngesellschaften also, welche je 300,000 Fr. gezeichnet hatten, werden 25,000 Fr., und jedes Mitglied der kaiserlichen Commission, welches 25,000 Fr. garantirt hatte, wird ungefähr 2000 Fr. erhalten. Herr Rouher hat bereits in der Kammer erklärt, daß ein etwaiges Plus von Keinem der Betheiligten angenommen, sondern für einen patriotischen Zweck bestimmt werden sollte.

DerMoniteur sagt in seinem Bericht: Die letzten Nachrichten aus Italien bekunden die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung in den Städten, wo kürzlich bedauernswerthe Kundgebungen stattgefunden. Die kluge Stimmung der Bevöl- kerungen und die Festerhaltung der Nationalgarde hat die Aufrührer entmuthigt, hervorzutreten.

Das sog. Blau buch, das dieser Tage ausgegeben worden ist, enthält eine für die Kam⸗ mern bestimmte Darlegung der gesammten inneren und auswärtigen Thätigkeit der Regierung während des Jahres 1867 und umfaßt 259 Quartseiten. Es zerfällt in einzelne Kapitel je nach den Mini⸗ sterien. Die auswärtigen Angelegenheiten nehmen zunächst die Aufmerksamkeit in Anspruch. Eingangs dieses Kapitels wird konstatirt, daß, wie 1866 das Jahr großer politischer und militärischer Er⸗ eignisse gewesen, so das Jahr 1867 eine dauernde Erinnerung an die friedlichen Errungenschaften des Fortschrittes und der Civilisation hinterlassen werde.

gethan.

Londoner Vertrags constatirt werden kann.

Es wird darum zuerst der Ausßellung und der Besuche so vieler Souveräne Erwähnung Der luxemburgische Zwischenfall wird nur angeführt, damit die vollständige Ausführung des Die

Preußen haben die Citadelle von Luxemburg ge räumt und mit jedem Tage verschwindet ein Stück mehrjener gewaltigen Werke, die seit so vielen Jahren die französische Grenze bedrohten. Der deutschen Angelegenheiten geschieht weiter keine Erwähnung. In Bezug auf Italien sagt die Darlegung, daß die französische Regierung das Cabinet von Florenz schon seit Januar auf die

krevolutionären Umtriebe aufmerksam gemacht habe.

Seit der Bildung des Ministeriums Rattazzi seien die Hinweisungen verdoppelt worden. Nach der Flucht Garibaldi's habe die Regierung von Italien die Ordnung wieder hergestellt und die französische Regierung die Absendung der dritten Diviston eingestellt und sogar Befehl gegeben, daß sich die Franzosen um Civitavecchia concentriren sollten. Sobald die Ruhe hergestellt sei, könne man schon auf den endgültigen Abzug der Franzosen rechnen. Mit Bezug auf die kretische Frage erwähnt die Darlegung die Erklärung der vier Mächte und fügt hinzu, daß Frankreich jedoch nichts thun werde, um die Bemühungen der Türkei zur Wie⸗ derherstellung der Ruhe zu hindern. Das Exposs über die Finanzen sagt: Die Ziffer der schwebenden Schuld ist seit 1866 um 40 Mill. angewachsen, aber der Kassenbestand des Schatzes von 215 auf 107 Millionen gesunken. Die Schatzscheine, die sich gesetzlich auf 250 Millionen belaufen dürfen, sind nur 91 Mill. Die Vorschüsse des Schatzes sind auf 699,149,347 Franken herabgegangen. Das Exposé des Krieges sagt, die französische Division oder Brigade bleibe in Civita⸗Vecchia bis zu dem Augenblicke, wo der Papst nicht mehr bedroht sei.

France kündigt an, daß die päpstliche Regierung im Princip die Einladung zur Con- ferenz annehme. Diesen Entschluß hat der Papst nach einer langen Unterredung mit Graf Sartiges gefaßt.

Die Verhaftungen und Haussuchungen mehren sich in bedenklicher Weise. Mehrere Blätter enthalten folgende bezügliche Zuschrift:Paris, 20. November. Herr Redacteur! Heute früh um 6 Uhr werde ich von einem Polizeicommissar und drei Agenten aus dem Schlafe geweckt. Die Herren stürzten bei mir herein, fragen mich, ob ich Waffen und Pulver habe, durchstöbern alle meine Familienpapiere, reißen mehrere Blätter aus meinem Notizbuch und entfernen sich dann, ohne mir irgend eine Aufklärung zu geben. Ich glaube, Herr Redacteur, diese seltsamen Vorgänge der Oeffentlichkeit übergeben zu sollen. Paul Chaulet, Doctor der Medicin, Rue Oberkampf 129.

Großbritannien. Ein Telegramm des englischen Consuls zu Cairo meldet, daß nach Benachrichtigungen, die aus verläßlicher Quelle gekommen, der berühmte Reisende Livingstone sich vor sieben Monaten zu Mamanga befand und die Richtung nach dem Osten über den See Tanganyika einschlug. Herr Churchill wurde ab⸗ geschickt, um weitere Erkundigungen einzuziehen.

Italien. Italienische Blätter bringen ein Schreiben, welches die Generale Fabrizi, Albuto Mario, Menotti Garibaldi, Missori und Guerzoni als Berichtigung der Angaben der offiziellen Zeitung veröffentlichen. Es heißt darin:Am Tage des 3. Novbr. hat Garibaldi weder eine Niederlage erlitten, noch ist er genöthigt worden, sich auf das Gebiet des Königreichs zu flüchten. Gegen Uhr Nachmittags war die päpstliche Armee geschlagen und der Tag wäre der unserige gewesen, wenn die ganz frisch angekommenen Reserven der französischen Armee nicht in diesem Augenblick auf dem Schlachtfelde eingetroffen wären. Garibaldi, der es dann für unmöglich hielt, in Gegenwart dieser unerklärlichen Ueber- macht Stand zu halten, befahl, sich nach Monte Rotondo zurückzuziehen, und ließ ein Bataillon in Mentana, welches dazu bestimmt war, den Rückzug zu decken und welches den folgenden Morgen mit dem französischen Commandanten capitulirte. Der General Garibaldi erwartete den Feind in Monte⸗Rotondo bis um Uhr Nach- mittags, fest entschlossen, seinen Angriff zu bestehen. Aber der Feind hielt es nicht für angemessen,

unter unseren Augen auf den Höhen von Mentana zusammen. Nachdem das Freischaarencorps dieser Concentration beigewohnt hatte, zog es sich immer in größter Ordnung nach Corese zurück, welches noch auf päpstlichem Gebiete liegt. Man blieb dort den ganzen Abend des 3. und noch einen Theil des Morgens des 4. Nov. und stellte Vor⸗ posten aus gegen den Feind zu. 8 Uhr Morgens, beschloß General Garibaldi die Auflösung des Freischaarencorps, und nachdem er die Sorge dafür dem General Fabrizi anvertraut hatte, zog er mit seinen Freunden über den Passo

Corese in der Absicht, sich nach Caprera zu begeben. Rom.Giornale di Roma sagt: Viele

Garibaldianer haben sich an der Gränze concentrirt. Sie scheinen ohne Waffen zu sein, beabsichtigen aber neue Angriffe. Am 12. sind 50 in Cervara eingefallen und haben drei Per sonen weggeführt, für die sie 8000 Scudi Löse⸗ geld verlangten. Andere sind am 14. in Casti⸗ glione eingefallen, haben die päpstliche Fahne heruntergerissen und Excesse begangen.

Florenz.Opinione fordert das Mini⸗ sterium auf, dahin zu wirken, daß die römische Regierung von der Absetzung der bei den letzten Ereignissen compromittirten Beamten ab- stehe. Lamarmora ist hier eingetroffen. Man versichert, die Franzosen occupirten trotz ihres Versprechens, sich auf Civitavecchia zu con⸗ centriren, neue bisher unbesetzte Puncte. Ga⸗ ribaldi hat den Vorschlag, nach Amerika zu gehen, noch nicht beantwortet.

DiePiemontes. Zeitung sagt:Es scheint, daß man sofort nach Eröffnung der Kammer auf der Discussion über die Festnahme und Haft Garibaldi's bestehen wird. Die äußerste Linke will Garibaldi als Candidaten für die Präsidentschaft aufstellen. Die übrigen Frac⸗ tionen werden für Ratazzi oder Lanza stimmen. Im Cabinet sollen Gualterio und Menabrea nicht einig über den Punct sein, ob ein Proceß gegen Garibaldi eingeleitet werden soll oder nicht. Ersterer besteht auf dem Proceß, während Mena⸗ brea diese Sache fallen lassen möchte. Gualterio soll seine Demission angeboten haben.

Amerika. Von St. Thomas berichtet der britische Consul, daß sämmtliche Offiziere der

Rhone und von den 145 Passagieren 120 um-

kamen. Capitän Taylor und Herr Hodgson sind unter den Geretteten von derWye. Die Stadt ist fast ein Trümmerhaufen, 5 Dampfer und 60 Segelschiffe gingen zu Grunde und der Verlust an Menschenleben wird auf 500 angegeben.

Darmstadt. Vor einigen Wochen collectirte in hie⸗ siger Stedt ein Schwindler auf Grund eines gefälschten Documents, welches ein die Gemeinde Lichtheim be⸗ troffenes Brandunglück beschrieb, mildthätige Beiträge. Durch fälschliche Unterschriften des Gemeindevorstandes der fraglichen Gemeinde, deren Existenz Niemanden bekannt sein will, sowie durch falsche, gar nicht geleistete, nur auf Anlockung Anderer berechnete Enmträge in die Collectirliste ließen sich viele hiesige Einwohner zum Theil um größere Beiträge prellen. Der von der Polizei verfolgte Gauner suchte zeilig das Weile. Am 18. November trieb sich wiederum ein ähnlicher Betrüger in hiesiger Stadt umher, sammelte ebenfalls Beiträge mit einer in ganz gleicher Weise gefälschten Liste für eine angeblich vom Brandun⸗ glück betroffene gänzlich unbekannte Gemeinde Schirm⸗ heim. Als Einsender dieses die Collecturliste zur näheren Prüfung zurückbehielt, verschwand der Träger derselben, um sich nicht wieder nach seinen Dokumenten umzuseheu, und entging auch diesmal dem Arme der Gerechtigkeit. Die der Polizei übergebene Liste ergibt die bedauerliche Thatsache, daß wiederum einige hiesige Einwohner von einem Vagabunden getäuscht worden sind. Dies zur Mahnung an alle Diejenigen, welche um Spenden von fremden unbekannten Personen angegangen werden, damit sie sich vor Gewährung einer Gabe von der Gegründetheit der Desiderien gehörig überzeugen. Alle Zeitungen werben um Verbreitung des Obigen gebeten, um Einwohner anderer Städte vor ähnlichen Schwindlern, die ihre Be⸗ trügereien voraussichtlich auch anderwärts fortsetzen werden, zu bewahren.

Eingesandt.

Am letzten Donnerstag concertirte dabier Frau Ritter⸗ Bondy aus Wien. Dem Beobachter des anfänglich dünn gesäten Auditoriums konnte es nicht entgehen, daß man ein bedenkliches Mißtrauen in ihre Leistungsfähigkeil mit⸗ gebracht und gar Mancher Angesichts der Leere des Saals in Grinnerung an den verausgablen halben Gulden sich einer suillen Wehmuth hingegeben hatte. Kein Wunder

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