seiner Meinung den zukünftigen Cultusminister nicht präjudiciren wolle.
Mehrere Wiener Blätter vom 22. d. melden übereinstimmend, daß die Bildung eines neuen Cabinets in folgender Weise zu Stande gekommen sei: Fürst Carlos Auersperg, Präsident; Giskra, Inneres; Herbst, Sprechminister; Berger, Justiz; Hasner, Unterricht; Brestel, Finanzen; Winterstein, Handel. Berger hat die Annahme des Portefeuilles von einer ärztlichen Confultation abhängig gemacht.— Ein Telegramm aus Wien sagt: Frankreich und England haben in Belgrad die nachdrücklichsten Vorstellungen wegen der Rüstungen der Serben gemacht. Oesterreich wird sich denselben anschließen.
Frankreich. Paris. Im franz. gesetzgebenden Körper haben die Verhandlungen über das Militär— gesetz begonnen, schon der Anfang spricht dafür, daß sie sehr lebhaft werden.— Simon unterwirft den Armee⸗Gesetzentwurf einer Prüfung von drei Gesichtspunkten aus: Umfang, Opportunität und Wirksamkeit der vom Lande geforderten Opfer, und beschuldigt den Entwurf, die Militärlasten zu erhöhen und die Heiraths-Gestattung der Reserve allzusehr zu beschränken. Der Redner tadelt die Errichtung der mobilen Nationalgarde, wodurch die Chancen der guten Nummern bei der Ziehung beeinträchtigt worden, und sagt, die Politik der Regierung verletze die fremden Nationen. Nach den begangenen Fehlern scheine auch der Moment nicht zeitgemäß zu sein, von Frankreich zu ver⸗ langen, alle seine Kinder für den Militär dienst herzugeben. Die wahre Kraft eines Volkes liege weniger im stehenden Heer, als im Patriotismus. — Baron David sagt: Jenseits des Rheins sei die Militärpartei siegestrunken, jenseits der Alpen die revolutionäre Partei sogar feindlich gegen Frankreich gestimmt. Diese Sachlage gebiete Frankreich auf seiner Hut zu sein, dasselbe habe daher eine starke Organisation nöthig, die von der Regierung vorgeschlagene werde die am wenigsten bedrückende sein und das gegenwärtige Regime wesentlich erleichtern. Die Kammer werde in ihrem Patriotismus Grund finden, das Gesetz einstimmig zu votiren.
— Bei Fortsetzung der Debatte über das Armee⸗Organisationsgesetz sagte Gressier, Ve— richterstatter der Commission: Bei den über Europa gekommenen Ereignissen habe Frankreich nicht über die hinreichenden Kräfte zu verfügen gehabt. Das gestörte europäische Gleichgewicht werde nicht durch friedliches Uebereinkommen der Völker wieder hergestellt werden, sondern nur durch die Ereignisse eines Krieges.(Lärm und Bewegung.) Das Armee⸗Organisationsgesetz sei nicht ein Gesetz für einen nächsten Krieg, denn es vermindere ja die Armee währrad der ersten Jahre, sondern es sei vielmehr ein Vertheidigungsgesetz für alle Zukunft. Picard begreift nicht, wie ein Gesetz, das zur Vermehrung der Kräfte Frankreichs geschaffen werden solle, dieselben in der ersten Zeit vermindern und wie man eine Vereinigung mit dem besiegten Oesterreich anstatt mit dem siegreichen Preußen vorschlagen könne. Jules Favre findet die Erklärungen des Commissionsberichterstatters be⸗ unruhigend und wünscht, daß die Regierung sich
aussprechen möge. Rouher stellt entschieden in Abrede, daß dem Gesetz der Gedanke an einen nahe bevorstehenden Krieg zu Grunde liege. Dasselbe wolle nur durch allmälige Entfaltung aller Kräfte die nationale Unabhängigkeit sicher stellen.
Großbritannien. London. An Ge⸗ rüchten über weitere Attentate der Fenier ist kein Mangel und wie tollkühn auch manche davon lauten, so stellt sich doch leider heraus, daß sie nicht alle unbegründet sind.— In der Nähe eines Gaswerkes entdeckte man eine mit Pulver beladene Barke. Wäre dasselbe angezündet worden, so hätte es ganze Stadttheile in einen Ruinenhaufen verwandelt. Daß eine derartige Katastrophe beabsichtigt war und entdeckt worden ist, beweist der Umstand, daß die am meisten bedrohten Gasanstalten sorgfältigst bewacht werden. Etwas Aehnliches kam in der Nähe des Millbank— Gefängnisses vor.
— Die Regierung kennt jetzt das ganze Com⸗ plott der Fenier und deren Organisation. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Die Kronjuristen erach— ten vorerst die Ausnahmsgesetze noch für unnöthig.
— Nachdem glaubwürdige Zeugen unter Eid ausgesagt haben, daß ihres Erachtens die öffent- liche Ruhe nicht gesichert sei und hiermit die gesetzliche Vorbedingung erfüllt ist, haben die Friedensrichter damit begonnen, Special-Constabler einzuschwören. Es melden sich Bürger genug, darunter auch viele Arbeiter. Sie erhalten als Zeichen ihres Amtes einen Stab und eine schrift— liche Instruktion.
Italien. Florenz. In der Sitzung der Deputirtenkammer vom 19. beklagte Ratazzi, daß der Regierung in diplomatischen Depeschen Frank— reichs unverdiente Vorwürfe gemacht worden seien. Er erwähnt, daß die Regierung niemals weder gemischte Intervention noch Conferenz vorgeschlagen habe. Es habe die Absicht bestanden, Rom zu besetzen, als Frankreich Krieg gedroht habe, wenn die italienischen Truppen die Gränze überschritten. Italien habe Frankreich niemals vorgeschlaͤgen, der Mitschuldige des Verraths zu werden.
Rußland. Petersburg. Die Nach⸗ richten von dem Nothstand in Finnland lauten immer betrübender. Der Eintritt der Kälte hat den Mangel an Nahrungsmitteln noch gesteigert, denn das Moos, dessen sich die Noth zur Nahrung bediente, ist jetzt mit Schnee bedeckt. An vielen Stellen ist der Hungertyphus eingetreten. Ganze Dörfer sind verödet, ausgestorben oder verlassen. Alle getroffenen Maßregeln zur Abwehr der Leiden reichen nicht aus, die um so drückender herrschen als sechsjährige nacheinanderfolgende Mißerndten und Hungersnoth alle Mittel und Kräfte aufge⸗ zehrt haben.
Aus dem Kreise Friedberg. Am 16. d. M. beging Herr Pfarrer Bauer zu Ober⸗Wöllstadt sein fünf⸗ undzwanzigjähriges Dienstjubiläum, an welchem die Ge⸗ meinde innigen Antheil nahm und in ehrender Weise ihrem Geistlichen Vertrauen und Dankbarkeit zu erkennen gab. Nach beendigtem, in feierlichster Weise abgehaltenen Gotles⸗ dienste übrreichte Herr Pfarrer Keller von Ockstadt dem Jubilar Namens seiner Freunde eine sehr schöne Madonna zur freudigen Erinnerung an den Ehrentag, der ihm und seiner Gemeinde zum Segen gereichen möge.
* Dornassenheim. Am 9. Dez. d. J. begingen die Eheleute Wilhelm und Christine Triebert dahier die
Feier ihrer goldenen Hochzeit. Unter zahlreicher Theilnahme von Verwandten und Freunden, sowie der Bevölkerung von Dornassenheim und den benachbarten Orten verlief die Feier zwar in einfacher, aber erhebender und würdiger Weise. Das Jubelpaar wurde von zehn weißgekleideten Jungfrauen zur Kirche geleitet, wo der Ortsgeistliche unter ergreisenden Worten die kirchliche Feier vollzog.— Auf Veraustaltung von Freunden vereinigte ein Festmahl eine fröhliche Gesellschaft von 85 Personen in dem Saale des Gasiwirths Klein bis zum späten Abend. Während des Essens empfing das unbemittelte Jubelpaar die an⸗ genehme Mittheilung, daß sowohl von Seiten des Groß— herzogs Ludwig von Hessen als auch des Herzogs Adolf von Nassau Geldgeschenke eingetroffen seien, was mit all⸗ seitiger Freude vernommen wurde. Auch Freunde und Bekannten hatten nicht unterlassen, durch Ueberreichung von Geschenken dem Ehepaare ihre freudige Theilnahme zu erkennen zu geben. Möchten die Glückwänsche, die dem Jubelpaar dargebracht wurden, zu seinem Wohle in Erfüllung gehen!
S. Klein⸗Karben, i. Kr. Vilbel. Am 15. Dez. wurde in der Gemeinde Klein-Karben die neu restaurirte Kirche, welche eine prächtige Zterde in einer neuen Orgel
mit 15 klingenden Registern erhalten hatte, dem öffent⸗
lichen Gottesdienste wieder übergeben, wobei die neue Orgel durch Herrn Decan Fertsch von Kaichen in er⸗ greifender Weise eingeweiht wurde. Vorher war dieses Orgelwerk durch Dr. Volkmar, Hauptlehrer am königl. Seminar zu Homberg bei Kassel, geprüft worden und hat derselbe, der ein gründlicher Kenner des Orgelbaues ist,
das günstigste Urtheil über diese Orgel gefällt, das nicht.
nur in seiner ganzen Anlage, sondern in ganz neuen und überraschenden Verbesserungen, in Intonation Zeugniß gäbe von des Orgelbauers, Herrn Bernhardt und Sohn zu Gambach, Geschicklichkeit, seiner Ehrlichkeit und Redlich⸗ keit, und hat demnach dieses Werk von Sachverständigen und Laien die höchste Anerkennung gefunden. Doch auch Ehre der Gemeinde, die keine Kosten scheute ihr Gottes⸗ haus zu verschönern und durch dieses schöne Orgelwerk zu bereichern. Hr. Pfarrer Land mann hat bei der Feier der Einweihung eine tiefergreifende Predigt vor der alle Räume füllenden Gemeinde gehalten, welche noch lange in den Herzen derselben nachklingen wird.
Gießen. Vor einiger Zeit wurde bei dem in dem hiesigen Stadtwalde befindlichen Bergwerke ein interessanter Fund gemacht. Bei der Anlegung eines neuen Tagebaues stießen die Arbeitec plötzlich auf den Sarg eines alten deulschen Helden. Der Sarg war aus unbehauenen Steinen zusammengesetzt und der innere Raum desselben mit kalkartiger Erde angefüllt. Nachdem dieselbe aus⸗ geschöpft war, entdeckte man das vollständig erhaltene Skelett eines Mannes. Um den Kopf lag ein Ring, der, nach den kleinen, sehr zierlich gearbeiteten Blättchen und Blumen, von denen sich noch einige vorfanden, zu urtheilen, einst reich verziert gewesen sein muß. Am Scheitel lagen zwei gezahnte Ringe, die wahrscheinlich zum Zusammen⸗ halten der Haare dienten. An den Seiten des Kopfes fanden sich zwei große Ohrringe, eben so zwei Ringe an den Handgelenken. Alle diese Gegenstände sind von Bronze. Das Gebiß ist, mit Ausnahine der Augenzähne, vollständig vorhanden und so gut erhalten, daß der Ge⸗ danke nahe liegt, die fehlenden vier Zähne mögen das Opfer einer barbarischen Sitte geworden sein. Auffallend ist die Gestalt der oberen und unteren Vorderzähne; sie sind rund und stumpf. Der Sarg, über welchen sich ein gewaltiger Hügel wölbte, gehört offenbar der heidnisch⸗ germanischen Zeit an.
Mainz. In der Nacht vom 15. auf den 16. wurde von einer auf dem Exerzierplatz der Eisgrube stehenden Kanone das Rohr entfernt und fortgeschleppt. Zweifels⸗ ohne haben Mehrere diese That vollbracht, da das Gewicht der Metallmasse kein unbeirächtliches ist.
Mainz. Der Unteroffizier, welcher, wie wir bereits berichteten, von einem Makler aus Hechtsheim verwundet wurde, ist noch am Leben. Er erhielt zwei Stiche in den Unterleib, kann jedoch, falls nicht Brand hinzutritt, noch gerettet werden. Zur Aufklärung in dieser Sache erfährt man, daß der Thäter, der in sehr angetrunkenem Zustande in der Caserne angekommen war, dort den Gedanken faßte, er sei dahin gelockt worden, damit ihm sein Geld ab⸗ genommen werden könne. Dieß habe ihn zu seiner That getrieben.
X Braunkohlenverkauf.
2999 Für die gegen Credit zu beziehenden Braunkohlen beginnt auf dem Großherzoglichen Dorhetmer Bergwerk mit dem 2. Januar 1868 eine neue Creditperiode laufend bis Ende März und verbunden mit einer Zahlungs⸗ frist bis Enve Jun 1868. Der Preis der Kohlenklötze ist wie seither 12 kr. für den Centner= 14 Stück Klötze.
Dte Fuhrleute wollen die Gegenscheine, welche ihnen bel Abgabe des Bürgscheins einge händigt werden, bei jedem Kohlenbezuge mitbringen, damtt dle einzelnen Bezüge in dem Gegenscheln notirt werden können Bei Zahlung de“ Crediisumme an Großherzogliche Bergkasse zu Friedberg ist gleichfalls die Vorzeigung des Gegen,
scheins erforderlich.
Dorheimer Bergwerk den 21. December 1867.
Großherzogliches Bergamt Dorhelm Storch.
& SGBraunkohlenverkauf.
2976 Vom 1. Januar 1868 bis auf Weiteres können von der Braunkohlengrube Wilhelms hoffnung bei
Dornassenheim noch Braunkohlen, sowohl gegen baar als auf Credit bezogen werden.
Gegen volschrifts⸗
mäßige Bürgschaft wird von da ab Zahlungsfrist bis Ende September 1868 geffattet.
Reichelaheim den 18. Dezember 1867.
Der Repräsentant der Gewerkschaft W. Schmid.
Edictalladung. ö 2889 Nachdem der Wirth Adam Arnold in Kiever Wöllstadt mit der Mehrheit seiner bekannten Gläubiger zum Zwecke der Abwendung des formellen Concurses ein Arrangement abgeschlossen hat, dessen Einsicht den Interessenten auf der Landgerichts⸗Regisfratur zu nehmen gestattet ist, ergeht an etwaige gerichtsunbekannte, un⸗ bevorzugte Gläubiger hiermit die Aufforderung, binnen 4 Wochen ihre Forderungen anzumelden und beztehungs⸗ weise Einwendungen gegen ihren Beitritt zum Arrange⸗ ment voczubringen, gegenfalls dieses Arrangement bestätigt und in Vollzug gesetzt werden wird. Friedberg am 4. December 1867. Großherzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Land richter. Landgerichts Assessor,
W egen Tahnschmerz
2179 empfiehlt zum augenblicklichen Stillen Apotheker Bergmann TZahnwolle aus Paris à Hülse 9 kr. Ph. Dan. Kümmich.
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