Ausgabe 
23.11.1867
 
Einzelbild herunterladen

1867. Samstag den 23. November. 139.

* 21 4 75 g 1 0 8 . 5 2 Na 4 N 0 3 E Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. . uub P 1 Auf denAnzeiger kann man noch für die Monate November und Dezember bei den Poststellen des Großherzog⸗ J N 8 1 f thums mit 22 kr. und bei der Verlags-Expedition mit 20 kr. abonniren. 8* 8 a N 5 5 g N N Amtlicher Theil. 7 f Betreffend: Vorkehrungen gegen Beschädigungen junger Obftbäume durch Wild. Friedberg den 20. November 1867. N Das Großherzogliche Kreis amt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. r Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 27. November 1861(Nr. 94 des Int. Bl.), 26. November 1863(Nr. 96 des Int. Blattes) und 22. November 1865(Nr. 94 des Int. Bl.) schärfen wir Ihnen die in demselben, zum Schutze der Obstbäume gegen Wild Stempel schaden, enthaltnen Vorschriften zu Ihrer Nachachtung ein und erwarten, daß denselben auch dieses Mal bei herannahendem Winter auf das Pünktlichste entsprochen wird. Trapp. E., B U. 5 Betreffend: Den Gewerbdetrieb der Mustkanten ꝛc. Friedberg den 20. November 1867. dau 7 1 a Bat l cen, dee en. att Es ist uns zur Anzeige gekommen, daß in letzterer Zeit häufig Musikanten, meistens berumziebhende Italiener, in einzelnen Orten ten, dchen unseres Kreises musicirend und bettelnd sich herumgetrieben haben, welche zu ihren musikalischen Vorstellungen entweder keine Erlaubniß oder 2 solche von Ihnen erhalten haben. Wir machen Sie wiederholt darauf aufmerksam, daß die Erlaubniß zum Orgelspielen und ähnlichem gehen Muficiren auf der Straße, wie auch zu theatralischen Vorstellungen ꝛc., unter allen Unnständen bei uns einzuholen ist, daß Sie zu dem Er ee een ideilen derselben unter keinen Umständen befugt und daher alle Musikanten, welche gegen obige Vorschriften fehlen, von Ihnen resp. von 2 dem Ihnen untergebenen Polizeipersonal zur Anzeige zu bringen sind. Tra p p. Echimpff.

sammlung noch einige Stimmen sich erhoben,

Hessen. Darmstadt. Der dem Groß- des oben bezeichneten Postgebietes Freimarken in

ae

herzog K. H. bestimmte Fackelzug wird nun ganz bestimmt nächsten Samstag, Abends 7 Uhr, statt finden. Mehrere Orte aus dem Odenwalde wer den eine große Anzahl Fackelträger hierhersenden.

Aus angeblich zuverlässiger Quelle wird mitgetheilt, daß die Taunus bahngesellschaft von ihren der Großherzoglichen Regierung gemachten Proposttionen zurückgetreten ist und noch im Laufe dieser Woche Verhandlungen zwischen dem Mini terium und der Verwaltung der Ludwigsbahn beginnen werden.

Friedberg. Die Königl. Postanstalten im Großherzogthum Hessen sind angewiesen worden, die preußischen/ Sgr. zu kr., 1 Sgr. zu kr., die Sgr. zu kr. und die 5 Sgr. zu 17½ kr. bei Zahlung von Postgefällen anzunehmen. Zu dem Behufe werden nunmehr am Postschalter und von dem Bestellpersonal

Heller(½¼ Kreuzerstücke) in den betreffenden Fällen herausgegeben

Gießen. Der bisherige außerordentliche Pro- sessor bei der juristischen Fakultät, Dr. Oscar Zülo w, ist zum ordentlichen Professor in der juristischen Facultät ernannt worden, so daß unsere uristische Fakultät nun fünf ordentliche Professoren zählt, außer dem Kanzler Birnbaum die ordent⸗ ichen Professoren Jhering, Wasserschleben, Deurer und Bülow, dazu einen außerordentlichen Professor und zwei Privatdocente.

Preußen. Berlin. Die aus Regierungs- Commissären und Sachverständigen zusammengesetzte Commission zur Berathung wegen Aenderung der geitungsstempel⸗Steuer in eine Inseraten- Steuer hat das Resultat gehabt, daß man 10 für letztere entschied, nachdem die Regierung ie Erklärung abgegeben, daß sie finanziell den Ertrag einer dieser Steuern nicht entbehren önne. Die Regierung will nun auf der gewon⸗ enen Unterlage zunächst die Gutachten der Pro- vinzialbehörden einholen. Demnach dürfte wenig Aussicht sein, das betreffende Gesetz noch in dieser Session zur Votlage kommen zu sehen.

Die bisher im Gebrauch befindlichen Frei marken und Franko Couverts werden derVoss. Ztg. zufolge zum 1. Januar k. J. im ganzen

te des norddeutschen Postverbandes außer

* uch gesetzt. Dagegen werden für alle Länder

den Werthbeträgen von /, /, ½, 1, 2 und 5 Sgr. eingeführt. Die Herstellung und der Vertrieb von Franco-Couverts gehen vom 1. Januar k. J. ab auf die Privat-Industrie über. Bis zu dem Zeitpunkte, wo die Privat⸗Industrie sich dieses Geschäftszweiges vollkommen bemächtigt haben wird, werden noch Franko-Couverts zu dem Werthbetrage von 1 Sgr. durch die Post anstalten in beschränktem Umfange verkauft werden.

Letzten Sonntag fand, wie dieVolksztg. meldet, eine Studentenversammlung statt,

um eine Zustimmungs-Adresse an die Wiener

Studenten für ihre Haltung in der Concordats frage zu berathen.

Die Zahl der im vorigen Kriege Ver⸗ schollenen beträgt nach einer Mittheilung des Justizministers im Herrenhause noch über 1000.

Der Rücktritt des Kriegsministers v. Roon soll als eine beschlossene Sache betrachtet werden können, da sein Halsleiden sich sehr verschlimmert habe. Als seinen Nachfolger bezeichnet man den General v. Podbielski.

Das Abgeordnetenhaus wählte von Forckenbeck zum Präsidenten, Köller(conservativ) zum ersten und Bennigsen zum zweiten Viceprä⸗ sidenten. Die Nationalpartei beantragte Rieder schlagung des gerichtlichen Verfahrens gegen die Abgeordneten Twesten und Frentzel und eine Deklaration über den F. 84 der Verfassung im Sinne der betreffenden Bestimmung der Verfassung des norddeutschen Bundes. DerStaats- Anzeiger bringt die Verordnung, wodurch die kurhessischen Consistorien jetzt unmittelbar dem Cultusminister unterstellt werden. DieProv. Corresp. bestätigt die Berufung des Baron von Rothschild ins Herrenhaus.

Köln. Die im Interesse des Papstes an den König gerichtete Petition ist, nachdem sie 2290

Unterschristen erlangt, nach Berlin abgeschickt worden. Frankfurt. Bei der am 20. d. stattgefun⸗

denen Wahl eines zweiten Abgeordneten zum preußischen Landtage ging Herr Dr. jur. Ebner mit 189 Stimmen als Vertreter unserer Stadt aus der Wahlurne hervor. Herrn Scharff-Meyer, für dessen Candidatur in der letzten Wählerver

votirten 76 Wahlmänner.

Hanau. DieH. Ztg. schreibt: Große Freude hat in unserer Stadt die Nachricht erregt, daß in den letzten Tagen ein Erlaß des königlichen Cultus⸗ und Unterrichtsministeriums hierher gelangt ist, nach welchem unsere Realschule als eine Realschule zweiter Ordnung mit dem in Aussicht zu nehmenden Ziele einer Realschule erster Ord- nung anerkannt und ihr zugleich die Berechtigung ertheilt worden ist, ihren Schülern Zeugnisse aus⸗ zustellen, welche zum einjährigen Militärdienste befähigen.

Wiesbaden. DieMittelrh. Ztg. glaubt, daß die Lösung der Spielbankfrage für Wiesbaden seyr nahe bevorstehe. Wie schon aus dem Steigen der Spielbankaktien geschlossen werden könne, werde das Ergebniß für Wiesbaden nicht ganz ungünstig sein, und könne darüber Folgendes mitgetheilt werden: Die Spielbank in Wiesbaden wird noch 6, höchstens 7 Jahre bestehen bleiben. Die Gesellschaft hat zur Bildung eines Reserve⸗ (Kur⸗, Bade-) Fonds jährlich eine bestimmte Summe(etwa 90100,000 fl., nicht gewisse Prozente) abzugeben. Man erwartet, daß der Schluß aller Spielbanken in Preußen resp. dem norddeutschen Bund s. Z. gleichzeitig erfolgen werde.

Bayern. München. DieSüddeutsche Presse tritt in ihrer Nummer vom 20. d. warm für die Conferenz ein, sagt jedoch, daß Bapern, wenn darüber eine Meinungsverschiedenheit zwischen Frankreich und Oesterreich einerseits und Italien und Preußen andrerseits entstehen sollte, sich un- zweifelhaft auf Seite der Letzteren zu stellen habe.

In Fürth wird eine Eingabe an die Regierung von Seiten mehrerer Nürnberger und Fürther Vereine vorbereitet und heißt es in der zur Unterschrift erlassenen Einladung:Der von der bayerischen Staatsregierung der Kammer der Abgeordneten vorgelegte Gesetzentwurf über die Wehrverfassung würde, wenn er von der Kammer angenommen und alsdann zur Ausführung kommen würde, für Bayern von unberechenbare Nachtheile sein. Dieser Gesetzentwurf bezwecke nicht die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, wohl aber ein möglichst großes Contingent Sol⸗ daten, eine Vermehrung des stehenden Heeres. Nach jenem Gesetzentwurf würden dem Lande