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Preußen. Berlin. Das Abgeordneten- haus bat in seiner Sitzung vom 17. ds. den Gesetzentwurf über Diätengewährung an die Mitglieder des Parlaments mit 178 gegen 106 Stimmen angenommen. Die Regierung lehnte zuvor den Entwurf ab, weil er vor den Reichs⸗ tag gehöre.
— Die Prov. Correspondenz bezeichnet als Zweck des Parlamentes die feste Vereinigung von dreißig Millionen Norddeutschen und die Gewin⸗ nung eines Verbandes, um demnächst alle deutschen Staaten zu umschlingen.
— Das Abgeordnetenhaus beschleunigt seine Arbeiten auf jede Weise, um es einzelnen Abgeordneten zu ermöglichen, noch vor dem am 5. Februar stattfindenden förmlichen Schluß der Session sich in der Heimath den Woͤhlvorberei⸗ tungen für das norddeutsche Parlament zu wid⸗ men. Von wichtigen Regierungsvorlagen sind jetzt nur noch wenige zurück.
— Das Abgeordnetenhaus nahm in seiner Sitzung vom 18. den Hypotheken Entwurf des Abgeordneten Lasker an, welcher die Aufhebung der Beschränkungen des gesetzlichen Zinsfußes für Immobilien zur Erleichterung der Beschaffung von Capitalien für Grundbesitz bezweckt. Die Re⸗ gierung gab dem Gesetzesen:wurfe ihre Zustimmung und erklärte, sie werde suchen, die Zustimmung des Herrenhauses zu erwirken.
— Die Justizcommission des Abgeordneten⸗ hauses hat, in Erwägung, daß dazu die Mit⸗ wirkung der Abgeordneten aus den neuen Landes- theilen erforderlich sei, den Gesetzentwurf, betreffend die Versetzbarkeit der Justizbeamten aus den neuen Landestheilen in die alten Provinzen, ab- zulehnen beschlossen.
— Bevollmächtigte des Fürslen von Thurn und Taxis sind von Regensburg hier eingetroffen. Die Verhandlungen wegen Ueberlassung des fürstlichen Postwesens an Preußen haben bereits begonnen.
— Die Verhandlungen mit dem Herzog von Nassau sollen dem Abschlusse nahe sein. Die Regierung hielt das Verbleiben des Domanial⸗ gutes in dem Privatbesitze des Herzogs mit dem wirihschaftlichen Interesse des Landes unvereinbar. — Das Einverleibungspatent für die Elbher⸗ zogthümer wird unverzüglich verkündet. Die Bewohner von ganz Schleswig sind berechtigt, an den Wahlen sich zu betheiligen.
— Professor Kinkel hat auf eine Auf, forderung zur Uebernahme eires Mandats für das Parlament geantwortet:„Wenn ein deutscher Wahlkreis mich ins Parlament wählt, so erkenne ich darin ein verpflichtendes Mandat des einzigen Souveräns, dem ich Treue schuldig bin, nämlich des deulschen Volkes, und so angenehm meine jetzige Thätigkeit ist, werde ich sie unterbrechen, wenn ein solches Mandat an mich ergeht. Allein ich habe keine Hoffnung, daß für jetzt, eben da meine Qualification nicht über allen Zweifel er⸗
baben ist, Sie meine Wahl werden durchsetzen können, und halte ebenfalls dafür, daß die Zwecke dieses Parlaments kaum wichtig genug wären, um gerade für sie die eben angetretene neue Stellung wieder zu gefährden. Die Zeit wird kommen, wo ich vielleicht in einem größeren Par⸗ lamente besser zu brauchen bin, als hier. Ich fasse also die Sache so: Eine Wahl halte ich mich verpflichtet anzunehmen, wenn sie ohne mein Zuthun auf mich fällt, allein ich überlasse es Ihrer Einsicht in die Zustände und in die Stimmung Ihres Wahlkreises, ob Ihnen heute eine Agitation für meine Wahl zweckmäßig wäre.“
Frankfurt. Aus den Kreisen hiesiger Bürger ist ein aus zwanzig Personen bestehendes Wahlcomite zufammengetreten, welches sich mit Vertrauenepersonen aus Rödelheim und den früheren Frankfurter Ortschaften verstärken wird, um einen Candidaten für das norddeutsche Par- lament aufzustellen.
— Auf den biesigen Aemtern wurden die seit- her noch im Gebrauch befindlichen Stempel der früheren„freien Stadt Franlfurt“ jetzt entfernt und durch königl. preußische Stempel ersetzt.
Bayern. Der Ministerpräsident Fürst Hohen⸗ lohe gab in der Kammersitzung vom 18. d. M. über die Politik der Regierung folgende Er— klärung ab:
Nach der Auflösung des Bundes und dem Austritte Oesterreichs aus demselben war die Stellung der Mittel⸗ staaten gefährdet. Die Erhaltung Deutschlands und die Einigung aller deutschen Stämme ist anzustreben und joweit dies unmöglich, doch des größten Theils derselben unter einer einheitlichen Centralgewalt mit parlamenta⸗ rischer Vertretung. Dies ist jtzt nicht unmittelbar für Bayern zu erreichen. Preußen bat die Mainlinie anerkannt. Dies ist zu beklagen, aber die Folge ist unbestreitbar, daß Preußen eventuell die süddeutschen Staaten zurückweisen müsse. Bei dem vorherrschenden Einheitsdrange ist es aber mit der Würde Bayerns nicht vereinbar, einen be⸗ dingungslosen Eintritt in den norddeuischen Bund nach⸗ zusuchen. Andererseiis ist die bayerische Regierung fest enischlossen, jedem Schritte gegen eine bundesmäßige Einigung Deutschlands entgegenzutreten. Bayern wird keinem Südwesistaatenbunde unter dem Protectorate einer fremden Macht beitreten, ebensowenig einem süddeutschen Staatenbunde unter der Führung Oesterreichs, wo das deutsche Element augenscheinlich in den Hintergrund trete. Ein Südwesibund würde die Kluft zwischen Süddeutschland und Nocddeutschland erweitern. Aber Bayerns Stellung ist nicht blos eine negative, sonst wäre Jsolirung die Folge. Bayern bedarf der Stütze und muß sich an einen Großstaat anlehnen. Dies könne nur Preußen sein. Die Bundes zenessenschaft mit Preußen ist Baperns Aufgabe. Dieses Verhäliniß bringt die Unterordnung des Heeres im Falle eines Krieges mit sich und erheischt die ent⸗ sprechende Umͤnderung des Heeres. Es ist wirksamer, wenn die fübwestdeuischen Staaten ebenmäßig sich reor⸗ ganisiren. Bayern ist dahin bemüht, um eine Annäherung Süddeulschlands an Norddeutschland anzubahnen. Die Zielpunkte der bayerischen Regierung sind: die Anbahnung eines Versassungsbündnisses mit den übrigen deutschen Staaten, sobald und soweit dies unter Wahrung der Souveränctät und Unabhängigkeit des Landes möglich ist. Bis zue Erreichung dieses Zieles ist aber die Schaffung einer Achtung gebietenden Macht durch die entsprechende Heeres organisation und durch den Ausbau der inneren Einrichtungen des Staates auf freiheillicher Grundlage zu erstreben. Wenn dies gelingt, so wird ein Bündniß
mit uns gesucht und wir haben bann nicht nöthig, uns darnach umzusehen; wir werden dann im Stande sein, in wichtigen Fragen wie in der Reorganisation bes Zoll⸗ vereins die den Interessen des Landes entsprechende Lösung zu erzielen.
Würtemberg. Stuttgart. Schon seit einiger Zeit sprach man davon, daß Kriegsminister v. Hardegg seine Entlassung erhalten werde. Nun heißt es, an seine Stelle werde ein Mann treten, der mehr zu einer Heerreform im Style Preußens geneigt wäre, als Hr. v. Hardegg.
Großbritannien. London. Ein schreck⸗ licher Unglücksfall fand auf dem See in Regents Park statt. Das Eis brach ein. 200 Personen sanken ein und 30 ertranken.
Italien. Flocenz. Vehufs Deckung des Deficits im Saatshaus halt von 185 Millionen schlägt der Finanzminister Scialoja verschiedene Ersparnisse vor, welche 85 Millionen betragen. Der Finanzminister glaubt, daß das Gleichgewicht im Budget im Jahre 1880 hergestellt sein werde. Um das noch 100 Millionen betragende Defieit für das laufende Jahr zu decken, wird der Mini- ster einen Gesetzentwurf über die geistlichen Güter vorschlagen, die zu 600 Millionen voranschlagt sind, welche Summe hinreichen werde, bis zur Wiederherstellung des Gleichgewichts im Budget die jährlich sich ergebenden Deficits zu decken. Der Minister sprach die Hoffnung aus, daß der Clerus das Project annehmen werde.
— Neapel. Ein furchtbarer Sturm wüthete am 16. d. Mts. an der Küste von Neapel, der beträchtliche Schaden anrichtete. 20 Handels⸗ schiffe gingen zu Grund; man zählt 13 Todte. Auch in Baja versanken 4 Schiffe.
Rußland. Der„Russische Invalide“ schreibt in seiner militärischen Rundschau:„Die Friedens- stärke der Armee beläuft sich auf 700,000 Mann; folglich ist eine Verminderung gegen früher um 100,000 Mann eingetreten. Die Completirung
auf Kriegsstärke ersolgt im Falle der Noth inner⸗
halb einer Frist von sechs Wochen. Die Artillerke wird binnen zwei Jahren vollständig mit neuen Geschützen versthen. Im Jahre 1867 werden 300,000 Hinterladungsgewehre und 300 gezogene Geschütze vollendet.“
Amerika. Während des Monats November gingen 59 amerikanische Fahrzeuge im Werthe von 2,651,000 Dollars zu Grunde.
h. Friedberg. Es ist hier ein Verein unter dem Namen„Museum' in der Bildung begriffen. Wie schon der Name andeutet, soll dieser Verein seinen Mitgliedern dei Erholung von der Berufsarbeit weitere geistige Genüsse und Anregungen bieten duch Conversalion, Zeitungs⸗ und Bücherlesen, Musik, Vorträge, Declamation u. s. w. Tanz ist nicht ausgeschlossen. Der Aufnahme fähig wird jeder ordentliche Mensch sein; Standesunterschiede u. s. w. sind dabei von keinem Einfluß. Die Beiträge werden nicht hoch, überhaupt wird die Tendenz des Vereins Ein⸗ fachheit sein.
Frankfurt. Dieser Tage erhängte sich eine hoch⸗ betagte 75jährige Frau, welche, in den günstigsten Ver⸗ be lebend, ihren Erben ein Vermögen von fl. 100,000 hinterläßt.
B. n. Ein interessanter Fütterungsversuch,
zehrten beide 6 Pfund
per Tag, allein nach Verlauf einer Woche nur
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wonach man die Wahl des zu verzehrenden Futters ganz dem Instinkte der Thiere überließ, wurde im vergangenen Frühjahr auf einem größeren Gute in Norddeutschland mit zwei Sjährigen Kühen, weiche fr. sch gekalbt hatten und von mittlerer Größe waren, gemacht, nämlich: Dieselben wurden zuerst in einen Stall zusammengebracht, worin sie sich frei be wegen konnten und in welchem man die verschiedenen Tröge zur Aufnahme des Futters angebracht hatte und zwar einen zur Aufnahme von Roggen⸗ kleie, einen desgleichen für Runkelrüben, einen dritten für Oelkuchen, einen vierten für Heu und Gerstenstroh und einen fünften für Wasser. Da sich dieselben aber nicht zusammen vertrugen, sondern der Futterneid bei dem Verzehren des Lieblingefutters sich einstellte, wobei es heftige Stöße ab; setzte, so wurden dieselben durch eine Scheidewand getrennt und bekam tine jede Kuh ihre besonderen Tröge.
Regelmäßig sing jede derselben zuerst an der trockenen Kleie zu verzehren an und nachdem dies geschehen, ging es an die Runkelrüben, dann an die Oelkuchen, dann ans Heu und Stroh und schließlich ans Wasser. Nachdem dieselben vollkommen sich gesättigt hatten, legten sie sich nieder, ruhten und wiederkauten bis des Nachmittags, wo sich der angegebene Turnus wieder von Neuem wiederholte.
„Die Quantität des verzehrten Futters anlangend, so steigerte sich diese bei der Kleie nach und nach von 4 bis auf 14, bei den Runkel⸗ rüben von 40 bis auf 110 Pfund per Tag und Stück. Oelkuchen ver⸗
noch die Hälste und am 12. Tage versagten beide gleichzeitig dieselben gänzlich. Nach den Oelkuchen ging es ans Heu und Stroh und wurden fast gleichmäßig dieselben Quantitäten(20 Pfund) verzehrt. An reinem Wasser wurde zuerst per Stück 45, dann 40, endlich 30 und in der zweiten Hälfte der Versuchsdauer(die ganze war 45 Tage) wieder 4
Quart verzehrt. Die Kleie, ins Wasser gegeben, verzehrte nur 8 Pfund das Stück in einem Tage und am 19. Tage, 2 Pfund Repskuchen in
dasselbe gethan, wurde nur die Hälfte gesoffen, dahingegen bei 1 Pfund die ganze Quantität. Verzehrt hat in den angegebenen 45 Tagen Nr. I. an Kleie 444 Nr. II. 448 „ Runkelrüben 3714 4009 „ Oelkuchen 90 Pfund. 86 Pfund.
Heu und Stroh wurde, wie schon bemerkt, in gleichen Quantitäten verzchrt. Die Milchabsonderung steigerte sich bei Nr. I. bis zu 15, bel Nr. II. bis zu 18½ Quart täglich. Nr. I. wog beim Beginn des Ver⸗ suchs 1124, Nr. II. 941 und beim Schluß Ecstere 1196 und Letztere 914 Pfund, Nr. I. hatte demnach ein Mehrgewicht von 72 und Nr. II. ein Manco von 27 Pfund, welches in der Milchabsonderung begründet war.
Aus diesen Versuchen geht hervor, daß 1) Kleie und Schrot, in trockenem Zustande verabreicht, dem Instinkte der Thiere am entsprechendsten ist, wie dieses die Engländer auch schon lange eingeführt haben, und 2) daß Oelkuchen nur in geringen Quantiläten zu verabreichen sind.
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