haben die Krankheiten gefordert. Von den 6427 Todesfällen kommen 30 Procent auf Rechnung der Cholera. Die preußzische Armee hat also in Folge dieses Feldzuges einen Verlust von 10 871 Todten und 11727 Verwundeten erlitten.
— Den Vernehmen nach ist Herr v. Savigny aus dem Staatsdienst gänzlich ausgetreten.
— Der Bundesrath wurde am 15. d. Nachmittags um 1 Uhr vom Grafen Bismarck eröffnet. Außer dem Etat sollen, wie die„Kreuzztg.“ meldet, auch die Zollverträge mit den süddeutschen Staaten, das Postgesetz, das Heimathsgesetz und das Consulatsgesetz vorgelegt werden. Der Mini- sterjaldirector v. Delbrück ist zum Präsidenten des Bundescanzleiamts ernannt.— Der„Staats- Anzeiger“ enthält viele Ord ensverleihungen an französische Offiziere und Civilbeamte.
Kassel. Die„Hess. M. Ztg.“ berichtet, daß der König den in den Jahren 1850 und 1851 entlassenen verfassungstreuen Offizieren, für welche die kurhessischen Stände wiederholt, aber vergebens, sich verwendeten, Pensionen be⸗ willigt hat. Diese Pensionen werden vom 1. Jan. d. J. an ausgezahlt und im Ganzen sieben Offizieren zu Theil werden, nämlich dem Oberst⸗ lieutenant Görck, den Majoren Rainer und Pfister, den Hauptleuten v. Uslar, Dörr und Renouard und dem Rittmeister v. Baumbach. Die betreffen⸗ den Rescripte sind aus Ems, 27. Juli, datirt
Frankfurt, 15. August. Heute Nacht brach in der Müller'schen Brauerei, Eck der Fahrgasse und des Garküchenplatzes, ein Brand aus, dessen Folgen verhängnißvoll für unsere Stadt werden sollten, indem sich durch Funken, welche zunächst auf das Dach der Domkirche hinüberflogen und dort die daselbst aufgeschichteten, im Winter als Schutz für die Füße dienenden Strohdecken, in Brand setzten. Der Brand verbreitete sich durch das ganze Dach des Domes und entzündete das Holzwerk des altehrwürdigen Pfarrthurmes. Die Feuersäule erreichte mindestens die doppelte Höhe des Thurmes und wurde selbst in Hanau, Wies— baden und Mainz bemerkt, von wo aus die Spritzen zur Hülfe herbeieilten. Menschenleben sind mehrere zu beklagen. Die an den Dom zu⸗ nächst angrenzenden, Häuser sind zum größten Theil zerstört. Siehe die aus verschiedenen Berichten zusammengestellte Schilderung des Bran⸗ des am Schlusse dieses Blattes.)
Wiesbaden. Gegen die von dem Finanz- minister v. d. Heydt angeordnete Ueberschreibung der herzoglichen Schlösser in den Stockbüchern auf den Namen des königl. preußischen Fiscus hat, wie verlautet, Prinz Nicolas im Namen und im Auftrage des Herzogs Protest eingelegt und zwar gleichzeitig bei den 27 Oberschultheißereien des Landes. Es wird, auf rechtliche Documente gestützt, ausgeführt, daß ohne die Mitwirkung des Herzogs eine Ueberschreibung der Domanial⸗ güter nicht rechtsverbindlich sein könne. Frankreich. Wie die„France“ meldet, wird der Kaiser und die Kaiserin am 17. August nach Salzburg abreisen, auf der Hinreise in Augsburg übernachten und vier Tage in Salz⸗ burg bleiben.— Man hält es für wahrscheinlich, daß der Kaiser von Oesterreich am 28. August nach Paris kommen werde.
Italien. Nach der piemont. Zeitung lauten die Nachrichten über die Verheerungen der Cholera in Süditalien und Sieilien sehr betrübend. In Nardo glaubt das Volk an absichtliche Vergiftung und hat die Apotbeke in Brand gesteckt und während dreier Tage die Getreidespeicher geplün⸗ dert. In Calabrien herrscht die Epidemie sehr stark, noch stärker aber in Sicilien. Es fehlt dort an Vorsicht und an Heilmitteln, und selbst wo letztere noch vorhanden sind, weist sie der große Haufe zurück, weil er sie als vergiftet ansieht.— Aus Palermo gehen sehr bebenkliche Nachrichten über den dortigen Gesundheitszustand ein. Am
3. wehte dort der Sirocco bei einer Hitze von
440. Die Atmosphäre war drückend heiß und so erstickend, daß Alles in die Häuser eilte, um sich diesem Höllenfeuer zu entziehen. Der„Gazzetta
di Torino“ zufolge kamen am 8. in Palermo
319 Cholerafälle und darunter 164 Todesfälle vor. Ein dem„Pungolo“ vom 12. d. zugehendes Telegramm meldet, daß innerhalb 24 Stunden 500 Cholerafälle vorgekommen waren. Die Ver— zweiflung hatte ihren Gipfelpunkt erreicht. Amerika. Von Newyork wird gemeldet, daß der Leichnam des Kaisers Maximilian dem preuß. Gesandten Magnus übergeben worden sei.
* Friedberg. Der bei einer Schlägerei gelegentlich der diesjährigen Loosziehung der Militärpflichtigen dahier schwer verwundete Bursche aus Nieder-Weisel ist vor Kurzem in Folge dieser Verwundung gestorben.
§* Aus dem Kreise Friedberg. Gewöhnlich sagt man:„Guter Rath ist theuer!“ Aus Nachstehendem ist zu ersehen, daß auch böser Rath nicht wohlfeil ist. Auf einer Bleiche zu O. war ein Hemd abhanden gekommen. Die benachtheiligte Frau schöpft Verdacht gegen ihre benach⸗ barte Bleicherin, begibt sich in deren Hofraum, findet die Wohnung verschlossen, ein Hemd aber auf dem Garten⸗ zaune zur Trocknung ausgebreitet. Sie glaubt berechtigt zu sein, es als das ihr zugehörende mitnehmem zu bürfen. Gedacht, gethan. Natürlich wird die Begebenheit ruchbar Ein Liebhaber vom Prozessen rückt an sie heran mit dem
Rathe, die vermeintliche Diebin gerichtlich belangen zu lassen. Sie weigert sich dessen; doch endlich gibt sie nach
und folgt dem Rathe. Und was geschieht?— Die in Verdacht genommene Frau wendet die Hacke um, klagt auf Ehren- und Schadenersatz, indem sie behauptet, das von ihrem Zaune mitgenommene Hemd sei ein anderes als das jetzt von der ersten Klägerin vorgezeigte, ein werthvolleres und ein ihr gehörendes gewesen. Daß sie ein Hemd auf der Bleiche matgenommen, kann nicht er⸗ wiesen worden, daß ihr aber eins vom Zaune weg⸗ genommen wurde, beweist sie durch die erste Klägerin selbst.— Es ist selten gut, den Rath der Prozeß freunde zu befolgen, mit Befolgung des Rathes der Prozeß feinde fährt man unstreitig besser.— Zu seiner Zeit werden wir das betreffende gerichtliche Urtheil mittheilen.
Aus dem Kreise Lindenfels. In verschiedenen Orten, so in Mörlendach, Rimbach, Kleinbreitenbach und Reisen verspürte man am 12. d. M., Abends 7 Uhr eine Erderschütterung, so daß die Fenster klirrten und Möbel⸗ stücke in den Zimmern sich stark bewegten.
Bayreuth. Die Brodvergiftung scheint glücklicher Weise gutartig zu verlaufen. Mehrere Personen waren allerdings bedenklich erkrankt, und s ist nur der schleunigen ärztlichen Hilfe zu danken, daß kein Todesfall eingetreten ist und jede Lebensgefahr nunmehr als beseitigt gelten darf.
Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.
Das Bremer Postdampsschiff Weser, Capt. G. Wenke, welches am 27. Juli von Bremen abging, ist nach einer glücklichen Reise von 13 Tagen wohlbehalten in New⸗Pork angekommen.
Das Hamburger Posidampfschiff Saxonia, Capt. Haack, trat am 10. August wiederum eine Reise via Southampton nach New⸗York an und hatte außer einer starken Brief⸗ und Packepost 400 Tons Ladung, 95 Passagiere in der Cajüte und 263 im Zwischendeck an Bord.
Schiffs nachrichten. Mitgetheilt von Che. Hecht in Friedberg, Spec. Agent. Angekommen in New⸗Mork:
Am 18. Juli Segelschiff City of New⸗-Mork, von Liverpool, am 19. Juli Segelschiff Humboldt von Hamburg, am 19. Juli Segelschiff Geestemünde von Bremen, am 20. Juli Segelschiff Giuseppi Baccarich von Antwerpen, am 21. Juli Segelschiff Garibaldi von Rotter⸗ dam, am 23. Juli Segelschiff Gessner von Bremen, am 24. Juli Dampfer Persia von Liverpool, am 24. Juli Dampfer Bellona von Havre.
Abgehend nach New-Pork:
Am 17. August Dampfer Hausa von Bremen, am 17. August Segelschiff Clara von Bremen, am 17. August Dampfer Germania von Hamburg, am 20. August Dampfer Manhatten von Liverpool.
Wegen Frachten und Passagen beliebe man sich an obige Specialagentur zu wenden.
Landwirthschastliches und Gewerbliches.
Von dem unvollkommenen Rahmen der Milch. Sehr oft hört man die Klage, daß die zum Rahmen hingesetzte Milch nicht vollkommen ausrahmt, daß sich vielmehr ein großer Theil der Fetiküchelchen mit dem Käsestoff mischt und so einen vortrefflichen Handkäse bilden hilft, aber den Erlös für Butler wesentlich schmälert. Es dürfte den Hausfrauen nicht uninteressant sein, einen Hauptgrund kennen zu lernen, der diese unvollkommene Rahmausscheidung veranlaßt, sowie ein Mittel zu erfahren, das geeignet ist, diesem Umstande zu begegnen.— Er⸗ sahrungsmäßig ist die Milch der Kühe, welche nahe am Trockenstehen sich befinden, also hochträgig sind, weniger süß, als die Milch der frischmelkenden Kühe. Es rührt
dieses natürlich von einem Maugel an Milchzucker her,
ber manchmal so auffallend it, daß fonte dee gere einen bitterlichen Geschmack hat. Es sollte daher als e
Hauptregel gelten, die Milch der frischmelkenden und der s noch vielsach geschieht, zu⸗
altmelken Kühe nicht, wie sammenzuschütten, um sie gemischt rahmen zu lassen, viel⸗ mehr sollte man die Milch der hochträgigen Kühe für sich allein rahmen lassen. Da aber die vollkommnere oder unvollkommnere Rahmausscheidung auch mit dem Gehalte an Zucker im Zusammenhange steht, so ist empfohlen
worden, der zum Rahmen ausgesetzten Milch altmelker
Kühe per Topf eine Messerspitze voll fein gepulverten Zucker zuzusetzen. Mit diesem Mittel angestellte Versuche haben überraschend günstige Resultate geliefert und ver⸗ dienen daher die allgemeinste Beachtung.
Der Brand des Domes zu Frankfurt a. M.
Frankfurter Blättern entnehmen wir folgende Schilde— rung: In der Nacht vom 14/15. d. M. kurz nach 1 Uhr brach in dem Hause des Herrn Bierbrauermeisters Miller in der Fahrgasse, neben der Mehlwage, im dritten Stock Feuer aus, weiches sehr rasch um sich griff. Die herbei⸗ geeilten Spritzen konnten sich nicht schnell genug mit dem genügenden Wasser versehen, da es ziemlich lang dauerte, dis die Lettung den vollen Bedarf abgab. Drei Dienst⸗ mädchen und ein Hausbursche, die sich in dem brennenden Stockwerke befanden, waren aufgefordert worden, sich durch den angebrachten Rettungsschlauch herabzulassen; allein
sie folgten diesem Rathe nicht und sprangen auf die
Straße herab. Eines der Mädchen blieb auf der Stelle todt; der Bursche brach beide Beine und erhielt Kopf⸗ verletzungen, welche nach einigen Stunden seinen Tod herbeiführten; die zwei andern Mädchen fielen auf Belten, die man eilig hingeworfen hatte, und erhielten durch den Fall nur einige Verletzungen. Die aus dem Feuer des Müller'schen Hauses aussteigenden Funken wurden von einer schwachen östlichen Luftströmung, bei sonst windstiller, stern⸗ heller Nacht, nach dem Dache des östlichen Schiffes des Domes getragen, das dadurch in Brand gerieth. Eine große Kohle soll durch eine Dachgaupe in das Das ge⸗ flogen sein. In dem kurzen Zeitraum von ewa einer Viertelstunde stand das ganze Dach des altehrwürdigen Gebäudes in hellen Flammen. Der Funkencegen der selben stob in die hohen Fenster des Pfarrthums, das Holzwerk des Glockenhauses anzündend. Es dauerte keine halbe Stunde, so brannte das ganze Innere des Thurmes. Der Pfarrihürmer hielt bis zuletzt auf seinem Posten aus, und veitete sich erst, nachdem die Flammen aus den Fenstern des Octogons emporschlugen und die Glockenstränge ihren Dienst versagten. Das Krachen, welches das Hinabstürzen der Glocken durch den Thurm in den Dom, das Gewölbe zertrümmernd, begleitete, war in mehreren über eine halbe Stunde von hier entlegenen Dörfern vernehmbar. Die besonders nach Westen hin
sniebenden Funken von Holziheilchen und anderen Stoffen zündeten auf den Dächern mehrerer Häuser in Straßen, welche in ziemlicher Enifernung vom Thurme liegen, so z. B. in dem Börsengebäude, dem rothen Löwen in der Bleidenstraße, in den Häusern der Sand-, Krug⸗, Bock⸗ und Paulsgasse und auf dem Hirschgraben. In vielen
Straßen der Stadt fielen die erlöschenden Funken als
Aschenregen herab. Die durch die fliegenden Funken eni⸗ standenen erwähnten Brände wurden in Folge der ge⸗ troffenen Vorsichtsmaßregeln und dem raschen Vorgehen
unserer bewährten Löschmannschaft alle im Keime erstickt,
Etwa ein Viertel nach 4 Uhr stieg aus der Spitze der Thurmkuppel eine Nauchsäuse, bald darauf stand das Holzwerk der die Kuppel nun 19 Jahre krönenden Signal⸗ Laierne in Flammen; das eiserne Rahmwerk blieb unversehrt.
In der Umgebung des Thurmes sind mehrere Häuser der Höllgasse, die Domschule u. s. w. vom Feuer erfaßt worden und deren oberen Stockwerke größtentheils niedergebrannt. Noch um acht Uhr war die Spritzenmannschaft, von mehreren Compagnien Soldaten unierstützt, mit dem Löschen der brennenden Theile des Thurmes, der Kirche, der Häuser der Höllgasse(im Ganzen 5) und dem Niederreißen der zerstörten Stockwerke beschäftigt. Auch die Schirnen an der südlichen Facade des Doms wurden vom Feuer ver⸗ zehrt. Es ist dieser Brand der größte, der seit dem Bom⸗ dardement der Stadt durch die Franzosen in den neunziger Jahren Frankfurt betroffen hat.— Auch in dem Schiff der Domkirche hat das Feuer nicht unbeträchtlichen ee
angerichtet. Das prachtvolle Altarbild von Vell blieb
zwar unversehrt, aber ein im Chore aufgehängter Kron⸗
leuchter stützte herab. Alle Kirchengeräthe und Kicchen⸗
paramente wurden gereitet. Die neue Orgel indeß, welche 16 000 fl. kosteie, wurde total zerstört. Die Glocken zer⸗ schmolzen und floß der glühende Guß, gleich einem Strome
in das Glockenhaus hinab. Der Umguß der Karolusglocke,
welcher voriges Jahr stattgefunden, hakte 3000 fl. gekostet.
Die Glocken hatten den Tag vorher zum letzenmal bei
den Exequien des am Morgen begrabenen Domorganisten Herrn Großmann geläutet. Der letzie Ruf des Thürmers war:„Es brennt im Thurm.“— Unsere Löschmann⸗
schaften baben sich bei dem fürchterlichen Brandunglüc,
das ein ehrwürdiges, kirchliches Benkmal unserer Siabt
zerstörte, und das Eigenthum vieler Familien verwüstete,
mit gewohnter Bravour und Unerschrockenheit denommen⸗
Trotz des Wassermangels wurde der Brand des Müller'⸗
schen Hauses sehr schnell gelöscht.— Wie wir vernehmen,
sollen 2 Personen beim Reiten von Hausutensilien ver⸗
unglückt sein.— Im Müller'schen Hause blieben ven verunglückten Personen, 3 todt und wurden 2 erheblich verletzt.— Heute vor 4 Jahren besuchte der Kaiser von Oesterreich, während seines Aufenthaltes beim Fürstentag,
den Dom, für dessen Reparatur er 25 000 fl. gespend et hatte.
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