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egen u- Nreußen. — des
Donnerstag den 21. November.
erhessen.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblatt.
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Auf den„Anzeiger“ kann man noch für die Monate November und Dezember bei den Poststellen des Großherzog— 2— thums mit 22 kr. und bei der Verlags-Expedition mit 20 kr. abonniren.
Amtlicher Theil.
Betreffend: Die Vertheilung des Reinerlöses für Waldstreu. Friedberg den 16. November 1867.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürger meistereien.
Es ist zu unserer Kenntniß gekommen, daß die Bestimmungen des Gesetzes vom 2. Juli 1839, die Abgabe von Waldstreu aus Gemeindewaldungen und an benachbarte Gemeinden betreffend, in einzelnen Gemeinden unseres Kreises nicht überall gehörig in Ausführung gebracht, daß insbesondere nicht, wie in dem gedachten Gesetze vorgeschrieben,»die Waldstreu in einer öffentlichen Versteigerung, unter Zulassung freier Concurrenz,„ zum Verkauf ausgeboten, vielmehr häufig, unter Ansetzung eines Tarif oder eines andern vorher verabredeten Preises unter Nacherhebung der Erndtekosten, unter die Ortsbürger vertbeilt und hieräber zur Täuschung ein Protokoll aufgenommen wird, als bätte wirklich eine Versteigerung stattgefunden. Ein solches Verfahren ist ungesetzlich und keineswegs im Interesse der Gemeinde.
Wir erwarten daher, daß Sie künftig nach deg Bestimmungen des oben angeführten Gesetzes und der später erlassenen Vorschriften, welche Sie in Küchler's Handbuch, II. Auflage, Seite 303 u. f. verzeichnet finden, dei Versteigerungen und Abgaben von Waldstreu streugstens verfahren werden, entgegengesetzten Falls wir sonst genöthigt wären mit Strafen gegen Sie vorzuschreiten ien ö
Oeffentliche Nachricht. Das nachstehende Verzeichniß der für 1867 eingegangenen Waisenhausbüchsengelder bringen wir zur offentlichen Keuntniß— Friedberg den 15. November 1867. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Tyr a p p.
l WE en über die vom 1. September 1866 bis dabin 1867 ia dem Büreau Großberzoglichen Kretsamt' Friedberg, sowle in den Gemeinden des Kreises Friedberg eingegangenen freiwilligen milden Gaben für arme Watsen.
1) Am Kreisamt eingesammelt 12 fl. 17½ kr.— 2) Assendeim 2 fl. 9 kr.— 3) Bauernbeim 9 kr.— 4) Beienheim 1 fl. 1 kr.— 5) Bodenror 12 kr.— 6) Vörstadt 1 fl. 24 kr.— 7) Bruchenbrücken 2 fl 28 kr.— 8) Butzbach 5 fl. 45 kr.— 9) Dorheim 1 fl. 47 kr.— 10) Dornassenheim 1 fl. 38½ ͤ kr.— 11) Fauerbach v. d. P. 2. 56 kr.— 12) Zauerbach b. Fr. 2 fl.— Irtedberg 15 fl. 15 kt.— 14) Gambach 4 fl. 23½ kr., 5 kr. Porto find abgegangen.— 15) Griedel 36 kr.— 16) Hausen 50 kr.— 17) Hoch-Weisel 1 fl. 21.— 18) Ilbenstadt 3 fl. 46 kr.— 19) Kirch⸗Göns 51 kr.— 20) Langenbain mit Ziegenderg 30 fr.— 21) Maibach 53 kr.— 22) Melbach 11 kr.— 23) Munfier 30 kr.— 24) Münzenberg 33 kr.— 25) Nieder-Florstadt 38 kr.— 26) Nieder⸗Mörlen 1 fl. 10 kr. — 27) Nauheim 6 fl. 40 kr.— 28) Nieder-Rosbach 1 fl. 4 kr.— 29) Niedetr⸗Weisel 1 fl. 52 kr.— 30) Nieder- Wöllstadt 3 fl. 30 kr.— 31) Ober-Flornadt 15 ir— 32) Ober-Mörlen 1 fl. 30 kr— 33) Ober ⸗ Rosbach 1 fl. 20¼ kr.— 34) Ober-Wöllstadt 4 fl. 12 kr.— 35) Ockfladt 1 fl. 16½ kr.— 36) Oes Nichts.— 37) Oppecshofen 1 fl. 10 kr.— 38) Ossenbeim 19 kr.— 39) Ostbeim 34 kr.— 40) Pobl⸗Göns 30 kr.— 41) Reschelsbeim 3 fl 46 kr.— 42) Rödgen Nichts.— 43) Nockenderg 1 fl. 50 kr.— 43) Schwalbeim Nichls.— 45) Söden 1 fl. 51¾ kr.— 46) Staden 14 kr.— 47) Steinfurt 6 fl. 29 kr.— 48) Trails Mügzenberg Nichte.— 49) Weckesheim 1 fl 21 ke. 3 kr. Porto find abgegangen— 50 Wickstadt 3 fl.— 51) Wisselsbeim 1 fl. 52 kr.— 52) Woͤlfersheim 37 kr.— 53) Wohn-
dach 36½ kr.— Zusammen 111 fl. 35 kr.
Hessen. Darmstadt. Die Wahlen zur Ergänzung des Gemeinderaths gingen am 18. d., Abends, zu Ende. Im Ganzen war die Bethei— ligung eine auffallend geringe; von beiläufig 3½ Tausend Wahlberechtigten übten noch nicht 1000 ihr Wahlrecht aus. In zweiter und dritter Classe wurde durch Compromiß den verschiedenen Parteirichtungen Rechnung getragen und demgemäß wieder erwählt die Herren Bürgermeister Fuchs, Advokat Purgold, Baumeister Lauteschläger, Kauf— mann G. Möser; neu gewählt Advokat Dr. Vogel und Kaufmann G. Köhler. In erster Classe wurden durch Neuwahl Herr Buchhändler Diehl, großh. Steuerrath Küchler und Dr. Eigenbrodt erwählt.
Preußen. Berlin. Die„Spener'sche Zeitung“ will wissen, die sächsische Regierung habe in vollkommen bundesfreundlicher Würdigung der Verhältnisse die Einladung zur Conferenz an das Präsidium des Norddeutschen Bundes ab-
gegeben; auch von Baden sei mit Sicherheit
vorauszusehen, daß es eine Entschließung nur auf Grund einmüthiger deutscher Kundgebung fassen werde.
— Die Verurtheilung Twesten's hat zur Folge gehabt, daß die im Publikum schon fast vergessene Rede desselben— sie wurde vor 2½ Jahren, am 20. Mai 1865, gehalten— ietzt im Separat-Abdrucke wieder reißenden Absatz findet.
— Die erste Vorlesung Karl Vogt's in Aachen hat einen so großen Pöbelzulauf erregt, daß man, nachdem ein Stein durch die Fenster des Saales geflogen, zur Räumung der Straße durch Polizei und schließlich durch Militär schreiten mußte.
— Das neue Abgeordnetenhaus zäblt nach der„N. A. 3.“ unter seinen Mitgliedern
4 Minister, 6 Minister a. D., 98 Verwaltungs- beamte(darunter 57 Landräthe), 60 Justizbeamte, 8 Staatsanwälte, 8 Rechtsanwälte, 31 Beamte a. D., 4 Militärs a. D., 10 Geistliche, 6 Pro— fessoren, 20 Doktoren, Schriftsteller, Gelehrte, Gymnasiallehrer, 20 Communal-Beamte, 125 Ritterguts-, Guts, Hofbesitzer, Oekonomen, 22 Kaufleute, Fabrikanten, 2 Buchhändler, 5 Rentiers. Das Haus zählt 1 Prinzen, 16 Grafen, 25 Freiherren, 110 Adlige, 262 Bürgerliche.
— v. Forkenbeck hat sich auf Andrängen zur Annahme eines Abgeordnetenmandats bereit finden lassen und zugleich erklärt, eine etwa auf ihn fallende Wahl zum Präsidenten des Abgeord— netenhauses annehmen zu wollen. Seine fast einstimmige Wahl wird erwartet. Die Polen wollen, falls das Abgeordnetenhaus eine Adresse beschließt, ein Amendement in einer für Deutsch— land sympathischen Richtung einbringen, unter Hinweis auf die Maßregeln der russischen Regie— rung in den Ostseeprovinzen.
— Der Conferenzvorschlag ist hier in einer, ver italienischen Sache durchaus günstigen Art aufgefaßt, jedoch eine bestimmte Antwort auf denselben noch nicht nach Paris abgegangen. Preußen wird jedenfalls dem Zustandekommen der Conferenz keine Hindernisse in den Weg legen. Es wird sich aber in bindender Weise erst dann äußern, wenn die zunächst betheiligten Mächte über die Grundlagen für die Verhandlungen der Conferenz sich geeinigt haben werden. Man will als zuverlässig wissen, daß Rußland im Begriff ist, seine bedingungslose Theilnahme zu er— klären und sich in diesem Sinn schon in Paris ausgesprochen habe.
Frankfurt. Wie verlautet, soll das Polizei—
Präsidium bei der Regierung den Antrag gestellt haben, das Personal der Schutzmannschaft erheblich, man sagt um 30 bis 40 Beamte, zu vermehren. Als Motiv soll unter Anderem die fortwährende Zunahme der Verbrechen und Vergehen angeführt sein.
Sachsen. Dresden. Die sächsische Ge⸗ sammtstaatsschuld beträgt nach dem, den Ständen vorgelegten Ausweis 81,286,075 Thlr., welche jährlich 4 Millionen zu ihrer Deckung und theil— weisen Tilgung erfordert, und fällt demnach, bei einer Bevölkerung von 2,300,000 Seelen, eine Beitragsquote von 1 Thlr. 22 Sgr. auf jeden Kopf. In der Gesammtschuld sind übrigens 6,024,300 Thlr. sogenannte Finanzhauptkassen- schulden(Handdarlehen von 1866) und 43 Mill. Eisenbahnanlehen enthalten. Letztere sind so gut angelegt, daß 1865 allein aus dem Eisen— bahnerträgniß 1,703,546 Thlr. zur Verzinsung und 464,887 Thlr. zur Tilgung der Schuld ver wendet werden konnten.
— Die sächsischen Reichstags Abgeordneten Schaffrath, Wigard, Riedel, Heubner, Schreck, Mammen veröffentlichen ein politisches Programm, in welchem gesagt wird, sie seien und blieben treuergeben der alten deutschen Fortschrittspartel. Die Norddeutsche Bundesverfassung bestehe nicht nur zu Recht, sondern sei auch die Grundlage, worauf allein jetzt die Entwicklung des Nord- deutschen Bundes zum deutschen constitutionellen Bundesstaate im Sinne der Reichsverfassung von 1849 anzustreben ist. Sie wünschen die dentsche Centralgewalt möglichst stark nach außen, frei von dynastischen Interessen und Einflüssen jeder Art, wollen aber nicht ein völliges Aufgehen aller Einzel- Landtage und Staaten in den Reichstag und Preußen, nicht den preußischen Einheitsstaat,


