Ausgabe 
21.9.1867
 
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ein Cireulär erlassen, welches in hohem Grade geeignet ist, zur Aufklärung über die Politik des RNordbundes gegenüber den süddeutschen Staaten beizutragen. Es heißt hier u. A.: Wir haben es uns von Anfang an zur Aufgabe gemacht, den Strom der nationalen Entwicklung Deutschlands in ein Bett zu leiten, in welchem er nicht zerstörend, sondern befruchtend wirke. Wir haben Alles vermieden, was die nationale Bewe gung überstürzen könnte, und haben nicht aufzu regen, sondern zu beruhigen gesucht. Die süd⸗ deutschen Regierungen selbst werden uns bezeugen, daß wir uns jedes Versuches enthalten haben, einen moralischen Druck auf ihre Entschließungen zu üben, und daß wir vielmehr auf die Handhabe, welche sich uns zu diesem Zwecke in der Lage des Zollvereins bieten konnte, durch den Vertrag vom 8. Juli d. J. rückhaltslos verzichtet haben. Wir werden dieser Haltung auch ferner treu bleiben. Der norddeutsche Bund wird jedem Bedürfnisse der süddeutschen Regierungen nach Erweiterung und Befestigung der nationalen Beziehungen zwi⸗ schen dem Süden und dem Norden Deutschlands auch in Zukunft bereitwillig entgegenkommen, aber wir werden die Bestimmung des Maßes, welches die gegenseitige Annäherung innezuhalten hat, jederzeit der freien Entschließung unserer süddeut⸗ schen Verbündeten überlassen. Diesen Standpunkt glauben wir um so ruhiger festhalten zu dürfen, als wir in den gegenwärtig bestehenden vertrags mäßigen Beziehungen zwischen dem Norden und dem Süden Deutschlands, wie sie in den abge schlossenen Bündnissen und in der Vervollständi⸗ gung des Zollvereines sich darstellen, eine rechtlich und thatsächlich gesicherte Grundlage für die selbst ständige Entwickelung der nationalen Interessen des deutschen Volkes erblicken.

Der Abg. Simson hat die auf ihn ge⸗ fallene Wahl zum Präsidenten des Reichstags angenommen. Zum ersten Vicepräsidenten wurde der Herzog v. Ujest mit 158 von 189 Stimmen gewählt(Löwe erhielt 27,) zum zweiten Herr v. Bennigsen mit 99 von 178 Stimmen; die Herren Arnim v. Heinrichsdorf und Löwe erhielten je 44 und resp. 29 Stimmen. Zu Schriftführern wurden gewählt: v. Unruh und Stumm(frei⸗ conservativ,) Forkel und Puttkammer(national- liberal,) Cornely(Fortschritt,) Hüffer(freie Ver⸗ einigung,) Schöning und Seydewitz(conservativ.)

DerStaatsanzeiger meldet die Ernen⸗ nung des Grafen Otto Stolberg zum Oberprä⸗ sidenten von Hannover und publicirt eine könig · liche Ordre, durch welche der hannover'sche Pro- vinzial-Landtag auf den 21. September nach der Stadt Hannover einberufen wird. DieN.

W. Hannov. Ztg. veröffentlicht die Ansprache des Grafen Stolberg an die Provinz bei seinem Amts- antritt und die Abschiedsansprache des bisherigen General-Gouverneurs 9. Voigt⸗Rheetz.

In der Sitzung des Reichstags vom 18. wurde ein zahlreich unterstützter Antrag auf Erlaß einer Adresse gestellt; das Haus beschließt Schlußbe rathung. Von Vorlagen ist eingegangen: 1) der neue Zollvereinsvertrag; das Haus setzt die Be schlußfassung über die geschäftliche Behandlung der Vorlage bis nach erfolgtem Druck derselben aus. 2) Gesetzentwurf, betreffend den Bundes⸗Etat für 1868; der Präsident schlägt die Schlußberathung vor, worüber eine längere Discussion entsteht. Reichensperger ist für Ueberweisung an eine Com- mission, wofür auch Löwe und Waldeck sprechen; Braun und Hennig sprechen für die Schlußbe rathung. Im weiteren Verlauf der Sitzung be schloß das Haus die Schlußberathung über das Paßwesengesetz und beschloß ferner, die Gesetze, betreffend das Postwesen und die Salzsteuer-Erhe bung an Commisstonen zu überweisen. Auch nahm das Haus einen Antrag Miquel's auf Erlaß eines allgemeinen Wahlreglements für den Nordbund an. Hierauf folgten Wahlprüfungen. Miquel berichtete über die Wahl des Generals Vogel v. Falkenstein in Königsberg, welche die Abtheilung ungültig zu erklären beantragt. Nach langer De batte wurde der von der Abtheilung auf Ungül tigkeitserklärung der Wahl Vogels v. Falkenstein gestellte Antrag angenommen..

In der Sitzung vom 19. ds. wurden ver schiedene Commisstonen, so für das Postgesetz und Salzgesetz, gebildet, und wird dann mit den Wahl- prüfungen fortgefahren, die alle die Genehmigung erhalten. In nächster Sitzung wird wahrschein lich die Adreßdebatte beginnen.

Das Ministerium soll beschlossen haben, dem Bundesrath und dem Reichstage den einheit lichen Portosatz der Post von 1 Silbergroschen für den norddeutschen Bund vorzuschlagen.

Bayern. München. Nachdem die Rin- derpest in Mähren ausgebrochen ist, hat die bayerische Regierung angeordnet, daß die von ihr bezüglich des Transports von Rindvieh ꝛc. dc. nach oder durch Bayern getroffenen Maßregeln auch gegenüber von Mähren in Wirksamkeit zu treten haben.

Baden. Karlsruhe. Ein größere Ab⸗ theilung der ehemaligen österreichisch-mexicanischen Legion, von Straßburg kommend, ist auf der Ruͤckkehr nach Oesterreich hier durchpassirt. Es

mögen gegen 500 Mann gewesen sein.

Oesterreich. In der Schlußsitzung der Katholiken-Versammlung zu Innsbruck wurden!

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von Domcapitular Moufang aus Mainz sieben

Resolutionen verlesen, welche als von der 18. General-Versammlung ausgehend bezeichnet wur den und sich auf folgende Punkte bezogen: 1) Die Herrschaft des Papstes sei unentbehrlich; Y die Katholiken seien zur wirksamsten Betheiligung an der Sammlung der Peterspfennige aufzufordern; 3) die General Versammlung drückt dem heiligen Vater ihren Dank aus für den Entschluß, ein allgemeines Concil zu berufen; 4) sie freut sich über die bevorstehende Zusammenkunft deutscher Bischöfe am Grabe des heiligen Bonifacius; 5) sie sieht es für ein Unrecht und Unglück an, das österreichische Concordat einseitig durch Gesetze zu beseitigen; 6) sie protestirt gegen die Trennung der Schule von der Kirche und gegen den Plan, das Unterrichtswesen im Staate zu monopolisiren; 7) sie theilt den Schmerz des heiligen Vaters über das Unglück Polens. Diese Resolutionen können als der Kern der Verhandlungen betrachtet werden. b

Wien. DieDebatte meldet, daß die Uni⸗ fication der Staatsschuld unter der aus⸗ drücklichen Bedingung in Aussicht genommen ist, daß die Rechte der Staatsgläubiger keine Schä⸗ digung erfahren dürfen.*

DiePresse enthält ein Telegramm aus Turin vom 17. September, wonach unzweifelhaften Nachrichten zufolge Kossuth in den ersten Tagen des September mit dem russischen Gesandten, Grafen Stackelberg, in Dieppe zusammengetroffen ist und von demselben vorläufig 50,000 Francs aufgenommen hat. Virgil Szilagpi ist behufs ähnlicher Unterhandlungen mit der Regierung von Preußen in Berlin anwesend.(2)

Frankreich. Paris. der Anwesenheit des Staatsministers Rouher in Nantes stattgehabten Banket brachte derselbe zu Ehren der Stadt Nantes und deren Handels kammer einen Toast aus, welcher mit folgenden Worten schloß:Für Ausführung der großen Ar⸗ beiten, wie für die Belebung des Verkehrs ist die erste Bedingung der Friede. Nun haben aber alle Bemühungen der Regierung, alle und jede Politik des Kaisers nur die Erhaltung und lange Dauer des Friedens zum Zweck.(Bravo! Bravo!) Glauben Sie mir, und ich schätze mich glücklich, es in dieser Versammlung der Vertreter des Groß⸗ handels und der Großindustrie sagen zu können, der Kaiser wird sich von dem fruchtbringenden Ruhme des Friedens nicht abwenden lassen.(Bravo! Vive'Empereur!) Große Kriege sind heute nur möglich, wenn die Ehre, die Würde und die Hauptinteressen gefährdet sind. Nun aber sind, Gott sei Dank, diese kostbaren Güter für Frank-

Die Luftreise der Gebrüder Berg in

Frankfurt a M.

Pfarrthurm sah in Mitten der Häusermassen wie ein Fingerhut aus, doch

Bei einem während

am 13. September).

Es dürfte auch für unsere Leser von Interesse sein, einige Details über die am verflossenen Sonntag durch die Herren Berg veranstaltete Luftreise zu hören. Wir entnehmen daher der Didaskalia folgende inter ssante Mittheilungen aus dem Berichte eines Herrn Riegel, welcher die Reise in dem Ballon mitgemacht:

Etwa/ vor 6 Uhr Abends, nachdem der kurz vorher ziemlich heftige Wind, der für die oberen Regionen Sturm anzeigte, sich glück licherweise gelegt und der Ballon bis zu drei Fünftel seines Cubikgehaltes gefüllt war, wurde das Zeichen zur Abfahrt gegeben.Alle Hände los! hieß es, und einen Moment später schwang sich der Koloß, Anfangs langsam, dann, als Herr Berg, der in dem Reifen über der Gondel saß, einen halben Sack Ballast ausgeworfen hatte, mit einer immer gesteigerten Schnelligkeit majestätisch in die Höhe. Der Ballon stieg so rapid, die Gegenstände unter uns schrumpften so schnell zusammen, daß es mir na kaum einer Minute ganz unmöglich war, in der zahlreich versammelten Zuschauermenge, deren Jubelruf uns das Geleite gab, etwas mehr als einen Schwarm Mücken zu erblicken. Die Häuser wurden zusehends kleiner, der Main, die Straßen von Frankfurt und Sachsenhausen, der Eisenbahn⸗ damm immer schmäler und im Handumdrehen war die ehemalige freie Reichsstadt so groß, daß man sie füglich auf einem Theebrett hätte serviren können. Der ehrwürdige, gerade vor einem Monat so schwer heimgesuchte

*) Eine zweite für verflessenen Donnerstag angekündigte Auffahrt des Lustballons der Gebrüder Berg konnte nicht in Ausführung kommen, da bei dem heftigen Wind eine Füllung des Ballons nicht möglich war. Die Auffahrt wird nun⸗ mehr, und zwar zum Abschied, am nächsten Sonntag den 22. Sepumber, Nach⸗ mitlags Uhr, vor dem Obermainthor zu Frankfurt stattfinden. Die Anzeige 156 Berg kündigt die Mitreise eines Elephanten in seiner vollen Lebens⸗ größe an.

nur für kurze Zeit, denn bald verschwamm die ganze Stadt zu einem kleinen Fleck, der sich von der grünen Umgebung nur durch die Farbe unterschied. Die Mainbrücke, unter deren Bogen die Abendsonne auf den Main, der einem glitzernden Silberbande ähnlich sich durch die grünen Fluren schlängelte, ihre schrägen Strahlen warf, war beiläufig eine Spanne lang.

Acht Minuten nach der Auffahrt befanden wir uns im Zenith von Offenbach, das mit seinen rechtwinkeligen geraden Straßen, von dieser schwindelnden Höhen gesehen, einen netten Anblick bot. Um diese Zeit erreichte unser Ballon, der ruhig in dem durchsichtigen Aether schwamm, die Höhe der Regenwolkenschicht, etwa 3000 bis 3500 Fuß über der Erde. Wir selbst kamen, da der Horizont nicht ganz bedeckt war, nicht selbst in die Wolken, sondern hatten deren vor, neben und hinter uns. Alle diese Wolken waren jedoch gleichförmig horizontal ausgebreitet, so weit das Auge reichte, und hingen wie eine riesige graue Decke über der Erde. Die Wolkenschichte war, nach der Zeit zu urtheilen, die unser Ballon brauchte, um sie zu übersteigen, meiner Berechnung nach beiläufig 1500 Fuß dick. Die Wolkengruppen vor uns spielten, da wir zwischen denselben und der Sonne schwebten, Regenbogenfarben.

Die Erde erschien jetzt kesselförmig vertieft; der Punkt unter dem Ballon war am tiessten gelegen, während die Ränder des Horizontes auf⸗ stiegen und schließlich mit den darüber hängenden Wolken in Eins ber schwammen. Ein wunderherrliches Panorama, von der untergehenden Sonne zauberisch beleuchtet.

Noch immer ging es raf ungeheure Schnelligkeit im Steigen

. den blauen Aether hinein; dit konnten wir nur an den ausgeworfenen

Papierstreifen wahrnehmen, die pfeilschnell wie Blei in die unermeßliche denn wir stiegen so rasch, daß 111

Tiefe sanken oder zu sinken schienen, bald über der erwähnten Wolkenschicht uns befanden.

Ein neues herrliches Schauspiel bot sich meinen überraschten Blicken

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