Ausgabe 
18.7.1867
 
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der zweiten Infanterie-Brigade. Die Regiments⸗ Commandos wurden übertragen: im 3. Infanterie- Regiment dem Obersten Laue, im 4. dem Oberst⸗ lieutenant v. Lyncker, im 2. dem Oberstlieutenant Kraus, im 1. dem Oberstlieutenant Keim. Major Hanesse im 2. Infanterie-Regiment wurde zum 2. Jäger⸗Bataillon versetzt. Zu Majoren wurden befördert: die Hauptleute Winter, Gräff, v. Herff I., Keim I., Hahn, Bechstatt, Heinemann. Zu Haupt⸗ männern rückten vor: die Oberlieutenante v. Bech told,(als characterisirter Hauptmann,) Römheld und Becker. Bei der Reiterei wurden ferner: Oberstlieutenant v. Riedesel zum Oberst, Major v. Buchenröder zum Oberstlieutenant und Ober- lieutenant v. Rotsmann zum Rittmeister befördert. Mit vorstehenden Ernennungen ist also mit dem bei den Avancements bisher beobachteten Grund satz der Anciennität gebrochen worden, indem eine Anzahl älterer Hauptmänner durch die Beförderung jüngerer zum Major übergangen wurde. Durch die Dispositions⸗Stellung der genannten, meistens erst vor kaum einem halben Jabre in ihre bis⸗ herige Charge avancirten Stabsofficiere ist be⸗ greiflich der Pensionsstand abermals nicht unbe⸗ deutend erhöht worden. Möchte bei diesen kost spieligen Aenderungen und Neuerungen nur auch der Erfolg den Opfern entsprechen, welche das Land dabei bringen muß. Eine Hauptsache wird sein, daß man nach wirklichen Verdiensten und Fähigkeiten entschied, und nicht andere Einflüsse und Rücksichten bei der Auswahl der zu höheren Avancements befähigt Gefundenen und Auserwähl ten sich geltend machten.

Preußen. Berlin. Bemerkenswerth ist die immer mehr um sich greifende Mißstimmung gegen Preußen, welche durch die jüngsten Ver ordnungen und Erlasse, namentlich in den neuen Landestheilen, hervorgerufen und gesteigert worden ist. So sagt dieMain⸗Zeitung: Aus Preu ßen lassen sich leider außer der Offenlegung der Wahllisten für das neu zu wählende norddeutsche Parlament nur fortdauernde Mergeleien gegen das Volk und seine Wünsche, insbesondere gegen die Wünsche und Anschauungen der neuerwor⸗ benen Landestheile melden. Selbst in dem treu ergebenen und aus freudigem Herzen die Annexion entgegennehmenden Kurhessen veranlassen die Zei⸗ tungssteuer, die Verfägung über den Staatsschatz, bezüglich der Rechtspflege und Gerichte u. s. w. eine täglich wachsende Unzufriedenheit. Wird denn in den Berliner entscheidenden Kreisen nicht end- lich der Geist des Entgegenkommens und der Ver ständigung mit der öffentlichen Meinung obsiegen?

Dem Vernehmen nach lautet das kriegs⸗ gerichtliche Erkenntniß gegen den Lieutenant v Schewe 177 5 Tödtung des Schuhmacher Seif⸗ fert im Affeck auf zweijährigen Festungs- arrest.

Auf der Reise nach Wien wird der Sul⸗- tan, über Belgien kommend, sich im Laufe der Woche auch an den Rhein begeben und ist die Reise mit seinem Gefolge von 70 Personen in einem Extraboote(vorläufig bis Coblenz) fest⸗ gesetzt. Wie verlautet, wird die Weiterreise nach Wien über Mainz und Darmstadt fortgesetzt werden.

DerStaatsanzeiger motivirt die Ver⸗ ordnung, welche die Verwaltung der dem Staats- eigenthum angehörigen Activ⸗Capital⸗Fonds der neuen Landestheile der General⸗Staatscasse in Berlin überweist, und sagt: dem Grundsatze gleicher Besteuerung gemäß beabsichtigt die Re⸗ gierung, auch die Staatsschulden der neuen Landes- theile mit den preußischen zu einer einzigen zu verschmelzen.

Kassel. Mehrere in der jüngsten Zeit von der preußischen Regierung getroffene Verfligungen und Anordnungen haben in den früher kurhessischen Landestheilen einen sehr ungünstigen Eindruck ge⸗ macht und große Besorgniß und gewisse Aufregung hervorgerufen. Als ein vollgültiger Beweis hier⸗ für muß ein Artikel Fr. Oetker's, der ja be kanntlich ein ganz entschiedener Anhänger Preu⸗ ßen's genannt werden kann, angesehen werden, in welchem derselbe sich gegen die neuen Verord- nungen folgenvermaßen ausspricht:Die Verord- nungen und Maßnahmen, wodurch in unsere

öffentlichen Interessen und Rechte auf die empfind⸗ lichste Weise eingegriffen wird, jagen sich förmlich. Kaum sind die Steuerverordnungen, welche eine bedeutende Vermehrung der Abgaben zur Folge haben werden, in Anwendung gebracht, kaum sind die wichtigsten politischen Strafsachen den hiesigen Gerichten entzogen und vor das Kammergericht in Berlin verwiesen, kaum ist die ganze Gerichts- verfassung und das Verfahren in Civilproceßsachen in eingreifendster Weise geändert und vielfach ver schlechtert worden, da werden wir auch noch mit dem preußischen Wechsel«, Kalender- und Spiel karten-Stempel und mit der Zeitungssteuer bedacht, da wird die Verwaltung der Staatscapitalien, also namentlich des Staatsschatzes und des nicht minder bedeutenden Laudemialfonds, der General Staatscasse in Berlin übertragen...... Un- seres Erachtens darf das Land nicht länger schwei gen. Es ist die höchste Zeit, daß endlich geschieht, was längst hätte geschehen sollen und was wir schon im vorigen Jahre wiederholt und wiederholt angeregt haben. Wären die Wünsche und die in letzter Zeit bis zur Unzufriedenheit gesteigerte Miß stimmung im Volke an rechter Stelle genügend kund gegeben worden, vielleicht hätte sich Manches doch anders gestaltet, als es jetzt in besorgniß erregender Weise vorliegt. Vor 14 Tagen ist von Kassel aus eine Vorstellung an den König abgegangen, welche vornehmlich auch den Staats schatz und dessen Verwaltung und Verwendung zum Gegenstande hat. Wie wir vernehmen, ist an einigen Orten, z. B. im Schaumburgischen, die Staatsschatzfrage schon lebhaft in Betracht gezogen worden; es wäre dringend zu wünschen, daß überall die Ansichten und das Verlangen der Bevölkerung sich in Eingaben an die Minister oder unmittelbar an den König, dessen Gerechtig keitssinn und Wohlwollen außer Zweifel sind, aussprächen.

Frankfurt. Die hiesige Deputation hatte sich in Ems bei dem König einer sehr freundlichen Aufnahme zu erfreuen, und wurde zur Tafel gezogen. Der König soll versprochen haben, ihre Bitte, den Bestand der Lotterie auf mehrere Jahre hinaus betreffend, in Erwägung zu ziehen. Herr Maron M. C. v. Rothschild ist dieser Angelegen⸗ heit wegen telegraphisch nach Ems berufen worden.

Neuysenburg. Bei der letzten Sonntag dahier stattgehabten Fahnenweihe eines Gesang vereins erschienen drei Frankfurter Gensdarmen und befahlen, gemäß höherer Weisung, die schwarz roth-goldnen Fahnen zu entfernen. Dies geschah, indem sich gleichzeitig auch die Festgäste entfernten und so war die harmlose Feier gestört.

Wiesbaden. Der in Betreff der Spiel bank hier verweilende Geh. Regierungs-Rath v. Wohlers soll der Administration der Bank die Eröffnung gemacht haben, die Regierung wolle der Bank den Geschäftsbetrieb bis ultimo 1870 gestatten, wenn die Bank ihren Actionären künftig nur noch eine Dividende von 6 pCt. zahle, und den ganzen Rest des Gewinnes an die Communal⸗ casse der Stadt Wiesbaden abliefere. Die Ad⸗ ministration der Bank hat in dieser Eröffnung keinen Anlaß finden können, die Actionäre zu einer Berathung darüber zusammen zu berufen.

Braunschweig. Ein vielgenannter Braun; schweiger, der Dr. med. Rudolf Topp, starb am 26. Mai zu Cincinnati. Er war der Autor eines durch die Gartenlaube, Jahrgang 1863, veröffentlichten Berichts über den Untergang der Amazone, welcher das Scheitern dieses Fahrzeuges der preußischen Marine und den Tod der ganzen Bemannung den Umtrieben der Junkerpartei zur Last legte. Bekanntlich wurde in Folge dieses Artikels das vielgelesene Blatt für den Umfang des Königreichs Preußen verboten und erst im vorigen Jahre wieder freigegeben.

Oesterreich. Wien. DerSchles. Zei⸗ tung kommt zur mexieanischen Katastrophe die Notiz zu, daß der Verräther Lopez der Sohn des im Jahre 1812 in Graz verstorbenen, mit dem Theresien⸗Orden decorirten österreichischen General majors Philiyp de Lopez sei.

Frankreich. Paris. Die letzten Debat⸗ ten im französischen gesetzgebenden Körper erinnern

lebhaft an ähnliche Scenen, welche der Februar Revolution vorausgingen. So z. B. endigte Glais-Bizoin nach vielen scharfen Aeußerun gen seine Rede in folgender Weise, nachdem er die Frankreich geraubten Freiheiten zurückgefordert: Ich wünsche, daß mich Jedermann hört, wenn ich sage: Diese große Nation, deren erste Ver⸗ sammlung das schönste Monument, die Declaration der Menschenrechte, errichtet hat; diese Nation, welche auf dem ersten Range der Stufenleiter ge standen hat, nach der die Größe der Völker ge messen wird; diese Nation, die selbst über der stand, welche ein englischer Redner mit seinem britischen Stolze die Mutter der freien Nationen nannte, diese Nation ist es müde und ist verletzt, daß man sie so lange vor den Augen der civili sirten Welt in Strafe und mit der Eselskappe auf dem Kopfe erhält.(Lang anhaltender, furcht barer Sturm. Zur Ordnung! Zur Ordnung!) Präsident Schneider: Herr Glais-Bizoin, ich rufe Sie zur Ordnung!(Lebhafter Beifall.) Ich

habe den Ordnungsruf gegen Sie ausgesprochen

und betone ihn, denn es ist Ihnen nicht gestattet, eine Rede, deren Zweck war, alles herabzusetzen, was wir Großes in unseren Institutionen haben, damit zu schließen, indem Sie das ganze Land angreifen. Glais-Bizoin: Ich verneige mich tief vor dem Ordnungsruf unseres Herrn Präsi⸗ denten, und ich erkläre ihm, wenn er will, daß ich mich dadurch geschmeichelt fühle.(Lebhafte Unterbrechung. Zur Ordnung! Zur Ordnung!) Präsident Schneider: Die Danksagungen des Herrn Glais⸗Bizoin würden einen neuen Ord nungsruf verdienen, aber ich ziehe vor, dem Lande das Urtheil zu überlassen. Pelleton: Wir nehmen das Land ebenfalls als Richter an. Prä sident Schneider: Wir werden sehen, wie das Land diese systematischen Angriffe beurtheilen wird. Auch die Rede Olliviers, welcher den Mini ster Rouher, weder alsPremierminister, noch alsGroßvezier, noch alsmajordomus, be⸗ zeichnet wissen will, sondern alsVicekaiser, erregte großen Scandal.

Wie dasPays meldet, hat der Sul⸗ tan 60,000 Fr. für die Armee von Paris ge spendet. Eine Summe von 40,000 Fr. hat Fuad Pascha in seinem Namen als Gratificationen für die Bedienung des kaiserlichen Hauses und der Marställe hinterlassen.

DerMoniteur enthält den Brief des Kaisers an den Staatsminister Rouher, mit wel⸗ chem er die Zusendung des Großkreuzes der Ehren⸗ legion in Diamanten begleitete. In der Zuschrift sagt der Kaiser: Er hoffe, daß diese freundschaft⸗ liche Aufmerksamkeit ihn(Rouher) die Unannehm⸗ lichkeiten seiner Stellung werde vergessen lassen und ihn an die Erfolge erinnern werde, die er in den dem Lande geleisteten Diensten erzielt hat.

Der Proceß gegen Berezowski, den Attentäter gegen den Kaiser von Rußland, ist be⸗ endigt. Die Geschwornen erklärten den Ange⸗ klagten, unter Annahme mildernder Umstände, für schuldig und der Gerichtshof verurtheilte ihn zu lebenslänglicher Zwangsarbeit.

DerConstitutionel meldet: der Kaiser werde am 15. August sich in das Lager von Chalons begeben, die dann etwa nach Paris kom- menden fremden Fürsten werden dort keinen Hof mehr finden.

DerArmee ⸗Moniteur publieirt ein vom 13. Mai datirtes Decret, durch welches ange⸗ ordnet wird, daß die im Jahre 1865 aufgelösten 25 Batterien wieder hergestellt werden sollen.

Spanien. Aus Spanten werden ver⸗ schiedenen Pariser Journalen sehr beunruhigende Mittheilungen zugesandt. Ein großes Complot gegen das Leben der Königin soll entdeckt und in Folge dessen sollen viele Verhaftungen, man sagt an 2000, vorgenommen worden sein. Auch heißt es, daß sich in den bergigen Gegenden von Ca⸗ stilien und Catalonien weitere bewaffnete Banden umhertreiben und ein Gerücht behauptet, O' Don- nell und General Prim beabsichtigten gleichzeitig, der Erstere im Süden und der Andere im Nor- den, zu landen und sich an die Spitze der Revo⸗ lution zu stellen. f

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