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C. Wahl, ten Schachteln Bad Ems.
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edel.
1867.
Dienstag den 16. Juli.
M3.
Anzeiger für Oberhessen.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblatt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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Mit dem 1. Juli beginnt ein neues halbjährliches Abonnement auf den Anzeiger für Oberhessen, welcher auch ferner wöchentlich
dreimal, Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinen wird.
Derselbe bringt die kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten
und wichtigsten Tagesbegebenheiten, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsätze, landwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, geschäftliche Nachrichten, Markt⸗ und Cours-⸗Berichte, Verloosungen von Staatspapieren und locale Notizen, außerdem wöchentlich einmal in dem beigegebenen Unter haltungs-Blatt interessante Novellen und Erzählungen, Gedichte, Anekdoten, Räthsel c. uns die erfreulichste Aufmunterung sein, die Geschäfte der Redaction in der bisher eingehaltenen Weise fortzuführen.
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Die Redaetion.
Hessen. Darmstadt. Nach dem Pen- sionsreglement vom 29. November 1822 beträgt die Invalidenpension bei Ganz-Invaliden monatlich 6 fl., bei Halb-Invaliden 3 fl. Durch das Gesetz vom 24. December 1857 wurde eine unbedeutende Erhöhung der Penstionsansprüche nach der Dienstzeit eingeführt. Darnach bleibt die Pension für ganz⸗invalide und halb- invalide Gemeine während der ersten zehn Jahre auf dem Satze von 6 fl. und 3 fl. stehen, steigt aber nach dem 10. Dienstjahre auf 7 fl., resp. 3½ fl., und nach dem 25. Dienstjahre auf 8 fl., resp. 4 fl. monatlich. In Hinblick auf diese unzurei— chenden Penstonssätze haben die Abgeordneten Hoffmann und Hallwachs auf dem gegenwärtigen Landtage den Antrag eingebracht:„an die groß— herzogliche Staatsregierung das Ersuchen zu rich- ten, in ähnlicher Weise, wie dies bereits in an- dern deutschen Staaten geschehen ist, an die Stände baldthunlichst eine Vorlage gelangen zu lassen, durch welche die Penstonssätze der Invaliden und der Hinterbliebenen gefallener hessischer Sol— daten jeden Ranges vom Feldzuge 1866 in aus- reichender Weise erhöht werden.“ Der Ausschuß der Kammer hat derselben den Antrag zur An- nahme empfohlen.
— Wegen ihrer Verdienste um die Ausstellung sind die Herren Ministerialrath Schleiermacher, Commercienrath Fink und Consul Ewald zu Rittern der Ehrenlegion ernannt worden.
— Wie verlautet, wird die zweite Kammer Montag den 22. Juli wieder zusammentreten. Das Budget soll bis Ende des Monats abge— schlossen werden, worauf eine längere Vertagung der Stände erfolgen wird. Auch die erste Kam⸗ mer wird ihre Sitzungen demnächst wieder auf— nehmen.
* Friedberg, 13. Juli. Heute Vormit⸗ tag 9 Uhr wurde auf dem Paradeplatze dahier ein Trauergottesdienst zum ehrenden Andenken an die im Treffen bei Laufach gefallenen hessischen Krieger gefeiert. Das Bataillon war in Parade ausgerückt und nahm an der Südseite der Burg- kirche quarreförmige Aufstellung, die Fahne in der Mitte vor der für den functionirenden Geistlichen errichteten Erhöhung, auf welcher alsbald durch Aufstellen der Trommeln gleichsam ein Altar ge⸗ schaffen wurde. Herr Pfarrer Baur hielt die Festrede, in welcher er der Gefallenen in ehren- der, wohlverdienter Weise gedachte und deren treueste Pflichterfüllung, die sie bis in den Tod bewährten, als nachahmungswürdiges, schönes Vorbild den Versammelten darstellte, woran er noch ernste Ermahnungen zu stets treuer und eif⸗ riger Erfüllung der Pflichten eines christlichen
Soldaten knüpfte. Der schöne Gesangsvortrag des Sängerchors der Unterofficiere trug viel zur Er— höhung der einfachen, aber erhebenden Feier bei, zu welcher sich gewiß eine größere Anzahl Theil nehmender eingefunden haben würde, wenn deren Veranstaltung mehr bekannt gewesen wäre.— Die Aufmerksamkeit der Versammelten lenkten mehrere der Feier beiwohnende Unterofficiere des 4. Regiments auf sich, welche bei Laufach schwere Verwundungen erhalten hatten und gegenwärtig zu ihrer vollständigen Wiederherstellung die Bäder in Nauheim gebrauchen.
S. Gießen. Die letzten Wochen brachten unserer Universität zwei festliche Tage.— Am 9. Juni wurde das Geburtsfest S. K. H. des Großherzogs in herkömmlicher Weise gefeiert. Der derzeitige Rector, Professor Dr. Stahl, welcher als Festredner fungirte, hatte zum Gegen— stand seiner Rede die Bedeutung der Arbeiter- Associationen gewählt. Nach einer durchaus characteristischen Schilderung des alten Zunft— wesens und der großen Handwerke, in steter Ver- gleichung mit den entsprechenden Verhältnissen des 19. Jahrhunderts, zeigte Redner wie jene Ver- bindungen von Handwerksmeistern im 15. Jahr— hundert durch Gesellenvereinigungen vollständig unterdrückt wurden, bis endlich auch diese, nach dreihundertjähriger, oft höchst bedenklicher Macht an der Erweiterung der Gewerbefreiheit und des Fabrikwesens, sowie auch an der Einheit der Polizei im deutschen Reich scheiterten. Schließ- lich wies der Redner darauf hin, in einer wie kritischen Lage sich die Frage von den Arbeiter- Associationen wieder gegenwärtig befinde, wie schwierig es sei, ihr gegenüber geeignete Mittel zu ergreifen und wie besonders Deutschland Ur- sache habe, sich von einer internationalen Arbeiter- Association fern zu halten. Bei dem für alle Stände so hochwichtigen Gegenstand dieser nun- mehr im Druck erschienenen Rede, können wir nicht umhin, sie Jedermann auf das Angelegent- lichste zu empfehlen.— Ein zweiter Festtag war der 24. Juni, an welchem der Kanzler unserer Universität, Professor Dr. Birnbaum, ein in vielfacher Beziehung um die Wissenschaft hoch- verdienter Mann, sein 50jähriges Jubiläum als ordentlicher Professor der Jurisprudenz feierte. Von Seiten der Academie wurde dem Jubilar eine von Professor Dr. Lange verfaßte lateinische Abhandlung„de consecratione capitis et bono-— rum“ überreicht.
Preußen. Berlin. Der preußische Ministerresident in Mexico, Herr Magnus, ist von seinem Posten abberufen. Als Motiv seiner Abberufung bezeichnet die„Norddeutsche Allge-
meine Zeitung“ die Unmöglichkeit, gegenwärtig mit Mexico internationale Verbindungen zu unter— halten.— Dasselbe Blatt dementirt die Zeitungs- nachricht, daß Herr v. Beust kürzlich eine Depesche bezüglich Nordschleswigs nach Berlin gesandt habe.
— Der„Staatsanzeiger“ enthält eine Ver— ordnung, betreffend die Einführung des preu— ßischen Strafrechts und Strafverfahrens in den neuen Landestheilen.
Coblenz. Der König von Preußen wird im Laufe der nächsten Woche hier eintreffen, wo gleichzeitig die Ankunft der Königin von Preu⸗ ßen aus Paris erwartet wird. Der Sultan wird ebenfalls für diese Zeit dahier eintreffen.
Hannover. Die Nachricht, daß die Köni⸗ gin Marie bereits in Wien angekommen sei, er— weist sich als irrthümlich. Es wird nämlich ge⸗ meldet, daß dieselbe noch in Marienburg verweile. Einerseits wird bemerkt, daß sie die Abreise vor- bereite, anderseits dem widersprochen mit der Be⸗ hauptung, sie habe von ihrem Gemahle die Wei⸗ sung erhalten, nur dem Zwange zu weichen. Mit Ausnahme einer Kammerfrau wird jetzt ihre gesammte Dienerschaft weggewiesen und durch preußische ersetzt.
Kassel. Nach einer durch den„Staats- anzeiger“ veröffentlichten Verordnung, den Staats- schatz betreffend, geht die Verwaltung der zum Staatseigenthum gehörigen Activcapitalfonds, so weit sie nicht für specielle Verwalkungszwecke be⸗ stimmt sind, an die Generalstaatscasse in Berlin über. Das Bekanntwerden dieser Verordnung hat in allen Schichten der Bevölkerung einige Aufregung hervorgerufen.
Frankfurt. Die Aufhebung der Frauk⸗ furter Stadtlotterie hat daselbst einen höchst pein⸗ lichen Eindruck gemacht, da die verhängte Maß⸗ regel dort als eine empfindliche Beeinträchtigung der communalen, sowie vieler privater Interessen betrachtet wird. Der Stadtkasse erwächst durch die Aufhebung eine Einbuße von durchschnittlich 200,000 und eine nicht geringe Anzahl Einwoh- ner verliert ihren vollständigen Erwerbszweig. Das„Frankfurter Journal“ läßt sich darüber folgendermaßen aus:„Wir sind keineswegs ge⸗ meint, für das Bestehen einer Lotterie als solcher hier eintreten zu wollen. Wir sind von vorn⸗ herein principielle Gegner solcher Staatsanstalten und würden die allgemeine Aufhebung der⸗ selben mit lebhaftem Beifalle begrüßen. Wir vermögen es aber nicht einzusehen, wie dei dem Fortbestehen der Berliner Staatslotterie die Auf- hebung der Frankfurter Lotterie sich aus Gründen des Prineips oder der Praxis rechtfertigen läßt.
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