Südens an den norddeutschen Bund noch in der nächsten Zeit entgegenstellen, darüber sind neuer ⸗ dings Zeugnisse genug in die Oeffentlichkeit ge⸗ drungen. Mit der Forderung jenes Anschlusses im gewöhnlichen Sinne des Wortes werden die nationalen Bestrebungen in diesem Augenblick auch nur zum Schein gefördert, vielleicht wird damit mehr geschadet als genützt. Ein Stillstand der deutschen Bewegung ist deßwegen keineswegs an⸗ gezeigt. Daß weder der Prager Friede, noch die Eifersucht der Nachbarn die der wirklichen Situa— tion entsprechende Annäherung der beiden Grup- pen verhindern kann, haben die Ereignisse gezeigt. Auch weiterhin werden ähnliche Fortschritte sich unaufhaltsam beweisen. In Baden beispielsweise können heilsame Gesetze, welche in dem norddeut⸗ schen Bunde angenommen sind, stets durch die Initiative der Regierung in die Kammern ein⸗ gebracht und in analoger Form für das Groß⸗ herzogthum nutzbar gemacht werden. Sind aber die Freizügigkeit, das Postwesen und andere Ein— richtungen nach norddeutschem Muster in Baden eingeführt, während sie in dem halben Hessen⸗ Darmstadt gesetzlich bestehen, so wird sich der übrige Theil des Südens der folgenreichen Wirk— samkeit derselben nicht lange entziehen können. Und so wird schon bald, bevor noch die Ereig— nisse einen engeren Anschluß gezeitigt haben, je mehr und mehr die Gleichmäßigkeit der Institu— tionen und Gesetze den Zusammenschluß vor— bereiten.“
— Nach dem dem Reichstage vorgelegten Bundeshaushalte, beläuft sich die Gesammt⸗ ausgabe des Bundes für 1868 auf 72,158,243 Thaler. Davon erfordert das Militär allein 67,500,000 Thaler. Da die Einnahmen des Bundes 52,320,676 Thaler beträgt, so bleibt mithin ein Deficit von 19,837,567 Thaler, wel- ches durch Matricular⸗-Umlagen von den einzelnen Staaten gedeckt werden soll. Hiervon treffen auf Preußen 16,873,305 Thaler, Lauen⸗ burg 34,698 Thaler, Sachsen 1,541,490 Thaler, Hessen 200,982 Thaler, Mecklenburg ⸗Schwerin 366,312 Thaler, Sachsen-Weimar 47,046 Tha⸗ ler, Mecklenburg-⸗Strelitz 72,285 Thaler, Olden⸗ burg 73,091 Thaler, Braunschweig 190.044 Thaler, Sachsen⸗Meiningen 29,593 Thaler, Sach- sen- Altenburg 23,523 Thaler, Sachsen⸗Koburg⸗ Gotha nichts, Anhalt 35,133 Thaler, Schwarz burg Rudolstadt 14,058 Thaler, Schwarzburg⸗ Sondershausen 11,778 Thaler, Waldeck 11,357 Thaler, Reuß ältere Linie 8,120 Thaler, Reuß jüngere Linie 14,598 Thaler, Schaumburg-Lippe 4,457 Thaler, Lippe 21,350 Thaler, Lübeck 681 Thaler, Bremen 67,741 Thaler, Hamburg 195,925 Thaler.
Hannover. Dem Vernehmen nach genehmigte der Finanzminister den vorläufigen Fortbestand der hannover' schen Lotterie. Vor defini⸗ tiver Beschlußfassung sollen erst die Provinzial⸗ stände darüber gehört werden.
Frankfurt. Die für die Stadt Frankfurt günstigen Entschließungen, welche seit einigen Tagen in officiöser Weise von Berlin uns an— gekündigt werden, betreffen dem Vernehmen nach; 1) die Lotterie; 2) vie Regelung der finanziellen Verhältnisse zwischen Stadt und Staat. In erterer Beziehung ist nun die k. Entscheidung dahin bereits erfolgt, daß die Verordnung, welche die Aufhebung der Frankfurter Lotterie verfügte, zurückgenommen und der Fortbestand derselben bis auf Weiteres gesichert ist. In Bezug auf die finanzielle Auseinandersetzung wird in diesen Tagen eine k Verordnung zu erwarten sein, welche die ganze schwebende Angelegenheit ohne weitere Verhandlungen abzuwarten in definitiver Weise regelt. In Kreisen, die für unterrichtet gelten, versichert man, daß die Stadt mit den, den Intentionen des Königs gemäß, gewährten Be⸗ dingungen vollständig zufrieden sein könne.
Wiesbaden. Das Comite, welches ge⸗ wählt wurde, um in Sachen des Spieles, den Vorschlägen der k. Regierung gegenüber, Gegen⸗ proposittonen im Interesse der Städte Wiesbaden und Ems zu machen, hat sich, nach dem„Rh. Kur.“ folgendermaßen geeinigt: Die Pachtver⸗
träge der Actiengesellschaft Wiesbaden-Ems werden anerkannt und ausgehalten. Dagegen verpflichtet sich die Gesellschaft zur Abzahlung von 20 Procent des Reingewinnes während der Dauer der Pacht- zeit. Dieser Satz würde nach Ablauf des Pachtes ein Capital 2,800,000 Gulden als Kurfonds für Wiesbaden und Eme ergeben. Nach Schluß des Spiels soll weiter das ganze Inventar der Kur⸗ häuser, welches bis dahin im besten Stand ge— halten werden muß, den genannten Städten an— heimfallen.— Die Kurliste weist in diesem Jahre 41,000 Kurfremde und Passanten nach; eine solche Zahl Fremder hat Wiesbaden bisher noch nicht in seinen Mauern gesehen.
Bayern. Die„Baver. Ztg.“ enthält die Ernennung des Hrn. v. Lutz zum Staatsrath und Justizminister; er wird bereits am 1. October seine Function übernehmen.
Baden. Karlsruhe. Am 21. d., Vor⸗ mittags 9½ Uhr traf der König von Preußen mit Gefolge von Baden hier ein und wurde von dem Großherzoge am Bahnhöfe empfangen. Die hohen Herrschaften fuhren durch die festlich beflaggten Straßen nach dem Großherzoglichen Schlosse. Von hier begab sich Se. Majestät um 10¼ Uhr in der Uniform seines badischen Infanterie-Regiments Nr. 2 auf den Exercierplatz, wo das Großherzogliche Armee corps in Parade aufgestellt war und wo Se. Majestät von dem Großherzoge empfangen wurde. Beim Herannahen des Königs an die Fronte begrüßten die aufgestellten Truppen den Monarchen mit einem dreimaligen Hurrah. Als bei der Parade das 2. Infanterieregiment vor Sr. Majestärt defilirte, ritt der König seinem Regiment entgegen und führte dasselbe Sr. Königl Hoheit dem Groß- herzog vor. Nachmittags 2 Uhr fand im Residenz⸗ schloß großes Galadiner statt. Nach aufgehobener Tafel kehrte der König nach Baden zurück. „Sicherem Vernehmen nach“— schließt der Bericht der„Krlsr. Ztg.“—„haben Se. Königl. Hoheit der Großherzog den Truppen, als An— erkennung für deren musterhafte Haltung bei der Parade vor Sr. Majestät dem König von Preußen, eine Gratislöhnung gnädigst zu verwilligen geruht.“
— Der bis jetzt nicht bekannt gewordene, nunmehr aber den badischen Kammern zur Kenntniß⸗ nahme und, soweit erforderlich, zur nachträglichen Zustimmung vorgelegte Allianzvertrag zwischen Baden und Preußen lautet folgendermaßen: Art. 1. Zwischen dem Großherzog von Baden und dem König von Preußen wird hiermit ein Schutz und Trutzbündniß geschlossen. Es garantiren sich die hohen Contrahenten gegenseitig die Integrität des Gebietes ihrer bezüglichen Länder und verpflichten sich, im Falle eines Krieges ihre volle Kriegsmacht zu diesem Zwecke einander zur Verfügung zu stellen. Art. 2. Der Großherzog von Baden überträgt für diesen Fall den Oberbefehl über seine Truppen dem König von Preußen.— Art. 3. Die hohen Contrahenten verpflichten sich, diesen Vertrag vor⸗ erst geheim zu halten.— Art. 4. Die Rati⸗ fication des vorstehenden Vertrages erfolgt gleich- zeitig mit der Ratification des unter dem beutigen Tage abgeschlossenen Friedensvertrages, also bis spätestens zum 21. August d. J. Zu Urkunden dessen haben die beiderseitigen Bevollmächtigten diesen Vertrag in doppelten Exemplaren unter⸗ zeichnet und ihre Siegel beigedrückt. So ge⸗ schehen zu Berlin am 17. August 1866.
Oesterreich. Man berichtet aus Wien: Für Frankreich werden fortwährend Pferdeeinkäufe in ziemlich großartigem Maßstabe ausgeführt. Die Thiere verlassen in Parthien von je 100 bis 200 das Land und passiren auch in solchen unsere Stadt. Es sind meist vorzügliche leichte Cavalleriepferde guter Siebenbürger Race und zahlt die friedliebende französische Armeeverwaltung bis zu 800 Francs per Stück.
— Kossuth erklärt die Mittheilung der Wiener „Presse“ für eine infame Verleumdung; niemals sei er nach Dieppe gegangen, niemals mit dem Grafen Stakelberg zusammengekommen; er habe weder mit einem russischen Agenten gesprochen, noch werde er jemals zu Rußlands, Ungarns und Polens Henker und dem ewigen Feinde der Freiheit, in Beziehung treten. Er werde niemals
etwas mit Rußland gemein haben. Bezüglich auf Szilagyi sagt Kossuth, daß sich derselbe als Flüchtling in Berlin befinde, indessen von ihm keinerlei Auftrag habe.
— Feldmarschall-Lieutenant Kudelka wurde vor einigen Tagen durch eine militärgerichtliche Commission in seiner Wohnung verhaftet. Wie verlautet, handelt es sich hierbei um eine An⸗ gelegenheit finanzieller Natur, bei welcher das Aerar betheiligt sein soll.
— Die beabsichtigte Umwandlung der öster— reichischen Staatsschuld in Rentenscheine, welche nicht nur in Oesterreich, sondern auch anderwärts ziemliche Beunruhigung verursacht hat, soll den vorliegenden Berichten zufolge in einer Weise geschehen, welche die Interessen der Staatsgläubiger nicht schädigt. Der Plan ist kurz gefaßt folgender: Die sämmtlichen Staats- schulden zerfallen in zwei Kategorien. Die erste Kategorie bilden die 1, 2½⸗, 3, 3½, 4, 4½, 5 procentigen Metalliques, die Sprocentigen Metalliques in österreichischer Währung, die Aprocentigen Landesschulden. Die zweite Kategorie besteht aus Silberanleihe, Nationalanlehen, eng lischen und französischen Anlehen, steuerfreien Anlehen. Zur Conversion der Papiere erstet Kategorie errichtet der Stuat eine Rentenbanf und stellt den Besitzern der verschiedenen Papiere anheim für dieselbe gegen eine Daraufzahlung, welche dem Zinsunterschied von 5 Procent à 6 Procent gleichkommt, Gprocentige Papierrente zu erhalten. Diese Rente oder Obligation ist stempel⸗ und steuerfrei auf zwanzig Jahre, und dürfen deren Zinsen nicht reducirt werden.
Frankreich. Paris. Der„Moniteur“ zeigt an, daß der französische Gesandte in Mexico, Herr Dano, in Begleitung seines gesammten Gesandtschaftspersonals an Bord der„Ville de Paris“ von Newyork in Brest angekommen ist. Man erwartet in letzterem Hafen die Ankunft des englischen Paquetboots„William Penn,“ das viele Passagiere aus Mexico herüberbringt.
— Wie der Pariser Correspondent der„Nordd. Allg. Ztg.“ meldet, geht in Paris das Gerücht es stünde ein europäischer Congreß in Aussicht und hätte diesmal Rußland denselben angeregt. Rußland habe auf die thatsächliche Aufhebung der Verträge son 1815 hingewiesen und gerade den jetzigen Augenblick als geeignet bezeichnet, eine neue staatsrechtliche Basis des europäischen Besitzstandes zum Gegenstand einer Congreß⸗Debatte zu machen.
Italien. Rom. Die päpstliche Regierung sendet neue Verstärkungen an die Grenzen des Landes. Alle von dort kommenden Nachrichten deuten daraufhin, daß man auf einen Angriff Garibaldi's gegen Rom gefaßt ist. Ein solcher wird noch vor Ablauf dieses Monats erwartet.
1 Friedberg. Wie wir aus guter Quelle vernehmen, beabsichtigt die aus 44 Mann bestehende Kapelle des 30. preuß. Infanterie-Regiments, das den nächsten Freitag theilweise hier einquartirt wird, unter Leitung ihres Kapell⸗ meisters C. Voigt ein Concert auf dem Windecker'schen Felsenkeller dahier zu geben.
Uusingen. Am 3. und 4. Oktober findet bahier bie landwirihschaftliche Bezirksversammlung für die Aemter Nastätten, Wehen, Schwalbach, Jostein und Usingen slatt. Am 4. Oktober wird ein großer Preismarkt abgehalten, mit welchem eine Verloosung von Thieren und landwirth⸗ schafllichen Geräthen verbunden ist. Es werden 4000 Loose à 15 kr. verkauft, welche durch Herrn Bürgermeister Becker dahier gegen Einsendung des Betrags in portofreien Briefen zu beziehen sind.
O Frankfurt, am 18. September. Die 41. Ver⸗ sammlung der deutschen Naturforscher und Aerzte begann heute Morgen um 10 Uhr ihre erste Sitzung in dem Saal⸗ bau dahier. Eröffnet wurde dieselbe durch eine Rede des 2 Geschäftsführers Pr. Spieß, worin derselbe zunächst auf die veränderten Zeitverhältnisse hinwies und es damit zu enischuldigen bat, wenn das sonst so gastliche Frankfurt sich jeden Fesischmuck versagen und nur das thun zu müs⸗ sen geglaubt hätte, was die wissenschaftlichen Zwecke. dieser Bersammlung ersorderten. Indem derselbe auf die Be⸗ deutung dieser Versammlung und auf die hohe Misston der Naturwissenschasten im Dienste der Wahrheit und des Völkerwohles überging, war es erfreulich, von dieser Stelle aus zu vernehmen, wie die Naturwissenschaften die idea⸗ len Ziele der Menschheit unverrückt im Auge behalten müßten, wenn sie ihrer hohen Aufgabe gerecht werden wollten. Den ersten Vortrag hielt Staatsrath v. Mädler aus Bonn über Astronomie. Leider sprach der berühmte
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