Ausgabe 
22.8.1867
 
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Nachdem derMoniteur vom 15. August Be- gnadigungen, Strafverwandlungen, Beförderungen, Ordensverleihungen ꝛc. ꝛc. gebracht, enthält der- selbe vom 18. ds. einen Brief des Kaisers vom 15. August an Herrn v. Lavalette, welcher die Anordnung enthält, daß das Netz der Viei⸗ nalwege in ganz Frankreich innerhalb zehn Jahren vollendet werden solle. Die Gemeinde- und Departemental-Räthe sollen dazu mitwirken, daß ein diesbezüglicher Gesetzentwurf der nächsten gesetzgebenden Versammlung vorgelegt werden könne. Der Kaiser betrachtet die Vollendung der Com- municationswege als das sicherste Mittel zur He⸗ bung und Mehrung der Kraft und Prosperität

Frankreichs. Schweden. Stockholm. Sechs fran⸗ zösische Journalisten, welche in Kopenhagen mit

so großem Enthusiasmus begrüßt und mit allen möglichen Auszeichnungen von der dänischen Regierung und dem Volke überhäuft wurden, sind nun auch in Stockholm eingetroffen. Dieselben wurden am Bahnhofe von einem Festcomité empfangen und werden auch hier verschiedene Festlichkeiten folgen.

Großbritannien. Die Ernteberichte aus Irland lauten durchweg sehr günstig und von vielen Orten schreibt man über Aussichten, wie sie seit langen Jahren der Landwirth nicht mehr gehabt. Die Kartoffeln, bekanntlich für die Be⸗ wohner der grünen Insel das Hauptnahrungs mittel nach dem Brod, sind aus nahmsweise gut gerathen und Spuren der Krankheit stehen bis jetzt ganz vereinzelt da.

T Nauheim. Die Feier des Namenstages unseres Landesfürsten soll dießmal, als die erste hier gefeierte, in besonders glänzender Weise arrangirt werden. Wie wir hören, wird Samstag den 24. zur Vorfeier ein Festessen im neuen Kursaale statiftnden, welchem Abends Festball folgen soll. Sonntag den 25., Ludwigstag, wird die ganze Musik des 2. Großh. Infanterie⸗-Regiments ein Festconcert geben. Abends steht eine brillante Beleuchtung des Kurhaufes, des Parkes und der Quelle in Aussicht. Das Großartige und Imposante einer so ausgedehnten Illumination, wie wir sie in ähnlicher Weise schon bei früheren Veranlassungen zu bewundern Gelegenheit hatten, wird uns sicher am Sonntag einen großen Besuch aus der Nähe und Ferne zuführen, der uns allen freundlich willkommen sein soll.

Frankfurt. Samstag den 17. d., Nachmittags um 4 Uhr, vegannen die diesjährigen Rennen des Rheinischen Rennvereins. Das Publikum hatte sich nicht so zahlreich wie vor zwei Jahren eingefunden, die Toiletten waren weniger geschmackvoll, die Lust zu Wetten weniger zu Tage tretend, kurz es lag ein gewisser Druck auf den ersten Rennen, über denen keine lustig flatternde Fahne in der Luft wehte. An dem zweiten Renntage gestaltete sich der Besuch günstiger, es zogen die Menschen schaarenweise zur

Rennbahn. Wie an dem Wäldchestage waren im ganzen Walde Büffets aufgeschlagen, denen tüchtig zugesprochen wurde. Die zweite Tribüne war Kopf an Kopf besetzt, die erste dagegen bot noch Raum für viele Hunderte von Menschen. Der letzte war zugleich der lebhafteste Tag der diesjährigen Rennen. Die Gegenwart fürstlicher Gäste, unter denen sich der Großherzog von Mecklenburg, der Herzog von Cambridge u. a. m. befanden, schien die etwas affectirte Zurückhaltung der baute volée mit einem Male verscheucht zu haben, wenigstens zeigte sich die Damenwelt heute in ihrem schönsten Schmucke. Die Einzelheiten über die verschiedenen Rennen sind wohl ohne Interesse für unsere Leser.

Frankfurt. Während der letzten Tage ist unsere Stadt stets von vielen Fremden und Bewohnern der um liegenden Städte und Dörfer besucht, welche die Brand⸗ stätte in Augenschein nehmen. Ueber 100 Arbeiter sind beschäftigt, den Schutt aus dem Thurm zu entfernen. Man hofft, mit dieser Arbeit bald zu Ende zu sein. Sachverständige haben berechnet, daß das Gerüst zur Herstellung und Restauration der Spitze allein einen Kestenaufwand von 30 40,000 fl. erfordern wird. Ein hiesiger Photograph hat Photographien des Doms nach dem Brande angefertigt, welche vielfach gekauft und nach dem Ausland verschickt werden. Wie man erfährt, ist, nachdem man die Ueberreste des Mechanikus Schneider in der Thürmerwohnung gefunden, bei weiterem Weg räumen des Schutts auch die Leiche des vermißten Knechts aufgefunden worden.

Offenbach. Am 15. d., Abends, ereignete sich hier folgender trauriger Vorfall: Ein Sprendlinger Fuhrmann, welcher am Main Floßholz geladen hatte, fuhr mit seinem Wagen durch die Louisenstraße, über den Schillerplatz nach der Darmstädter Chaussee zu. Ohne daß er es merkte, hingen sich verschiedene Knaben an die weit über den Hinterwagen hinaus reichenden Stämme, um sich hin und her schleudern zu lassen; ein kleiner vierjähriger Junge aber lief, die ihm drohende Gefahr nicht kennend, zwischen Hinter- und Vorderrad an die Stämme, um sich da an⸗ zuhängen, fiel um und das Hinterrad drückte ihm so fest auf den Hals, daß er nach einigen Minuten seinen Geist aufgab.

Offenbach. Am Sonntag Morgen fand in der Nähe unserer Stadt ein Säbelduell zwischen zwei Lieu⸗ tenants des hier garnisonirenden Bataillons statt. Der eine derselben erhielt eine nicht unbedeutende Kopfwunde.

Darmstadt. Der landwirthschaftliche Lehrcursus für Volksschullehrer wurde am 1. d. dahier eröffnet und wird von 63 Lehrern besucht, die mit seltener Ausdauer bei der großen Hitze täglich 6 Vorlesungen anhören und an den meisten Nachmittagen mit einigen Docenten Excurfionen machen. Die Vorlesungen erstrecken sich auf landwirthschaftliche Betriebslehre, Bodenkunde. Thierzucht, Zoologie, Botanik, Mineralogie, Chemie, Physik und auf die Obstzucht. An zwei Abenden werden landwirthschaft⸗ liche Kränzchen abgehalten, die von vielen Gästen besucht sind. Ein Lehrer hält einen Vortrag, woran sich dann eine Discussion anreiht.

Darmstadt. Bei der Ausleerung des Zeughauses wurden bekanntlich einige Fuhrleute genöthigt, die Kriegs⸗ beute nach dem Bahnhof zu verbringen und ihnen dafür erbeutete Teppiche behändigt. Ein Fuhrmann, der im Befitze eines solchen betroffen, wurde vom Untergericht wegen Diebstahls zu Freiheitsstrafe verurtheilt. Derselbe sucht nun in zweiter Instanz besseres Recht.

Darmstadt. Das hessische Kirchenblatt enthält fol gendes Gesuch: Die Rettungsanstalt zu Jugenheim in Rheinhessen sucht gegen entsprechenden Lohn eine Dienst⸗ magd, welche unter der Zucht des hl. Geistes sich zu stellen bereit und zu Haus- und Felbarbeit willig ist.

Flonheim, Rheinhessen. Die Generalversammlung des hessischen, nassauischen und kurhessischen Bienenzüchter⸗ vereins findet am 4. September dahier statt.

Paris. In Melun ist nach mehrtägtgen Verhand⸗ lungen, die das Interesse von ganz Frankreich erregten, der Prozeß wegen eines Mordes im Walde von Fontaine⸗ bleau zu Ende gegangen. Die Angeklagte, Frau Frigard, war beschuldigt ein ihr befreundetes Frauenzimmer, Frau Mertens(Beide wohnhaft in Paris), auf einem Ausfluge nach Fontainebleau im Walde, wohin beide Frauen eine Spazierfahrt machten, während des Schlafes erstickt zu haben, um sich ihrer Werthpapiere, die sie sich vorher schon theilweise erschwindelt hatte, zu bemächtigen, was sie bei ihrer Rückkehr nach Paris that. Frau Frigard (die sich, wie gelegentlich bemerkt werden mag, auf das Magnetisiren versteht) vertheidigte sich mit einer Ruhe, Geistesgegenwart und Raffinerie, die allgemeines Er⸗ staunen erregte, und da die Beweismittel nicht so feststehend waren, daß sie nicht immer wieder dem Zweifel mehr oder minderen Spielraum boten, so wuchs die Spannung von Sitzung zu Sitzung. Ihr Vertheidiger war der berühmte Advokat Lachaud. Heute ging nun der Prozeß zu Ende. Die Angeklagte wurde von den Geschwornen des Mords schuldig erkannt; doch wurden mildernde Umstände angenommen. Das Urtheil des Gerichtshofs lautete auf lebenslängliche Zwangsarbeit.

2 Eine romantische Geschichte macht in Wien viel von sich reden. Vor ungefähr 19 Jahren wurde vor die Ge⸗ wölbsthür des nunmehrigen Hausbesitzers, damaligen Ver⸗ golders Anton ein in wenigen Windeln gewickeltes Kind in einem Alter von wenigen Monaten gelegt und von Frau Z. aufgefunden. Sie machte die Anzeige bei der Polizei, erklärte aber, bei etwaigem Nichtworfinden der Eltern des Kindes, dasselbe erziehen zu wollen, und so geschah es auch. Auf einem an eine Windel gehefteten Zettel stand der Name Rosalie und als Beiname erhielt das Kind den Namen seiner Pflegeeltern. Von den Eltern des Kindes sand man keine Spur, Rosalie war eine treue Tochter ihrer Eltern und heirathete im vorigen Fasching den in der Vorstadt Margarethen wohnhaften Doctor Galhaens. Bor wenigen Wochen erhielt Herr Z. zu seiner nicht geringen Verwunderung einen Brief aus London, in welchem sich ein Herr Seiffert nach dem vor Jahren weg⸗ gelegten Kinde erkundigte und um Antwort bat. Nachdem ihm diese ward, folgte vor wenigen Tagen ein zweiter Brief, in welchem Herr Seiffert erklärte, der Testaments⸗ vollstrecker des im Monat Juli in London verstorbenen Mr. Ribiero aus Kalkutta zu sein, welcher das im Jahr 1848 vor der Thüre des Herrn Z. aufgefundene Kind als das seine erklärt habe und selbes zum Erben seines Nach⸗ lasses mittelst rechtskräftigen Testamentes eingesetzt habe. Das Vermögen beläuft sich auf ungefähr 20,000 Pf. St. in baarem Gelde, welches in der Bank von England liege, außerdem aber große Pflanzungen in Ostindien und auf der Insel Java. Dem Briefe war ein Wechselbrief an einen hiesigen Bankier in bedeutendem Betrage beigeschlossen. Ueber die Umstände, welche Herrn Ribiero, oder richtiger Riber, zwangen, sein Kind vor Jahren auf solche Wetse zu verlassen, verlautet nichts Näheres.

Obligations-Verloosung.

1904 In der heute dahler stattgehabten Gemeinde raihsversammlung wurden die nachstehend verzeichneten Partial: Obligationen der Gemeinde Altenstadt durch das Loos auf den 31. Dezember l. J. zur Rückzahlung

bestimmt: Nr. 54 über 200 fl. Nr. 60 200 fl. Nr. 64 200 fl.

Die Inhaber dieser Nummern werden hiermit von dieser Verloosung in Kenntniß gesetzt und zugleich auf⸗ gefordert die Beträge gegen Rückgabe der Schuld Urkunden und der noch nicht fälllgen Zinscsupons bis längstens zum 31. Dezember d. J. bei der Gemeinde einnehmerei dahier in Empfang zu nehmen, da vom 1. Januar k. J. an deren Verzinsung aufhört.

Altenstadt den 12. Auguft 1867.

Großherzogliche Bürgermeisterel Altenstadt Kreuder.

Edictalladung. 1926 Ansprüche jeder Art an die nachverzeichneten Immobilien des Johannes Bangel zu Wölfersheim in der Gemarkung Wölfersheim I, 35. III, 606. III, 607. V, 637. V, 638, und VII, 380., fint so⸗ gewiß binnen 4 Wochen dahler vorzubringen und zu begründen, als sonst die stattgehabten Veräußerungen beflätigt und in das Mutations⸗Verzeichniß eingetragen werden. Hungen den 10. August 1867. Großberzogliches Landgericht Pungen . r e

Grummetgras- Versteigerung. 1949 Freitag den 23. d. M., des Vormittags 9 Uhr, soll das der hiesigen Gemeinde zufsehende Grummetgras öffentlich versteigert werden. Ossenheim den 19. August 1867. Großherzogliche een Ossenheim a u l.

Oeffentliche Bekanntmachung.

1920 Oa die Anna Margaretha Lenz ledig von Holzheim außer Stand ist ihr Vermögen selbstständig zu verwalten, so ist sie unter Curatel gestellt und Johann Georg Jung IX. von Holzbelm als Tutator für sie bestellt worden, was unter dem Anfügen biermit zur Kenntniß gebracht wird, daß die, ihre Person oder ibr Vermögen betreffenden, ohne Mitwirkung des Curators abgeschlossenen Rechtsgeschäfte keine rechtsverbindliche Wirkung haben.

Gleichzeitig ergeht an Alle, welche an gedachte Anna Margaretha Lenz oder deren verstorbenen Vater Jobann Georg Lenz Forderungen haben, die Auf⸗ forderung, solche sogewiß binnen 4 Wochen specifieirt, entweder bei dem Curator oder dabier anzumelden, gegenfalls sie nach Regelung der Vermoͤgensverhältnisse spätere Berücksichtigung nicht finden können.

Lich am 3. August 1867.

Großherzogliches Landgericht Lich In Beurl. des Landrichters Cellarius, Landgerichs- Assessor.

Jagdverpachtung. 1958 Montag den 2. September d. J., Mittags 2 Uhr, soll die der hiesigen Gemeinde zustehende und bis dahin leihfällig gewordene Feld⸗ und Waldiagd unter den in dem Verpachtungstermin angegebenen Bedingungen in dem hiefigen Gemeindehaus an den Meistbietenden verpachtet werden.

Hausen den 19. August 1867. Großherzogliche Bürgermeisteret Hausen Häuser.

1943 Eine noch wenig gebrauchte

Branntweinbrennerei,

ganz vollständig, mit Bütten ꝛc. ꝛc. sist billig abzugeben.

Carl Gerschlauer in Darmstadt.

Versteig erung. 1959 Montag den 2. September, Vormittags 11 Uhr, wird auf dem Rathbaus zu Staden die Lieferung von ungefahr 5 Cubik⸗Klafter Unterhaltungssteinen, auf den Viecinalweg von Staden nach Ober ⸗Florstadt, auf Kosten der früheren Accordanten anderweit öffentlich versteigert werden. Friedberg den 21. August 1867.

Der Bezirks⸗Bauaufseher Schneider. FP

Theerseife, S 4.es

1 Stück 18 kr.

13 7 bei all U Lei

Gichtwalle, esd er Weng, 2 Pate 18 und 30 kr.

72 it Jab bel 1 Lis-POmade. dus Pen und r gen e Haare. à Flac. 18, 27 und 36 kr. von dem berübmten Hause Bergmann 8 r in Paris, Pest und

Rochlitz l. S., empfiehlt Dan. Kümmich in Friedberg. 1443

An Magenkrampf, Verdau⸗- ungsschwäche ꝛc. Leidende

174 wird das rübmlichst bekannte Heilmittel des Dr med. Doeels empfoblen und ist Näßeres aus einer Broschüre, welche in der Expedition d. Bl. gratis ausgegeben wird, zu ersehen.

Das Mittel wird in halben und ganzen Kuren allein durch den Apotheker Doechks in Barns dor

(Hannover) verabfolgt.