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August.
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1867.
Samstag den 20. Juli.
4 85.
Anzeiger für Oberhessen.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Itiedberger Intelligenzblatt.
Erscheint jeben Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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Amtlicher Theil.
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Die Feldstrafen von der III. Periode d. J. können bis zum 15. August jeden Dienstag und Donnerstag an das hiesige Rentamt
bezahlt werden.
Als besonderen Erhebungstag bestimmen wir Mittwoch den 31. Juli, von Vormittags 8 bis 10 Uhr, bei Herrn Gastwirth Joutz zu Butzbach. Wir ersuchen die Großherzogl. Bürgermeistereien dieses im Interesse Ihrer Ortsangehörigen mit dem Bemerken bekannt machen zu
lassen, daß nach dem 15. August die Mahnung erfolgt.
Friedberg den 17. Juli 1867.
Großherzogliches Rentamt Friedberg Lindeck.
Hessen Darmfladt. Das Großberzogliche Regierungsblatt Nr. 30 enthält:(Schluß).
VIII. Milizärdienstnachrichten.(Dieselben datiren vom 21. Nov. 1866 bis zum 20. April 1867 und dürfen als bekannt angesehen werden; sie sind zudem durch neuere Avancemenis zum großen Theile berührt worden und deßbalb auch veraltert.)
IX. Charakterertheilungen. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 4. Juni dem Oberforst⸗ Registrator bei der Oberforst⸗ und Domänen ⸗Direction Wilhelm Zeitz den Character als„Ober⸗Forst⸗Secretär“— und am 18. dem Landrichter bei dem Landgerichte Gießen Dr. Ploch den Character als„Geheimer Justizrath“ zu verleihen.
X. Dienstentlassungen: Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht? am 31. Mai den Ministerial⸗Kanzleidiener bei dem Ministerium der Justiz Lippert von dem ihm als Nebenstelle übertragenen Dienste eines Kanzleidieuers bei der Oberpost⸗Inspection auf sein Nachsuchen zu entheben— und am 11. Juni dem Hos⸗ gerichts-Advocaten Stammler zu Gießen die von ihm erbetene Entlassung aus der Zahl der Advocalen und Procuratoren bei dem Hofgericht der Provinz Oberhessen zu ertheilen.
XI. Versetzungen in den Ruhestand: S. E. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 31. Mai den Gesangenwärter bei dem Bezirksgefängniß in Gießen Roßmann,— am 14. Juni den Schullehrer an der evang. Schule zu Burkhards, im Kreise Schotten, Bonn,— am 18. Juni den Laudrichter bei dem Landgerichte Gießen, Dr. Ploch, auf sein Nachsuchen, unter Anertennung seinet langen, treuen und ersprießlichen Dienste,— an demselben Tage den Postmeister bei dem Postamte Darmstadt, Poft. rath Müller,— und den Postsecretär erster Klasse bei dem Postamte Gießen, Posicassier Hoffmann, auf ihr Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzenz— an demselben Tage den Revisor dei der Calculatur der Oberforst⸗ und Domänen Direction, Ganz, mit Rücksicht auf seine ge⸗ schwächte Gesundheit und unter Anerkennung seiner lang⸗ jährigen treuen Dienste, auf sein Nachsuchen, in den Ruhestand zu versetzen und demselben den Charakter als „Rechnungsrath“ zu verleihen;— am 28. Juni den Lehrer an der Stadtschule zu Alzey, Dr. Ennemoser, auf sein Nachsuchen,— an demselben Tage die auf diesseitige Prösentation bei dem Hauptsteueramt in Frankfurt a. M. angestellten: Hauptzollamte⸗Rendanten Hof, unter An⸗ erkennung seiner vieljährigen treuen Dienste,— und Hauptsteueramts⸗Assistenten Rohr in den Ruhestand zu versetzen.
XII. Concurtenzeröffnungen. Erledigt sinde die evang. Pfarrstelle zu Ensheim mit einem Gehalt von 1125 fl. 36 kr.;— die evangel. Schulstelle zu Bellersheim mit einem Gehalt von 328 fl., nebst einer Bergung von 36 fl. für Heizung des Schullocals; dem Htu. Fürsten zu Solms⸗Braunsess sieht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu;— die zweite evangel. Schulstelle oder erste Knabenschulstelle zu Lich, mit einem Gehalte von 805 fl. 37 kr. und einer Vergütung für Heizung des Schullocale von 40 fl., welche Beseldung bei der eintretenden Er⸗ lebigung der vierten Schulstelle um 80 fl. erhöht wird; dem Hrn. Fürsten zu Solms ⸗Hohensolms Lich steht das Präsentationerecht zu bieser Stelle zu.
XIII. Gestorben sind: am 7. Juni der Oberförster Hecker zu Butzbach;— am 9. Juni der kathol. Pfarrer Karcy zu Klein⸗Krotzenburg;— am 13. Juni der evang. Pfarrer Rau zu Hahn;— am 15. Juni der Rechner der Chaussee- und Flußbaukasse Rechnungsrath Raupp zu Darmstabt;— am 18. Juni der Expedient auf der Station Frlebberg der Mäain⸗Weser-Bahn Zöller zu Wiedberg; am 4. Juli der Kreisarzt Dr. Dalquen zu Osshosen.*
— Das Großh. Reg.⸗Blatt Nr. 31 enthält: I. Bekannimachung Großherzoglichen Ministeriums ber Jusliz, die von dem verstorbenen Großherzoglichen
Obersthofmarschall und Generalmajor Grafen Ferdinand zu Ysenburg und Büdingen in Philippseich gegründete „Ferdinandsfüftung.“
II. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Uebergangs-Abgabe und die Steuer⸗ Vergütung von Branntwein, Bier und Tabak in dem Königreich Preußen und den mit demselben in Steuer Gemeinschaft stehenden Staaten betreffend.
III Zusammenstellung der Ergebnisse der Staats⸗ schulden⸗Tilgungskasse⸗Rechnung für 1863.
1. Einnahme und Ausgabe. Die Einnahme(darunter Kassevorrath voriger Rechnung 2.659,192 fl. 13 kr.) ist 6,014,296 fl. 25 ¼ kr. Die Ausgabe beträgt 3 883,552 fl. 10 kr. Ist Vorrath Ende 1863 2,130,744 fl. 15 ¼ kr. — II. Stand der Staatsschuld. Ende 1862 war der Stand der liquiden Stagtsschuld 20,244,368 fl. 46 ½ kr. Die definitiv überwiesene Staatsschuld Ende 1863 ist 20,078,861 fl. 20% kr.— III. Vergleichung der Activen und Passiven der Großherzoglichen Staatsschulden⸗ Tilgungs⸗ kasse zu Ende 1863. Die Activen betragen 15,838,878 fl. 32½ kr. Die Passiven 20,224,865 fl. 17 kr. Verglichen ist der Stand der Passiven oder eigentliche Staats⸗ schuld zu Ende 1863 4,385,986 fl. 44¼ kr.
Iv. Bekauntmachung Großherzoglichen Kreisamts Grünberg, die Niederschlagung einer Umlage der Ge— meinde Lumda, im Kreise Grünberg, betreffend.
V. Dienstuachrichten. Am 24. Juni wurde dem Lud⸗ wig Schmidt aus Offenbach das Patent als Geometer der zweiten Classe für den Kreis Offenbach ertheilt; am 1. Juli wurde das Patent als Geometer der zweiten Classe: dem Friedrich Keller aus Biebesheim für den Kreis Groß⸗Gerau,— dem Geometer dritter Classe Jo⸗ hannes Henrich zu Lang⸗Göns für den Kreis Gießen, — tem Wilhelm Rühl aus Grünberg für den Kreis Grünberg,— dem Finanz⸗Aspiranten Ernst Seiler aus Stockhausen für den Kreis Lauterbach,— dem Feuerwerker im Großherzoglichen Artilleriecorps Adam Mayer aus Nierstein für den Kreis Oppenheim,— dem Geometer dritter Classe Jacob Reinhard zu Gimboheim— und dem Adolph Melsheimer aus Darmstadt dermalen in Worms, für den Kreis Worms,— an demselben Tage das Patent als Geometer der dritten Classe: dem Daniel Diehl aus Geinsheim für den Kreis Groß-Gerau,— dem Georg Eberhard Wollrab aus Alsfeld für den Kreis Alsfeld,— dem Schullehrer Carl Roth zu Nieder⸗ Scemen für den Kreis Nidda,— dem Johannes Verter aus Stockhausen für den Kreis Lauterbach— und am 5. Juli dem Philipp Rahn aus Nieder ⸗Florstadt das Patent als Geometer der zweiten Classe für den Kreis Friedberg ertheilt.
VI. Gestorben. Am 24. März der pensionirte Ober⸗ Zoll⸗Revisor Becker zu Darmstadt; am 4. Juni der pen⸗ sionirte Districtseinnehmer Rendant Wagner zu Offen⸗ bach; am 20. der Schullehrer Th. Erler zu Finthen; am 28. der Forstwart Conrad Germann zu Messel; am 4. Juli der Overförster Friedrich Franck zu Merlau.
„ Friedberg. Die Großherzoglichen Kreis- ämter in Oberhessen haben in Folge Ministerial- Verfügung die Bürgermeistereien angewiesen, so⸗ fort mit den Vorarbeiten für die Wahlen zum Reichstag des Norddeutschen Bundes, welcher in der Kürze zusammenberufen werde, zu beginnen und die Auflegung der Wahllisten unfehlbar am 22. Juli stattfinden zu lassen. Ein Termin zur Vornahme der Wahlen ist bis jetz noch nicht angeordnet worden.
„ Friedberg. Mit dem 20. d. M. treten in dem Fahrplan der Main- Weser⸗Bahn einige unwesentliche Veränderungen bei den von Frank⸗ furt abgehenden Zügen I., VII. und IX. ein.
Wir verweisen unsere Leser auf den dem heutigen Anzeiger beiliegenden neuen Fahrplan.
Preußen. Berlin. Graf Bismarck ist zum Bundeskanzler ernannt, dessen nächste Auf⸗ gabe die Einrichtung der Bundesverwaltung sein wird.— Die dänische Regierung hat die preußische Note bis jetzt noch unbeantwortet ge⸗ lassen.
— In ihrer politischen Rundschau vom 16. ds. sagt die„Main⸗Zeitung“: Aus Preu⸗ ßen können wir auch heute leider nur berichten, daß die Fehlgriffe der„kleinen Minister“ in Kur⸗ hessen, Nassau und Frankfurt— wahrscheinlich auch in Hannover— die Stimmung mehr und mehr verderben. Während der König in Ems entschiedene Huldigungen der Landbevölkerung ent⸗ gegengenommen— der Banernstand ist über die Verminderung der Grundsteuer um mehr als dreißig Procent sehr entzückt— und wäh⸗ rend er auf den gestrigen Tag die Deputationen der Stadt Frankfurt zur Vorbringung ihrer Beschwerden zu sich nach Ems beschieden hat, verderben Eulenburg, Lippe und von der Heydt mit ihren Landräthen aus Altpreußen, mit Wegschaffung der vortrefflichen kurhessischen Gesetze und mit den lästigen neuen Steuern, mehr als der gedeihlichen Entwicklung Deutschlands nützlich. Nach Nassau hat man z. B. sechs Altpreußen — worunter drei Ultramontane— als Land- räthe geschickt und nur der unwirthliche Wester⸗ wald blieb— da wohl kein Preuße dorthin wollte — einem Nassauer Bewerber. Die Vielverwal⸗ tung wurde noch um Ein Glied vermehrt, in⸗ dem zwischen der Regierung und dem seitherigen „Amtmann“ noch der„Landrath“ eingeschoben wurde. In Kurhessen dagegen gefährdet nach dem unanfechtbaren Zeugniß des bewährten Dr. Fried⸗ rich Oetker die Unsicherheit bezüglich des „Staatsschatzes,“ welchen man Kurhessen zu entziehen droht, und die Verschlechterung der vor⸗ trefflichen Gerichtsorganisation, die seitherige gute Stimmung. Haben doch von drei als Obertri⸗ bunalsmitglieder nach Berlin berufenen Kasseler Oberappellations⸗Gerichtsräthen zwei abge⸗ lehnt und wollen lieber pecuniäre und sonstige Nachtheile leiden, als in das Berliner Obertribu⸗ nal avanciren!!!
— Bis zum 1. September wird das Ober- appellationsgericht für die neuen Landes- theile hier errichtet werden.
— Wie die„Weser⸗Zeitung“ in Erfahrung bringt, ist nun auch die Militär-Conven⸗ tion zwischen Preußen und dem Großberzogthum Oldenburg definitiv abgeschlossen. Ueber den In- halt derselben ist soviel bekannt geworden, daß die Convention sich auf den Grundlagen des mit der freien Stadt Bremen abgeschlossenen Militär- vertrags bewegt und daneben Oldenburg auch ein Theil der den thüringischen Staaten zugestandenen Erleichterungen gewährt wird
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