heim, entweder durch das Ried, oder über Pfung⸗ stadt, eine Eisenbahn auf Staatskosten bauen zu lassen, oder wenigstens einer Gesellschaft, unter Subvention aus Staatsmitteln oder einer Zinsen⸗ garantie, die Concession hierzu zu ertheilen.“
Darmstadt. Justiz-Minister Freiherr v. Lindelof ist aus Veralassung seines 50jährigen Dienstjubiläums mit dem Großkreuz des Lude⸗ wigs⸗Ordens decorirt worden..
Friedberg. Wie wir vernehmen, ist die Untersuchung wegen des im Monat März l. J. im Ober⸗Rosbacher Bergwerk erfolgten Einsturzes, in Folge dessen ein Arbeiter getödtet und ein an— derer schwer verletzt wurde, nunmehr beendigt und von dem Untersuchungsrichter dahin erkannt wor⸗ den, daß kein Beweis dafür vorliege, daß der Tod, beziehungsweise die Körperverletzung durch eine strafbare Fahrlässigkeit des Dirigenten der technischen Leitung, oder des Grubensteigers Loh oder des Gedingträgers Welcker verschuldet wor- den und daß überhaupt kein Grund dafür erbracht sei, daß sonst Jemand den Tod oder die Körper⸗ verletzung aus Fahrlässigkeit verschuldet habe. Da dieses Erkenntniß das Resultat einer höchst sorg⸗ fältigen, unter Zuziehung eines sehr tüchtigen und erfahrenen Sachverständigen, des Großherzoglichen Bergmeisters Storch, geführten Untersuchung ist, so haben nunmehr die Einwohner von Ober-Ros- bach, welche die eigentliche Veranlassung zur Unter- suchung mit Rücksicht darauf gegeben haben, daß sie bebaupteten, der Einsturz sei in Folge vernach lässigten Grubenbaues, überhaupt in Folge eines, den Grundsätzen der Bergwissenschaft widerspre⸗ chenden Betriebs, herbeigeführt worden, allen Grund zu der Annahme, daß der technische Betrieb des Bergwerks ein ganz ordnungsmäßiger ist und daß ihre Befürchtungen hiernach jeglichen Grundes ent— behren. Bei der größten Vorsicht und Vorkeh⸗ rung aller möglichen Sicherheitsmaßregeln ist aber im Bergbau ein unvorhergesehener Unglücksfall manchmal nicht zu vermeiden und ein solcher ist im vorliegenden Falle angenommen worden, weß— halb Niemanden die eriminalrechtliche Verantwor- tung aufgebürdet werden konnte.
3. Gießen. Wie an anderen Orten un⸗ seres Landes, so scheint man auch hier auf die Hebung unseres Gymnasiums in neuerer Zeit sehr bedacht zu sein, und der außergewöhnliche Umstand, daß die Zahl derjenigen, welche zu Ostern d. J. die Maturitätsprüfung nicht bestanden, sich auf 11 beläuft, wovon 7 Schüler des Gymnasiums, dürfte hinlänglich beweisen, wie sehr man es bö⸗ heren Ortes sich angelegen sein läßt, nur solche Leute zum akademischen Studium zuzulassen, welche in Wirklichkeit den Grad der geistigen Reife er⸗ langt baben, der bisher leider manchem jungen Menschen, welcher die Universität bezog, abging. Eine in diesem Sinne Seitens der hiesigen Fa- cultäten geführte, und gewiß nicht unbegründete Veschwerde bei Großherzoglicher Oberstudiendiree ⸗
tion dürfte einestheils die vor kurzer Zeit statt⸗ gehabte Revision unseres Gymnasiums hervorge— rufen, anderntheils ein Ergreifen strengerer Maß⸗ regeln veranlaßt haben, nach welchen sich diejeni⸗ gen Bewohner unserer Stadt, welche Gymnasiasten in Miethe haben, durch Unterschrist verpflichten müssen, das sittliche Betragen, sowie den häuslichen Fleiß derselben zu überwachen. N
Gießen. Der außerordentliche Professor Bohn dahier hat einen Ruf an die Forstschule zu Aschaffenburg erhalten.— Am 6. ds. wurde dahier eine Confessionsschule mit fünfzig Kindern eröffnet.
Vom Main. Die Errichtung von Brod⸗ fabriken macht in hiesiger Gegend erfreuliche Fortschritte. Wie wir hören, hat Herr B. Sie⸗ sel in Rödelheim ein derartiges Etablissement ge— gründet und soll dieser Tage das Geschäft eröffnet werden. Es sind Bäcker aus Erlangen und Am- berg engagirt, da die Backart ganz nach bayeri— schem System eingerichtet werden soll. Wir zwei⸗ feln nicht, daß das Unternehmen bei dem Publi- kum verdienten Anklang finden wird.
Mainz. Die hiesige„Rothe Kaserne“ wird zur Aufnahme der in Luxemburg liegenden Regi— menter Nr. 69 und 82 bereit gestellt— Wie ein hiesiges Blatt meldet, wird in Kürze eine Anzahl taxischer Postbeamten bei preußischen Post— ämtern Verwendung finden, um den dort ge— bräuchlichen Dienst zu erlernen.
Preußen. Berlin. Das Einvernehmen zwischen Preußen und Frankreich soll nichts mehr zu wünschen übrig lassen. Die officiösen Organe, die bisher noch allerhand Zweifel über die Ehrlichkeit Frankreichs vorzubringen hatten, wissen heute nicht genug Rühmens von dem ver— söhnlichen Verhalten Frankreichs zu machen.
— Die„Zeidler'sche Correspondenz“ spricht von Entdeckung einer weit verzweigten Ver— schwörung in Hannover, welche die Orga— nistrung bewaffneten Widerstandes bezweckte.(Siehe Hannover.)
— Der Magistrat zu Berlin hat dem Aus- schusse für das Hermanns⸗Denkmal in Han- nover 500 Thaler ausgesetzt; trotz dieser dankens⸗ werthen Gabe fehlt aber noch immer eine so er— hebliche Summe, daß es schwerlich sobald zur Vollendung des Denkmals kommen wird.
— Nach dem„Rheinischen Kurier“ hat der Fabrikant der Gußstahlkanonen, Herr Krupp in Essen, die Riesenkanone, welche in der Weltaus⸗ stellung das ungeheuerste Aufsehen gemacht hat, dem König von Preußen zum Geschenk angeboten. Der Werth dieses Werkes ist auf 200,000 fl. ge⸗ schätzt worden. 5
— Nach getroffener Bestimmung reisen der Kronprinz und die Kronprinzessin am 23. ds. Abends von der Wildparkstation nach Potsdam und von da mittelst eines Extrazuges nach Paris.
— Wie die„Weserzeitung“ erfährt, sind die
Unterhandlungen zwischen dem Fürsten von Wal⸗
deck und der preußischen Regierung wegen der Abtretung der Souveränitätsrechte des Fürsten an Preußen an der Weigerung des Königs von Preu.
ßen gescheitert.
Hannover. Die Haus suchungen und
Verhaftungen dauern fort. Es scheint gewiß zu sein, daß man eine große, weit verzweigt Verschwörung entdeckt hat, die vielleicht in kurze. Zeit zu einer offenen Empörung gegen das preu ßische Regiment geführt haben würde. In Betreff der
Entdeckungen von hochverrätherischen Unternehmun⸗ gen gibt die amtliche„Neue Hannov. Zeitung“ Auskunft. Es galt, zur Unterstützung des Aus- landes eine hannover'sche Legion zu bilden, deren Chefs schon ernannt waren, und einen Aufstand im Lande zu erregen. Großes Aufsehen hat die erste Verhaftung gemacht, die man auf der Marienburg vorgenommen hat. Früh Morgens um 5 Uhr erschien dort der Polizeidirector Stie⸗ ber und verhaftete den geheimen Rath, Kammer⸗
herrn Baron v. Stockhausen. Herr v. Stockhausen
war bis zur Annexion hannover'scher Gesandter
am Berliner Hofe und begleitete dann auf Wunsch
König Georg's die Königin auf die Marienburg, wo er deren rechte Hand war. Man bezweifelt. daß Preußen der Königin Marie den Aufenthalt auf der Marienburg noch länger gestatten werde,
Frankfurt. In Folge der in Oesterreich und Bayern ausgebrochenen Rinderpest ist für die Stadt Frankfurt die Ein⸗ und Durch⸗Fuhr von Rindvieh, Schaafen und Ziegen aus den ge— nannten Staaten bis auf Weiteres untersagt worden.
Gotha. Die Rinderpest ist(wie amtlich angezeigt wird) in der vorigen Woche in Brotte⸗ rode und am heutigen Tage in Dannheim bei Arnstadt zum Ausbruch gekommen. Aus Hildburghausen wird gemeldet:„Wir sind traurig daran, schlimmer als im Kriege. Die Hälfte unseres Viehstandes ist schon ein Opfer der Seuche geworden. Der Mangel an Zugvieh ist schon so groß, daß die Menschen sich an die Wagen spannen müssen, um die nothwendigsten landwirthschaftlichen Fuhren zu besorgen. Und auch dazu werden uns die besten Kräfte durch Ein⸗ berufung zum Militär entzogen. Die Theuerung und die Verdienstlosigkeit nehmen täglich zu.“
Bayern München. Freiherr v. d- Pfordten ist von seiner Romfahrt wieder hier eingetroffen.— Der König hat die Aufhebung der Festungseigenschaft der Vesten Marienberg, Rosenberg, Wülzburg und Oberhaus mit(Einschluß der Stadt Passau) genehmigt.
Baden. Karlsruhe. Die„Neue Bad. Landesztg.“ äußert sich folgendermaßen über die Friedens hoffnungen.„Die Militarisirung zweier großer Völker, das ist der Krieg, der Krieg auf Wartgeld. Einmal müssen doch die 800,000,
(D Wie die Franzosen im Jahre 1332 die Stadt Metz
weggenommen.
Der Himmel bewahre uns vor Krieg, wir brauchen nicht hinzuzu⸗ fügen: vor dem Eroberungskrieg, denn daran denkt in Deutschland kein Mensch. Mögen gewisse Landstriche einst zu Deutschland gehört haben,
das sind alte Geschichten, worüber längst Gras
hat sie verschmerzt, und die Segnungen des Friedens stehen ihm unendlich höher als der Gewinn auch des glücklichsten Krieges Niemanden einfallen in der Veröffentlichung des Nachstehenden die Absicht erblicken zu wollen, nationale Eifersucht und nationalen Haß damit zu
erwecken. Es hat dem Deutschen nie so recht
glühenden Haß gegen das Fremde hineinzuarbeiten, darin wurde er von
andern Nationen stets übertroffen, und gottlob!
der Bildung viel zu weit vorgeschritten, um über diesen engherzigen Stand⸗ Angesichts gewisser Möglichkeiten aber ist es immerhin gut, wenn wir uns daran erinnern, wie und auf welche Weise die eine und die andere deutsche Stadt und Provinz Die Geschichte ist geschrieben— zur Lehre und zur Darum möge Nachfolgendes, wie wir es finden in„Feind⸗ seligkeiten der Franzosen gegen Deutschland von Karl Strack“, der es mittheilt nach Scherer in Raumer's Jahrbuch 1842, eine Stelle hier
punkt nicht längst hinaus zu sein.
französisch geworden. Warnung.
finden.— Der schmalkaldische Krieg war zu Ende,
kaldischen Bundes, der Kurfürst von Sachsen und der Landgraf von Hessen, Philipp der Großmüthige, waren des Kaisers Gefangene
Freund und Gönner.
gewachsen. Deutschland
Darum wird es
gelingen wollen, sich in
heut zu Tage ist er in
Weise auszubeuten. Lothringen ein.
die Häupter des schmal⸗
Aber in der Absicht, dieselbe,
des Kaisers, schon von dem Standpunkte der Staatsklugheit verwerflich scheinendes Verhalten gegen die gesangenen Fürsten drängte dem neuen Kurfürsten von Sachsen, Moritz, dem Schwiegersohn Philipps von Hessen, endlich das Schwert in die Hand gegen den Kaiser, seinen seitherigen Insgeheim rüstete er gegen Karl V. und verband sich mit dem jungen Landgrafen von Hessen und anderen Fürsten. Frankreich zog er ohne Mühe in das Interesse der Sache, da diese⸗ schon längst auf eine solche Aufforderung gewartet hatte.
In dem zwischen den verbündeten Fürsten und Heinrich II. von Frankreich im Oktober 1551 abgeschlossenen Vertrag lesen wir Folgendes: „Man wird es für gut halten, daß der König von Frankreich sich einiger Städte, welche von Alters her zum deutschen Reiche gehören, namentlich Cambray, Metz, Toul und Verdun bemächtige und dieselben als Vikarius des heiligen Reiches behalte.“ alle Rechte vorbehielten, N war der ganze Vertrag, wir gestehen es gerne zu, ein Verrath am deutschen Reiche. Der französische König säumte nicht, denselben in seiner Im März 1552 rückten 35,000 Franzosen in Toul und Verdun waren bald unterworfen; aber eine Belagerung von Metz wäre, obgleich ein französisch gesinnter Bischof und französisches Geld zu Gunsten Frankreichs gewirkt hatten, langwierig und bedenklich gewesen, darum suchte man durch Verrath schneller und leichter zum Ziele zu kommen. Montmorency versicherte, er wolle die Armee nur durch die Stadt führen,
Auch
Obgleich die Fürsten dem Reich dabei die dasselbe auf die gedachten Städte hatte, so
Der Anführer der Franzosen, der Herzog von
ohne sie bei den Bügern einzuquartieren, auf einer
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