Vertrags und man müßte die katholische Kirche bedauern, wenn sie nur durch Concordate bestehen könnte. Mühlfeld's Antrag wurde mit großer Majorität dem Confessionsausschusse zugewiesen.
Pesth. Von glaubwürdiger Seite wird ver— sichert, im Ministerrathe sei folgender Gesetzentwurf beschlossen worden: 1) die Ausübung politischer Rechte ist vom Religionsbekenntuisse unabhängig; 2) alle mit dieser Bestimmung in Widerspruch stehende Gesetze und Verordnungen sind auf— gehoben; 3) gegenwärtiges Gesetz tritt vom Tage seiner Kundmachung an in Kraft.
Frankreich. Paris. Durch die deute schen Zeitungen macht gegenwärtig ein Brief Napoleon's die Runde, welchen derselbe am 12. August 1866 an Herrn v. Lavalette gerichtet, und in welchem Veranlassung zum Rücktritte des damaligen französischen Ministers des Aeußern, Herrn Drouyn de Lhuys, gegeben sein soll. Napoleon tadelt nämlich in diesem Briefe die von seinem Minister wegen zu Gunsten Frankreich's beanspruchter Entschädigungen in Berlin gethane⸗ nen Schritte und sagt dann weiter:„Diese Con- vention hätte, meiner Ansicht nach, geheim bleiben sollen, trotzdem wurde davon im Auslande ge⸗ sprochen, bis zuletzt die Zeitungen behaupteten, daß man uns die Rheinprovinzen abgeschlagen habe. Aus meinem Gespräche mit Benedetti geht hervor, daß wir um sehr geringen Vortheils we⸗ gen ganz Deutschland gegen uns haben würden. Es ist von Wichtigkeit, die öffentliche Meinung über diesen Punkt nicht irre gehen zu lassen. Veranlassen Sie einen sehr entschiedenen Widerruf dieser Gerüchte in den Zeitungen. Das richtige Interesse Frankreich's liegt nicht in der Erlangung einer unbedeutenden Gebietsvergrößerung, sondern in der Unterstützung Deutschland's, daß es sich in der für unsere und für Europa's Interessen aller- günstigsten Weise constituire.“ Die französischen Blätter theilen nun diesen Brief ebenfalls mit und wollen darin den Beweis finden, daß die Politik des Kaisers, Deutschland gegenüber, stets vom Interesse des Friedens und der Unabbängig⸗
keit der Völker dictirt worden sei. Der Kaiser habe sich nie abwendig machen lassen von dieser Politik, welche eine Politik des Rechtes und der Mäßigung, verbunden mit Kraft und Würde, sei.
— Die„Presse“ sagt, der Kaiser werde nach seiner Rückkehr nach Paris nach Baden ge ⸗ hen, um dort einige Stunden mit dem Könige von Preußen zuzubringen.
— Die Eröffnung der gesetzgebenden Ver- sammlung soll am 18. I. M. stattfinden und ist man auf die dabei zu erwartende Thronrede Na; poleon's sehr gespannt.
— Das Pariser Handelsgericht hat im Monat September 141 Fallimentserklärungen aus ⸗ gesprochen, im August 128.
— Hiobsposten über Arbeitslosigkeit kommen aus England, aus Frankreich, Italien, und werden auch, wir befürchten es, aus Deutschland laut
werden. Tausende von Arbeitern werden diesen Winter in Frankreich ohne Arbeit und ernährt sein wollen. In den Vorstädten von Paris werden jetzt schon aufrührerische Maueranschläge an⸗ geschlagen; die Polizei hat Weisung dieselben abzureißen, aber jeden Tumult durch etwaige Verhaftungen auf der Straße zu vermeiden.
— Der Empfang, den der Kaiser von Oesterreich bei seinem demnächstigen Pariser Aufenthalte finden wird, soll an Pracht und Glanz die Feierlichkeiten beim Besuch des Kaisers von Rußland und des Königs von Preußen weit übertreffen. Es wurde sogar eigens für die österreichischen Majestäten ein kai⸗ serlicher Eisenbahnzug gebaut, dessen Kosten sich auf 200,000 Francs belaufen sollen.— Bezüg⸗ lich der deutschen Frage ist der Kaiser durch die Mission Fleury's vollständig über die Stimmung in Deutschland aufgeklärt worden und werden sich die etwa zu treffenden Abmachungen hauptsächlich nur um den Orient drehen.
Italien. Ein in Rom zusammengetretener Wohlfahrtsausschuß hat eine Proclamation an die Römer erlassen, worin er denselben anzeigt, daß er die allgemeine Leitung der Bewegung über⸗ nommen und zum Schlusse sagt:„Haltet Euch bereit, und wenn der Augenblick gekommen, wer- den wir Euch das Zeichen geben, um durch eine Großthat die Aera der weltlichen Herrschaft der Päpste zu beschließen.“
— Gleichzeitig bringen die Zeitungen folgen- des Manifest:„An die Italiener! Unsere Brüder vergießen ihr Blut in dem heiligen Namen von Italien und Rom. Dieß Blut legt allen Italienern unbestreitbare Pflichten auf. Indem sie das na⸗— tionale Bewußtsein in diesem Sinne deuten und der Aufforderung des Generals Garibaldi nach- kommen, zeigen die Unterzeichneten an, daß sie sich als Central-Unterstützungs⸗Aus schuß eonstituirt haben. Es lebe Italien! Es lebe Rom!“(Fol gen die Unterschriften.)
Florenz. Obwohl die Nachrichten aus dem Kirchenstaate immer noch ungenau und unzuver⸗ lässig sind, so scheint doch mit Gewißheit ange nommen werden zu können, daß die Garibaldiani⸗ schen Freischaaren immer mehr Zuwachs erhalten und mehr und mehr Erfolge erringen.
— Briefe aus Rom vom 10. ds. melden, daß die Garibaldianer, die in den letzten Gefechten den Kürzeren gezogen, Verstärkungen erhalten und die Absicht hätten, sich in Farnese zu verschanzen; eine päpstliche Truppen ⸗ Abtheilung sei von Rom ausgerückt, um sie anzugreifen. Andere Colonnen wurden auf Caprarola, Soriano und Bomarzo geschickt, wo Freischaaren sich blicken ließen. Ein Corps, welches sich in Monte Carpignano fest⸗ gesetzt hat, versuchte, Nerola zu besetzen. Diese Freischaar ist nach dem Osservatore Romano 600 Mann stark und nimmt noch täglich zu.
Friedberg. Dei der am verflossenen Sonntage dahier statigehabten Beerdigung eines Israeliten, Hrn. J. Menko von Frankfurt a. M., welcher schon mehrere
Jahre in unserer Sladt leble, wurde zum ersten Male der Leichenwagen der christlichen Gemeinde benutzt und badurch einerseits ein schöner Beweis wahrhaft christlicher Nächsten⸗ liebe und Toleranz gegeben, andersests ein erfreulicher Schritt vorwärts gethan, der hoffentlich nicht vereinzelt bleiben wird.
* Nauheim. Die am 13. d. M. ausgegebene Kur⸗ liste Nr. 20 bildet den Schluß für die abgelaufene Saison und weist eine Frequenz von 3420 Kurgästen nach.
Gießen. Nach einer Bekanntmachung des Com⸗ mandos des 1. Jäger- Bataillons werden am 24 d. M. in der Caserne zu Eießen(altes Zeughaus) verschiedene Lieferungen und Arbeiten für die Monate November und Dezember vergeben. Die Lieferungen betreffen Brod, Petroleum, Steinkohlen, Kiefernscheidholz und Stroh; die Arbeiten berühren Schreiner, Sattler. Gürtler, Weißbinder, Säckler, Spengler ꝛc. ꝛc. Es kann also hiernach ange⸗ nommen werden, daß Gießen vom 1. November an seine ihm zugetheilte Garnison erhalten wird.
Lauterbach. Die hier gegründete Aktien-Gesellschaft „Aklien Baumwollspinnerei in Blitzenrod bei Lauterbach in Oberhessen“ gibt Aktien à 250 fl. aus. Das Grund⸗ capital der Gesellschaft ist auf 200,000 fl. festgesetzt. Zweck ist das Spinnen und Verkaufen von Baumwollengarn und das Appretiren von Geweben aller Art gegen Lohn. Für die ersten 10 Jahre haben die Herren Phil. Lerch in Blitzenrod und Franz Diehm von Lauterbach die Leitung der Geschäfte.
Frankfurt. Vor einigen Tagen wurde in Frankfurt der dortige bisherige Vertreter der Lebensversicherungs⸗ Gesellschaft Germania, Herr Jaques Koppel, auf Antrag der Staatsanwaltschaft verhaftet.
Frankfurt. In der am verflossenen Donnerstag gehaltenen Sitzung des Dombauvereinsvorstandes wurde die gewiß erfreuliche Mittheilung gemacht, daß der Kassen⸗ bestand bereits die Höhe von 42000 fl. erreicht. Unter den eingegangenen Beiträgen aus hiesiger Stadt befinden sich zwei von 2000 fl. Es ist hierbei zu vemerken, daß die Einsammlungen in den Stadtbezirken noch bei Weitem nicht vollendet und die bisherigen Resultate nur theilweise bei der Hauptcasse verrechnet sind. Zur Vervollständigung der Einzeichnungen wird von dem Vorstande die Ein⸗ richtung getroffen, daß in bestimmteu Localen der einzelnen Bezirke noch Listen offen gelegt werden.
Darmstadt. Die„Hess. V.“ berichten, daß vor einigen Tagen in einem Arbeitssaale des hiesigen Correctionshauses, nach dem Abendessen zwei Corrigenden, Heinrich Bellof von Rödgen und Jacob Schunk von Fürfeld, in Wortwechsel geriethen, in Folge dessen ersterer dem letzteren eine Ohrfeige gab und hierauf Bellof seinem Mitgefangenen einen Stich in die linke Seite versetzte. Schunk ist an den Folgen dieser Verwundung gestorben. Das Messer, mit welcher Bellof die That vollbrachte, hatte derselbe vorher zur Verrichtung der ihm obliegenden Arbeiten und während des Wortwechsels noch zum Brod⸗ schneiden benutzt. Der Wortwechsel und die That folgten so schnell aufeinander, daß dem Aufseher und den Mit ⸗ gefangenen keine Zeit zum Einschreiten blieb. 5
Mainz. Man hal hier dieser Tage bei dem preußischen Militair eine neue Art Schicßwaffe, sogenannte Granat⸗ büchsen, gesehen, und ist neugierig über das Resultat der damit gemachten Versuche.
e Wie außerordentliche Dimensionen die Fabrikation und der Verkauf von Nähmaschinen angenommen hat, kann man sich vergegenwärtigen, wenn man, hört, daß 3. B. die bedeutendste und beliebteste amerikanische Fabrik, der Singer Mauufacturing Company in New Hork, welche Niederlagen in allen bedeutenden Städten Europa's hat, ununterbrochen jede Woche eine förmliche Schiffsladung ihrer Maschinen versendet, ja, daß sogar häufig in einer Woche zwei solcher Sendungen nach Europa gehen. Was die Singer'schen Nähmaschinen so beliebt gemacht hat, ist hauptsächlich der Vorzug, den sie vor allen anderen Näh⸗ maschinen voraus haben, die feinsten, wie die stärksten Arbeiten vollkommen geräuschlos zu machen.
Edictalla dung. 2387 Forverungen und senftige Ansprüche an den Nach⸗ laß des im Mai l. J. zu Gießen verstorbenen ledigen Heinrich Hanstein von Friedberg find binnen Frift von drei Wochen bei der unterzeichneten Gerichtsstelle oder dem Kaufmann Johannes Hanstein zu Gießen sogewiß anzumelden, als sonst dieselben 5 90 Nachlaßregulitung außer Berücksichtigung bleiben erden. Friedberg am W. September 1867. Großherzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landtichter. Landgerichts⸗Assessor.
Obligations⸗Verloosung. 2388 Von den Partial⸗ Obligationen der hiesigen Ge⸗ meinde des Anlehens von 1845 sind heute durch Ver⸗ loosung die Nummern „ 183, 185, 208, 210, 211 und 176 mit je
22 236, 237 und 238 mit je 500 fl. zur Rückzahlung bestimmt worden.
Die Inhaber dieser Obligationen werden hierdurch aufgefordert, am 31. Dezember l. J. ihre Kapttalbe⸗ träge gegen Rückgabe der Originalobligattonen bet dem hiefigen Gemeinde ⸗Einnehmer in Empfang zu nehmen, da von dlesem Tage an die Verzinsung aufhört.
Ober-Mörlen am 2. October 1867. Großherzogliche 10 Ober⸗Mörlen e cel.
Saateicheln⸗ Lieferung. 2450 Donnerflag den 24. d. M., Vormittags um 10 Uhr, soll dahier auf dem Btreau der unterzeichneten Stelle die Lieferung von 155¼ Malter Saateicheln in Accord gegeben werden. Unternehmer laden wir dazu ein.
Ober Rosbach den 12. October 1867. Großherzogliche Oberförsterei Ober⸗Kosbach Bingmann.
Trauben ⸗Versteigerung. 2449 Nächsten Mittwoch den 16. d. Mts., Mlttags 1 Uhr, werden die Trauben in dem vorderen Hirsch⸗ graben ꝛc. an Ort und Stelle verkauft.
Friedberg den 12. October 1867.
Großherzogliches Rentamt Friedberg Lin deck.
Edictalladung. 2454 Ernst Bangel, Sohn des verstorbenen Schul⸗ lehrers J. Bangel zu Wölfersheim, seit mehreren Jahren abwesend, wird hiermit aufgefordert, sich biunen 90 Tagen darüber: ob er die Erbschaft seines Vaters antreten und den von seinen Geschwistern vorgenommenen Ver⸗ kauf der zuen Nachlasse gehörigen Immobilten genehmigen wolle, zu erklären, gegenfalls nach den Anträgen des bereits für ihn bestellten Curators, Georg Bopp V. von Bellersheim, verfügt werden wird. Hungen den 10. October 1867.
Großherzogliches Landgericht Hungen Dr ene
Arbeits⸗Versteigerung.
2457 Freitag den 18 October d. J., Morgens 9 Uhr sollen auf dem der Frau Dr. Berna zufsebenden Hos⸗ gute Büdesheim, Kr. Vilbel, folgende Bauarbeiten an den Wenigsfinehmenden vergeben werden: 1. Dachdeckerarbeiten. Umdecken von Dachflächen mit vorhandenem Mo- tertal circa 1500[' Frankfurter Maaß pr. D Eindecken von Flächen mit bestem blauen Caubere Schiefer ausschließlich der Dielen eirca 24500 Frkftr. Fuß. Eindecken von Flächen mst Riegel ⸗ mann'schen Ziegeln ausschließlich der Lieferung des Materlals circa[) 2400 Frankfurter Fuß vr Q 2. Spenglerarbeit. Die Lieferung von circa 750 örkser. Juß unkene Kändel und Rohr, die Kändel? Zoll weit, die 1 75 4 Zoll Durchmesser pr. lfd. Fuß. 3. aur erarbeiten. Die Maveen des ausgebrannten Maschinenhauses, circa 40 Fuß boch bis auf eine Höbe von 10 In vom Boden, sammt Maschinenschornsteinen abzu⸗ brechen und Aufsetzen der noch brauchbaren Steine. Büdesheim den 12 October 1867. Kreuder.
2451 In der Kirchenkasse zu Fauerbach d. Fr. liegen 200„ zun Ausleihen auf den 1. Januar
1868 bereit; wer sie leihen will, hat sich del dem dasigen Kirchenvorstand zu melden.
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