Ausgabe 
25.6.1867
 
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Intendantur, Major Dornseiff, Infan terie-Regiment zurückversetzt worden. Wie wir vernehmen, werden in der Kürze noch zwei Oberst lieutenants und sechs Majore pensionirt werden.

22. Juni. I. Kammer. Auf der Ta⸗ gesordnung steht die Regierungsvorlage, die Ein⸗ führung der Verfassung des norddeutschen Bundes in Oberhessen betreffend. Nachdem Graf v. Görtz mündlichen Bericht erstattet, erklärt Fürst v. Asen⸗ burg⸗Büdingen heute dem Zwang der Ver⸗ hältnisse nachgeben und für Einführung der frag⸗ lichen Verfassung in Oberhessen stimmen zu wollen, was jedoch nicht ausschließe, daß er den Eintritt günstigerer Verhältnisse für das engere und weitere Vaterland erhoffe, welche das Ausscheiden Ober⸗ hessens aus dem jetzt vorhandenen Bundesverhält niß und die Beseitigung dieses Bundes ermöglichen. Domcapitular Moufang hält die norddeutsche Bundesverfassung für ein nationales Unglück, da sie den Wohlstand der Nation durch colossale Opfer an Menschen und Geld schädige. Trotz aller Erwägungen werde er, Redner, für Annahme stimmen, da die Einführung der fraglichen Ver fassung eine Consequenz des in legaler Weise exi⸗ stent gewordenen Friedensvertrages vom Septem- ber v. J. sei. Der Präsident der Kammer, Graf v. Erbach⸗Fürstenau, erklärt sich mit den Deductionen Jsenburg's und Monfang's einver- standen. Die Kammer genehmigt einstimmig die Regierungsvorlage.

* Friedberg. Die Formation eines zwei ten Jäger-Bataillons soll nunmehr alsbald in Ausführung kommen, so daß dasselbe schon mit dem 1. Juli organisirt sein wird. Dasselbe wird aus den Schützen-Compagnien der vier Infanterie- Regimenter gebildet, und der hierbei übrig blei bende Theil der Mannschaft in die Regimenter eingereiht, wodurch der Bestand der Compagnien, deren für die Folge vier ein Bataillon bilden, verstärkt werden wird.

In seiner Sitzung vom 12. d. M. hat der Ausschuß des landwirthschaftlichen Vereins in Oberhessen 10 Schullehrern der Provinz je 60 fl. bewilligt, damit sie an dem mit dem 1. August d. J. beginnenden landwirthschaftlichen Lehrcurs Theil nehmen können.

Gießen. DieHessischen Volksblätter be⸗ richten: Das in der Sitzung vom 19. ds. ver⸗ kündete Urtheil in dem Preßproceß des Herrn Professor Wasserschleben gegen dieHessi⸗ schen Volksblätter lautet auf 10 fl. Geld- buße gegen den damaligen nominellen Redakteur Kühn, auf Verurtheilung in sämmtliche Kosten und Vernichtung der betreffenden Zeitungsnummer.

Mainz. DieHess. Landeszeitg. schreibt: Das benachbarte Hechtsheim wurde am 20. ds.

ist in das 2. Infan-] von einer preußischen Soldaten-Horde von unge⸗

fähr 100 150 Mann heimgesucht, die die Ab- sicht gebabt haben mochten, Revanche zu nehmen für die Niederlage ihrer Brüder. Die Wirthe nahmen ihre Schilder von den Höusern, um nicht von so unliebsamen Gästen heimgesucht zu werden; das hinderte aber nicht, daß die Soldaten mit affenähnlicher Geschwindigkeit eines Wirthes Thor und Zaun einzuschlagen und zu demoliren begannen. Kinder wurden von ihnen geneckt, offenbar, um dadurch die Bursche aus den Häu⸗ sern hervorzulocken, aber diese Kriegslist verfing nicht, und Gott weiß, wozu es denn doch noch gekommen sein würde, wenn nicht eine, von einem Offizier geführte Patrouille erschienen wäre und die Händelsucher vertrieben hätte. Sind das nicht höchst traurige Zustände?

Preußen. Berlin. DieKreuzzeitung meldet: Nachdem in den zwischen Berlin und Kopenhagen gepflogenen vertraulichen Erörterungen Dänemark die Uebernahme von Garantien für den Schutz und die Sicherung der deutschen Nationalität in dem abzutretenden Theil Nord Schleswigs abgelehnt, hat Preußen in amt licher bestimmter Form angefragt, ob und welche Garantien Dänemark in dieser Angelegenheit gewähren wolle.

Ein furchtbares Hagel-Wetter hat die Gegend Köben in Schlesien heimgesucht. Die stärksten Bäume wurden entwurzelt, Hunderte von Hasen, Füchsen und sonstiges Wild getödtet und die Getreidefelder in Grund und Boden geschlagen.

Das preußische Staatsministerium hat beschlossen, daß Hannover eine ungetheilte Provinz bleiben und in Regierungsbezirke und Landraths⸗ ämter eingetheilt werden soll.

Wie dieNorddeutsche Allgem. Zeitung hört, soll eine königliche Verordnung erlassen werden, welche bestimmt, daß Alle, die in den neuen Landestheilen für die höheren Dienststellen im Verwaltungs- oder Justiz⸗Fache geprüft sind, auch in den alten Provinzen für den höheren Verwaltungsdienst qualificirt sein sollen.

DieBerliner Börsenzeitung schreibt: Eine italienische Anleihe steht nahe bevor. Beim Abschlusse derselben werden die Häuser Rothschild, Erlanger und Fremy vom Credit Foncier gleichzeitig in Florenz concurriren, even⸗ tuell Rothschild und Fremy gemeinsam.

Der bisherige königliche Civilcommissär zu Frankfurt, Landrath v. Madai, ist zum Po- lizei⸗Präsidenten daselbst ernannt worden. Die philosophische Facultät der Universität Halle hat den Grafen Bismarck, den Kriegsminister

v. Roon, den General v. Moltke und den Unter⸗

richtsminister v. Mühler zu Ehren-Doctoren er nannt. Wie dieKreuzzeitung meldet, wird die Publication der Bundes verfassung am 25. Juni erfolgen. Dasselbe Blatt constatirt, daß die französischen Pferde⸗Ankäufe in Ungarn in ausgedehnter Weise fortgesetzt werden. In Köln herrscht noch immer die Cho⸗ lera und hat erst kürzlich innerhalb weniger Tage 12 Opfer gefordert. Hierdurch ist die städtische Verwaltung zur Besichtigung der Brunnen ver anlaßt worden, bei welcher Gelegenheit man in einem Brunnen drei verfaulende Katzenleichen ent deckte. Die Beschaffung besseren und reinen Trinkwassers bildet auch hier seit Jahren den Gegenstand der Erörterungen im Kreise der städti schen Verwaltung und wird diese wichtige Sache nun energisch in Angriff genommen werden. Luxemburg. Der lu xemburgische Landtag hat mit 17 gegen 2 Stimmen den Gesetzentwurf genehmigt, welcher die Regierung ermächtigt, die zur Schleifung der Festungswerke nöthigen Ausgaben zu machen. Der Antrag des Herrn André, daß Limburg die Hälfte der Kosten der Schleifung übernehmen solle, wurde vertagt.

Bayern. München. DieBayer. Ztg. veröffentlicht die Zollübereinkunft vom 4. Juni, nebst dem zwischen den Grafen v. Bismarck und Tauffkirchen am 18. Juni in Berlin verein- barten und unterzeichneten Protokoll. Bestimmungen desselben sind: Bayern wird in der Vertretung der Staaten 6 Stimmen führen; Preußen wird bei Vertragsabschlüssen mit Oesterreich und der Schweiz die angränzenden Vereinsstaaten zur Theilnahme an den Verhandlungen einladen; Preußen und Bayern wirken dahin, daß die Vertretung der Staaten in Zollangelegenheiten den NamenZollparlament erhält. Das Zoll⸗ parlament hat seinen Geschäftegang selbstständig nach einer festzustellenden Geschäftsordnung zu regeln, sein Präsidium und die Schriftführer selbstständig zu wählen. Preußen wird zur Aus- übung der Controle bei der Zollerhebung und Zollverwaltung Beamte der süddeutschen Vereins- staaten auch fernerhin verwenden.

Oesterreich. Wien. Im Abgeordneten⸗ Hause theilte der Justizminister die Entschließung des Kaisers mit, durch welche sämmtliche seit dem 13. März 1848 wegen politischer Vergehen und Verbrechen Verurtheilten amnestirt werden und ebenso allen seither bis zum 15. December 1866 wegen solcher Verbrechen, oder um sich der Untersuchung zu entziehen, Aus⸗ gewanderten die freie Rückkehr nach Oesterreich ohne jede nachtheilige Rechtsfolge gestattet ist.

Pesth. Die Gesammtauslagen der Stadt Pesth für alle aus Anlaß der Krönungfeier⸗

() Mexiko und der Kaiser Maximilian.

Frankreich setzte die Expedition auf eigene Hand fort.

Nach großen

(Schluß.)

Wo sollten da die republikanischen Tugenden herkommen, ohne welche eine Republik ein Unding ist? Ein General um den andern warf sich in der Folgezeit als Diktator auf, General Iturbide ließ sich sogar frei lich nur auf kurze Zeit zum Kaiser krönen. Das Land seufzte unter stets wiederkehrenden Unruhen und Wirren, der Bürgerkrieg war fast permanent, und eine glückliche Entwickelung der staatlichen Verhältnisse stand in weiter Ferne. Texas, Kalifornien und Neumexiko waren über⸗ dies an die vereinigten Staaten verloren gegangen. So kam das Jahr 1861 und mit ihm die Intervention der europäischen Mächte Frankreich, England und Spanien. Befsassen wir uns jetzt nicht mit der Erörterung der Motive, die den Kaiser der Franzosen zu der abenteuer- lichen Expedition bewogen. War es bloß die Absicht, seinem Heere neue Beschäftigung zu geben und für weiteren Ruhm zu sorgen, oder galt es ihm ursprünglich, ein neues napoleonisches Kaiserreich jenseits des Oceans zu gründen, oder war es wirklich nur eine Fortsetzung der erhabenen Mission des Kaiserreichs, überall als Erretter und Beschützer der unter drückten Nationen aufzutreten? Der Leser wird eine Menge Fragezeichen zu machen haben. Die nächste Veranlassung waren Differenzen über Geldforderungen, die von Seiten der verbündeten Regierungen an Mexiko gestellt wurden. Der Zeitpunkt war gut gewählt; die vereinigten Staaten, selbst im unglücklichen Bürgerkrieg begriffen, mußten die Invasion geschehen lassen. Daß aber Napoleon wirklich Sonderpläne hatte, zeigte sich in der alsbald hervorgetretenen Absicht, die Allianz zu sprengen. England und Spanien mußten die französischen Ansprüche an Mexiko, die unter der Hand von beiläufig 6 Millionen auf 135 Millionen Franes gestiegen

waren,excessiv und der Belege entbehrend finden und zogen sich zurück.

Opfern und langen Mühseligkeiten aller Art gelang es den Franzosen, sich den Weg nach der Hauptstadt zu öffnen. Im Sommer 1863 hielt der französische General Forey an der Spitze von 15000 Mann seinen Einzug in die Stadt Mexiko.

Eine alsbald zusammenberufene Notabelnversammlung dekretirte die Einführung einer erblichen Monarchie und proklamirte den Erzherzog Maxi⸗ milian zum Kaiser von Mexiko. Nachdem auch eine von diesem Prin⸗ zen geforderte Volksabstimmung zu seinen Gunsten ausgefallen und eine Verständigung über die Bedingungen der Annahme der Kaiserkrone mit Napoleon erzielt worden war, erfolgte am 12. Juni 1864 der Einzug der kaiserlichen Familie in die Hauptstadt Mexiko. So weit war Alles gut, und die Hoffnung auf völlige Pacifieirung des Landes erschien nicht allzu gewagt, zumal Juarez, der gefährlichste Gegner des Kaiserreichs, in die Enge getrieben war, und die französischen Truppen vertragsmäßig in ziemlicher Stärke zur Stütze des Thrones vorläufig im Land blieben. Aber mancherlei Umstände wurden dabei übersehen oder zu gering ange⸗ schlagen. Wir rechnen dahin: die ungeheuere Ausdehnung des Landes bei allzu geringer Dichtigkeit der Bevölkerung; den Mangel an Verkehrs · mitteln(die Flüsse sind zu reißend, um schiffbar zu sein, von Eisenbahnen sind nur erst ganz kurze Strecken vorhanden und die Schlechtigkeit der Straßen geht über unsere Begriffe) die Unfertigkeit der Staats maschine man denke an die Aufgabe, 23 zu einer Föderation lose vereinigte, durch Bürgerkriege zerklüftete Republiken in eine geregelte Monarchie um · zuformen; das nicht leicht zu verwindende bittere Gefühl des Volkes, daß der neue Kaiserthron eigentlich doch nur auf der Spitze fremder Ba⸗ jonette in's Land getragen worden, ein Gefühl, das bei der Menge leicht zu tödtlichem Haß zu steigern war durch den Hinweis auf die Höhe der vom Kaiserreich an Frankreich zu leistenden Kriegsentschädigung(270

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