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Anstellung, einen Erwerb zu finden hofft, denn mit nächstem Jahre hört die Subvention auf, die ihm seither der Staat ausgezahlt hat. Er erschien am 5. Nov. in der Sitzung des Abgeordneten- hauses zu Pest als Zuhörer. Als man ihn er⸗ blickte, trat zuerst im Saale eine tiefe Stille ein. Ein dumpfes Gemurmel durchzog sodann die Reihen der Linken; plötzlich wurden Rufe laut: „Görgey ist hier! Was sucht er zwischen uns? Welche Frechheit! Hinaus mit dem Verräther! Will er uns auch der Reaktion überliefern, wie seine Kameraden 7“ u. s. w. Endlich brach der Sturm los. Es war nur Ein Schrei der Wuth und Entrüstung. Görgey ging.
— Der Kaiser Franz Joseph hat einer Anzahl Pariser Journalisten Orden verliehen. Frankreich. Paris. Die„Patrie“
schreibt: Wir glauben zu wissen, daß der Kaiser die Demission des Herrn v. Lavalette ange⸗ nommen habe. Rouher hat gleichfalls den Kaiser gebeten, ihn vom Finanzministerium zu entheben. Staatsrath Pinard würde zum Minister des Innern und Magne zum Finanzminister er- nannt werden. Das Blatt spricht auch von Um⸗ änderungen in dem Verwaltungsdienst über die Presse.
— Die Journale sprechen von in Paris vor- genommenen Verhaftungen. Die Zahl wird auf 18-20 angegeben; es handle sich um eine ge— heime Gesellschaft.
— Der„Moniteur“ enthält die Decrete, welche Mag ne zum Finanzminister, Pin ard zum Minister des Innern, Lavalette zum Mitglied des geheimen Rathes ernennen.— Der Prozeß der jungen Leute, welche auf dem Stadthausplatze gelegentlich des dem Kaiser von Oesterreich zu Ehren gegebenen Bankets, aufrührerische oder ruhestörende Worte ausgerufen haben sollen, ist vor dem Zuchtpolizeigerichte verhandelt worden. Sie wurden sämmtlich zu vierzehntägigem Gefängniß verurtheilt. Nur einer von ihnen, ein gewisser Herr Humbert, der einen Polizeidiener geschlagen hatte, erhielt drei Monate Gefängniß.
— Der„Moniteur“ sagt in einer von ihm veröffentlichten Note:„Die Regierung des Kaisers hat mit lebhafter Befriedigung Kenntniß von dem freiwilligen Entschluß erhalten, durch welchen die königlichen Truppen auf das italienische Gebiet zurückgerufen worden sind. Die patriotischen Be- mühungen der italienischen Regierung, überall auf der Halbinsel die Ordnung, die Sicherheit und die Achtung der Verträge wiederherzustellen, flößen der französischen Regierung das größte Vertrauen ein und verleihen ihr die Ueberzeugung, daß die guten Beziehungen zwischen Frankreich und Italien auch fernerhin sich befestigen und entwickeln werden.“
— Der Kaiser hat verfügt, daß das franzö⸗ sische Expeditionscorps, sowie die Ordnung ge— sichert sei, Rom und die übrigen heute von ihm besetzten Städte des Kirchenstaates zu räumen habe. Die Truppen werden sich nach und nach in Civita-⸗Vecchia zusammenziehen.
Großbritannien. London. Die wach- sende Unsicherheit in der britischen Hauptstadt, welche sich in häufig gewordenen nächtlichen An⸗ griffen auf einsame Polizisten hauptsächlich zeigt, hat die nur mit einem bleibeschwerten Stab be⸗ waffneten Polizeileute, welche meistens Familien väter sind, um ihr Leben besorgt gemacht und eine Eingabe verselben veranlaßt, in der sie er⸗ klären, daß sie den nächtlichen Dienst ohne Feuer⸗ waffe nicht mehr versehen könnten. Die Gewäh⸗ rung dieses Gesuches wird von Seiten der eng ⸗ lischen Behörde nur mit Widerstreben geschehen und diese Neuerung von dem Volke nur ungern gesehen werden.
Italien. Die Linke des italienischen Par- laments soll, nach der„Gazette Piemontese“ beab- sichtigen, sosort nach Eröffnung des Parlaments Menabrea in Anklagezustand zu versetzen; Mena; brea wollte dem jedoch zuvorkommen, das Ab⸗ geordnetenhaus auflösen und durch Ausschreibung
von Neuwahlen an die Stimme des Volks sich wenden.
— Die Florenzer„Amtliche Ztg.“ schreibt: Die römischen Journale veröffentlichen die päpst— liche Bulle, welche die apostolische Legation in Sieilien aufhebt. Die Regierung hat nicht erst nöthig, den Mißbrauch dieser Maßregel zu con— statiren, welche dahin zielt, die Krone einer ihrer unverletzlichen Prärogative zu berauben. Sie beschränkt sich darauf, zu erklären, daß die nöthigen Maßnahmen ergriffen wurden, daß, wer immer diese Verfügung ausführen sollte, den Tribunalen übergeben werde.
— Der italienische Ministerpräsident Mena— brea hat an den Gesandten in Paris eine Note gerichtet, worin er hervorhebt, daß die italienischen Truppen das päpstliche Gebiet wieder geräumt und daß alle die päpstlichen Staaten bedrohenden Gefahren aufgehört hätten. Vertrauend in Frank— reichs Wort erwarte Italien, die französische Regierung werde die Intervention aufhören lassen, welche, wenn sie sich verlängert, ein Hinderniß für ein dauerhaftes Abkommen werden würde. Es seien Abmachungen unerläßlich, welche die Interessen des heiligen Stuhles und Italiens in Einklang bringen. Soll Italien ein großes Element des Fortschrittes und der Ordnung sein, so ist es nothwendig, daß es Ursachen entrückt werde, welche dasselbe im Zustande der Aufregung erhalten. Der Gesandte wird schließlich angewiesen, der französischen Regierung die Ueberzeugung von der Dringlichkeit beizubringen, die römische Frage ohne Aufschub zu lösen.
Rom. Der Papst empfing die französischen Offiziere, die von General Failly vorgestellt wurden. Derselbe bezeichnete es als ein Glück
für die Armee, daß sie berufen gewesen sei, die Sache des Papstes zu vertheidigen. Der Papst dankt der Armee, der Regierung Frankreichs und seinem Oberhaupte, daß er sie gesandt habe. Er sagt, Italien sogar sei ihnen Dank schuldig, da es durch sie von den Anarchisten befreit worden sei; er beklagt, daß die italienische Regierung sich dieser ungeordneten Massen als Vortrab für ihre Eroberungsgelüste bedient habe. Die Hülfe Frankreichs, sagt er, sei gerade zu rechter Zeit gekommen, um diese schöne Vertheidigung zu krönen. Er spricht von den Kundgebungen der Katholiken Frankreichs und der ganzen Welt zu Gunsten des Papstes und segnet Frankreich, dessen Armee, dessen Regierung und dessen Oberhaupt mit seiner Familie.
Rußland. Es wird behauptet, Rußland habe neuestens an seine Agenten im Ausland eine Circulardepesche erlassen, die besage, daß es nicht isolirt interveniren werde, um die Christen in der Türkei zu unterstützen, ebwohl es gerechte Klagen zu haben glaube. Rußland sei bereit, sich mit den Mächten, welche interveniren wollten ins Ein- vernehmen zu setzen.
„ Friedberg. Wir lasen kürzlich die Mittheflung, daß in Darmsladt der erste einjährige Freiwillige in die großherzogliche Division eingetreten sei. Heute können wir berichten, daß vor einigen Tagen auch dahier ein Frei⸗ williger, ein junger Kaufmann, seine einjährige Dienstzeit begonnen hat.
Gießen. Zum Empfang des nächsten Samstag den 16. dahier eintreffenden J. Jägerbakaillons sind alle Vorbereitungen getroffen, um denselben zu einem freudigen und herzlichen zu gestalten. Am Bahnhofe sind Ehrenpforten erbaut, die Einwohner schmücken ihre Häuser mit Fahnen und Guir⸗ landen und sind bemüht der Stadt ein festliches Ansehen zu geben. Nach einer Veröffentlichung des städtischen Empfangcomite's wird den ankommenden Soldaten in der Caserne eine Erfrischung von Seiten der Stadt verabreicht; am Abend ist ein Festessen im Gasthaus zum Einhorn veranstaltet, zu welchem die Stadt die Offiziere als Gäste geladen hat. Man erwartet eine große Betheiligung von Seiten der Gießener Einwohnerschaft. Das Bataillon trifft mittelst Extrazug ein und ist die Ankunft um die Mittags- stunde angekündigt.
Frankfurt. Am 12. d. M. Abends zwischen 8 und 9 Uhr wurde ein Fuhrmann von der Glashütte zwischen Oberursel und Königstein von drei Räubern über⸗ fallen. Der Fuhrmann ergriff eine Runge und schlug den Einen todt, dem Andern stieß er die Zähne ein, der Orltte ergeiff die Flucht. Den Blessirten brachte der Fuhrmann mit nach Königstein. Es sind jedenfalls dieselben drei Kerle, die in der Umgegend schon so viele Raubanfälle in letzter Zeit gemacht haben.
Darmstadt. Im Verlage von Zernin hier ist eine besonders für Aerzle interessante Schrift don Dr. Fr. Moldenhauer erschienen. Sie führt den Titel: Herr Professor Bock und die Heilkunst unserer Zeit.
— In den hiesigen geselligen Kreisen macht ber unter dem Pseudonym„Maria Berger“ erschienene Roman „Einsam und arm“ großes Aufsehen. Derselbe hat eine junge Dame der hiesigen Aristokratie zur Verfasserin.
„ Gepfefferte Briefe. Unter diesem gewiß pikanten Namen wird binnen Kurzem Friedrich Heckert in Amerika bei W. Schneider in Mannheim ein Büchlein erscheinen lassen, in welchem er seine Ansichten über die neuen deutschen Zustände dargelegt hat. Einige im vorigen Jahre gleich nach dem Kriege geschriebene und in die Zeitungen übergegangene Privatbriefe Hecker's haben damals bekanntlich viel Aufsehen und Streit erregt.
** Hoffmann von Fallersleben erzählte in seinen kürzlich herausgegebenen Memoiren unter andern erheiternden Geschichten auch folgende aus Berlin vom Jahre 1841:„Abends in Gesellschaft mit dem erst jüngst von seiner Reise zurückgekehrten Maler Kretschmer, der sehr hübsche Geschichten erzählt. Als er den Sultan malen sollte, erschien Kretschmer im Frack. Der Sultan, darüber verwundert, fragt ihn, wie er dazu käme, in einem so kleinen Rocke bei ihm zu erscheinen.„Kaiserliche Majestät,“ erwidert der Maler,„wenn wir Jemand ehren wollen, so ziehen wir einen Frack an.“—„O,“ meinte der Sultan,„da ehtt man doch Jemand mehr, wenn man zu ihm kommt in einem langen Kleide, daran ist doch mehr Tuch!“
„ 2 In einem ländlichen hannover'schen Wahl⸗ bezirke war der zum Wahlvorsteher ernannte Guts Administrator erschienen und requirirte einige seiner Leute, um den Wahlvorstand zu bilden. Nachdem der wohllöbliche Wahlvorstand einige Zeit in Geduld der Dinge, die da kommen sollten, gewartet hatte, erschien ein Wähler der zweiten Classe, wählte sich selbst und wurde darauf vom Vorsteher ernsthaft befragt, ob er die Wahl annehmen wolle. Er überlegte sich den Casus und lehnte unter den üblichen Dankesausbrüchen für das ihm erwiesene Ver⸗ trauen ab. Hierauf wurde der Wahlact geschlossen.
% Der Fleischer Pickert in Halberstadt, dessen Sorglosigkeit das große Unglück der Trichinen⸗Krankheit über die Stadt gebracht hat, ist zu 5 Jahren Gefängniß und 50 Thlr. Geldstrafe verurtheilt.
Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.
Das Hamburger Postdampfschiff„Hammonia“, Capt. Ehlers, welches am 26. Oetober von Hamburg direct abging, ist nach einer schnellen, glücklichen Reise von 12 Tagen wohlbehalten in New⸗York angekommen.
Das Hamburger Postdaupfschiff„Saxonia“, Capt. Haack, trat am 9. November wiederum eine Reise vic Southampton nach New-VYork an und hatte außer einer starken Brief⸗ und Packet⸗Post 900 Tons Ladung, 81 Passagiere in der Cajüte und 611 im Zwischendeck an Bord.
Das Bremer Postbampfschiff„Western Metropolis“, Capt. Weir, der Newyork-Bremer⸗Dampsschifffahrks⸗Ge⸗ sellschaft, welches am 20. October von Bremen abging, ist nach einer glücklichen Reise von 14 Tagen wohlbehalten in New⸗York angekommen.
Das Bremer Postdampsschiff„Deutschland?, Capt. Wessels, welches am 26. October von Bremen abging, ist nach einer schnellen und glücklichen Reise ven 11 Tagen wohlbehalten in New⸗York angekommen.
Dringende Bitte!
Der Fabrikort Johanngeorgenstadt in der ärmsten und zdesten Gegend Sachsens,(dem sogenannten sächsischen Sibirien) wurde vor einigen Monaten vollständig von den Flammen verzehrt. Ueber 326 Gebäude brannten bei der damaligen Trockenheit mit Hab und Gut total nieder, und auch nicht das Geringste war versichert. Ein unübersehbares Elend ist über diese unglückliche Stadt bereingebrochen, viele Menschen sind verbrannt und ver⸗ kohlt aus dem Schutte herausgezogen worden, und sämmt⸗ liches Vieh ist zu Grunde gegangen. Ueber zwei Dritttheil der Bewohner sind an den Bettelstab gebracht, und nagen im vollsten Sinne des Wortes an dem Hungertuche.
Obgleich die allgemeine Mildthätigkeit schon Vieles gethan hat, so irren nach den neuesten offiziellen Berichten bei der jetzigen kalten, rauhen Jahreszeit(der Schnee li dort schon beinahe Fuß hoch) noch über 2000 Obdachlose in den Brandruinen umher, wahre Jammergestalten, von Frost und Kälte durchschüttelt, kaum das Nothwendigste habend, ihre Blöße zu bedecken, ohne Hülfe und ohne Nahrung.
Da die Noth dort aufs Höͤchste gestiegen ist, so wagt der ganz ergebenst Unterzeichnete an die Herzensgüte und den Wohlthäligkeitssinn edelmüthiger Menschen zu appel⸗ liren, und biitet dringend um milde Beiträge sowohl an Geld als an alten Kleidungsstücken, Stiefeln, Schuhen, Beitgeräth ꝛc. ꝛc.
Die Expedition des„Anzeiger für Oberhessen“ hat sich gütigst bereit erklärt, Gaben aller Art in Empfang zu nehmen, und da die allerletzten Berichte von Johann⸗ georgenstadt das Elend als über alle Begriffe schildern, so ist schnelle Hülfe doppelte Hülfe.
Frankfurt a. M., den 1. November 1867.
J. Gerson, Königl. Sächsischer Generalconsul.
Sollten mildthätige Bewohner Friedbergs und der Umgegend den Unglücklichen von Johanngeorgenstadt eine Liebesgabe zuwenden wollen, so erbietet sich die Unter⸗ zeichnete, welcher von defreundeten Familien einige kleine Gaben bereits zugestellt wurden, zur Annahme und Wei⸗ terbeförderung derselven. a
Die Expedition des Anzeiger für Oberhessen.


