Unterricht; Schülerstatistik; des Hauses Werth, des Weibes Welt; erziehliche Einwirkung auf das Gemüthsleben; Charakterbildung; Sprach⸗ reinigung von Fremdwörtern; Betheiligung des Geschichtsunterrichts in der Volksschule an dem sittlichen Fortschritt; naturgeschichtlicher Unterricht in der Volksschule; Verhalten der Schule gegen die Stenographie In den Nebenverhandlungen sollen besprochen werden: die Verbindung des Hauses mit der Schule; die Ziele des Fröbel'⸗ schen Kindergartens; die Nothwendigkeit einer mathematisch⸗ naturwissenschaftlichen Section; der Zeichnungsunterricht nach Ziel und Methode. Von einer Bildung von Sectionen ist keine Rede, eben⸗ sowenig von einer früher bei dieser Gelegenheit veranstalteten Ausstellung von Lehrmitteln.
Frankfurt. Die gehegten Befürchtungen wegen Aufhebung des Appellationsgerichts in hiesiger Stadt dürfen als gehoben betrachtet werden, da sich der Justizminister auf eine von der Handelskammer durch den Abg. v. Rothschild überreichte Eingabe in willfährigem Sinne aus⸗ gesprochen hat.
— Die amtliche Publication des neuen Ge⸗ meinde⸗Verfassungs⸗Gesetzes für Frankfurt ist bis jetzt noch nicht erfolgt. Es wird dies erst ge⸗ schehen, sobald die Gesetzzammlung erwähntes Gesetz publicirt hat. 5
— unsere seit 1863 bestehende Jugendwehr, welche aus 150 Mitgliedern bestand, hat ihre Auflösung beschlossen.
Bremen. Die„deutsche Auswandererztg.“ von Hauschild in Bremen warnt auf Grund höchst empörender Vorkommnisse auf dem amerikanischen Dreimaster„Merkury“ und auf dem Dampfer „Florida“ der Newyorker Havre⸗Gesellschaft, in Felge deren 63 Auswanderer zu Grunde gingen, vor der Auswanderung über Havre.
Bayern. Nürnberg. Die hier statt⸗ gehabte Volksversammlung hat sich in be⸗ geistertem Sinne für die Erklärung der Abgeord⸗ neten ausgesprochen.
Oesterreich. Wien. Die„Presse“ spricht sich hinsichtlich der Turemburger Frage und der Stellung Oesterreichs zu derselben dabin aus, Oesterreichs Beruf in dieser Angelegenheit sei unparteiische Vermittlung. Frankreich— sagt genanntes Blatt— solle bedenken, was es heißt, eine große, gebildete und gleich mächtige Nation gegen sich zu haben; aber auch Preußen solle nicht die wilde Energie des französischen Geistes unter schätzen und Graf Bismarck sich hüten, in dice
Fehler seines Pariser Gegners zu verfallen und das Nationalitätsprincip zu überschrauben. Die
Luxemburger Angelegenheit sei in erster Linie eine Rechtsfrage, in zweiter eine Gleichgewichts⸗ frage, erst in dritter dürfe ihre nationale Be⸗ deutung in Betracht kommen. Mit dem Streben zur Umkehr dieser Rücksichten⸗Ordnung könne und dürfe Oesterreich sich niemals befreunden.
Frankreich. Paris. Aus den neueren Nachrichten fast aller französischen Blätter geht bervor, daß man in Frankreich die Luxemburger Angelegenheit mit etwas ruhigerem Blute und mit mehr Besonnenheit betrachtet, als dies noch vor wenigen Tagen der Fall war. Es scheint jedenfalls eine versöhnlichere Stimmung Platz ge⸗ griffen zu haben. Der Plan einer Neutralisirung des Großherzogthums wird noch immer lebhaft besprochen, ebenso, trotz des erfolgten Widerspruchs, die Nachricht von der beabsichtigten Abtretung Luxemburgs an den Prinzen Statthalter.— Der „Monde“ warnt davor, daß man sich der Illusion hingebe, Oesterreich werde sich mit Frankreich ver binden, denn aus den Wiener Blättern gehe her vor, daß man eine absolute Neutralität einhalten wolle„Im Gegentheil,“ fährt er fort,„hinter Preußen steht Rußland. Wir wissen nicht, ob das preußisch⸗russische Bündniß bereits gemacht ist; aber das Verhängniß muß es herbeiführen. Es sollte uns gar nicht wundern, wenn ein Ver⸗ trag bereits unterzeichnet wäre. Wir sind, was die Politik anbetrifft, schwerhörig, und Herr v. Bismarck versteht es, leise zu sprechen. Die Ver⸗ träge mit Süddeutschland sind vom verflossenen August. Sechs Monate später ahnten wir noch
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nicht einmal ihr Bestehen; im Augenblicke, wo der Krieg ausbräche, könnten wir gar wohl einen Vertrag zwischen Preußen und Rußland erscheinen sehen, der selbst von sechs Monaten her datirte.“ Ein Bündniß zwischen Frankreich und Oesterreich müßte nun, dem„Monde“ zufolge, unfehlbar eine Intervention Rußlands nach sich ziehen, aber auf der anderen Seite würde eine Nichtintervention Oesterreichs nicht nothwendigerweise die Neutralität zur Folge haben.
— Der französische Gesandte am Hofe zu Wien, der Herzog v. Grammont, ist dahier ein- getroffen und hat die amtliche Erklärung der österreichischen Regierung mitgebracht, daß dieselbe unter allen Umständen bei dem Kriege aus dem Spiele bleiben wolle.
— Der„Moniteur“ publicirt ein Cireu⸗ lar des Kriegsministers vom 15. April, welches die Höhe der behufs Befreiung vom Militärdienst zu zahlenden Summe auf 3000 Fres. festsetzt. Die früher zu 2300 angegebene Loskaufssumme wird als falsch erklärt.
— Gegen das Journal„Avenir natio⸗ nal“ ist gerichtlich eingeschritten worden, weil es falsche Nachrichten über Rüstungen publicirte.
— Das„Journal von Bar⸗le⸗Duc“ meldet, daß zwei preußische Offiziere, welche Pläne von den Befestigungswerken Thionvilles aufnahmen, am 11. April daselbst arretirt wurden.
Großbritannien. London. Die neueste „Times“ enthält folgende Luxemburg betreffende
Zuschrift aus Luxemburg:„Ihre Artikel über die luxemburger Frage haben den Einwohnern des kleinen Herzogthums zur größten Befriedigung gereicht. Ihre mächtige zu ihren Gunsten erho— bene Stimme hat ihnen die Versicherung gebracht, daß ihre Berufung an die edlen Gefühle Europas gehört worden ist, und daß ihr Bestreben, sich ihre liberalen Institutionen zu wahren, in Eng⸗ land, dem Bollwerk der Freiheit in Europg, Sym⸗ pathie erregt hat. Die Luxemburger waren einst eine mächtige Race; sie sind stolz auf ihre Natio⸗ nalität und protestiren einmüthig gegen jede Ver⸗ änderung, welche sie absorbiren und ihren Namen von der Karte Europas streichen würde. Sie wollen nicht zu Frankreich und nicht zu Preußen gehören, sondern wünschen als Luxemburger mit ihren liberalen Institutionen zu leben und zu sterben. Möge die Festung geschleift werden, wenn sie die Habgier ihrer mächtigen Nachbarn reizt und ihre Unabhängigkeit bedroht.“
Italien. Florenz. Der gegen den Groß admiral Persano wegen der für die italienische Flotte unglücklichen Schlacht bei Lissa eingeleitete Prozeß ist nunmehr beendigt und lautet das Ur- theil gegen Persano auf Verlust seines Ranges und Titels und Bezahlung der Prozeßkosten.
Amerika. Aus Mexico verlautet nichts Zuverlässiges über das Schicksal des Kaisers Ma— rimilian. Die Nachricht von seinem Tode wird weder bestätigt noch dementirt. Nach einer unver⸗ bürgten Version soll er nicht von den Feinden, sondern von seinen eigenen Truppen umgebracht sein. Gerüchtweise ver autet von einem Telegramm der österreichischen Regierung an die der Vereinig⸗ ten Staaten, worin letztere um ihre Intercession bei Juarez angegangen werde, um zu verhindern, daß der Ex ⸗Kaiser nach seiner Gefangennahme als Empörer statt als Kriegsgefangener behandelt werde.
L. Friedberg. Sie bringen in Ihrer vorigen Num⸗ mer eine Nachricht aus Bürstadt von einem neuen Opfer der unverzeihlichsten Fahrlässigkeit und Unvorsich⸗ tigkeit, mit welcher Schießwaffen so oft aufbewahrt wer⸗ den und so häufig Unberufenen, ja selbst Kindern zu⸗ gänglich sind, und welche schon unzählige Menschenleben gekostet hat. Haben wir nicht schon so oft gelesen, daß ein unüberlegter Scherz mit einer solchen Waffe von dem schrecklichsten Erfolge begleitet war, daß plötzlich der Bruder vor dem entseelten Leichname des theuren geliebten Bruders oder der Schwester oder des Kindes stand, daß ein soicher Tod der theuersten Angehörigen den unvorsichtigen Thäter zu einem der Unglücklichsten aller Menschen machte! Und immer und immer wieder müssen wir von neuen ähnlichen Unglücksfällen lesen und wäre ein solcher noch so schauer⸗ lich und herzzerreißend, er ist nicht abschreckend genug, um auf Kußerste Vorsicht bei Aufbewahrung und bei Handhabung von Schießwaffen mit zwingender Gewalt einzuwirken. Geladene Schießwaffen sollten zu Hause
nie ohne die größte Vorsicht aufbewahrt werden, sie ge—
hören in verschlossene Behälter. Außerhalb aber, etwa in
einem öffentlichen Locale, sollte ein geladenes Gewehr ꝛc. nicht aus der Hand des Besitzers kommen, wenigstens sollte dieser mit aller Strenge und Vorsicht barauf sehen und dafür sorgen, daß kein Unberufener die Waffe ergreift und ergreifen kann. Wir sagen dies im Allgemeinen und mit besonderem Bezug auf das kürzlich in einem hiesigen Wirthschaftslokale vorgekommene Ereigniß, das leicht sehr unglücklich hätte ausfallen können, glücklicher⸗ weise aber nur insofern Schaden brachte, als der sich entladende Schuß von den Umstehenden Niemand ver⸗ letzte, sondern uur in der Nähe befindliche Kleibungsstücke beschädigte.— Mit diesen Zeilen wollten wir zur größten Vorsicht mahnen, welche Mahnung, wie man sieht, nicht oft und eindringlich genug wiederholt werden kann.
S. Gießen. Gegend folgendes Ereigniß: In einem Wald bei dem drei Stunden von hier gelegenen Dorfe Hattenrod waren am 1. d. Mts. mehrere Arbeiter damit beschäftigt einen Baum auszusetzen, als sie plötzlich durch ein mäch⸗ tiges Brausen und Zischen im Erdinnern aufgeschreckt, Hals über Kopf-davonliefen. Einige Tage später wagte man sich wieder in die Nähe der geisterhaften Stelle und hörte ganz dasselbe Geräusch, ja man glaubte sogar Wasser aus der Erde hervorquellen zu sehen. Letzteres mag wohl auf Täuschung beruhen, da sich in jenen Tagen ein starker Regen vom Himmel ergoß und in der Folge diese Erscheinung nicht mehr wahrgenommen wurde. Immerhin wurden Bohrversuche unternommen, die indeß, wegen der schlechten Werkzeuge, nur zu einer Tiefe von 20 Fuß führten. Da jenes Brausen aber mit kurzen Unterbrechungen fortdauerte, so lebt die Bevölkerung der umliegenden Orte noch heute der freudigen Hoffnung, demnächst werde ein mächtiger Strudel zum Vorschein kommen und somit Hattenrod als einer der ersten Bade⸗ orte Europas glänzen.— Nach unserer am 13. d. M. angestellten Untersuchung können wir indessen jene freu⸗ dige Hoffnung nicht ganz theilen. An dem genannten Tage halten nämlich die bisher wüthenden Stürme nach⸗ gelassen und damit auch das Brausen an jenem vermeint⸗ lichen Zukunftsstrudel. Nach angestelltem Versuch ergab sich serner, daß ein, in die Oeffnung des nunmehr ein⸗ gesetzten Brunnenrohrs gesenktes, brennendes Papier keines⸗ wegs erlosch, wie es der Fall hätte sein müssen, wenn Kohlensäure aus der Oeffnung strömte, nein, im Gegen⸗ theil, das Papier brannte ruhig weiter und zwar mit abwärts gekehrter Flamme. Der daraus gezogene Schluß, daß nicht Luft aus dem Rohre he raus ströme, sondern in dasselbe hinein, bestätigte sich, indem ein auf die Oeffnung geklebtes dünnes Papier, wie auf einer Luft⸗ pumpe, sich einwärts bog und zuletzt durchgerissen wurde. Unsre Meinung hat sich deshalb dahin gestaltet, daß man es hier mit einer Erdkluft zu thun hat, die durch das beim Aussetzen jenes Baumes aufgewühlte Erdreich geöffnet wurde und die an irgend einer andern Stelle, vielleicht an einer Quelle, noch eine zweite Oeffnung hat, zumal da nach längerer Beobachtung sich herausstellte, daß das, übrigens jetzt nur noch mit aufgelegtem Ohr wahrzu⸗ nehmende Geräusch, durchaus regelmäßig mit dem Stärker⸗ und Schwächerwerden des Windes zunahm und nachließ. Indessen sollen am 15. d. M. die Bohrversuche mit desseren Werkzeugen fortgesetzt werden, so daß sich hoffent⸗ lich bald ein sicheres Resultat ergeben wird. 8
Vielleicht hat auch Mutter Natur von der bekannten Sitte, welche an dem Entdeckungstag der vermeintlichen Quelle herrscht, Gebrauch machen wollen. a
108 Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗ Agent.
Das neue Hamdurg-Newyorker Postdampfschiff „Cimbria“, Capt. Trautmann, trat am 13. April eine erste Reise via Southampten nach Newyork an und hatte außer einer starken Brief⸗ und Packetpost 250 Tons Ladung, 64 Passagiere in der Cajüte und 608 im Zwischendeck an Ball.
Schiffs nachrichten. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent. Angekommen in New⸗Hork:
Am 21. März Segelschiff„Freihandel“ von Bremen,
am 21. März Segelschiff„Windsor“ von Hamburg, am 23. März Segelschiff„Harpswell“ von Havre, am 25. März Segelsch ff„Alexander? von Antwerpen, am 25. März Segelschiff„Golden Rule“ von Antwerpen, am 26. März Segelschiff„Black Brothers“ 1 werpen, am 27. März Segelschiff„Galena“ von Hamburg, am 27. März Segelschiff„Stella“ von Bremen.
Verloos ungen.
Wien, 15. April. Bei der heuke stattgehabten Aus⸗ loosung der österreichischen fl. 100Loose vom Jahre 1864 wurden folgende 10 Serien jede 100 Stück Lose gebogen, Serie 667 1111 1334 1642 1952 237 2529 gde 3604 und 3751, und bei der alsbald fortgesetzten Gewinn⸗ ziehung fielen auf folgende Loose die beigeseßken hohen Prämien: Serie 1334 Nr. 83 220.000 fl) Serie 1111 Nr. 65 15/000 fl.; Serie 1952 Nr. 50 10,900 fl.— Die Heimzahlung erfolgt planmäßig am 15. Juli d. J.
Bekanntmachung.
Ju Gemäßheit der 68. 22 und 23 der Stakuten des Vereins zur Unterstützung und Beaussichtigung der aus den Strafanstallen Entlassenen im Großherzogthum Hessen werden die Generalversammlung auf f das Nathhaus zu Giessen, Mittwoch den 24.
April d. J. Nachmittags 2 Uhr hierdurch eingeladen.
Darmstadt den 2. April 1867.
Großherzogliche Centralbehörde des Vereins.
Großes Aufsehen erregte in hiesiger ö
Mitglieder des Vereins zur vierzehnten 0 0 I f
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5. d. Mis. von Wasserlel! beteffend“ an Pilbel ar Der
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8) Aussetzen d) Lieferung Dedplalt
) Leeserun⸗ Cement
) Schaffe I dae Ane Auspumpt Vuldel der Det
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90 90 Diensse an, sollen. Dachs ban
75 15 eld
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