Ausgabe 
19.10.1867
 
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lege weniger Werth auf den Namen und die Form, unter welchen die Nationalbeziehungen ge pflegt werden, als auf thatsächliche, innige Ge⸗ meinschaft für die practischen Aufgaben und In⸗ teressen der Nation.

15. October. Bundes rathssitzung. Graf Bismarck theilt mit, daß der Schifffahrts⸗ vertrag mit Italien unterzeichnet worden ist. Hierauf nahm der Bundesrath die Gesetze über das Posttaxwesen und die Marine-Anleihe von 10 Millionen, sowie den Staatshaushalts-Etat in der vom Reichstag beschlossenen Fassung an. Dann brachte Preußen einen Gesetzentwurf über das Bundesschuldenwesen ein. Die Conferenzen zur Reformirung des deutsch⸗österreichischen Postvereins sind eröffnet worden.

16. Oktober. Reichstags ⸗Sitzung. Der Präsident machte von der Vorlage der Gesetz⸗ entwürfe über die Marine⸗Anleihe und das Post⸗ taxwesen Mittheilung. Ueber den ersten Entwurf wurde die Vorberathung im Plenum beschlossen, der Entwurf, betreffend das Posttaxwesen, wurde an die Postcommission verwiesen. Der Gesetz entwurf, betreffend die Aufhebung der Eingangs- abgabe für Rindvieh in Schleswig, wurde ohne Discussion genehmigt.

17. October. In der heutigen Reichs- tagssitzung wurde die Petition der ehemaligen schleswig⸗holsteinischen Officiere dem Bundeskanzler zur Berücksichtigußzüberwiesen. Graf Bismarck erkannte die Berechtigung der Petenten auf Ent schädigung an und stellte die Uebernahme der Pen⸗ sionen durch den Nordbund als Nationalschuld in Aussicht. Eine Petition um Aufhebung der Spielbanken wird dem Bundeskanzler mit dem Ersuchen überwiesen, auf die schleunigste Auf hebung aller Spielbanken im Gebiete des nord deutschen Bundes im Wege der Bundesgesetzgebung hinwirken zu wollen.

ueber die Beziehungen zwischen Preußen und Frankreich äußert die officiöse Zeidler'sche Correspondenz:Es unterliegt keinem Zweifel mehr, daß die Fortdauer des Friedens zwischen Preußen und Frankreich eine festbeschlossene That. sache ist. Wir wissen auf das Bestimmteste, daß alle Versuche der Kriegspartei, ein anderes Re⸗ sultat herbeizuführen, sich als vergeblich erwiesen haben. Dabei wollen wir nicht in Abrede stellen, daß die italienischen Verwickelungen die friedlichen Entschließungen des Kaisers Napoleon begünstigt haben mögen; wir glauben indeß gut unterrichtet zu sein, wenn wir behaupten, daß seit der Salz⸗ burger Conferenz der Gedanke bei ihm bereits feststand, es zu einem Bruche mit Preußen wegen der deutschen Angelegenheiten nicht kommen zu lassen. Hoffentlich wird die französische Regierung

auch bald geeignete Maßregeln ergreifen, um die im Publikum noch vorhandenen kriegerischen Be sorgnisse vollständig zu zerstreuen und dadurch Handel und Industrie von den Fesseln zu befreien, welche lange und schwer auf demselben geruht haben.

Mit Rücksicht auf die preußischen Land⸗ tagswahlen am 30. October werden die Sitzungen des Reichstags mit dem 26. ds. geschlossen werden.

Frankfurt. Der König von Griechen⸗ land ist am 16. ds. mit dem Schnellzuge der Main⸗Weser-Bahn abgereist, um sich nach Peters- burg zu begeben, wo am 22. ds. seine Vermäh⸗ lung mit der Großfürstin Olga, Tochter des Großfürsten Constantin, stattsindet.

Wiesbaden. In der am 15. ds. statt⸗ gehabten Generalversammlung der Spielbank- Actionäre wurde die Dividende für vergangenen Sommer auf 40, bezw. 34 pCt. festgesetzt.

Am 14. ds. fand bier im Hotel zum Taunus die Synode der südwestdeutschen frei religiösen und deutschkatholischen Gemeinden statt. Es waren etwa 30 Abgeordnete von Gemeinden anwesend, zum Theil aus größerer Entfernung, wie von Nürnberg, Ulm, Pforzheim ze. Die Verhandlungen betrafen zunächst die Mittel und Wege, um für alle in Preußen bestehenden Ge meinden ein gleiches Recht zu erlangen.

Bayern. München. Fürst Hohenlohe hat Württemberg, Baden und Hessen zu einer Militär⸗Conferenz auf Grund der Stutt garter Abmachungen eingeladen. Dieselbe beginnt bier in nächster Woche.

Oesterreich. Wien. Ein kaiserliches Handschreiben an den Cardinal Rauscher in Beantwortung der Adresse der Bischöfe lautet: Die von den Erzbischöfen und Bischöfen mir zugestellte Adresse habe ich meinem verantwortlichen Ministerium übermittelt. Ich würdige gern den oberhirtlichen Eifer und die Absichten, welche es den Bischöfen als Gewissenspflicht erscheinen lassen möchten, neuerlich, gleichwie in den Jahren 1849 und 1861, für die Wahrung der Rechte und Interessen der katholischen Kirche mit feierlicher Erklärung einzustehen; allein ich muß beklagen,

daß die Bischöfe, anstatt nach meinem Wunsche ernste Regierungs-Bestrebungen in einschlagenden wichtigen Fragen zu unterstützen und deren so dringende Lösung im Geiste des Entgegenkommens und der Versöhnung zu fördern, es vorgezogen haben, durch die Vorlage und Veröffentlichung einer die Gemüther tief erregenden Adresse die Aufgabe zu erschweren, zu einem Zeitpunkte, in welchem, wie die Bischöfe selbst treffend bemerken, uus Eintracht so sehr Noth thut und dringend geboten ist, und die Anlässe zu Zwiespalt und

Beschwerden noch zu mehren. Ich vertraue, daß die Bischöfe sich versichert halten werden, wie ich allezeit die Kirche zu schirmen und zu schützen weiß; daß sie aber auch der Pflichten eingedenk sein werden, die ich als constitutioneller Regent

grüßen dieses kaiserliche Handschreiben als eine wirkliche Aenderung der Zeiten, als eine Neubelebung der Hoffnungen, als eine neue är⸗ kung des Vertrauens auf Verwirklichung der stitutionellen Bestrebungen Der Hinweis des Kaisers auf die übernommenen constitutionellen Regentenpflichten verleiht dem kaiserlichen Hand- schreiben den Werth einer politischen Kundgebung von größter Tragweite. Auch im Unterhause hob der Präsident den im Allgemeinen freudigen Widerhall über den Ausspruch des Kaisers hervor, daß alle gegen den Constitutionalismus gerichteten Wege nicht zum Ziele führen, und daß in Oester⸗ reich nunmehr Gewissensfreiheit und religiöser Friede herrschen solle. Auf die Aufforderung des Präsidenten: dem Kaiser dafür einHoch auszu⸗ bringen, erscholl vom ganzen Hause ein dreimali⸗ ges begeistertesHoch auf den Kaiser.

Frankreich. Paris. In einer von Italien über gebenen Note zeigt Rattazzi an, daß die italienische Regierung nur in dem Fall eine Ga rantie dafür, daß die Bewegung im Kirchenstaat nicht einen republikanischen Character annehme und für ganz Europa gefährlich werde, überneh men könne, wenn ihm von Frankreich vollständig freie Hand zugestanden werde. Sie werde übri⸗ gens mit ihren Mitteln versuchen, die Schranken des Septembervertrages zu wahren, könne dieß aber nur, wenn ihre Truppen auf römischem Ge⸗ biet agiren dürften. Die französische Antwort soll für Italien nicht ganz befriedigend gewesen sein.

Wie verlautet, ist die Industrie⸗Ausstellung auf Wunsch des Kaisers bis 17. November ver⸗ längert worden. Vom 1. bis 8. November soll der Eintritt 50 Centimes kosten und vom 9. bis 17. gratis sein.

DiePresse sagt:Im Hafen von Tou- lon herrscht große Thätigkeit. Lamarmora ist bereit, in das römische Gebiet einzurücken. Eine Proclamation Mazzini's fordert die Römer auf, die Republik zu proclamiren.

Die aus Italien eintreffenden Nach⸗ richten erwähnen einer Schlappe der päpfstlichen Truppen. In Nerola ist die Lage der Dinge noch nicht geändert. Bei Monte Libreti erhielten die 3000 Garibaldianer Unterstützung von der Grenze und warfen die Päpstlichen zurück, wobei sie selbst große Verluste erlitten. Man versichert, Menotti Garibaldi sei schwer verwundet worden, und mel⸗ det als gewiß, daß die Insurgenten auf's Neue

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zu erfüllen habe. Die Wiener Blätter be⸗

Die Pfahlbauten in der Schweiz.

Von Dr. Curtman. (Schluß.)

Die Hütten auf all diesen verschiedenen Unterlagen können von nicht ganz unbedeutender Größe gewesen sein. Man hat sogar welche von 27 Fuß Länge und 15 Fuß Breite gefunden. Auch die Wände sind noch vollständig erkennbar. Sie bestanden aus Flechtwerk mit Lehm ⸗Beschlag. Stärkere stehende Stangen waren mit Ruthen durchflochten, das Ganze wieder mit Lehm dicht gemacht, worunter hier und da Moos, Stroh u. dergl. gemengt war Auch der Fußboden war in ähnlicher Weise über⸗ strichen. In einer Ecke befand sich die Feuerstelle, kenntlich an der Schwär⸗ zung durch Rauch und an einer unterliegenden Steinplatte. Auch solche Holzstücke, woran man noch erkennt, daß sie zum Feuer-Anmachen durch Reiben gedient haben, finden sich in der Nähe. Das Dach der Hütten bestand aus Baumrinden, Schilf und Stroh, wovon Ueberreste im Schlamm gefunden worden sind, mitunter auch noch mit Weidenruthen befestigt. Möbel hat man nirgends entdeckt; es ist also anzunehmen, daß die Be wohner auch wirklich keine besessen haben. Doch deuten gefundene Thier schädel darauf hin, daß dieselben als Sitze gedient haben mögen. Schwer⸗ lich besaßen die Hütten noch andere Oeffnungen als die Thüren; in dem Fußboden dagegen scheinen Löcher zum Ausschütten des Unrathes gewesen zu sein, wie man aus der stellenweisen Anhäufung desselben auf dem Grunde schließt. Die zu den Ansiedlungen führenden Stege erkennt man noch an einer doppelten mit Brettern belegten Pfahlreihe. Von Geländern hat man bis jetzt Nichts entdeckt.

Viele der Pfahlbauten gehören dem Steinzeitalter an; es finden sich durchaus keine metallenen Geräthe darin. Die meisten dagegen ragen herüber in die Bronzezeit. Diese Zeit kennzeichnet sich nämlich durch den Gebrauch von Waffen und Werkzeugen, die aus einer Mischung von

Kupfer und Zinn(Bronze) bestehen, und gegossen, nicht gehämmert sind. Anfangs behielten diese Werkzeuge die Form der alten steinernen; allmäh⸗ lich aber sieht man sie handlicher und praktischer werden. Der Beginn dieser Bronzezeit, also das erste Auftreten von Metallen, ist schwerlich weiter zurückzudatiren, als 2000 Jahre vor dem Beginn unserer christlichen Zeitrechnung. Vielleicht waren es die Phönizier, welche auf ihren Schiff⸗ fahrten die Verbreitung des Zinns unter diesen Pfahlvölkern vermittelten. Erst mit dem Gebrauche des Eisens aber beginnt die wahre Civilisation. Bei dem Gebrauche des Eisens verdrängt der Pflug die ausschließliche Hütung des Viehs und das Jagdgewerbe; die Kunst wird nun die Freun⸗ din des Menschen; die Thiere, statt ihm furchtbar zu sein, werden ihm dienstbar und hülfreich. Daß nach jener eigentlichen Zeit der Pfahlbauten, wo man in dem Wasser der See die Sicherheit seines Lebens suchte, an einzelnen Orten die Sitte, auf Pfählen zu wohnen, fortdauerte, läßt sich

denken. Griechische Schriftsteller berichten uns wirklich von solchen Fällen.

Wahrscheinlich kam das Volk, welches die nun gefundenen Pfahlbauten hinterlassen hat, von Osten her, und erhielt sich in einzelnen Resten in Griechenland, während die Hauptmasse sich nach Westen gezogen hatte. Jedenfalls waren diese Menschen schon über die ersten Stufen der Ent⸗ wilderung hinaus. Denn man findet durchaus keine Spur davon, daß sie Menschenfresser gewesen seien. Vielmehr gibt es mehrere Umstände, welche bezeugen, daß sie ihre Todten verbrannten, und die Asche in Krügen be⸗ statteten. Auch davon zeugt Manches, daß sie eher klein, als groß gewesen sind, auf keinen Fall Riesen. Andere Nachrichten über dieses Volk, als die eben dargestellten Folgerungen aus den Ueberbleibseln im Wasser, existiren nicht. Wer sollte auch solche geben zu einer Zeit, wo man noch nicht schreiben konnte? Auch Sagen sind uns nicht übrig geblieben, wie von anderen, längst ausgestorbenen Völkern. Um so sorgfältiger soll man

die stummen Zeugen auf dem Grunde der See'n vernehmen. eug

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