Ausgabe 
14.11.1867
 
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Nord- und Süddeutschland, und rechnet darauf, daß es dem Bedürfniß, die gemeinsamen Ein⸗ richtungen, zunächst auf dem Gebiete der materiellen Interessen und in der Gerichtsverfassung zu er weitern, kräftig Ausdruck zu geben verstehen werde.

Das Criminalgericht verurtheilte Twesten wegen seiner am 20. Mai 1865 im Abgeordneten- hause gehaltenen Rede, dem Antrage des Staats- Anwaltes gemäß, zu zwei Jahren Gefängniß.

DieVolkszeitung giebt folgenden Ueber⸗

blick über das Resultat der Landtagswahlen: Die Gesammtzahl der altpreußischen Abgeordneten be⸗ trägt 352. Gewählt sind 150 Konservakive, 20 Freikonservative(wir haben nur solche als FK bezeichnet, bei denen dies bestimmt anzugeben war), 54 Nationalliberale, 41 Forischrittsmänner, 28 Liberale(die meist mit der Fortschrittspartei stimmen), 15 Altliberale, 15 Polen, 12 Mitglie⸗ der des katholischen Centrums. Bei 6 Abgeord neten war das Parteiverhältniß nicht zu bestimmen, 11 Wahlen sind noch nicht bekannt. Die konservative Partei würde also auf dem Landtage die Majorität haben, wenn nicht die Wahlen der neuen Provinzen das Gleichgewicht zu Gunsten der liberalen Partei wieder herstellten. Von den 80 Abgeordneten der neuen Provinzen(36 Han⸗ noveraner, 18 Schleswig-Holsteiner, 14 Kurhessen, 10 Nassauer und 2 Frankfurter) rechnen wir zu den Nationalliberalen 50, zur entschieden liberalen Partei 20. Von den übrigen 10 sind 2 Dänen, 8 mehr oder weniger konservativ. Im Ganzen dürfte die liberale Partei über eirca 240, die konservative Partei über eirca 180 Stimmen zu verfügen haben. Man glaubt, die Spielbankfrage würde dahin geregelt werden, daß in den Städten Wiesbaden, Homburg und Ems das Spiel noch bis zum Jahr 1875 fortdauert.

Kassel. Die Generalversammlung des Na⸗ tionalvereins hat den Rest der Flottengelder an die Bundesmarine überwiesen und beschlossen, von den Zinsen des Flottencapitals 1) der deut⸗ schen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger 2000 Thaler, als den zur Errichtung einer Ret tungsstation erforderlichen Betrag, 2) der deut- schen Seemannsschule in Hamburg 1000 Thlr., 3) dem deutschen Rechtsschutzverein in London 500 Thlr. zu bewilligen. Sodann wurde die Auflösung des Vereins beschlossen. Einem Aus- schuß von 12 Mitgliedern werden die noch versügbaren Vereinsmittel überwiesen.

Hanau. Dem Handels- und Gewerbeverein dahier ist auf eine Eingabe in Betreff des Eisen⸗ bahnbaues kürzlich eine Antwort Seitens des preußischen Handelsministeriums zugekommen. Der Minister erklärt darin zunächst, daß die von dem Ausschuß aufgestellten Wünsche in Betreff der Vermehrung der Verkehrsmittel vollständig die seinigen seien. In Bezug auf die Herstellung einer festen Ueberbrückung des Mains bei Hanau, sowie der Bahnverbindung mit Offenbach sei auf eine Anfrage wegen Ertheilung einer Con⸗ cession zur Erbauung der Linie Gießen⸗Partenstein, dem Wunsche des Ausschusses entsprechend, als erste Bedingung die Zulassung einer Schienenver⸗ bindung von Hanau nach Friedberg aufgestellt und festgestellt worden.

Frankfurt. Der dahier zum Vertreter im preußischen Abgeordnetenhause gewählte Herr Schiele, Direktor der hiesigen Gasanstalt, hat das ihm gewordene Mandat definitiv abgelehnt, da ihm von Seiten des Verwaltungsrathes der nöthige Urlaub abgeschlagen worden ist. Der Verwaltungsrath glaubt die schwere Verantwor- tung nicht auf sich nehmen zu können, wenn er gestatten würde, daß Direktor Schiele der Lei⸗ tung des Unternehmens gerade zur Winterzeit auf unbestimmte, vielleicht längere Frist entzogen blieb.

Bayern. Der Volksverein zu München hat beschlossen an den Gemeinderath der Stadt Wien wegen dessen mannhaftem Verhalten in der Concordatsfrage eine Anerkennungsadresse zu richten. Der Ausschuß wurde beauftragt, bei der Kammer der Abgeordneten Schritte zu thun, da; mit die sociale Gesetzgebung in ihrer Gesammtheit noch auf diesem Landtag zur Annahme gelange.

Es wurde ferner beschlossen, eine Petition an die Kammer der Abgeordneten wegen Einführung der obligatorischen Civilehe zu richten, endlich wurde ein Referent für Bearbeitung des Schulgesetz Entwurfes ernannt, über den in einer der nächsten Sitzungen berathen werden soll.

Württemberg. Stuttgart. Die A b⸗ gebrdnetenkammer beauftragt die staatsrecht⸗ liche Commission mit der Berichterstattung über die zulässige Dauer ihres Mandats. Der Minister v. Varnbüler erklärt auf Mohl's Anfrage, die württembergische Regierung habe keinen Grund, Verhandlungen wegen gemeinsamer Gesetzgebung mit dem norddeutschen Bunde zu veranlassen. Hölmer dringt auf eine verfassungsmäßige Vorlage. Baden. Die badische Abgeordneten⸗ kammer hat nach langen Debatten die Anträge der Commission bezüglich der Gesandtschaften an- genommen, nachdem Minister 9. Freydorf sich schließlich mit denselben einverstanden erklärt hatte. Darnach bleiben die Gesandtschaftsposten in München und Stuttgart dermalen noch erhalten, jener zu Wien wird zum billigeren Posten eines einfachen Geschäftsträgers reduzirt und die Kosten für die Gesandtschaft in Florenz und den Militärbevoll⸗ mächtigten in Berlin sind bis Juni nächsten Jahres bewilligt worden. Bis dahin würden, wie Kammer und Regierung hoffen, die deutschen Angelegenheiten geklärt genug sein, um weitere Aenderungen eintreten zu lassen.

Die Abgeordnetenkammer nahm nach zweitägiger Debatte das Preßgesetz im Wesentlichen nach den Commissionsanträgen an. Auf Eckhardt's Antrag stimmt die Mehrheit für Abschaffung der polizeilichen Beschlagnahme. Wundt's Amende ment, Preßvergehen, deren Verfolgung dem Staatsanwalt obliegt, zur Entscheidung an das Schwurgericht zu verweisen, wurde an die Com- mission zurückgegeben

Oesterreich. Wien. Nach einer Mit theilung derSüdd. Presse aus Wien soll Preußen nicht abgeneigt sein, in der nordschles wig'schen Angelegenheit auf das folgende Com- promiß(das Auskunftsmittel scheint französischen Ursprungs zu sein) einzugehen, vorausgesetzt, daß die Frage von den Garantien und von der Staatsschuld den preußischen Forderungen gemäß erledigt werde. Dänemark erhält das Sundewitt und die Halbinsel Alsen, Preußen behält dagegen die Festung Düppel⸗Sonderburg mit dem nöthigen Festungsrayon.

Frankreich. Paris. DerEtendard sagt: Die Meinung aller europäischen Staaten hat sich dem Project einer Conferenz günstig gezeigt. Die Regierung hat sich mit einer zweiten Note an die Mächte gewendet, worin offiziell der Vorschlag zu einer Conferenz gemacht wird. Das Circular ist gesandt worden an England, Preußen, Rußland, Oesterreich, Sachsen, Bayern, Württem⸗ berg, Baden, Hessen, Schweden, Dänemark, Bel⸗ gien, Holland, Spanien, Portugal und die Schweiz. Bis jetzt konnte noch keine Antwort eingetroffen sein. Dasselbe Blatt erklärt, die angekündigte SchriftNapoleon III. und Europa im Jahr 1867 sei durchaus nicht von der Re⸗ gierung ausgegangen.

Großbritannien. London. Die amt⸗ licheGazette von England veröffentlicht eine Mittheilung der preußischen Regierung an Lord Stanley, wonach in Zukunft Ausländer beim Eintritt sowie beim Verlassen des norddeutschen Bundesgebietes und bei längerem Aufent⸗ halte in demselben keines Passes mehr bedürfen, aber gehalten sind, auf offizielle Anfragen über ihre Person Rede und Antwort zu stehen.

Italien. Florenz. Nach einem Artikel derItalie wird die Regierung, nachdem sie allen Verpflichtungen nachgekommen, auf vollstän⸗ diger Räumung des Kirchenstaates von Seiten der Franzosen bestehen. Die Seedienstpflich⸗ tigen in Venetien sind eingerufen. Die ita⸗ lienische Regierung verwirft jede ausschließlich

katholische Conferenz. ist zur Disposition der

Garibaldi Gerichtsbehörde gestellt. Das demnächst zusam⸗

mentretende Parlament soll über die Zulässigkeit dieser Procedur entscheiden.

DieOpinione schreibt: Der Minister des Aeußeren erließ ein Rundschreiben an die diplomatischen Agenten Italiens in Betreff der römischen Frage, welches die Mächte in die Lage versetzt, sich zu entscheiden, ob sie der von Frank- reich vorgeschlagenen Conferenz zustimmten oder nicht.

Man schreibt derCorr. Havas aus Rom, 6. Nov.:Es ist gewiß, daß die Schlacht von Mentana ungemein blutig war, und daß man sich seit Menschengedenken in Italien nicht mit einer solchen Erbitterung auf beiden Seiten geschlagen hat. Die päpstliche Armee und nament lich die Zuaven haben Beweise einer seltenen Tapferkeit abgelegt; die französische Armee, der

man den Erfolg des Tages verdankt, war be

wunderungswürdig. Die Garibaldianer, diese Banden, die man für so armselig hielt, haben an die berühmten Streiter der ersten französischen Republik erinnert. Nothdürftig gekleidet, barfuß, ausgehungert, schlecht bewaffnet, sah man diese unbeugsamen Freischärler unter dem Höllenfeuer der Chassepots fest aushalten. Sie sprangen über Haufen von Leichen weg, um sich blindlings auf die Bajonnette zu werfen. Kinder von 1314 Jahren eilten in den Tod, wie zu einem Feste, und fielen mit dem Rufe:Viva I'Italia! Viva la liberte! Die päpstlichen Zuaven, noch mehr aber die französischen Soldaten haben ein furcht⸗ bares Blutbad angerichtet. In dichten Reihen lagen sie aufeinander, der Jüngling vom höchsten Adel auf dem armen Abruzzenhirt!... Die garibaldianischen Gefangenen werden in Rom mit großer Menschlichkeit behandelt. Der Papst hat angeordnet, daß man ihnen jeden Tag Fleisch⸗ brühe und Fleisch zu essen geben soll.

Nachrichten aus Turin melden, daß dort Unruhen ausgebrochen waren. Die Unruhestifter zogen vor die Wohnung des französischen Consuls und vor das Café de Paris; man fing an, einige französische Schilde von den Häusern abzunehmen; beim Eintreffen des Militärs jedoch wurde ohne Widerstand die Ordnung hergestellt. Dem Movimento geht aus Florenz die Nachricht zu, daß in einer Sitzung des Ministerraths, welchem der französische Gesandte beiwohnte, ernstlich die Rede davon gewesen sein soll, Garibaldi nach der Insel Elba zu bringen.

Amerika. Von New⸗Nork wird gemel⸗ det: Ein Sturm(wahrscheinlich derselbe, der auf St. Thomas so furchtbar wüthete) richtete schreck⸗ liche Verwüstungen in Clarksville, Bagdad und Brownsville an und legte sie wie mehrere andere texanische Städte theilweise in Trümmer; viele Menschen kamen dabei um. Es scheint also, daß der Orkan über die kleinen und die großen Antillen nach Texas hinbrauste, und dann wären noch schlimme Unglücksposten zu erwarten.) Die Accreditive des Admirals Tegethoff, die vor Auslieferung der kaiserlichen Leiche Maximilian's von der mexikanischen Regierung verlangt wurden, sind angekommen. Es ist hiernach Hoffnung vor⸗ handen, daß nun endlich die Auelieferung der Leiche erfolgt.

Ein schrecklicher Orkan hat den 29. Oct. in St. Thomas gewüthet. Vier der Royal; Mail Compagnie gehörige Dampfschiffe sind zu Grunde gegangen. Fünfzig andere Schiffe sind an die Küste geworfen worden. Man hat viele Todesfälle zu beklagen. Der materielle Schaden ist sehr bedeutend. Die Stadt liegt in Ruinen.

Friedberg. Auf bis jetzt noch unbekannte Weise gerieth am 11. d. Abends zwischen 8 und 9 Uhr ein in der Nähe Fauerbach's im Felde sitzender Strohhaufen in Brand und loderte rasch in weit hin, bemerkbaren hohen Flammen auf. Noch ehe man in, hiesiger Stadt irgend ein Feuersignal vernommen, trafen schon zwei Spritzen von Nauheim, wo das Feuer, bemerkt worden war, mi der Bedienungsmannschaft dahier ein, um Hülfe auf der in unserec Stadt vermutheten Brandstätte zu leisten. Der Eifer der Nauheimer, mit welchem sie in freundnachbar⸗ licher Weise hierher eilten, verdient lobenswerthe Er⸗ wähnung und öffentlichen Dank. Sie haben gezeigt, daß sie Leute von der Spritze sind!

* Friedberg. Heute am 13. d., als am Geburts⸗

feste der Königin Witwe Elisabeth von Preußen, sahen

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