(elebrte, ein würdiger, aber vom Alter gebeugter Greis, u leise und zu schnell, als daß er von Allen im Zusam⸗ enbang hätte verstanden werden können. Sein Vortrag erbreitele sich über den heutigen Stand der astronomischen Zissenschaft. Feierlich klang in dem Munde dieses ehr— ürdigen Altmeisters der Himmelskunde der gegen das ande des Vortrags gethane Ausspruch, daß auf diesem zebiete für den menschlichen Geist noch ein Arbeitsfeld ar viele Jahrtausende vorläge, und daß der Himmel mit inen Welten ein Buch sei, in dem wir nur erst einzelne uchstaben und Zeichen verstünden, daß aber einst eine eit kommen werde, wo man es werde lesen können. dach Beendigung dieses Vortrags betrat Professor Petten⸗ fer von München die Rednerbühne und sprach unter er gespanntesten Aufmerksamkeit aller Anwesenden über fentliche Gesundheitspflege. Dieser Zweig der ärztlichen Dissenschaft scheint erst in der jüngsten Zeit in Deusschland lanmäßig angebaut zu werden, und Pettenkofer er⸗ eint darum als Bahnbrecher auf diesem Gebiet. Aber auch für das größere Publikum ist sein Vortrag von so nurchschlagendem Interesse, daß es wünschenswerth sein ürfte, wenigstens einige Sätze daraus hier anzuführen. einem geschichtlichen Ueberblick erwähnte der Redner zessen, was schon im Alterthum für diesen Zweck geschehen, wie Moses durch weise Anordnungen sein Volk zur Rein⸗ zaltung des Körpers und der Wohnungen anhielt, was in Lykurg gethan zur Kräftigung der Spartaner und welch' ausgedehnte Wirksamkeit die Römer entfalteten in Sezug auf Kanalisirung ihrer Städte, Beschaffung gesun⸗ den Trinkwassers durch großartige Wasserleitungen u. dergl. Wie sehr sie bei der Gründung ihrer Städte auf die Sesundheit des zu wählenden Ortes bedacht gewesen, gehe zaraus hervor, daß die Priester zuvor ein Thier aus der Begend schlachteten, seine inneren Organe und Eingeweide genau prüften und erst dann, wenn dasselbe durchaus ge— und befunden, der Meinung waren, eine Ansiedelung an vem Punkte sei den Göttern wohlgefällig. Ja es sei ein Beispiel vorhanden, daß eine Stadt wegen ihrer ungesun⸗ den Lage verlassen und einige Meilen davon entfernt an Zinem günstiger gelegenen Orte wieder aufgebaut worden sei. So sehr aber alle diese Bestrebungen anzuerkennen seien, so wäre es doch verkehrt, zu meinen, früher seien Die Menschen kräftiger und gesunder gewesen und hätten zin höheres Lebensalter erreicht als jetzt. Statistische Auf⸗ seichnungen zeigten z. B. daß in London die Sterblichkeit im 17. Jahrhundert 42 auf 1000 betrug, im 18. dagegen 36 und im 19. nur 25. Welch' wichtige Rolle die Kanalisirung eines Wohnorts zur Tieferlegung des Brundwassers bei dem Gesundheitszustand desselben spiele, Zeige sich in eclatanter Weise bei einer Stadt in England, wo in Folge der Kanalisirung derselben die Sterblichkeit in wenigen Jahren von 25 auf 22 herabgesunken sei.— Die Zahl der anwesenden Mitglieder der Versammlung rmochte gegen 500 betragen haben, die Galerien, zu welchen ffreier Zutritt gestattet ist, waren auffallend schwach besetzt. In dem gedruckten Verzeichniß der angemeldeten Mit⸗ glieder lasen wir Namen aus New-Vork, Petersburg, Palermo, Kairo und Java.
Darmstadt. Von den Gegenständen, welche in der am 19. d. statigehabten Generalversammlung des Groß⸗
In
herzoglichen Gewerbvereins zur Berathung kamen, erwähnen] wieder in den Markt brächten.
Fortbildungsschulen für erwachsene Mädchen, wonach die erfreulichen Resultate über die in Mainz und Worms bestehenden derartigen Schulen auch die Begründung einer solchen in hiesiger Sladt demnächst zur Folge haben wird. Bei Neuwahl eines Theils des Ausschusses wurden an Stelle der Ausgeschiedenen die Herren C. Denninger von Mainz, Rönekke aus Offenbach, Müller von Bensheim, Generalsecretär Dr. Krämer und Reallehrer Kumpa von hier gewählt und als Ort der nächsten Generalversamm- lung Dacmstadt bestimmt. Nach Schluß der Versammlung vereinigte sich die Mehrzahl der Anwesenden zu einem gemeinsamen Diner im Gasthaus zum„Darmstädter Hof.“ Commerzienrath Fink, welcher Hessen bei der Pariser Industrie-Ausstellung vertritt, gab hierüber sehr interessante Mutheilungen und sprach seine Ansichten und Erfahrungen üder den hohen Werth derartiger Ausstellungen aus, wenn auch die von Einzelnen gehegten Hoffnungen sich in der Regel nicht realisirten.
2 Neue preußische Zehn⸗Thaler⸗Noten. Nach einer im„Staatsanzeiger“ veröffentlichten Bekanntmachung des Haupt- Bank⸗ Direktoriums werden die gegenwärtig circulirenden Zehn-Thaler-Noten durch neue ersetzt, deren nähere Beschreibung gleichzeitig mitgetheilt wird.
„ Robert Blum's Gebeine. Robert Blum's Gebeine befinden sich auf dem Währinger Friebhofe in einem Schachtgraben und hat in dieser Grabstelle die Um⸗ grabung und Neubelegung mit Leichen stattgefunden. Der Wunsch seiner Freunde, die irdischen Ueberreste in seinem Vaterlande zu deerdigen, kann daher wohl nicht realisirt werden, da die Gebeine mit denen Anderer vermengt sind und nicht zu unterscheiden sein würden. Robert Blum hat kein Grabzeichen.
2 Der Verfasser der„Wiener Briefe“ in der Allg. Ztg. bringt bei Erwähnung der jetzt eifrig betriebenen Fabrikation von Hinterladern folgenden prächtigen Vergleich an: „Merkwürdig wie sich die Zeiten ändern! Früher lud man die Gewehre von vorn und prägte dem Soldaten seine Berufspflichten von hinten ein; jetzt schiebt man die Patrone von hinten in den Lauf und sucht den Soldaten zu bilden von vorn, durch das Gehirn auf ihn einzuwirken. Bildung heißt die Parole, die Losung Intelligenz. Aber es gibt einen kleinen Umstand, der mit dieser officiellen Aner⸗ kennung des Geistes im Widerspruch steht. Man will nämlich bemerkt haben, daß nicht nur früher, sondern noch jetzt Offiziere, die sich durch wissenschaftliche Bildung und geistige Begabung auszeichnen, keineswegs rascher als andere befördert werden. Vielleicht ist dieß aber ein Irr⸗ thum jener civilen Weltanschauung, die bekanntlich von militätischen Dingen nichts versteht.“
% Ein Londoner Journal, ein Organ der feinen Damenwelt, berichtet, daß unter der letzteren das Waschen mit Wein immer mehr in die Mode komme, als bestes Mittel für einen zarten Teint, und daß die feinsten Rhrin⸗ weinsorten dabei benützt würden. Eine junge Dame brauchte jeden Morgen 3 Flaschen„Cabinet“. In Kassel wollte einst Niemand französischen Rothwein trinken, weil König Jerome sich täglich in solchem zu baden pflegte
und verlautete, daß speculative Hofbedienten diesen Wein Der edle Rheinwein geht
wir die Mittheilungen über Errichtung von gewerblichen in London offenbar einer ähnlichen Gefahr entgegen.
4% Zu herabgesetzten Preisen. Eine Mün⸗ chener Firma, die Oeldruckbilder verkauft, zeigt jetzt fol⸗ gende Preisherabsetzung an: Herzog Ernst von Koburg⸗ Gotha, früher 9 Thlr., jetzt 5 Silbergroschen; Herzog Friedrich von Schleswig-Holstein, früher 9 Thlr., jetzt ebenfalls 5 Silbergroschen v. A. m.
Jorster's Uebelbildet
hatten wir vor einigen Jahren in hiesiger Stadt zu sehen Gelegenheit und erinnern uns derselben mit großer Ve⸗ friedigung. Herr Lamb, damals schon die Seele des ganzen Unternehmens, hat nach dem Tode bes Herrn Forster dasselbe übernommen und mit ganz neuen und viel großarsigeren Apparaten und Bildern bereichert. Der⸗ selbe weilt gegenwärtig in Gießen und gedenkt Ende dieser Woche dahier einzutreffen, um seine Vorstellungen nächsten Sonntag den 29. d. M. im Saale der drei Schwerter zu beginnen. Seinen Darstellungen gehen die glänzendsten Berichte voraus und darf man deßhalb wohl auf ganz vorzügliche Leistungen rechnen Diese Berichte aus anderen Städten Deutschlands und des Auslandes, von welchen wir Kenntniß zu nehmen Gelegenheit hatten, sprechen sich rühmlichst über die Darstellungen des Herrn Lamb aus und schildern die Bilder als einzig in ihrer Art, wie der⸗ gleichen so vollkommen noch nicht gesehen wurde. Gewiß wird Herr Lamb bier denselben Beifall finden wie ander⸗ wärts und wie er ihm und Herrn Forster bei seiner früheren Anwesenheit zugewendet war. n.
Zur Beachtung.
Als eine der wesentlichsten Ursachen der seither in hiesiger Stadt grassirt habenden gastrisch nervösen Fieber wurde häufig das angeblich schlechte und durch seine Be⸗ standiheile schädliche Trinkwasser der hiesigen Wasserleitungen und Brunnen bezeichnet. Um möglichste Aufklärung zu erhalten, inwiefern obige Vermuthung richtig stehe, wurde Veranlassung genommen, dem Großherz. Ober⸗Medicinal⸗ Rath Herrn Dr. Winkler zu Darmstadt Wasserproben aus 1) dem neuen Brunnen, 2) dem sog. Brachbrunnen, 3) dem am Burgthor befindlichen Reservoir, 4) a. der Röhre des St. Gerogs-⸗Brunnens in der Burg, 4) b. aus dem Bassin dieses Brunnens, 5) dem Hospitalbrunnen mit dem Auftrag zu übersenden, jene einer chemischen Analyse zu unterwerfen. Inhaltlich des von dem genannten Chemiker erstatteten, uns vorliegenden Gutachtens zeigten die verschiedenen Wasserproben die größte Uebereinstimmung hinsichtlich ihres chemischen Bestandes und es kann nun⸗ mehr nach den jetzt feugestellten chemischen Bestandtheilen des hiesigen Trinkwassers mit Gewißheit angenommen werden, daß dasselbe keine der Gesundheit nachtheilige Substanzen enthält und deßhalb ohne jegliche Gefahr für dieselbe genossen werden kann.
Friedberg den 20. September 1867.
e Bürgermeisterei Friedberg „ Der Großherzogliche Beigeordnete ea
Edictalladung.
2005 Als die gesetzlichen Intestaterben des im Jahre 1837 kinderlos verstorbenen Zoh. Spettel von Rocken. berg erscheinen
1) dessen Bruder Rupertus Spettel,
2) die Tochter seiner verfforbenen Schwefler Eva, verehelichte Luwig Bodenröder, Katharina, die Ehefrau des Jacob Decher I. in Rockenberg.
Ersteret im Jahre 1783 geboren, ist schon seit beiläufig 65 Jabren abwesend und hat in dieser ganzen Zeit nichts von sich hören lassen.
Rupertus Spettel oder dessen etwaige Leibes, erben werden daher andurch aufgefordert, binnen 3 Monaten vom erflen Erscheinen dieser Aufforderung an, die ihnen angefallene Erbschaft anzutreten, widrigenfalls der gesammte Nachlaß des Joh. Spettel der ge⸗ dachten Jakob Dechers I. Ehefrau überliefert, be⸗ ziehungsweise im Flurbuch zugeschrieben werden soll.
Butzbach den 17. August 1867.
Großherzogliches Landgericht Butzbach Dr. Gilmer.
Edictalladung.
1963 Nachdem Großherzogliches Hofgericht der Provinz Oberhessen über das Vermögen des Wirthes Bernhard Dörfler von bier den förmlichen Concurs erkannt hat, werden sämmtliche Gläubiger desselben aufgefordert, ihre Ansprüche in dem auf Mittwoch den 2. October l. J., Vormittags 9 Uhr,
anberaumten Liquidationstermin, bet Meidung Aus- schlusses von der Masse dahier anzumelden und zu be— gründen.
In demselben Termin soll die Güte versucht und im Falle des Zustandekommens eines Arrangements die ausgebliebenen Gläubiger als den Beschlüssen der Mehr⸗ heit der erschienenen Gläubiger ftillschwetgend beigetreten angesehen werden.
Butzbach den 19. August 1867.
Großherzoglt 0 erlcht pf. Amr Laudg 05 Landrichter,
Buß bach: niger, Landgerichts Assessor.
ie tee lig de n s.
2122 Forderungen und sonstige Ansprüche an den Nachlaß des am 17. Juli l. J. verstorberen Heinrich Wilhelm Weckerling von Friedberg und seiner schon früher verstorbenen Ehefrau Anna Eva, geb. Hoffmann, sind binnen Frist von vier Wochen dahier anzumelden, widrigenfalls solche bei der Nachlaß ⸗Regulirung außer Berückfichtigung bleiben werden. Friedberg am 30. August 1867. Großberzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Land richter. Landgerichts ⸗Assessor.
Edictalladung.
2241 Conrad Zeis Wittwe von Hoch Weisel beab⸗ fichtigt mit Familie, mit Ausnahme des Sohnes Jacob, nach Amerika auszuwandern.
Rechtsansprüche an dieselben find binnen 4 Wochen bei Großberzoglichem Landgericht Butzbach anzuzeigen und geltend zu machen, widrigenfalls die Entlassungs⸗ uckunde ertheilt werden wird.
Friedberg den 17. September 1867.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trapp.
Mobiliar-Versteigerung.
2224 Donnerstag den 26. September d. J., Vormit⸗ tags 9 Uhr anfangend, werden in hiesigem Rathbause die zum Nachlasse des verfsorbenen Bürgers Heinrich Wilbelm Weckerling dahler gehörenden Mobilien, besiehend in Tischen, Stühlen, Schränken, Bettstellen, Porzellan und Glaswerk, Bettzeug; Kleidern sowie Küchen⸗ und Hausgeräthschaften, öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung erbabtheilungshalber versteigert werden. Friedberg am 19. September 1867. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg J. V. d. V.:
Der dienstälteste Gerichtsmann Neue ar.
Guts ⸗ Verpachtung. Gemarkung Schwalheim. 2225 Freitag den 27. September d. J., Vormittags 10 Uhr, soll das dem Augustiner und Barfüßer Schul⸗ fonds zu Friedberg in der Gemarkung Schwalbeim zu slebende Gut, welches Petritag 1868 letbfällig wird, in hiesigem Rathhause nochmals auf wettere 12 Jahre öffentlich meisibtetend verpachtet werden. Friedberg den 19. September 1867. Großherzogliche Bürgermeisteret Friedberg J. V. d. B.;
Der Grobberzogliche Beigeordnete
Foucar.
Verstei gerung. 2254 Montag den 11. November IJ. J., des Vor⸗ mittags 10 Übr, werden nach den Vorschriften des Domänen⸗Veräußerungs-Gesetzes vom 2. Juni 1821 auf dem Ratbbause zu Friedberg öffentlich versteigert: 1) Das berrschaftliche, ehemals Kurhessische Chaussee⸗ baus Nr. 41, einftöckig, von Lehmsteinen erbaut, 2 5,9 Rutben Kasseler Maaß, an dem Knoten⸗ punkt der Berstadt Friedberger und Frankfurt⸗ Gießener Straße, Gemarkung Nauheim, und 2) Garten dabei, Nr. 40,= 15,5 Rutben ebenfalls Kasseler Maaß Haus und Garten werden als ein zusammengeböriges Ganze verstelgert. Frtedberg den 23. September 1867. Großherzogliche Gee Nieder⸗Mörlen e i m.
Aepfel- BVersteigerung. 2240 Donnerstag den 26. d. Mis., Nachmittags! Uhr, werden die der biesigen Gemeinde gehörigen Aepfel an Ort und Stelle meistdietend versteigert. Ilbenstadt den 20. September 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Ilbenstadt Z v
Gichtwatte.
emfiehlt à 18
unfehlbares Mittel ge— gen Gliederreißen aller Art,
und 30 kr. Ph. Dan.
Kümmich. 2116


