Ausgabe 
23.2.1867
 
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vorgeschriebene Fürbitte für den König und das königliche Haus in das Kirchengebet aufzunehmen, von der k. schleswig'schen Regierung von seinem Amte suspendirt und ist solches ihm von dem Kirchen visitatorium auf dem hiesigen Amthause verkündet worden.

Hannover. Da bei den Geistlichen die Forderung des Huldigungseides auf mehrere Gewissensbedenken gestoßen ist, so hat das Landes consistorium mit Vorwissen des Gouvernements ein Ausschreiben an die hannover'schen evang. Geistlichen erlassen, in dem ausgeführt wird, jeder Geistliche könne mit gutem Gewissen den Eid leisten, weßhalb es Pflicht eines jeden sei, es zu thun; alle Mitglieder des Landesconsistoriums selbst, Theologen wie Juristen, würden ohne Aus- nahme den neuen Hrldigungseid ausschwören, sobald sie dazu aufgefordert würden.

Kassel. Nach höchster Verfügung müssen im Kurhessischen und in dem mit ihm vereinigten baverischen und großherzoglich hessischen Gebiete alle Städte, Flecken und Dörfer in einer Statistik bezüglich der Zahl deren Feuerstellen, der Zahl deren Scheuern, der höchsten Bequartierungs fähigkeit mit Verpflegung auf zwei bis drei Tage, der Zahl der herrschaftlichen Gebäude und der größeren Gebäulichkeiten verzeichnet werden.

Frankfurt. Die Einnahme an Ein⸗ und

Ausgangs Abgaben des Zollvereins vom ersten bis dritten Quartal 1866 beträgt 14,315,625 Thlr. In demselben Zeitabschnitt des Vorjahres betrug dieselbe 17,240,694 Thlr, so daß sich im laufenden Jahre eine Mindereinnahme von 2,727,039 Thlr. ergibt, welche, in einem Pro zentsatze ausgedrückt, einem Ausfalle der Einnahme von nahezu 16 pCt. gleichkommt. DasFrkft. Journ. veröffentlicht folgende Erklärung:An meine Mitbürger im Wahlkreise Frankfurt a. M. Obwohl meine persönlichen Verhältnisse mich zu dem bestimmten und auf richtigen Entschlusse geführt hatten, ein Mandat zum Parlamente des norddeutschen Bundes nicht anzunehmen und mich in diesem Sinne vor dem Wahlacte mehrfach zu äußern, so hat doch die allgemeine Kundgebung eines eben so großen als nicht erwarteten Zutrauens einen überwältigenden Eindruck auf mich üben muͤssen. Nachdem ich in Folge dessen bereits am 16. d. M. dem königlichen Wahl⸗Commissarius, Herrn Landrath v. Madai, in Antwort auf die von Demselben mir zugegangene Mittheilung und Aufforderung, die Erklärung abgegeben habe, daß ich die für mich entschiedene Wahl als Abgeordneter zum Reichstage des norddeutschen Bundes annehme, und bereit bin, die dadurch mir auferlegten Pflichten zu ühernehmen, die daraus fließenden Rechte auszuüben, und indem ich nun im Begriffe bin, den mir gewordenen höchst ehrenvollen Beruf anzutreten, ist es mir ein Herzensbedürfniß, hier⸗ mit allen Wählern des Wahlkreises, welche durch Abgabe ihrer Stimmen oder durch ihren Willen und ihre Fürsprache ihr so schätzbares Vertrauen mir bewährten, meinen innigsten, tiefgefühlten Dank auszusprechen, so für dieses Vertrauen, wie für die mir bezeugte wohlwollende und nach sichtige Beurtheilung meiner Bestrebungen zum Wohle der geliebten Vaterstadt und des Vater⸗ landes. Mayer Carl von Rothschild.

Wie man vernimmt soll der Bischof von Limburg an den Vorstand der hiesigen katholischen Kirchengemeinde das Ansinnen gestellt haben, ihn bei der Verwaltung der für rein kirchliche Zwecke bestimmten Fonds der hiesigen Gemeinde zu betheiligen, und ihm den rechnerischen Ausweis über die seitherige Verwendung dieser Fonds vorzulegen. Wenn auch nicht in derselben, so doch in ähnlicher Weise versuchte der Herr Bischef von Limburg schon vor mehreren Jahren, jedoch erfolglos, sich in die inneren Angelegenheiten der hiesigen katholischen Gemeinde zu mischen; seine

diesmaligen Bemühungen werden hoffentlich von demselben Resultate begleitet sein.

Wiesbaden. DerMittelrh Ztg. schreibt man aus dem Amte Rennerod:Friedliche Bürger wurden von einem Gendarmen aus dem Bette gejagt und wegen eines Flugblattes, das längst in vielen liberalen Blättern abgedruckt war, ins Examen genommen.

Marburg. Vor einigen Tagen fand die Vereidigung der hiesigen Behörden und die der Professoren und anderen Universitäts-Beamten auf den jetzigen Landesherrn durch die zu diesem Behufe hier anwesenden Herren Geheimerath v. Olshausen aus Berlin und Geh. Regierungs rath Mittler aus Kassel statt.

Sachsen. Dresden. Se. Majestät der König Wilhelm und Se. Königliche Hoheit der Kronprinz von Preußen sind am 19. d. un. 3 Uhr Nachmittags hier eingetroffen. König Johann war bis Priestewitz entgegengefahren und geleitete unter lebhaften Hochrufen des zahlreich versammelten Publicums die hohen Gäste in das Residenzschloß.

Bayern. München. Vorgestern wurde bei dem ehemaligen schleswig-holsteinischen Haupt⸗ mann Thumser Haussuchung nach zwei von ihm verfaßten Broschüren, welche gegen das Gesammt ministerium und gegen das Hohenlohe'sche Pro gramm gerichtet sind, vorgenommen. Es wurden etwa 70 Exemplare vorgefunden. Die Beschlag nahme geschah nicht ohne Protest des Verfassers und nur nach gewaltsamer Oeffnung von Thür und Kasten, welche der Viertelscommissär, Herr Hütter, erst nach Beiziehung von drei weiteren Commissären und vier Mann Gendarmerie durch einen Schlosser vornehmen ließ.

Würzburg. Der Ausschuß des fränkischen Sängerbundes beschloß in einer am 17. Februar in Würzburg abgehaltenen Versammlung, das zweite Bundessängerfest, welches bereits im vorigen Jahre am 4. August hätte stattfinden sollen, aber durch bekannte Ereignisse verhindert wurde, eben wegen der vorjährigen starken Bedrückung der Stadt Würzburg durch Einquartierung auch für das Jahr 1867 ausfallen zu lassen. Würzburg bleibt aber, da eine Ablehnung des Festes durch die Stadt nicht erfolgte, die Feststadt.

Baden. Von Karlsruhe aus wird dem Gerüchte von einer gemeinschaftlichen Besatzung der Festung Rastatt widersprochen und dasselbe für sehr unwahrscheinlich erklärt, weil Baden, wenn die neue Militäreinrichtug zu Stande ge⸗ kommen sei, einer Beihülfe nicht bedürfe, da die badische Armee dann um so viel verwehrt werde, daß sie ein ganzes Armeecorps bilden werde. Außerdem aber sprächen politische Gründe gegen ein solches Abkommen von Seiten der badischen Regierung.

Oesterreich. Wien. Alle Blätter stellen eine nahe Kaiserreise nach Ungarn in bestimmte Aussicht, und ihre Mittheilungen gehen nur darin auseinander, daß die einen sie noch in den Febr., die andern in den Anfang März verlegen. Es wird an unterrichteter Stelle positiv versichert, daß der Kaiser vor der Krönung nicht nach Ungarn zu gehen gedenkt.

Eine hier eingetroffene Nachricht aus Mentone meldet das Ableben des österreichischen Erzherzogs Stephan.

Frankreich. Die ersten Colonnen der mexi canischen Occupationsarmee sind angekommen, und wurden mit nicht größerer Freude, als sie selbst beim Wiederbetreten des heimischen Bodens em pfanden, von ihren Landsleuten aufgenommen. Verschiedene Eisenbahndirectionen, unter anderen auch die der Nord- so wie der Ostlinie, also die beiden nach Deutschland führenden, haben sich bereit erklärt, die Lehrer der Elementarschulen, welche Paris während der Ausstellung besuchen

wollen, für die Hälfte des gewöhnlichen Fahr preises zu befördern. Wir wollen nicht versäumen, dieß hier zur allgemeinen Kenntniß zu bringen.

Darmstadt. Dem Vernehmen nach sind die drei hessischen Bienen-Züchter⸗Vereine zu einem Haupt⸗Vereine verschmolzen worden, dem noch Nassau und Kurhessen bcei getrelen sind. Jedes Jahr soll eine Generalversammlung abwechselnd in einem dieser 5 Bezirke abgehalten werden. Die bisherige Zeitschrift erscheint von Neujahr ab unter dem Titel:Die Biene monatlich in einem Bogen.

Michelstadt. Heute gingen die Verhandlungen gegen Liebmann Lehmann von Griesheim wegen Schrift- fälschung, die schon vorgestern vor dem hiesigen Bezirks⸗ strafgericht begonnen hatten, zu Ende. Die Publication des Urtheils findet den 12. März statt. Der Gegenstand des angeblichen Betrugs beträgt blos 70 f. Von den vernommenen 8 Experten sprechen sich 7 zu Gunsten des Angeklagten, einer, Apotheker Luck von hier, gegen ihn aus. Vertheidiger war Hofgerichtsadvocat Pr. Jaup. Das Publikum hat sich äußerst zahlreich eingefunden.

Mainz. Ein Silberdiebstahl. Am Samstag gegen Abend machte man imSchützenhof zu Kastel die Entdeckung, daß der Silberschrank geplündert worden. Während man sich noch die Köpfe darüber zerbrach, wer den Diebstahl begangen haben könnte, suchten sich zwei Handwerksbursche an der Brückengelds-Hebestelle vorbeizu⸗ schleichen, wurden aber angerufen und freundlichst ersucht, das Brückengeld zu zahlen. Einer derselben trat zum Schalter, suchte in seinen Taschen nach Geld und ließ dabei einen silbernen Löffel fallen. Inn am Kragen packen und seinen Kameraden, der mittlerweile die Brücke betreten hatte, zurückholen, war das Werk eines Augenblicks, und man fand richtig sämmtliche imSchützenhofe entwendete Silbersachen bei den Strolchen, deren Wanberschaft nun vorläufig ein unwillkommenes Ziel gesteckt ist.

Oppenheim. Ein dahier beschäftiglee Postpraktikant gerieth dieser Tage in den Verdacht der Postkasse 400 fl. entwendet zu haben. Der junge Mann beschloß, seinem Leben ein Ende zu machen und hatte gerade einen Brief an seine auswärts wohnenden Eltern und einen solchen an seine Braut vollendet, in welchen er seinen Enischluß mit der Bemerkung anzeigte, daß er bei Ankunft der Briefe nicht mehr unter den Lebenden zu finden sei, als seine Ver⸗ haftung und Abführung nach Mainz bewerkstelligt wurde.

Vom Rhein. Noch sind die Wunden, die die früheren Wasserjahre unserer Gegend geschlagen, nicht vernarbt und schon trifft uns wieder eine neue Calamität, die so viele Familien auf viele Jahre hinaus finanziell ruinirt. Das Wasser des Rheines strömt gegenwärtig über unsere Som⸗ merdämme und überfluthet die zwischen denselben und den Landdämmen mit Korn und Walzen besäeten Felder, strom⸗ aufwärts an uns vorüber. Man sieht fast nichts mehr als Himmel und Wasser. Keller und Futtergruben muß⸗ ten geräumt werden; hinter den Landdämmen steht das verderbenbringende Grundwasser auf unseren besten Winter⸗ fruchtfeldern. Die Landleute schauen betrübt darein bei ihrem theueren Säesamen und den hohen Pachspreisen ihrer Aecker, die sie vielleicht in diesem Jahre noch mehr⸗ mals besäen müssen, ohne zu ernten.

* Neue Erdölquelle. In Württemberg ist abermals eine Erdölquelle entdeckt worden. Dieselbe be⸗ findet sich in Dörzbach und tritt, kaum 2 Fuß von dem Rande eines Naches entfernt, auf ebenem Wege, wie es scheint unmittelbar aus der Tiese kommend, zu Tage.

* Nutzen häufiger Inserate. Eine franzö⸗ sische Zeitung schildert den Eindruck oft wiederholter In⸗ serate in folgender Weise. Das erstemal sieht der Leser die Anzeige kaum. Das zweitemal sieht er sie, liest sie aber nicht. Das drittemal liest er sie. Das viertemal sieht er nach, was die ausgebotenen Gegenstände kosten. Das fünfte⸗ mal spricht er mit seiner Frau darüber. Das sechstemal willigt die Frau ein, den Gegenstand zu kaufen. Das siebentemal gibt sie endlich Anlaß, den Einkauf zu besorgen.

Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht, Spezialagent in Friedberg. Das Hamburger Postdampfschiff Teutonia, Capitain Bardua, trat am 16. Februar wiederum eine Reise via Southampton nach New-York an und hatte außer einer starken Brief- und Packetpost 700 Tons Ladung, 28 Pas⸗ sagiere in der Cajüte und 297 im Zwischendeck an Bord. Das Bremer Postdampfschiff Herrmann Capitain Wenke des Norddeutschen Lloyd, welches am 29. Januar von Bremen abging, ist nach einer glücklichen Reise von 14

Tagen wohlbehalten in New Pork angekommen.

Schiffs nachrichten. Mitgetheilt von Chr. Hecht, Spezialagent in Friedberg. Angekommen in New-Mork: Am 26. Januar Se⸗

gelschiff Sir John Lawrence von Hamburg, am 1. Fe⸗

bruar Segelschiff Electrice von Hamburg, am 1. Februar Dampfer Arago von Havre, am 1. Februar Dampfer Eu⸗ rope von Havre. Am 30. Januar lagen im New⸗Horker Hafen 99 Dampfer, 62 Schiffe, 85 Barks, 92 Briggs und 172 Schooner, zusammen 510 Fahrzeuge. Der Ham⸗ burger Dampfer Bavaria, welcher wegen Bruch des Ru⸗ ders nach England zurückkehren mußte, ist am 17. Januar in Falmouth eingelaufen.

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