Ausgabe 
22.6.1867
 
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ländlichen und städtischen Charakters und so vie le Wallfahrer und Prozessions⸗Schaulustige aus dem Luxem⸗ burgischen, Frankreich, Belgien und Deutschland an, daß das Städtchen von 4000 Einwohnern durch mindestens 20,000 Fremde buchstäblich angefüllt wurde. Auf der preußischen Seite begann das Fest mit einer Feldpredigt und zwischen 8 und 9 Uhr setzle sich das wogende Heer der Springenden über die Sauerbrücke und Landesgrenze durch die Stadt nach der hochgelegenen Kirche in Bewe⸗ gung. Ueber 15,000 Personen haben gesprungen; erst um 2 Uhr Nachmittags batte die Prozession geendet. Die Betheiligung an dieser Prozession hat bei sonniger heißer Witterung eine außerordentliche Anstrengung und Erschöp⸗ fung des Körpers zur Folge, indem jeder Springende mindestens 2000 Sprünge, zwei Sprünge vorwärts und einen Sprung rückwärts, zu thun hat. Man muß diese Prozession selbst gesehen haben, um das rechte und wahre Bild davon zu gewinnen. Den Eindruck einer andächtigen und religizsen Handlung konnte sie seiner Zeit nicht auf uns machen, das Ganze sah mehr einem fröhlichen Volks⸗ feste ähnlich, um ihn nicht mit anderen tollen Aufzügen zu vergleichen.

Telegraphischer Bericht.

Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.

Das Bremer Postdampfschiff des Norddeutschen Lloyd Hermann, Capt. Wenke W., welches am 6. Juni New⸗ York verließ, ist nach einer glücklichen Reise von 11 Tagen wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Bremen sortgesetzt.

Dasselbe bringt 247 Passagiere 1000 Tons Ladung und 322000 Dollars Contanten.

Das Hamburger Postdampsschiff Bavaria, Capt. Meyer,

von der Linie der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt⸗ Aktien⸗Eesellschaft, welches von New-York am 5. Juni

abging, ist nach einer schnellen glücklichen Reise von 13 Tagen wohlbebalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Hamburg fortgesetzt.

Dasselbe bringt 51 Passagiere 100 Tons Ladung und 56000 Dollars Contanten.

Das Bremer Postdampfschiff Weser, Capt. Wenke G., des Norddeutschen Lloyd, welches am 1. Juni von Bremen abging, ist nach einer glücklichen Reise von 11 Tagen wohlbehalten in New-York angekommen.

Das Bremer Postdampfschiff des Norddeutschen Lloyd Union, Capt. Santen, trat am 15. Juni wiederum eine Reise via Southampten nach New⸗Hork an und halte außer einer starken Brief- und Packelpost 648 Passagiere und 420 Tons Ladung an Bord.

Von den Passagieren reisen: 5 10 Erwachsene, 1 Kind, Säugling in I. Cajüte oberer Salon; 65 Erwachsene, 1 Kind, 3 Säuglinge I. Cajüte unterer Salon; 493 Erwachsene, 61 Kinder, 14 Säuglinge im Zwischendeck.

weniger Jedermanns Sache ist, als dazu ein tiefgebildeter Geist, ein feines ästhetisches Gefühl, eine gründliche Kenntniß unserer Literatur überhaupt und ein liebevolles Sichhineindenken in die Kindesseele gehört, um heraus⸗ zufinden, was derselben frommt und was nicht. Und doch ist die Sache von unberechenbarer Wichtigkeit! Das Bedürfniß nach Lektüre ist da, auch bei der Jugend, und wir beklagen dies nicht, im Gegentheil, wir freuen uns dessen; nur erwächst daraus für die Hüter der Jugend die ernste Pflicht, dieses Bedürfniß zu überwachen und zu leiten. Ist eine Jugendschrift nicht klassisch in Bezug auf Inhalt und Form, so taugt sie nichts; das Lesen derselben seistet der Denkfaulheit, der Scheu vor ernster Arbeit Vorschub und befördert die Neigung zum gedankenlosen Hinbrüten, oder sie regt die Phantasie unnatürlich auf und gibt derselben eine ungesunde Richtung.

Das vorliegende Werkchen ist als kundiger Führer auf dem Gebiet der Jugendliteratur um so verdienstlicher, als es das erste seiner Art ist. Geistliche, Lehrer, zumal Vorsteher von Schüler⸗ Bibliotheken werden es uns Dank wissen, sie darauf aufmerksam gemacht zu haben.

(0 Geschichte der deutschen Jugend⸗ literatur von Merget, Direktor des Kö⸗ niglichen Lehrtrinnen⸗Seminars zu Berlin. Berlin, Plahn' sche Buchh. 1867.

Unter diesem Titel ist ein Büchlein erschienen, das von allen Erziehern und Freunden der Jugend wird willkommen geheißen werden. Wer war bei der Auswahl von Jugend⸗ schriften nicht schon in peinlicher Verlegenheit? Jede Messe bringt eine Fluih von Büchern für dieliebe Jugend, und ach! wie viel seichte Fabrikarbeit, wie viel Geschriebsel Unberufener, wenn nicht Schlimmeres ist darunter! Wo soll da für jeden Einzelnen die Zeit herkommen zu sichten und zu prüfen? Selbst vorausgesetzt, daß überall das rechte Krikerium vorhanden wäre, das bekanntlich um so

Der Wetterauer Zweigverein der Gustav⸗Adolf⸗ Stiftung

beabsichtigt Sonntag den 23. Juni Nachmit⸗ tags halb zwei Uhr in der Gemeinde Dor heim sein Jahresfest zu feiern. Indem alle Freunde des Vereins zur Theilnahme an dieser Feier ein⸗ geladen werden, werden zugleich die Ortsvereine aufgefordert, sich durch Abgeordnete vertreten zu lassen, weil mit diesem Fest die Neuwahl des Vorstandes verbunden sein wird.

Friedberg den 11. Juni 1867.

Eine äußerst interessante

Ansicht der Stadt

Friedberg,

wohl mehrere hundert Jahre alt, wurde in sehr gelungener Photographie vervielfältigt und ist in verschiedenen Formaten in Bogengröße zu fl. 1. 45 kr.

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1473 Das neue Schuljahr beginnt Montag den 24. Juni. besondrer Aufsicht einer französischen Lehrerin. Auch welche noch die Elementarklassen der hiesigen Volksschule besuchen, beginnt

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Kirchliche Anzeigen für Iricdberg. Sonntag den 23. Juni.

Evangelischt Gemeinde. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Köhler. Gsttesdienst in der Stadtkirche Vormittags: Herr Candidat Draudt. Nachmittags: Herr Candida Marguth. Gottesdienst in der Burgkirche.

Vormittags: Herr Pfarrer Diegel. Nachmittags: Herr Candidat Lucius.

Katholischt Gemtinde. f um halb 10 Uhr: Hochamt. In demselben Vorlesung eines Hirtenbriefes des Hochwürdigsten Herrn Bischofs. Montag und Mittwoch sind heilige Messen.

Verantw. Red.: Hermann Schimpff.

Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff.

(Hierzu Unterhaltungsblatt Nr. 27 und eine Beilage.)

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Friedbert

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