Ausgabe 
23.11.1867
 
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Anschuldige Annexion, welche an dem bepühmten Staats⸗

ber Grünberg und

enommenen Eisenbahn von 8 ig abgesteckt und ver

zach Fulda, welche Linie geg wessen wird.. a

Von Offenbach wird genseldet, daß dort die Con licteure, welche, Dienst bei den Fahrßosten verseben. neuer⸗ ungs mit Sa bewaffnet worden sind, weil mehrfache Insulten gegen Postbedienstete vorgekommen sind Kürz⸗ ich hatte einer derselben Veranlassung von seiner Waffe Gebrauch zu machen, da ein Fuhrknecht mit der Peitsche nach ihm geschlagen und ihn in das Gesicht getroffen hatte.

Darmstadt. Um dem Mangel an Arbeiterwohnungen zzuhelfen, hat sich bereits vor Jahren hier ein Bauverein sammengethan. Dieser Verein hat bis jetzt 4 Häuser baut. Nunmehr will auch der hiesige Arbeiter verein lost Abhülse schaffen. Der Verein berief deßhalb eine Zersammlung, in welcher eine Bau⸗Genossenschaft ge ründet wurde

lus Pfungstadt wird denH. V. von folgendem zorfalle Mittheilung gemacht: Am vergangenen Sonntag aßen verschiedene Bursche von bier mit ihren Mädchen röblich zechelld in einge hiesigen Wirthschaft. Ein schon erheiratheter Arbeiter, Namens Seeger, mochte sich viel⸗

icht etwas unberufen in die Gesellschaft mischen, es kam 1 Neckereien und endlich zu Thätlichkeiten. Seeger, der en Feldzug im vorigen Jahre im 8. Bundes-Armiecorps nitgemacht hatte, wurde mit Rücksich: hierauf gehänselt. Der in seinen heiligsten Gefühlen, in seiner militärischen Shre gekränkte Soldat ergriff ein Glas und warf es einem Zurschen in's Gesicht. Dieser dachte Rache. Als S. sich ach Hause begeben wollte, wurde er auf der dunklen Zasse plötzlich überfallen und sein Kopf mit einer Vehe- nenz wider eine Mauer gestoßen, daß der Schädel sprang ud den dern Tag noch Blut und consistentere Theile es Kopfes an dieser Steile sichtbar waren. Bewußtlos unk er zu Boden und nun trat einer der Unmenschen mit en Füßen auf seiner Brust und seinem Gesicht herum, letzterer bei seinem Auffinden eine fast unerkenntliche Nasse bildete. Das Leben des Verletzten, eines Vaters on 2 Kindern, steht in ernster Gefahr. Ein Bursche, zamens R., der Sohn eines reichen Landwirths, ist in zerichtlichem Gewahrsam und wird er als der Haupt⸗ sittenläter bezeichnet.

Hannover. Dr. jur. Böckmann aus Darmstadt, in noch junger Mann ohne jegliche Existenzmittel, traf m 4. October bier ein und nahm in Hartmann's Hotel zogis, sich den Character eines Staatsanwalts aus Lübeck eilegend. Als seine Rechnung 79 Thlr. belief, und er roch immer keiue Miene machte, Zahlung zu leisten, schien s dem Hotelbesitzer mit dem Staatsanwalt doch nicht echt geheuer. Er machte Anzeige bei der Polizei und eranlaßte seine Verhaftung, da sich inzwischen heraus zestellt, daß man es mit einem Manne zu thun hatte, er schon in Bremen 70 Thlr. Schulden in einem Gast⸗ vofe contrahirte. Die Strafkammer hatte über diesen Fall u verhandeln. Der Gerichtshof nahm den Betrug nicht zls erwiesen an, verurtheilte den Angeklagten dagegen vegen unberechtigter Beilegung eines Titels zu 4 Wochen Befängniß.

Garibaldi deutschen Blutes! Dieselbe manne Camillo v. Cavour versucht worden ist, hal sich letzt auch Garibaldi's bemächligt; er ist deutschen Blutes das sich im Auslande ja häufiger zu hohen Ehren zu Stingen weiß. DerElberf. Ztg. schreibt man: In dem Kirchenbuch der Gemeinde Rüggeberg in der Grasschaft Mark befindet sich folgende Noliz: Dr. Joseph Baplist Marie Garibaldi, Katharina Amalie v. Neuhof, verehelicht am 16. August 1736. Als nämlich im Jahre 1736 Anser berühmter Landsmann Theodor don Neuhof als Theodor I. den Königsthron von Corsika bestieg, schickle er seinen Vertrauten, den geistvollen Dr. J. B. M. Garibaldi, zu seiner das Gut Peddenöh unweit Rügge derg bewohnenden alten Mutter. Hier war es, wo der Ahn des jetzt so berühmten Generals sich mit der Schwester seines Souveräns verlobte und diese mit dessen Bewilligung noch in demselben Jahre nach Ajaccio heim führte. Nach ber Wiedereroberung Corsikas durch die Genuesen im Jahre 1741 flüchtete Theodor I. in's Exil mach England, während Dr. Garivaldi mit seiner Familie mach Nizza zog und hier als praktischer Arzt ein hohes Alier erreichte. Sein Enkel ist der gefeierte Held.

% Ein Rotterdamer Kammermitglied findet einen Beweisgrund für die Abschaffung der Todesstrase in der Geldersparuiß, die dadurch erzielt wird, und zwar aus

Justizministers für 1868 ergibt sich, daß an Gehalt und Pension für die Scharfrichter die Summe von 7046 fl. benöthigt wird. Da nun in den Niederlanden die Todes strafe durchschnittlich in zehn Jahren nur einmal vollzogen wird, so kostet jede Hinrichtung 70 460 fl. nur an Henker⸗ lohn ohne die andern Unkosten. Ein Strafgefangener kostet dem Staate täglich 50 Cts.; sitzt derselbe nun 20 Jahre im Gefängnisse, was als Maximum angenommen werden muß, so kostet er 3650 fl.; etwa den zwanzigsten Theil dessen, was seine Hinrichtung kosten würbe. Also Abschaffung der Todesstrase. 8 5 Den Untergang der Insel Tortola vom 15. Nov. meldet das atlantische Kabel aus Newyork: Die britische Insel Tortola in Westindien mit 10000 Ein- wohnern ist von dem Meere verschlungen worden, so lautet die lakonische grauenvolle Post. Tortola war eine schmale Insel(17 engl. Meilen lang und 2 Meilen breit) ganz in der Nähe von St. Thomas und bildete eine ge⸗ birgige Masse, die in ihren bedeutendsten Erhebungen etlwa 1600 Fuß über den Meeresspiegel hinauscagte. Am nördlichen Ende befaud sich der Hafen mit der Haupt⸗ stadt. Tortola war die bemerkenswertheste von der Gruppe der Virgin-Inseln, kam im Jahre 1666 an die englische Krone und wurde regiert durch einen Gouverneur, einen Rath und einen gesetzgebenden Körper.

2 In Holmfirth, England, ist ein junger Maun

eines unerwarteten Todes gestorben. Vor elwa zwei Wochen amülsirte derselbe sich damit, einen Penny in die Lust zu werfen und mit dem Munde aufzufangen. Hier⸗ bei gerieih das Geldstück in seine Kehle und trotz oder

mit ärztlicher Hülfe, es herauszuziehen, wurde es schließ⸗ lich hinabgezwängte Seitdem hatte er das auscheinend unwichtige Ereigniß fast vergessen, als er plötzlich über! heflige Magenschmerzen klagte. Der Arzt konnte ihm nicht helfen, und bald darauf starb der Unglückliche unter großen Schmerzen. Ob das Kupferstück den Tod auf mechanische oder auf chemische Weise(durch Grünspan⸗ bildung) herbeiführte, ist noch nicht fesigestellt; das Letztere ist wohl das Wahrscheinlichere.

2, Vor einiger Zeit erregte die Nachricht gewaltiges Aussehen, daß ein Compioirbole des Bankhauses Gebrüder Göttinger in Berlin einer Summe von gegen 4000 Thaler beraubt worden sei. Den Mann fand man be⸗ wußtlos, wie vom Schlage getroffen, in der Flur eines Hauses, die Tasche, worin das Geld sich befunden, leer im Kastantenwäldchen dei der Universität. Es wurden die eifrigsten polizeilichen Nachforschungen, jedoch vergeblich, angestellt, bis ein Zufall die Entdeckung des Verbrechers herbeiführte, der kein anderer als der Comptoirbote selbst war. Einer der Handlungschefs fand nämlich im Keller des Geschäftes eine frisch gegradene Stelle und unter der⸗ selben das ganze geraubte Geld. Sofort wurde der Po lizei Anzeige gemacht, welche in dem katholischen Kranken⸗ hause den dort noch krank liegenden Comptoirboten sogleich

welches am 2 *

am 16. Nov. New⸗VYork an und hatte außer einer starken Brief- und Packet⸗ post 495 Passagiere und 750 Tons Ladung an Bord.

Telegraphischer Bericht.

Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.-Agent.

Das Hamburger PostbampfschiffCimbria, Capt. Trautmann, welches von New Hork am 9. Nov. abging, ist

nach einer ausgezeichnet schnellen glücklichen Reise von 9 Tagen 22 Stunden wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Ladung, 139,000 Dollars Contanten und 13 Briefsäcke.

Dasselbe bringt 98 Passagiere, volle

Das Bremer Postdampfschiff Bremen, Capt Neynaber, November von Bremen abging, ist nach glücklichen Reise von 13 Tagen wohlbehalten in New-⸗YVork angekommen.

Das Bremer Postdampfschiff Weser, Capt. Wenke, trat wiederum eine Reise via Southampion nach

unter strenge Aussicht stellen und für verhaftet erklären ließ. Der Mann hatte sich durch narkotische Mittel be⸗ täubt, sich aber als Nachwehen eine Krankheit zugezogen, an welcher er noch leidet Nach Herstellung des Ver brechers wird die gecichtliche Untersuchung beginnen.

3 In Berlin ist kürzlich ein Japanese, der Mit⸗ glied einer dort spielenden Akrobatengesellschaft war, am Typbus gestorben. Seine Beerdigung erfolgte erst nach langen Verhandlungen, da sowohl der katholische Probst,

als der Vorstand der Sophienlirche die7 Fuß Erde

verweigerten im Dorotheenstädtischen Kirchhofe. Der Haarzopf des Verstorbenen wurde in einem weißen

Atlasbeutel und in einem eleganten Käßchen verpackt in die Heimath gesandt, um dort nach japanischem Ge brauch begraben zu werden.

2 Postdiebstahl. Kürzlich wurden im preußischen Hauptpostamte in Ham burg durch Einbruch Briefe mit einem declarirten Werthe von ungefähr 60,000 Thalern entwendet. Der Thäter ist geständig, behauptet aber, die Rimessenbriefe als ihn compromittirend verbrannt zu haben. Der Haupttheil ist verloren. Die Briefe sind östreichische recommandirle Briefe vom Freitags-Poststempel.

Vorsicht. Ein Kaufmann in Königsberg schickte in voriger Woche etwa vierhundert Portemonnaies auf Bestellung nach Oesterreich. Dieselben sind von der Gränze aus mit Protest zurückgekommen, nicht etwa, weil man in dem geldarmen Oesterreich nicht wisse, was mit den Portemonnates anzufangen, sondern weildurch diese Lederwaaren die Rin derpest eingeschleppt werden

folgenden statistischen Daten:Aus dem Voranschlag des

könnte.

2 2. 9 Dringende Bitte!

Der Fabrikort Johanngeorgenstadt in der ärmsten und ödesten Gegend Sachsens,(dem sogenannten sächsischen Sibirien) wurde vor einigen Monaten vollständig von den Flammen verzehrt. Ueber 326 Gebäude brannten damaligen Trockenheit mit Hab und Gut total nieder, und auch nicht das Geringste war versichert. Ein unübersehbares Elend ist über diese unglückliche Stadt hereingebrochen, viele Menschen sind verbrannt und ver⸗

ei der

kohlt aus dem Schutte herausgezogen worden, und sämmt⸗

liches Vieh ist zu Grunde gegangen. Ueber zwei Driutheil der Bewohner sind an den Bettelstab gebracht, und nagen im vollsten Sinne des Wortes an dem Hungertuche.

Obgleich die allgemeine Mildthätigkeit schon Vieles gethan hat, so irren nach den neuesten offiziellen Berichten bei der jetzigen kalten, rauhen Jahreszeit(der Schnee liegt dort schon beinahe Fuß hoch) noch über 2000 Obdachlose in den Brandruinen umher, wahre Jammergestalten, von Frost und Kälte durchschüttelt, kaum das Nothwendigste habend, ihre Blöße zu bedecken, ohne Hülfe und ohne Nahrung.

Da die Noth Dort aufs Höͤchste gestiegen ist, so wagt der ganz ergebenst Unterzeichnete an die Herzensgüte und den Wohlthäligkeitssinn edelmüthiger Menschen zu appel⸗ liren, und biitet deingend um milde Beiträge sowohl an Geld als an alten Kleidungsstücken, Suefeln, Schuhen, Beltgeräth ꝛc. ꝛc.

Die Expedition desAnzeiger für Oberhessen hat sich gütigst bereit erklärt, Gaben aller Art in Empfang zu nebmen, und da die allerletzten Berichte von Johann⸗ georgenstadt das Elend als über alle Begriffe schildern. so ist schnelle Hülfe doppelte Hülfe.

Frankfurt a. M., den 1. November 1867.

J. Gerson, Königl. Sächsischer Generalconsul.

Für Johanngeorgenstadt

ist jerner dei uns eingegangen von: Bergverw. Chelius in

Ossenheim 1 fl. Pf. Buchhold in Ossenheim 1 fl. C. Th. 1 fl. G. H. 18 kr. J. A. W. 30 kr. Dr. Schwabe 1 fl. W. 1 fl. 10 kr. v. H. 2 fl. D. 1 fl. J. N. 1 fl. Elise und Johanna H. in

Nauheim 1 fl. Mayer J. Hirsch 1 fl. Ossenheim 34 kr. Zusammen 12 fl. 32 kr. bis jetzt eingegangen 27 fl. 15 kr.

An Kleidungsstücken wurden uns zugestellt von: J. N. 3 Frauenröcke, 3 Kinder⸗ hemden, 6 Paar wollene Strümpfe. C. Th. ein Pack Kleidungsstücke. A. Winckler ein Pack Kleider.

Weitere Gaben werden mit Dank angenommen. Die Expedition des Anzeiger für Oberhessen.

in In Summa

Verloosun gen.

Freiburger 18. Fr.⸗Loose von 1861.(Gewinn⸗ ziehung am 15. Nov.) Serie 5863 Nr. 15 50.000 Fr.; S. 618 Nr. 30 5000 Fr.; S. 3011 Nr. 10 1000 Fr.; S. 86 Nr. 5, S. 1636 Nr. 35, S. 4676 Nr. 50, S. 5711 Nr. 25 und S. 5860 Nr. 44 je 250 Fr.; S. 86 Nr. 49, S. 1373 Nr. 20, S. 3040 Nr. 49, S. 4611 Nr. 19, S. 5245 Nr. 4, S. 5846 Nr. 39, S. 6127 Nr. 43. S. 6463 Nr. 37, S. 6967 Nr. 18 je 125 Fr. Die Zahlung geschieht am 15. Februar 1868.

Lohalsektion des Gewerbvereins

2

Sitzung den 28. November. Tagesordnung: 1) Fortbildungsschule für Töchter, 2) Automgatische Küche und Brod aus Roggenmehl und Hülsenfrüchten. Der Vorstand.

piel karten!

2741 In großer Auswahl bin ich wieder auf das Beste darin assortirt und ist die Fabrikation, wie meinen

Colporteure

2707 werden auf die Absatzfähigkeit des Illustrirten Familien Kalenders des Lahrer hinkenden Boten für Hessen aufmerksam gemacht. Unbemittelte können durch das Anbieten dieses Kalenders rasch einen an⸗

werthen Kunden ja schon bekannt ist, die beltebteste nehmbaren Gewinn erzlelen.

und vorzüglichste Qualität. Ferner empfehle ich alle Sorten Geschäftsbücher und

linlirte Schulhefte. Friedberg. H. Neuhof, Buchbinder. Metzgergasse.

Inserat.

2746 Eine noch neue Branntwein Brennerei

mit allem Zubehör ißt biulg zu verkaufen bel W. Glücklich

Bindernagel& Schimpff in Friedberg em⸗ pfeblen zur Subserlptton:

Göthe's Werke.

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Erschienen find bereits 6 Bände; jeder Band und jedes Heft können während des Erschelnens

in Bad Homburg.

einzeln bezogen werden.

Geschãfts Eröffnung

in Gießen.

2719 Einem bochgeehrten Publikum die ergebene An⸗ zeige, daß das in dem neuen Hause meiner Mutter in

früber von Höpfner⸗Dannen

der Neustadt am Jahrmarktplatze(Oswald'schen Garten)

840 gefübrte Condltores⸗ Geschäft, verbunden mit allen Sorten Butter- und Hefen Backwerk, von jetzt an auf mich übergegangen ist. Der Laden ist reichhaltig mit Conseeturen ausgestattet

ae wird jeder Befucher aufs Beste befriedigt werden.

Aufträge werden schoͤn, gut und aufs Pünktlichste aus⸗

Auswahl in 12 Bänden oder 30 Lieferungen. gesübrt.

Gießen den 17. November 1867.

Friederike Appel Wittwe, geb. Plank.