Starkenburg, Postsecretär Jungmann von Mainz in die Provinz Rheinhessen, Postmeister Schmiti von Gießen in die Provinz Oberhessen abgegangen. Gleichzeitig sind noch preußischen Postbeamten solche Commissarien übertragen worden. An den Postge— bäuden muß der preußische Adler angeheftet werden.
— Seit dem 14. ds. trägt die hiesige Gar⸗ nison zur Parade-Uniform wieder den Helm.
— 18. Juni. I. Kammer. Die Vorlage der Regierung, die Einführung einer Salzsteuer im ganzen Zollvereinsgebiet betreffend, wird ohne jede Verhandlung einstimmig angenommen.— Der Antrag des Freiherrn v. Riedesel, die Ge— halte der Lehrer auch an den Schulen, welche weniger wie 30 Kinder zählen, auf 300 fl. zu erhöhen, wird nach kurzer Debatte einstimmig an— genommen.— Deßgleichen wird der Antrag des Grafen Erbach-Erbach wegen Ausdehnung der Gehaltszulagen der Schullehrer auf solche, welchen die Definitorialprüfung erlassen wurde, angenom— men.— Die Rechenschafts-Ablage der Finanz— periode 1860—62 wird in allen Theilen für ge— rechtfertigt erkannt, also auch die wenigen von der zweiten Kammer beanstandeten Posten, Ordens. decorationen u. s. w.— Die Kosten für Anle— gung eines zweiten Schiengeleises auf der Offen bach⸗Frankfurter Bahn, sowie diejenigen für Bauten auf den Stationen Bensheim, Bickenbach und Langen, werden bewilligt und auch der Ankauf der Johanniter⸗Kapelle in Nieder⸗Weisel genehmigt. — Die Kammer wird erst gegen Ende d. M. wieder Plenarsitzungen halten.
— Die„Main⸗Zeitung“ berichtet: Die Unter suchung wegen der Zeughausaffaire, be— ziehungsweise wegen ungenügender Sicherung der hier verbliebenen Militäreffecten soll geschlossen sein und erwartet man in der nächsten Zeit Aus⸗ kunft über ihre Ergebnisse. Die Sache wird wahrscheinlich wiederholt in der Ständekammer in Anregung gebracht werden. Todtschweigen läßt sie sich nicht.
— Wie das„Frankfurter Journal“ berichtet, hat das Oberconsistorium beantragt, daß die De— kane in allen solchen Fällen, in welchen bei Ein— gehung gemischter Ehen der katholische Geistliche die Vornahme der Trauung verweigert, ohne Wei— teres die Erlaubniß zur Trauung ertheilen dürfen. Bis jetzt ist hierzu die Autorisation des Ministe⸗ riums nöthig.
J Friedberg. Zwei in der neuesten Zeit in der Umgegend von Friedberg verübte Raub- anfälle haben das Publikum in nicht geringe Auf⸗ regung versetzt. Es scheint kaum glaublich, daß in einer so wohlhabenden und dicht bevölkerten Gegend in der heutigen Zeit solche, die öffent⸗ liche Sicherheit so sehr gefährdende Verbrechen sich wiederholt haben. Nachdem zwischen Fried- berg und Oberwöllstadt auf der Staatsstraße zuerst zwei Frauenzimmer von einem fremden unbekannten, schon in vorgerücktem Alter stehenden Manne ver- folgt, ihnen das Geld abgefordert und sie mit dem Tode bedroht worden waren, hat das näm— liche Individuum den Lehrling eines hiesigen Bäcker- meisters, welcher in einem Wägelchen Brod nach Oberwöllstadt gefahren hatte und von dem an- zunehmen war, daß er das Kaufgeld einkassirt habe, auf der nämlichen Straße angepackt, ihn mit dem Tode bedroht, falls er nicht das Geld herausgebe, ihm auch mit Gewalt einen nicht verkauften Laib Brod abgenommen und sodann, da in der Nähe andere Leute sich zeigten, die Flucht ergriffen. Mehrere Tage später wurde auf dem von Melbach nach Weckesheim führenden Fußwege ein Judenmädchen aus dem letzteren Ort, welches in Melbach und andern Orten Geld für verkauftes Fleisch eingenommen hatte, von einem jungen Burschen angegriffen, mit dem Tode be— droht, falls sie das Geld nicht herausgebe, und da das Mädchen standhaft erklärte, daß sie kein Geld habe, von dem Burschen mißhandelt, eine große Strecke Wegs verfolgt und endlich, nachdem derselbe auch noch ein anderes Verbrechen versucht, an der Ausführung seines Vorhabens dadurch verhindert, daß in Folge des lauten Hülferufens des Mädchens ein im Felde beschäftigt gewesener
Mann von Södel in die Nähe geeilt war, worauf
jener Bursche die Flucht ergriff und im Kornfeld verschwand. Es ist gelungen der beiden Thäter habhaft zu werden, sie befinden sich beide in den Händen der Justiz und sind wir, da, wie wir hören, die beiden Untersuchungen in der Hand des nämlichen Untersuchungsrichters vereinigt sind, überzeugt, daß wir in der Kürze über deren Aus- gang das Nähere mittheilen können.
* Friedberg. Der Temperaturwechsel ist in der letzten Zeit oft so stark, daß er an einem Tage manchmal 10 und mehr Grade R. beträgt. Dieser Tage war der bei einer überaus kalten Witterung fallende Regen sogar mit Schnee untermischt.
* Friedberg. Wie wir vernehmen, wird des Großherzogs K. H. morgen den 20. ds. Morgens 6 Uhr 51 Minuten dahier eintreffen, sich fofort von dem Bahnhofe aus nach Konradsdorf begeben und am Abend hierher zurückkehren. Freitag Nachmittag soll unsere Nachbarschaft Nauheim mit einem Besuch beehrt werden.
Nauheim, 16. Juni. Gestern Abend versammelten sich viele Nauheimer in ihrem Rath— haussaale, um über die Fortbildung des städtischen Schulunterrichts zu berathen. Stadtrath Langs- dorf, welcher in allen unseren gemeinnützigen Angelegenheiten stets lebhaftes Interesse zeigt, wurde mit Acclamation zum Vorsitzenden ernannt. Sa— linen-Rentamtsvicar Dr. Siebert stellte hierauf in längerem Vortrag den gegenwärtigen That— bestand unseres städtischen Schulunterrichts fest, und nachdem die Versammlung sich damit ein— verstanden erklärte, sofort ihre Wünsche in Form eines Beschlusses zu formuliren, verlas Dr. Sie- bert den Entwurf einer Eingabe an Großherzog— liche Kreis⸗Schulcommisston des Kreises Friedberg, welcher dieser Behörde das Material in erschöp— fender Weise vorführt. Der Entwurf wurde an— genommen und beschlossen, die Eingabe jedem Nauheimer Einwohner zur Unterschrift vorzulegen und alsdann an ihre Adresse zu befördern. Nach⸗ dem noch Stadtrath Grünewald und mehrere Andere sich an der Discussion betheiligt, war ganz besonders erfreulich, aus dem Munde des ersten Lehrers Quehl zu vernehmen, daß gerade die vier städtischen Lehrer in dem Vorgehen der Ver- sammlung das Erstreben einer Sache erblickten, deren Dringlichkeit und Nothwendigkeit ganz be— sonders von ihnen längst anerkannt sei, und er⸗ mahnte er zum Schluß alle Anwesende, in ihren Kreisen auf recht zahlreiche Betheiligung an der Unterschrift der beschlossenen Eingabe hinzuwirken.
Preußen. Hannover. Die am 11. ds. in Hildesheim zusammengetretene deutsche Lehrerver⸗ sammlung war von über 700 Gästen besucht, darunter beinahe 500 aus Hannover, 70—80 aus Altpreu⸗ ßen, 60 aus Braunschweig, etwa 1 Dutzend aus Süddeutschland, 8 aus Oesterreich und eben so viel vom Auslande, der kleine Rest aus Sachsen, Thüringen, Hamburg, Bremen u. s. w. Die nächste Versammlung wird in Kassel stattfinden.
Langensalza. Der Jahrestag der Schlacht, die am 27. Juni v. J. hier geschlagen wurde, wird durch die Grundsteinlegung eines Denkmals für die Gefallenen gefeiert werden und erwartet man zu dieser Feier zahlreichen Besuch aus Hannover.
Wiesbaden. Der„Aheinische Kourier“ schreibt:„Wie bereits gemeldet, hat der Herzog Adolph den Kaiser von Rußland bei dessen An- kunft in Darmstadt begrüßt. Man theilt uns mit, daß bei dieser Gelegenheit auch die schwe— bende Auseinandersetzung in der Domänen⸗ Angelegenheit zur Sprache gekommen ist und sollen die Erörterungen derart gewesen sein, daß man erwarten darf, es werden die nun schon lange geführten Verhandlungen in kurzer Frist einen erwünschten Abschluß finden.
Aus Thüringen. Bei Otto Wiegand in Leipzig ist eine Brochure erschienen unter dem Titel:„Was soll aus dem Herzogthum Coburg werden? Ein Beitrag zur Lösung kleinstaatlicher Verhältnisse.“ Der anonyme Verfasser derselben, der mit den coburg'schen Verhältnissen genau be—
kannt sein muß, weist durch eine Reihe von Zah— len und statistischen Angaben klar nach, daß das Herzogthum Coburg, wenn es seine bisherige, kleinstaatliche Fortexistenz behalten sollte, selbst
beim besten Willen und der auf das Möglichste gesteigerten Erhöhung aller Steuern nicht im Stande sein wird, die erheblichen finanziellen An- forderungen, welche der norddeutsche Bund künftig an das Land stellen wird, zu erfüllen. Die ein⸗ zige Rettung vor einem unausbleiblichen Staats- bankerott wird in dem völligen Aufgehen des Herzogthums Coburg in den preußischen Staat erblickt, obgleich der Autor sonst gar nicht zu den unbedingten Anhängern aller preußischen Institu— tionen gehört.
Baden. Die„Karlsr. ZItg.“ meldet über die am 4. Juni zu Berlin zwischen den Regierun⸗ gen des Zollvereins abgeschlossene Uebereinkunft Folgendes: Das Vertragswerk besteht 1) in einer Uebereinkunft zwischen Preußen, Bayern, Sachsen, Würtemberg, Baden, Hessen, den beim thüringischen Zoll⸗ und Handelsverein betheiligten Staaten, Braunschweig und Oldenburg, die Erhebung einer Abgabe von Salz betreffend; 2) in dem Schluß ⸗Protokolle vom gleichen Tage zu der Uebereinkunft und der beigeschlossenen Verordnung; 3) in einem Neben-Protokolle über die vereinbarte Vollzugs⸗-Verordnung und die Instruction zur Erhebung und Sicherung der Salzabgabe auf den Privat⸗Salinen; 4) in einem Protokolle in Betreff eines Vorbehaltes wegen Beseitigung der Zoll-Präcipuen; 5) in einem Protokolle, die Wahrung des ständischen Zustimmungsrechtes betreffend. Die Uebereinkunft stellt im ganzen Zollvereine den freien Verkehr mit Salz her, belegt aber das im Zollvereine gewonnene, so wie das aus dem Auslande eingeführte Salz mit einer Abgabe von 3 fl. 30 kr. pro Zollcentner Nettogewicht. Abgabenfrei ist das Salz zum Einsalzen, das Viehsalz, sowie dasjenige, welches zu Nahrungs- und Genußmitteln für Menschen verwendet wird. Die Uebereinkunft gilt vom 1. Januar 1868 ab.
Schweiz. Die dritte internationale thier⸗ ärztliche Versammlung findet vom 2. bis 8. September d. J. zu Zürich statt. Zur Be⸗ sprechung werden folgende Punkte vorgelegt wer⸗ den: 1) die Rinderpest, mit besonderer Rücksicht auf die Erfahrungen der letzten zwei Jahre, und deren Einfluß auf Verhütungs⸗ und Vertilgungs⸗ Maßregeln; 2) die Lungenseuche, ihr Verhältniß zu nicht contagiösen Formen der Lungenentzün⸗ dung und ihre Vertilgung; 3) die zweckmäßigste Organisation der Fleischbeschau; 4) das thier⸗ ärztliche Unterrichtswesen; 5) die zweckmäßigste Organisation des Veterinärwesens.
Frankreich. Paris. Die polnische Emi⸗ gration hat eine Adresse an den Kaiser Napoleon zur Unterzeichnung aufgelegt, in welcher sie gegen das Attentat und seinen Urheber protestirt und dasselbe verdammend, erklärt:„wir sprechen im Namen der christlichen Moral, im Namen der Humanität, im Namen unserer nationalen Ehre selbst, jener Ehre, welche für unser Vaterland in seinem gegenwärtigen Unglück neben unserem Ver⸗ trauen zu Gott unsere letzte Stärke und unser letzter Trost ist.“
Belgien. Bei Ankunft des Königs von Preußen in Brüssel wurde aus der versammel⸗ ten Menschenmenge der Ruf:„Es lebe Hanno⸗ ver!“ vielfach vernommen. Gelegentlich der Ab⸗ reise des Königs fand eine ähnliche Demonstration im Nordbahnhofe statt. Der königliche Haupt- wagen, in welchem König Leopold und König Wilhelm und der Graf von Flandern saßen, wurde mit heftigem Pfeifen begrüßt. Kaum aber hatte sich König Leopold von seinem Gaste verabschiedet und wandte sich seinem Wagen zu, als die ver⸗ sammelte Menge in den tausendstimmigen stürmi⸗ schen Ruf ausbrach:„Es lebe Belgien. Es lebe der König!“ f
Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.
Das Hamburger Posidampsschiff„Teutonia, Capt. Bardua, frat am 15. Juni wiederum eine Reise direct nach New- Vork an und hatte außer einer starken Brief⸗ und Packetpost 630 Tons Ladung, 39 Passagiere in der Cajüte und 590 im Zwischendeck an Bord.
Das Hamburger Postdampfschiff„Cimbria“, Capt. Trautmann, welches am 1. Juni von Hamburg direct
abging, ist nach einer ausgezeichnet schnellen Reise von 11 Tagen wohlbehalten in NewYork angekommen.
ana, Fuldger
Hal lessen Nhe
Ahbeinhesseh Rheinprcußel
Böhmen,! Nordwestl. T9
Holland, f
is Ostend Naubeim Bußbach Gehen
Gründer Dowoderg Nupv Kirlo lh Ulrichsdein Asseld. Lollar Marburg.. Biebenkopf, L Gladenbach. Batlenberg Cassel Nordöstl. Rhei Homberg Eisenach, oͤsterreich Hamober Mecklenburg And überstt Wh ee ue Berstadt. Hungen. Reichelsheim Engelrod, S Lauterbach Ortenberg Friebrichedo Homburg.
Der
Der 1 Nachmülage gel Dist
nde I. Oesadt, O
5 G Vrinpessen —
5
1080 Auf d Eredüperiode ogen werde Die pr


